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[Fakt der Woche] Deutsche wollen (noch) keine selbstfahrenden Autos~2 Minuten Lesezeit

Ich finde es ja wirklich faszinierend, welche Fortschritte die autonome Steuerung von Fahrzeugen in letzter Zeit gemacht hat. Die Technische Universität Braunschweig lässt LEONIE auf öffentlichen Straßen fahren, BMW, VW, und entwickeln ebenfalls autonome Fahrzeuge und allumfassende Fahrerassistenzsysteme. Große Fortschritte haben auch das Unternehmen Ibeo Automotive Systems GmbH mit ihrem Roboterauto LUX, das Fahrzeug MadeInGermany vom Team AutoNOMOS der FU-Berlin und Stanley, Junior und Shelley der Stanford University gemacht.

Apropos USA. Auf kalifornischen Straßen haben Roboterautos verschiedener Universitäten und Unternehmen wie Google & Co. mittlerweile mehr als 225.000 Kilometer zurückgelegt. Unter den gefahrenen Strecken waren auch Langstreckenfahrten von San Francisco über Los Angeles zum an der Grenze zum US-Bundesstaat Nevada gelegenen Lake Tahoe sowie die kurvige und steile Lombard Street in San Francisco.


Leonie: Ds der

Stellt sich nur eine Frage: Wann werden wir unsere Fahrzeuge nicht mehr selber steuern müssen?

Bis zu diesem Zeitpunkt wird zwar noch einige Zeit ins Land gehen, aber viele Systeme werden mittlerweile schon in heutige PKW eingebaut. Nothaltesysteme, Abstandhalter, Spurhalteassistenten, automatische Einparkassistenten und viele mehr. Die Frage ist nur: Wollen wir Deutsche die Kontrolle über unsere Fahrzeuge eigentlich komplett abgeben? Wollen wir Deutsche uns von dieser Technik abhängig machen? Auch wenn ich hier ein wenig vorgreife, die Antwort lautet Nein.

Im Auftrag von AutoScout24 hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) insgesamt 1.419 Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt. Die Interviews wurden als computerunterstützte persönliche Interviews (CAPI) vom 18. März 2011 bis zum 1. April 2011 durchgeführt.

Deutsche Autofahrer lehnen autonomes Fahren mittels Autopilot noch mehrheitlich abEine Frage bezog sich auf Autopilotsysteme – Stichwort . Im Ergebnis zeigt sich, dass die Mehrheit der Befragten solchen Systemen kritisch gegenüber steht. Nur 8,2 Prozent der Befragten würden es begrüßen, wenn das Fahrzeug selbständig fährt. 9,1% ließen sich durch Rabatte bei der Kfz-Versicherung überzeugen. Die Mehrheit (50,2 Prozent) ist generell gegen ein Fahrzeug, dass sich autonom im bewegt ohne dass der Fahrer eingreifen muss.

Im Allgemeinen hat Technik eine geringere Fehlerquote als der Mensch. Ein autonomes Fahrzeug, das sich im Stadium der Serienreife befindet, dürfte sicher sein. Daher dürfte der Anteil der Menschen, die der Technik nicht vertrauen, in zurückgehen.

Eines ist sicher: Autonome Fahrzeuge werden kommen. Die Frage ist nicht mehr das ob, sondern nur noch das wann. Unsere automobile Zukunft wird sich sehr von der automobilen Gegenwart unterscheiden. Wir werden PKW, die wir heute kennen, in Zukunft nicht mehr so häufig sehen. In urbanen Gebieten werden kleine Fahrzeugeinheiten, Kabinenroller oder ähnliches, dominieren. Und wir werden alleine aus Fahrsicherheitsgründen, Effizienz und einer Minimierung des Raumbedarfs autonome Fahrzeuge im Straßenbild sehen. Denn der Mensch wird zur Kontrolle eines komplexer werdenden Verkehrsgeschehen nicht in der Lage sein.

Verfasst von

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität. Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, Studium der Verkehrswirtschaft an der TU Dresden. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

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Malte
Gast

Angesichts der Baustelle, die gerade vor meiner Haustür entlangkriecht, möchte ich ja mal wissen, wie ein selbstfahrendes Fahrzeug die dortige Verkehrsführung erkennen soll, etwa dass man gegen die Einbahnstraße fahren darf, was man aber nur aus der Zeitung weiß, und dass offene Absperrgitter manchmal bedeuten, dass Bauarbeiter plötzlich Feierabend hatten und das Gitter nicht wieder an seine Position zurückgestellt wurde oder dass ein einsames Zeichen 250 in meiner Gegend immer automatisch nicht für Anlieger gilt.

