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re:route: Transport for London versucht mit einem speziellen Anreizsystem Verkehr zu verlagern

Dieser Artikel ist Teil der Serie Verkehr während der Olympische Spiele 2012 in London. Eine Übersicht über alle Artikel finden Sie hier.

Während der Olympischen und Paralympischen Spiele möchte Transport for den normalen täglichen um 30 Prozent reduzieren. Diese lässt sich auf zwei Wegen erreichen: Erstens durch Verbote und Einschränkungen wie partielle Einfahrverbote für Fahrzeuge mit Nummernschildern, die auf einer ungeraden bzw. geraden Zahl enden, Einfahrverbote für den Lieferverkehr oder die temporäre Ausweisung großflächiger Fußgängerzonen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Belohnung der -Fahrer, ihr Fahrzeug nicht zu benutzen. Verbunden mit der Bitte an Unternehmen, Urlaubszeiten vorzuziehen oder Heim-/Telearbeit und Videokonferenzen zu ermöglichen, hofft man, die Verkehrsmenge deutlich zu reduzieren.

In London kooperiert Transport for London mit der RecycleBank, um AutofahrerInnen dafür zu belohnen, ihr Fahrzeug stehen zu lassen. Die LondonerInnen sollen stattdessen mit dem oder zu Fuß zur Arbeit gelangen und in ihrem unmittelbaren Umfeld einkaufen.

Recylcebank London 2012

Bild: RecycleBankUK

TfL und die haben zu diesem Zweck re:route, eine Applikation für Mobiltelefone (leider bislang nur für iOS), entwickelt. Diese ermittelt je nach Tageszeit die optimale Route und das optimale Verkehrsmittel, zeichnet die zurückgelegte Entfernung und die verwendete Verkehrsart auf und vergibt je nach Weglänge und genutzten Verkehrsmittel Punkte. Je kürzer ein zurückgelegter Weg bzw. je umweltfreundlicher die genutzte Verkehrsart ist, desto mehr Punkte kann man verdienen. Am Ende jedes Weges zeigt die App, wie viele Punkte man erhalten hat und welche Vorteile für die eigene körperliche Gesundheit und die entstanden sind. So wird beispielsweise die Menge des eingesparten oder die Menge an eingesparten Fahrzeugmeilen angezeigt.

Die RecycleBank ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das eine sozial-ökologische Plattform geschaffen hat, die Menschen für umweltfreundliches Verhalten belohnt. Mitglieder können Punkte für das Recyclen von Müll, das Einsparen von Wasser, die Nutzung von energiesparenden technischen Geräten und Glühbirnen oder eben für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder des nicht-motorisierten Verkehrs (Fuß, Rad) verdienen. Diese Punkte können bei großen Markenunternehmen und lokalen Einzelhändlern gegen kleine Geschenke oder Rabatte beim Einkauf eingetauscht werden.

So werden je zurückgelegten Weg im Durchschnitt fünf Punkte vergeben. Mit 75 Punkten, also umgerechnet nach 15 Wegen, erhält man beispielsweise einen 5 Pfund-Rabatt bei Marks & Spencer. Für den Einkauf im nächstgelegenen Supermarkt erhält man 10 Punkte, für jede Fahrt mit dem Rad statt des Autos gibt es auch 10 Punkte.

In den USA nutzen mehrere Millionen Menschen das RecycleBank-Programm. wie Philadelphia und  konnten ihre Recyclingquoten um bis zu 50 Prozent erhöhen. Und das einfach durch das Ausloben von Belohnungen.

Eventuell sollten wir darüber nachdenken, ein solches Anreizprogramm auch in Deutschland aufzubauen. Einschränkungen und Verbote bringen immer ein gewisses Akzeptanzproblem mit sich. Der Deutsche an sich gilt ja als recht sparsam und umweltbewusst. Vielleicht ist es an der Zeit, die Menschen für umweltfreundliches Verhalten stärker zu belohnen. Ließe sich sicherlich auch im Verkehrsbereich auf vielfältige Art und Weise nutzen…

Verfasst von:

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität. Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, Studium der Verkehrswirtschaft an der TU Dresden. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

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