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Batterietechnik – die nächste Blase?

Laut einem Report mit dem Titel „Powertrain 2020 – Li-Ion batteries – the next bubble ahead?“ des Beratungsunternehmens Roland Berger drohen Herstellern von Autoakkus massive . Insbesondere zwischen 2014 und 2017 sollen amerikanische und japanische Batterietechnikunternehmen unter der Überproduktion leiden.

„Das Geschäft der Hersteller von Li-Ionen- brummt derzeit, aber schon in den kommenden fünf bis sieben Jahren erwarten wir eine massive Konsolidierung“, sagt Wolfgang Bernhart, Studienautor und bei Strategy Consultants für alternative Antriebstechnologien zuständiger Partner. Die meisten Experten sind sich einig: Elektroantriebe werden in allen großen Automobilmärkten Marktanteile hinzugewinnen – dank erheblicher Kostensenkungen bei Akkus im Verlauf der kommenden zehn Jahre. Nach einem aggressiven Szenario wird die Zahl der (PHEV) und Elektrofahrzeuge (EV) in den Hauptregionen bis 2015 die Zahl von 1,2 Mio. Fahrzeugen nicht übersteigen. Die Nachfrage nach Li-Ionen-Akkus für HEV/PHEV und EV beträgt 0,82 Mio. „EV-Äquivalente“, das Angebot hingegen wird 2015 bereits über 2,6 Mio. EV-Äquivalenten liegen. Zwar wird die Nachfrage nach Li-Ionen-Akkus bis 2020 weiter anziehen, doch 3 Mio. EV-Äquivalente werden frühestens 2018 nachgefragt werden.

Überkapazitäten zwischen 2014 und 2017

Deshalb werden die angekündigten Investitionen zwischen 2014 und 2017 zu erheblichen Überkapazitäten führen, insbesondere in den und in . Werden die angekündigten Investitionen umgesetzt, wird die installierte Kapazität bereits 2015 doppelt so hoch sein wie die prognostizierte Nachfrage. Außerdem sind nicht alle Investitionen bereits bekannt: Bisher nicht angekündigte Investitionen großer Anbieter werden zu weiteren Überkapazitäten führen, und Subventionen auf nationaler Ebene werden ebenfalls zusätzliche Investitionen anziehen.

Nur wenige Hersteller werden überleben

Dazu kommt, dass ein hoher Forschungs- und Entwicklungsaufwand sowie hohe Investitionsausgaben nötig sind, um die Kosten rasch zu senken: 50 – 100 Mio. EUR für eine neue chemische Zusammensetzung der Akkuzelle, 350 Mio. EUR für eine Produktionsanlage mit einer Kapazität von 100.000 Stück. „Daher werden nur sechs bis acht global tätige Akkuhersteller die kommenden fünf bis sieben Jahre überleben“, sagt Bernhart. „Die kritische Größe wird 2015 bei einem Umsatzvolumen von rund 600 Mio. EUR liegen.“ Die westlichen Regierungen müssen also handeln, wenn sie diese Zukunftstechnologien nicht an Asien verlieren wollen. Zugleich benötigen Akkuanbieter eine gut definierte Strategie, um schnell Marktanteile zu gewinnen und ihr Fortbestehen zu sichern. Und zu guter Letzt sollten Anleger sich der massiven Investitionsrisiken bewusst sein. Das Fazit von Bernhart lautet daher: “ Die Risikofaktoren häufen sich. Aber bei einem umsichtigen Management werden Elektroantriebe weiterhin ein profitabler Zukunftsmarkt sein.“

(via)

Verfasst von:

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität. Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, Studium der Verkehrswirtschaft an der TU Dresden. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

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