Schilderwald hin oder her, gerade in Baustellen, in denen die Verkehrsführung ohnehin abenteuerlich ist, gedeiht der Wald ja schneller, als man Verkehrsführungen manuell nachtragen kann. Selbst auf Autobahnen gibt es ja genügend Situationen, bei denen man raten muss, wie eine bestimmte Beschilderung nun eigentlich gemeint ist.

Martin Randelhoff
Gast

Tja, das wird die große Herausforderung. Wenn aber irgendwann einmal die Schilder mit den Fahrzeugen kommunizieren sollten, kann man nur hoffen dass es nicht zu einem allzu großen Wirrwarr kommt.

Man muss aber auch bedenken, dass diese Technik noch in den Kinderschuhen steckt. Da wird noch viel Arbeit zu leisten sein. Und irgendwann werden auch Baustellen keine Probleme mehr darstellen… ;-)

Lehmann
Gast

Leider ist es so, dass gerade von einem wissenschaftlich hoch angestellten MA der TUD /Verkehrswissenschaften Neues wirklich massiv behindert wird.
Die Frage steht, ob man als einfacher Diplomingenieur einen Professor wissenschaftlich herausfordern darf. Darf man das?
Was für Auswirkungen hätte das z.B. mit Bezug auf den Verkehrsentwicklungsplan 2025 in Dresden?

Alles andere lässt sich lösen.

Martin Randelhoff
Gast

Ich muss Ihren Kommentar nicht verstehen, oder?

Zu ihrer Frage zum Generalverkehrsplan: keinen

Lehmann Mario
Gast
Massiv behindert heisst: 1. Null Reaktion auf Vorschläge 2. „O-Ton: „Ich muss mir dies in meinem Alter nicht mehr antun“ 3. ist Berater für Städte 4. hat als Wissenschaftler und Führungsperson damit gesellschaftliche Verantwortung 5. Wird von Professoren aus Berlin als Gott bezeichnet Reicht dies an arrogantem Verhalten? Und, richtig ich kann es auch nicht verstehen. Doch wie kommt man in der Region weiter, wenn Wissenschaftler sich einer Verantwortung nicht stellen müssen und zumal noch massiv gefördert werden. Genau dann hängen Unternehmer durch und Idee lassen sich nicht entwickeln. Dies ist kein Fall für die Verkehrstechnik und dort auch nicht angesiedelt. Es ist eher ein Fall für die Innovationsforschung. Wenn Sie sich den ZDF Beitrag „Die leise Revolution“ anschauen, dann kann man sich die Frage stellen, ob nicht eine ganze Nation versagt. Welchen „Bonus“ haben daran die Wissenschaftler? Spätestens bei letzter Überlegung dürfte ich die Mitdenker auf meiner Seite haben. An was liegt es? Sind wir nicht offen genug oder wird sogar behindert? Ich habe ein nahezu perfektes Beispiel dafür. Im Übrigen finde ich Ihren Blog und die Wissensansammlung sehr gut. Weiter so. Wenn jetzt Fraunhofer käme, gefördert wird und genau das in der Art machen, wie Sie jetzt, dann… Read more »
Martin Randelhoff
Gast

Auch wenn es vielleicht komisch klingen mag, aber darf ich fragen wen Sie mit Ihren Kommentaren eigentlich meinen bzw. wer der Angesprochene ist? Mir ist das noch nicht ganz klar geworden… ;-)

autonom interessierte
Gast

mich würde mal interessieren, was ihr so für Mutmaßungen anstellt: wieso treibt google diese sache so voran mit den autonomen autos? denn wirklich autos bauen werden die doch nicht so einfach können. schätze mal, dass so ein auto in der produktion doch etwas aufwendiger ist als zb. ein Handy.
was treibt sie also an?? wird ja auch nicht günstig sein, ihr forschungsprogramm?! vielleicht irgendwann jegliche form von „traffic“ dokumentieren?

und wie stehen wohl die etablierten dazu? immerhin gibt es die voraussetzungen für die technik ja schon ziemlich lange…passt das denn überhaupt in das „Selbstbild“ eines (deutschen) automobilherstellers?
oder verschlafen die da eine entwicklung und liefern bald nur noch die hardware während google die navigation übernimmt und apple designt?
was meint ihr?

