Select Page

Südafrikas langfristige Eisenbahnpläne: ambitioniert aber machbar

Dieser Artikel ist Teil der Serie Fußballweltmeisterschaft 2010 – Infrastruktur in Südafrika. Eine Übersicht über alle Artikel finden Sie hier.

Die 2010 hat einige Verbesserungen der beschert. Dennoch kann sich das afrikanische Land noch nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, insbesondere das Eisenbahnnetz bedarf weiterer Ausbauschritte.

In Südafrika spielt der Schienenverkehr eine große Rolle in der Entwicklung des Landes. Heute ist vor allem der Güterverkehr von Bedeutung. Nach und nach soll nun auch der Personenverkehr zukunftsfähig gemacht werden, um Emissionen einzusparen und Südafrikas Ölabhängigkeit zu reduzieren.

Das südafrikanische Verkehrsministerium hat nun vor kurzem ein detailliertes Investitionsprogramm für das des Landes vorgestellt. Dabei wurde besonderen Wert auf einige wichtige Projekte – Katalysatoren für das gesamte – gelegt, die innerhalb der nächsten 20 Jahre umgesetzt werden sollen.

Schienennetz Südafrika 1995

Diese sind Hochgeschwindigkeitsstrecken zwischen Johannesburg und Durban, Johannesburg und Cape Town sowie Johannesburg und Musina. Damit würde sich Johannesburg zum zentralen Hochgeschwindigkeitsknoten Südafrikas entwickeln.

Die „Passenger Rail Agency of South Africa (Prasa)„, die für den Betrieb des Metrorail Nahverkehrs, der vor allem von Pendlern genutzt wird, möchte innerhalb der nächsten 18 Jahre das gesamte Rollmaterial gegen moderne Zuggarnituren austauschen. Dies soll ungefähr 95 Milliarden Rand kosten, das sind umgerechnet 10 Milliarden Euro. Damit wird der gesamte Pendelverkehr in Südafrika erheblich verbessert und attraktiver gemacht. Sollte die Regierung das Prasa Investitionsprogramm noch in diesem Jahr abnicken, kann bereits nächstes Jahr mit ersten Bestellungen gerechnet werden.

Tshwane - KwaNdebele

Ein weiteres Projekt, das in Angriff genommen werden soll, ist der schon lang geplante Nahverkehrskorridor zwischen und Moloto, die in Zusammenarbeit mit den Provinzregierungen von Gauteng und Mpumalanga geplant worden sind. Dieses Projekt soll die höchste Priorität bekommen, da die Regierung auf der Strecke gut 350 Millionen Rand (36 Millionen Euro) Zuschüsse jedes Jahr an Pendler auszahlt, die bisher vor allem per Bus pendeln.

Die Machbarkeitsstudie für diese Strecke ist bereits erstellt worden und soll als Public-Private-Partnership (PPP)-Projekt umgesetzt werden.

Die Gesamtkosten des Investitionsplans stehen noch nicht fest, das südafrikanische Finanzministerium ist aber davon überzeugt, dass genügend „kreative“ Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Denkbar wären zum Beispiel Kredite von Nachbarländern, eine Querfinanzierung der südafrikanischen Regionen untereinander oder Mittel aus privater Hand. Jedes Projekt soll ein eigenes Finanzierungsmodell bekommen. Somit soll verhindert werden, dass zum Beispiel Mittel aus dem abgezogen werden um Hochgeschwindigkeitsprojekte zu finanzieren. Die Mittel die für Prasa zur Verfügung gestellt werden, sollen nur für die Verbesserung des Nah- und Pendelverkehr dienen.

In letzter Zeit ist vor allem das chinesische Engagement in Südafrika herausgestochen. Laut Regierungskreisen sollen aber auch andere Länder die Möglichkeit bekommen Mittel zur Verfügung zu stellen bzw. Bauaufträge zu erhalten. Auch der Besuch Jakob Zumas in ist noch nicht als Vorentscheidung zu werten. Da das Programm auf 20 Jahre angelegt sei, hoffe man dass auch die lokale Eisenbahnindustrie neue Fabriken eröffne und in neue Technologien investiere, so Generaldirektor Mahlalela. Auch sollen Erfahrungen beim Bau des mittlerweile existierenden Gautrains genutzt werden, vor allem vor dem Hintergrund, dass das -Projekt als PPP-Projekt geplant und durchgeführt worden sei. Der Bau der Strecken soll 2011 endgültig abgeschlossen sein.

Zuerst wird nun eine Machbarkeitsstudie für die Strecke Durban – Johannesburg erstellt werden. Mit einem Ergebnis ist 2011 zu rechnen.

Dieser Artikel ist Teil der Serie Fußballweltmeisterschaft 2010 – Infrastruktur in Südafrika. Eine Übersicht über alle Artikel finden Sie hier.

Verfasst von:

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität. Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, Studium der Verkehrswirtschaft an der TU Dresden. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Jetzt abonnieren!

Twitter

Pofalla soll Netz-Vorstand bei der Bahn werden und die operative Führung von Schienennetz und Bahnhöfen übernehmen m.rp-online.de/wirtschaft/unt…

Auszeichnungen

Grimme Online Award Preisträger 2012

Zukunft Mobilität hat den Grimme Online Award 2012 in der Kategorie Information erhalten. Ich möchte mich bei all meinen Lesern für die Unterstützung bedanken!

PUNKT Preisträger 2012

Zukunft Mobilität hat den PUNKT 2012 der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) in der Kategorie "Multimedia" gewonnen.

Logo VDV Verband Deutscher Verkehrsunternehmen

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV) hat mich im Rahmen der VDV-Jahrestagung 2013 in Mainz als “Talent im ÖPNV” des Jahres 2013 ausgezeichnet. Der VDV vertritt rund 600 Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs, des Schienenpersonennahverkehrs, des Schienengüterverkehrs, der Personenfernverkehrs sowie Verbund- und Aufgabenträger-Organisationen.

Lizenz

Zukunft Mobilität Creative Commons

Die Inhalte dieses Artikels sind - soweit nicht anders angegeben - unter CC BY-SA 3.0 de lizensiert. Grafiken sind von dieser Lizenz aus Vereinfachungs- und Schutzgründen ausgenommen (Anwendung aufgrund der Verwendung von Grafiken / Bildern mit unterschiedlichen Lizenzen zu kompliziert) außer die CC-Lizenz ist ausdrücklich genannt.

Weitere Informationen
Share This