Der städtische “Massentransport” ist per se schon sehr umweltfreundlich. Problematisch wird es allerdings, wenn es um die Entsorgung ausrangierten Rollmaterial geht.Normalerweise werden Eisenbahn- bzw. U-Bahnwaggons auseinander geschweißt, die Sitze herausgebaut und das Metall wiederverwertet. Diese Art der Entsorgung ist aufwendig und manchen Eisenbahngesellschaften zu teuer, zumal wenn es sich um relativ altes Rollmaterial handelt, in dem Asbest und andere gefährliche Stoffe verbaut ist. Diese werden zuweilen auch im Meer versenkt um neue künstliche Riffe zu schaffen.
BMW DesignworksUSA und Siemens haben zusammen die Inspiro-Plattform entwickelt. 35 U-Bahnzüge sollen ab Ende 2012 für die Warschauer U-Bahn Metro Warszawskie ausgeliefert werden und in Zukunft auf der gerade in Bau befindlichen Linie 2 fahren sowie altes Rollmaterial der Linie 1 ersetzen. Die neuen Züge kosten 1,35 Milliarden Zloty, ungefähr 333 Millionen Euro.
Gefertigt werden 10 der neuen Züge in Deutschland durch Siemens, die restlichen 25 stammen aus dem Werk des polnischen Schienenfahrzeugherstellers Newag in Nowy Sącz.
Der Inspiro ist besonders energiesparend konstruiert und fast vollständig recyclebar (97,5%). Durch die Aluminium-Leichtbauweise des Wagenkastens und das gewichtsoptimierte Fahrwerk arbeitet der sechsteiliger Einzelwagenzug – es sind jedoch auch Zugkonfigurationen mit drei bis acht Teilen möglich – besonders energiesparend. Weitere 500 Kilogramm Gewicht können durch die Verwendung von Aluminiumprofilen für die Vorbauten der Wagen, in denen die Kupplungen angebracht sind, eingespart werden. Der Wagenkasten wurde einer Computeranalyse mit der Finite-Elemente-Methode unterzogen, um zu sehen, wo Material weggelassen werden kann, ohne die Funktion zu beeinträchtigen.
Die elektrodynamische Bremse bremst das Fahrzeug bis zum Stillstand und reduziert damit die Emission von Lärm und Feinstaub. Wegen des niedrigen Gewichts von nur noch sechs Tonnen benötigt der U-Bahnzug nur geringe Traktionsenergien. Des Weiteren kann durch das Syntegra-System, eine speziell aufeinander abgestimmte Kombination aus Antriebs-, Fahrwerks- und Bremstechnologien, der Energieverbrauch um bis zu 30% abgesenkt werden. Wer weitere Informationen zum Syntegra-System möchte, kann sich gerne das Datenblatt anschauen. Eine genauere Vorstellung würde den Rahmen und den Sinn dieses Blogs allerdings sprengen…
Auch das von BMW DesignworksUSA entworfene Wageninnere entspricht den Vorgaben des “Green Design”. Besonders ins Auge stechen, oder besser gesagt stechen eher nicht, die nicht vorhandenen Haltestangen. Anstatt dessen wurden innovative und unverwechselbare Haltemöglichkeiten in Form eines stilisierten verästelten Baumes eingebaut. An diesen können sich mehrere Fahrgäste festhalten. Dennoch wird aber die notwendige Distanz zu den Mitreisenden gewahrt.
Teile der Wagendecke fungieren gleichzeitig als Kabelkanal. Die Lüftungskanäle bestehen statt wie bisher aus Metall aus leichteren Textilien. Ein neuartiger Kork-Aluminium Fußboden ist 30 Prozent leichter als bisher, dämpft Fahrgeräusche ab und bietet außerdem eine bessere Wärmeisolierung.
Große Türbereiche erleichtern das Aus- und Einsteigen und verkürzen somit die Haltezeiten. Große Displays informieren die Fahrgäste über den nächsten Halt, zeigen dynamische Netzkarten oder andere Informationen an. Verzichtet wurde im Inneren der Züge auf jegliche technischen Einrichtungen wie Elektroschränke oder Gerätekästen. Dies lässt die U-Bahnwaggons sehr geräumig aussehen und ermöglicht eine höhere Passagierkapazität.
Eine innovative Ambiente-Beleuchtung mit gezielt platzierten Lichtinseln ersetzt die Standardbeleuchtung von U-Bahnwaggons und lässt das Wageninnere hell und freundlich erscheinen.









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