Martin Randelhoff
Gast
Moin! Ich persönlich glaube ja eher nicht, dass das autonome Fahrzug von Google einem direkten wirtschaftlichen Zweck dient. Das ist eher eine Art Hobby der Google Chefs. Eric Schmidt hat auf der Disrupt 2010 gesagt: „Ihr Auto sollte selbst fahren. Ich finde es erstaunlich, dass wir Menschen noch immer Autos fahren lassen. Es ist ein Bug, dass Autos vor den Computern erfunden wurden.“ Google braucht keine autonomen Fahrzeuge um Verkehrsströme zu messen. Diese Daten lassen sich bereits heute viel einfacher und in einer sehr guten Qualität erheben. Es geht eher um Technik, die bei den Versuchen abfällt. Bildstabilisierung, Laservermessung, etc. Ich möchte gar nicht absprechen, dass Google von autonomen Fahrzeugen nicht in irgendeiner Form profitiert. Aber ich glaube nicht, dass dahinter ein richtiger „Masterplan“ steht. Und es gibt ja neben Google auch andere branchenfremde Konzerne die im Verkehrssektor unterwegs sind. Beispiele sind z.B. IBM (ganz massiv) und Cisco. Und ob die Autoindustrie hier einen Trend verschläft kann ich noch nicht beantworten. Es geht zur Zeit vorrangig um Grundlagenforschung, eine Anwendung ist noch nicht wirklich absehbar. GM möchte autonomes Fahren ab 2030 serienmäßig anbieten. Die meisten Autohersteller forschen an autonomen Teilsystemen wie Spurhalteassistenten, Notbremssystemen, etc. die Pkw im herkömmlichen Sinne verbessern… Read more »
Mario Lehmann
Gast

Kommt es nicht auf das Konzept zu automomen oder assitenzgestützten Fahrbetrieb an?
Ich würde mich außerordentlich freuen, wenn Prof. Ahrens von einem derartigen Projekt erfährt und dazu noch unterstützt. So könnten Ansichten auch in den Verkehrsentwicklungsplan Dresden 2025 einfließen, Steuergelder gezielter einsetzen und Fördergelder akquirieren. Theoretisch könnte er bewireken, dass das Projekt als Schaufensterprojekt an den Bund eingereicht wird (siehe Google). Prof. Ahrens hat die Reichweite, die Erfahrung und den Einfluss beim Bund. Doch was könnte ihn bewegen?:
http://j.mp/pnhBUw

Ohne Unterstützung sind derartige Projekte in Deutschland nicht zu meistern! Ich schrieb ihm, dass ich ihn wissenschaftlich herausfordere. Wird er sich als Wissenschaftler und Berater Dresdens herausfordern lassen?

Was meint die Community, was man tun müsste? Helft mir bitte.

Mit freundlichem Gruss
Mario Lehmann

Hinweis Martin Randelhoff: Den letzten Absatz inkl. Link habe ich entfernt, da er nichts mit dem Thema zu tun hatte und schon sehr nach Werbung aussah. Ich bitte darauf zu verzichten (siehe Kommentarrichtlinien oben!)

Inkogni Anonymo
Gast

Mir gefällt dieser Artikel und auch andere deiner Berichte zu autonomen Autos sehr, trotz dass sie auch schon wieder ein bisschen alt sind. Jedoch hätte ich noch einige Fragen zu diesem Thema und hoffe auf ihre Hilfsbereitschaft.
Falls alle technischen Probleme behoben worden sind und auch das Interesse in der Bevölkerung vorhanden wäre, wie sähe es mit der rechtlichen Lage in Deutschland/Europa aus? Ist eine Rechtsgrundlage schon geschaffen? Wenn nicht, kann sie geschaffen/abgeändert werden?
Gibt es dazu auch schon einige Statements von Verkehrspolitikern? Es wäre sehr interessant zu wissen wie eine solche Zukunft aussieht? Braucht man überhaupt noch ein Führerschein? Muss immer jemand zum eingreifen bereit falls ein Fehler im Programm vorliegt?

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