Fußgänger- und Radverkehr Infrastruktur urbane Mobilität

Eine Langsamverkehrspassage unter dem Amsterdamer Hauptbahnhof

Cuyperspassage Tunnel für den Radverkehr und Fußverkehr unter dem Amsterdamer Hauptbahnhof als Langsamverkehrspassage

Am 21. November 2015 wurde unter dem Amsterdamer Hauptbahnhof “” die neue “langzaamverkeerspassage” für den freigegeben. Der 110 Meter lange, drei Meter hohe und zehn Meter breite Tunnel ermöglicht Fußgängern und Radfahrern eine direkte Verbindung zwischen dem Stadtzentrum und den Fähren in Richtung  Noord sowie den Radwegen entlang des IJ. Der Tunnel führt in direkter Linie von der Martelaarsgracht vor dem Bahnhof zum IJ.

Ein von @nicoleblommers gepostetes Foto am

Etwa 15.000 und 10.000 sollen Schätzungen zufolge den Tunnel täglich nutzen. Dem und stehen jeweils fünf Meter zur Verfügung, beide Verkehrsarten sind klar und sauber durch die unterschiedliche Farbgebung sowie ein Lichtband voneinander getrennt. Der Fußweg ist erhöht. Hinter dem Stahlgitter an der Wand und der Decke sowie im Boden des Radverkehrsbereichs ist schalldämmendes Material verbaut. Im Tunnel entsteht kein Echo, er ist leise, hell und somit auch subjektiv sicher. Motorroller und Mopeds dürfen den Tunnel nicht nutzen.

For cyclists only.

Ein von @nicoleblommers gepostetes Foto am


Der Tunnel wurde von den Architekturbüros Benthem Crouwel und Brand-X konzipiert. Der Fußgängerbereich ist auf die gesamte Tunnellänge mit einem Kunstwerk der Künstlerin Irma Boom ausgeschmückt. 46.000 der insgesamt 77.730 verbauten Fliesen wurden handbemalt. Sie zeigen Segelschiffe auf bewegter See des Malers Cornelis Bouwmeester, welcher um 1700 in gewirkt hat. Mehrere Fischerboote fischen unter dem Schutz von Kriegsschiffen auf dem IJ – mit dem Unterschied, dass die Künstlerin Irma Boom das ursprüngliche Rotterdammer Wappen durch eine Amsterdamer Wappen ausgetauscht hat.

For pedestrians only.

Ein von @nicoleblommers gepostetes Foto am


Der Bau des Tunnels begann im Februar 2011 und wurde bereits 2013 fertiggestellt. Die Eröffnung verzögerte sich jedoch um zwei Jahre, da zuvor der Michiel de Ruijtertunnel für den motorisierten Verkehr fertiggestellt werden musste, um eine sichere Führung des Rad- und Fußverkehrs auf der IJ-Seite zu ermöglichen. Dort wurde nun eine Shared Space-Zone geschaffen, die jedoch umstritten ist. Schließlich laufen drei Radwege direkt auf die Fläche zu, der Radweg entlang des IJ wurde zugunsten der Begegnungszone unterbrochen. Der querende Fußverkehr und die notwendigen Warteflächen für die Fähren haben die Stadt Amsterdam diese Entscheidung treffen lassen. Im Rahmen einer Evaluierung sollen die Wirkung auf die und den Radverkehr näher überprüft werden.

Die Baukosten für die Langsamverkehrspassage sind auf 11,5 Millionen Euro budgetiert.

Martin Randelhoff

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Fachgebiet Verkehrswesen und Verkehrsplanung an der Fakultät Raumplanung der Technischen Universität Dortmund.
Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

Kontaktaufnahme:

Telefon +49 (0)351 / 41880449 (voicebox)

E-Mail: randelhoff [ät] zukunft-mobilitaet.net

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Martin Randelhoff

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