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Was das Jahr 2011 hoffentlich mit sich bringt…

Was ich persönlich als junger Mensch und Betreiber eines Blogs mit dem Namen „Zukunft “ spannender finde als einen Jahresrückblick auf das Jahr 2010, ist ein Ausblick auf das wahrlich spannende Jahr 2011. Natürlich besitze ich keine Glaskugel. Aber ein kleines bisschen Hoffnung und eine oder auch ein paar mehr Ideen / Gedanken, die zu einem besseren Transportnetz in Deutschland und anderen Teilen der Welt führen könnten.

Höhere Treibstoffpreise

Zapfsäule USA verfallen schönes Bild Flickr Creative CommonsSehr schönes Bild einer verfallenen Zapfsäule – Sinnbild für eine vergangene Zeit? – Flickr – K2D2vacaCreative Commons

Manche werden nicht verstehen, warum ich höhere Treibstoffpreise als gut empfinde, nein, sie mir sogar sehnlichst wünsche. Menschen, die täglich zur Arbeit pendeln, werden mich nicht verstehen. Genauso wenig wie Spediteure, die schon heute nicht allzu gut verdienen und denen höhere Dieselpreise recht ungelegen kommen dürften.

Aber ich glaube, dass höhere Treibstoffpreise den Wandel hin zu einem effizienteren und umweltfreundlichen beschleunigen können. Ein höherer bedeutet, dass Elektroautos den Durchbruch erfahren werden (bei einem von etwa 2,50 € pro Liter). Ein höherer bedeutet, dass Menschen über ihr eigenes Mobilitätsverhalten nachdenken und kleinere Entfernungen zu Fuß oder per Auto zurücklegen werden. Ein höherer bedeutet, dass Menschen bei längeren Reisen die verschiedenen in Konkurrenz zueinander treten lassen. Eventuell für eine Zugfahrt auf einen Flug oder eine Autofahrt verzichten.

Wandel kann nicht von oben verordnet werden. Er muss von den Menschen selbst angestoßen werden. Und oftmals geht dies am besten über das Portemonnaie.

In den USA wird mittlerweile für das Jahr 2011 mit einem Benzinpreis von vier Dollar pro Gallone gerechnet. Dies sind umgerechnet 1,058 Dollar pro Liter oder 0,8€ pro Liter. Man muss dazu anmerken, dass die Preissteigerung für Benzin in den USA wie auch in Europa derzeit enorm ist. Vor kurzem wurde der Benzinpreis von 3 Dollar pro Gallone erreicht. Derselbe Preis lag eine Woche vorher noch bei 2,84 Dollar und vor einem Jahr bei 2,69 Dollar / Gallone.

Markus Gaertner hat sich vor kurzem einmal die Mühe gemacht und die Auswirkungen eines höheren Benzinpreises auf die Einkommen der amerikanischen Haushalte und die US-Konjunktur benannt:

Seit dem Börsentief im März 2009 hat sich Benzin an den Tankstellen der USA von 1,86 Dollar auf 2,96 Dollar verteuert. Dieser Preisanstieg von 1,10 Dollar ergibt – multipliziert mit dem Jahresverbrauch von 131 Mrd. Gallonen – zusätzliche Kosten von 144 Mrd. Dollar. Das sind nicht nur stattliche 12% des amerikanischen Einkommensteuer-Aufkommens im Bundeshaushalt 2009 – das sind auch umgerechnet 110 Mrd. Euro, genau die Größe des Griechenland-Bailouts. Hält das eine Volkswirtschaft ohne weiteres aus, erst recht in dieser Situation ? Ich glaube, die Antwort ist klar.

Man sieht also, dass von einem höheren Benzinpreis einiges abhängt. Hoffentlich sind die Amerikaner und Europäer und Chinesen und Inder und Russen und und und… so schlau und ziehen die richtigen Schlüsse aus dieser Entwicklung. Auch wenn dies schmerzhaft für sie sein wird und einige Verhaltensänderungen erfordert.

Bikesharing

Ganz ohne Benzin, sondern mit reiner menschlicher Muskelkraft, funktioniert Bikesharing. Bereits 2010 entstanden weltweit einige Bikesharing-Angebote.

Bikesharing in Mexico City - ecobiciBikesharing in Mexico City – SFview – Flickr – Creative Commons

Nicht nur in Mexiko City (Ecobici), sondern auch in D.C. (Capital Bikeshare) und (Barclays Cycle Hire) wurden 2010 Bikesharing-Angebote geschaffen, sondern auch in diversen anderen Städten auf der ganzen Welt. 2011 wird diese Entwicklung keinesfalls aufhören.

