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Hochgeschwindigkeitsstrecken in Belgien

ist zwar ein kleines, aber nichtsdestotrotz wichtiges europäisches Transitland für den Verkehr zwischen Mitteleuropa und Westeuropa. Insgesamt führen drei wichtige Hochgeschwindigkeitszugstrecken durch das Königreich, die sternförmig auf zulaufen.

Die Bedeutung Belgiens für den europäischen Hochgeschwindigkeitszugverkehr kann man sehr gut aus dieser Grafik ableiten:

Einbindung Belgiens in das europäische HochgeschwindigkeitszugnetzBelgien hat meist internationale Hochgeschwindigkeitszugverbindungen mit , und den Niederlanden. Hochgeschwindigkeitszüge (, , ) halten an den Bahnhöfen , Bruxelles-Midi / Brussel-Zuid und Liège-Guillemins. Die erste Hochgeschwindigkeitsstrecke wurde 1997 nach Frankreich eröffnet (). Kurz darauf folgte im Jahr 2002 eine Hochgeschwindigkeitsstrecke Richtung Deutschland () und 2009 der Lückenschluss von Liège bis an die deutsche Grenze (). Abschließend wurde 2009 die Strecke Antwerpen bis zur niederländische Grenze () eröffnet.

Noch deutlicher wird die Bedeutung dieser Strecken für den europäischen Transportsektor, wenn man die bis 2020 geplanten Linien in den Nachbarländern Belgiens betrachtet:

Hochgeschwindigkeitsnetz Europa 2020, Einbindung BelgiensInsbesondere die Strecken aus Deutschland bringen ein erhebliches Verkehrsaufkommen Richtung Belgien, vor allem da der ganze Verkehr aus Osteuropa Richtung Paris und London Deutschland und Belgien durchqueren muss.

Die Strecken sind in einzelnen:

Netz Hochgeschwindigkeitstrassen Belgien Thalys ICE TGVVerbindung Belgien – Frankreich (HSL 1)

HSL verbindet Brüssel mit der französischen Grenze. Die insgesamt 88 Kilometer lange Trasse besteht aus 71 Kilometern Neubaustrecke und 17 Kilometer modernisierten und umgerüsteten Schienensträngen. Für diese Strecke brauchen Thalys, TGV und Co. eine Stunde und zweiundzwanzig Minuten. Die Strecke wurde feierlich am 14. Dezember 1997 eingeweiht und kostete 1,42 Milliarden Euro.

Verbindung Belgien – Deutschland (HSL 2 & 3)

Netz Hochgeschwindigkeitstrassen Belgien Richtung Deutschland Thalys ICE TGV

HSL 2 und 3 verbinden Brüssel mit der deutschen Grenze. Die 95 Kilometer lange HSL 2-Hochgeschwindigkeitstrasse befindet sich zwischen Leuven und Ans. 61 Kilometer Gleis wurden neu verlegt und 34 Kilometer modernisiert. Dieser Abschnitt wird von thalys-Zügen mit 300 Stundenkilometern und von ICEs mit 250 Stundenkilometer befahren. Eröffnet wurde die Strecke am 15. Dezember 2002. Ende 2007 folgte das letzte Teilstück von Liège bis zur deutschen Grenze in der Nähe von Aachen (HSL 3). Das 56 Kilometer lange Teilstück (42 Kilometer  davon ist reine Hochgeschwindigkeitstrasse) wurde aber erst ab dem 13. Dezember 2009 zum ersten Mal von der Deutschen Bahn befahren.

Die Hochgeschwindigkeitsstrecke umfasst mit dem 6.505 Meter langen Eisenbahntunnel bei Soumagne den längsten Eisenbahntunnel Belgiens.

Verbindung Belgien – (HSL 4)

Netz Hochgeschwindigkeitstrassen Belgien Richtung Niederlande Thalys ICE TGV

HSL 4 verbindet Antwerpen mit dem holländischen Hochgeschwindigkeitsnetz. Die Strecke ist 87 Kilometer lang und umfasst 40 Kilometer reine Hochgeschwindigkeitstrasse. Der Großteil der Strecke wurde bereits 2007 eröffnet, allerdings sorgten Signalprobleme für eine verspätete Freigabe bestimmter Streckenabschnitte, sodass die gesamte Strecke erst im Dezember 2009 eröffnet wurde.

Zwischen Brüssel und Antwerpen beträgt die zulässige Hochgeschwindigkeit auf den ausgebauten Streckenabschnitten 160 km/h, einige kurze Streckenabschnitte dürfen mit maximal 120 km/h befahren werden. An der Autobahn A 12 beginnt die 40 Kilometer lange Hochgeschwindigkeitsstrecke Richtung holländischer Grenze, die mit maximal 300 Stundenkilometern befahren werden darf.

Antwerpen Centraal Tiefbahnhof Untergeschoss -2Um die Züge direkt zum Bahnhof Antwerpen-Centraal fahren lassen zu können, wurde seit 1998 ein 1,2 Kilometer langer Zweiröhrentunnel unter der Stadt gebohrt sowie ein zusätzlicher errichtet. Die Tunnelstrecke darf mit maximal 90 Stundenkilometern befahren werden.

Bahnhof Antwerpen-Centraal Ebenen PlanVon den zehn Kopfgleisen  im Obergeschoss  (Ebene +1) blieben je drei an beiden Seiten erhalten. Neu sind zwei Untergeschosse; das erste Untergeschoss  (Ebene -1) erhält 4 Kopfgleise, und das zweite Untergeschoss (Ebene -2) zwei Durchfahrtsgleise in der Mitte sowie auf beiden Seiten jeweils ein weiteres Gleis. Somit wurde die Kapazität des Bahnhofs von 10 Gleisen auf 14 Gleise erhöht.

Die Fertigstellung des Bahnhofumbaus war für Ende 2006 vorgesehen; eröffnet wurde die unterirdische Ebene am 23. März 2007.

Verfasst von:

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität. Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, Studium der Verkehrswirtschaft an der TU Dresden. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

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