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[Video zum Wochenende] Die Rolle der Straßenbahn in der Stadt der Zukunft

Im Januar 2011 hat Harald Jahn, Straßenbahnenthusiast aus Wien, bei der Agenda 21 plus einen Vortrag über die Zukunft der Städte und die Rolle der am Fallbeispiel gehalten. In den vergangenen Jahren hat die Straßenbahn bzw. insbesondere in Frankreich eine Renaissance gefeiert.

In den Jahren 1986 – 1997 und im Jahr 2006 wurde der Bau neuer Straßenbahnstrecken staatlich gefördert. In den vergangenen Jahrzehnten wurden neue Straßenbahnnetze unter anderem in Grenoble, , und Strasbourg neu eröffnet. Seit 1992 gibt es auch im Großraum wieder eine Straßenbahn, das zurzeit nur aus Einzelstrecken bestehende „Netz“ soll in Zukunft weiter ausgebaut werden. Mittlerweile gibt es in fast allen französischen Großstädten wieder eine Straßenbahn.

(Videoempfehlung via Patrick S.)

Verfasst von:

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität. Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, Studium der Verkehrswirtschaft an der TU Dresden. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

3 Kommentare

  1. Karsten

    Hallo!

    Ich freue mich immer wieder über Dein Video zum Wochenende. Sonst ja eher was nettes kleines, ist es ja hier doch etwas ausführlicherer Stoff. Der Vortrag ist sehr gut gemacht. Nachdem ich eine Weile in Frankreich gelebt habe, kann ich dem Gezeigten nur zustimmen. In Sachen Stadtplanung und Innenstadtgestaltung haben die Franzosen uns einiges voraus…

    Thematisch passend ist auch das folgende Video von dctp.tv / NZZ:
    http://j.mp/VXx2N6

    Dort wird auch etwas ausführlicher auf die Lösung mit der mittigen Stromschiene in Bordeaux eingegangen. Ebenso wird die Pariser T3 vorgestellt (seit Dezember ist der neue Ost/Nordost-Ast aber bereits in Betrieb, im Video noch in Planung). Neben dem Fokus der Stadtgestaltung geht es auch um technische Aspekte die vor allem auf eine Lärmreduzierung zielen.

    Man kann nur hoffen, dass auch in Deutschland die Zeichen der Zeit erkannt werden, hier im Südwesten ist denke ich, ist z.B. die Südoststraßenbahn in Karlsruhe schon relativ gut gelungen. Was meiner Meinung nach allerdings ein großes Problem ist, sind die Kriterien nach denen Fördermittel vergeben werden. Es wird dementsprechend schwierig auch den Bestand etwas attraktiver zu gestalten, weil dadurch ja nur ein bedingtes Mehr an Fahrgästen zu erwarten ist (im Vergleich zum Neubau). In Frankreich gibt es dazu eine kommunale Steuer, die hier: http://j.mp/VXx2N9
    als Verkehrsabgabe bezeichnet wird. Vermutlich erlaubt dieses Instrument im Vergleich zum Deutschen den Städten eine höhere Freiheit bei den Investitionen in den ÖV (und begleitende Investitionen). Dazu kommt, dass gefühlt die Fahrpreise deutlich unter dem hierzulande Üblichen liegen.

    Wie ich gerade noch auf Seite 13 sehe, gibt es wohl in Frankreich bereits eine Immobilienmehrwertsteuer? Die wabert ja immer mal wieder durch Diskussionen…

    Wie man sieht, können wir noch viel von unserem Nachbarn lernen :)!

    Viele Grüße,
    Karsten

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Hallo Karsten,

      schön, dass dir die Videoauswahl gefällt. Ich hoffe ja immer, dass ich mit meinem Geschmack und meinen Interessen den allgemeinen Geschmack treffe! ;-)

      Und vielen Dank für die Videoempfehlung. Mir wurde dieser Film jetzt schon von mehreren Seiten ans Herz gelegt und ich bilde mir irgendwie ein, dass ich den schon einmal vor mehreren Monaten gesehen und hier erwähnt hätte. Ich kann mich aber auch irren. Vielleicht ergänze ich den obigen Artikel noch etwas.

      In Frankreich wurde der Bau neuer Straßenbahnlinien in den letzten Jahrzehnten sehr stark gefördert. Dort gibt es die sog. „versement transport“, die französische Gemeinden von Arbeitgebern mit mehr als neun Beschäftigten erheben können. Diese Finanzmittel (über vier Milliarden Euro jährlich) werden zum Ausbau des Netzes und im Unterschied zu Deutschland auch für den Betrieb verwendet. Man möchte damit den Zusatznutzen des ÖPNV für das Gewerbe (weniger Parkplatzbedarf, Mitarbeitermobilität, bessere Erreichbarkeit, usw). einen Preis geben und das Angebot verbessern.

      Hinzu kommen die „Grenelle“-Umwelt-Gesetze, die ebenfalls dem ÖPNV und anderen ökologisch verträglichen verkehrsmittel zu Gute kamen. Ab Mitte dieses Jahres soll auch noch eine Lkw-Maut auf einigen Streckenabschnitten hinzukommen und wie du richtig gesagt hast, gibt es auch noch eine Sondersteuer auf Grund und Boden, die entlang von ÖPNV-Linien erhoben wird. Dadurch möchte man einen Teil der Wertsteigerungen durch die bessere Erschließung abgreifen. In Deutschland haben wir ja nur die Beteiligung der Anwohner an Sanierungsarbeiten von Straßen (immer wieder große Konflikte!), die in dieselbe Richtung gehen. Eine Beteiligung an Straßenbahnstrecken, usw. gibt es hier aber nicht. Vermutlich dürfte dann der Widerstand in der Bevölkerung noch größer werden, da ticken die Deutschen leider ein wenig anders als die Franzosen…

      Und lernen kann man immer etwas. Nicht nur von den Franzosen, sondern auch von den Schweizern, den USA, den Spaniern, usw. Deswegen mag ich ja auch so gerne Best Practise-Beispiele, die ich hier auch immer wieder vorstelle!

      Viele Grüße aus Dresden,
      Martin

      Antworten
  2. Harald Jahn

    Oh, da streune ich so durchs Netz und finde einen Artikel… über mich :-) Danke für die Blumen. Mein näächster Vortrag, wenn grade jemand in Wien ist: 23.4.2013, 18.30 VHS Galileigasse 8, Titel: „Neues aus Frankreich“

    servus aus Wien,
    Harald Jahn

    Antworten

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