Ab 2011 sollen mehr als 1.000 Fahrräder in San Francisco, San Jose, Palo Alto, Mountain View und Redwood City bereitstehen. Miami Beach, , werden bald folgen.

In Europa ist Bikesharing mittlerweile in mehr als 100 Städten möglich. Ein wahres Erfolgsmodell, das aktiv motorisierten Verkehr verringert, die Umwelt schützt und etwas für die Gesundheit und Fitness der Radfahrer tut.

Ich bin der Überzeugung, dass man in Großstädten kein eigenes Auto mehr besitzen muss. Meistens existiert ein gut ausgebauter ÖPNV und die Wege zum Einkaufen sind meist ebenfalls wohnortnah. Für größere Einkäufe oder den Wochenendausflug mit der Familie gibt es Carsharing!

Carsharing Multimodal Para-TransitCarsharing im multimodalen Verkehrsnetz – Streetblog New York CityCreative Commons

Meist neuwertige Fahrzeuge, die zu einem vergleichsweise günstigen Preis angemietet werden können, sind der große Vorteil. Des Weiteren entfallen die Kosten für einen (Tiefgaragen)-Stellplatz und Reparaturen sowie TÜV, AU, etc. Alleine in New York werden 19 Milliarden Dollar durch Autoverzicht eingespart.

Wird das Carsharing-Auto noch mit Strom betrieben, bekommt das Ganze einen noch grüneren Anstrich, der sich bei Verwendung von Ökostrom in ein grünes Auto verwandelt.

Natürlich bringt Carsharing auch einige Nachteile mit sich: der Carsharer kann sein Auto nicht personalisieren, muss es meist an bestimmten Orten abholen und zurückgeben und das Auto verliert seine Funktion als Statussymbol. (siehe auch diesen Artikel)

Nichtsdestotrotz ergänzt Carsharing perfekt die Mobilitätsansprüche eines Stadtbewohners neben dem ÖPNV. Dadurch wird der öffentliche Verkehr gefördert und der Straßenverkehr entlastet. Ich schreibe aber bewusst Stadtbewohner, da sich das System Carsharing nur schwer auf ländliche Regionen ausweiten lässt. Aber dennoch wird 2011 das Jahr der Carsharing-Anbieter! (siehe Carsharing in Paris / London)

Elektrofahrräder (Pedelec)

Elektrofahrräder boomen seit Jahren. Im Jahr 2005 wurden 25.000 E-Bikes verkauft. 2009 waren es schon 120.000. Tendenz stark steigend. Dieser Trend wird sich auch 2011 nicht stoppen lassen.

cyomo elektrofahrrad ebike solar pendeln pendelverkehrEgal ob für den Einkauf, die Fahrt zur Arbeit oder den Wochenendausflug. Man trifft immer öfter auf die surrenden Fahrräder mit Hilfsmotor.Dabei helfen sie aktiv bei der Verringerung des Autoverkehrs und emittieren je nach Stromquelle kein oder nur sehr wenig CO2.

Elektrofahrräder sind eine einfache und umweltschonende Alternative, auch wenn sie im Vergleich zum herkömmlichen immer noch teuer sind. Nichtsdestotrotz werden auch 2011 eine Menge Elektrofahrräder über den Ladentisch gehen.

Elektroautos

Eventuell wird das Jahr 2011 für das nicht das entscheidende Jahr. Allzu weit ist es noch von der allgemeinen Massenfertigung entfernt. Auch 2011 wird ein Auto mit herkömmlichen die erste Wahl für den Autokäufer sein. Hybridautos sind aber auch 2011 auf dem Vormarsch. Aber die Forschungs- und Entwicklungsarbeit der Autobauer fängt gerade erst an.

Elektroauto Hype RealitätIch glaube, dass wir 2011 Fortschritte in der sehen werden. Insbesondere der Kurier- und Lieferverkehr und das Taxigewerbe werden von Elektroautos profitieren.

Verfasst von:

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität. Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, Studium der Verkehrswirtschaft an der TU Dresden. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

Ein Kommentar

  1. Naturenergie Blog

    Das Jahr 2011 ist gerade einmal drei Tage alt und hält schon jetzt wieder einige Überraschungen für uns bereit. Ich bin gespannt was wir in diesem Jahr erwarten und erfahren dürfen.

    Antworten

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