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Haben wir genug Zeit um Elektromobilität wahr werden zu lassen?

Die Zukunft der Mobilität wird mit großer Wahrscheinlichkeit zumindestens einige Zeit in den Händen der liegen. Probleme wie Klimawandel, steigende Energiepreise und die zu Ende gehenden Ölvorräte zwingen uns dazu Alternativen zu entwickeln. Die Autohersteller und große Teile der Politik haben das dazu auserkoren, unsere Mobilität auch in Zukunft sicher zu stellen. Aber haben wir überhaupt noch genügend Zeit eine Wende von Verbrennungsmotoren zu elektrischen Antrieben hinzu bekommen?

Die Antwort ist nicht vollständig klar. Hybridautos sind schon heute serienreif und immer öfters auf unseren Straßen anzutreffen. Ein Hybridauto ist ein Fahrzeug, in dem mindestens zwei Energieumwandler und zwei im Fahrzeug eingebaute Energiespeichersysteme vorhanden sind, um das Fahrzeug anzutreiben. Energiewandler sind beispielsweise Elektro-, Otto-  und Dieselmotoren, Energiespeicher sind beispielsweise Batterie oder Kraftstofftank. Es wurden aber auch andere Kombinationen realisiert, z. B. Stirlingmotor  mit hydraulischem Antrieb und pneumatischem Akkumulator. 1 Eine Liste mit Prototypen und Serienfahrzeugen lässt sich bei Hybrid-Autos.info finden.

Autobauer auf der ganzen Welt forschen und entwickeln derzeit Elektroantriebe, die sich an der heimischen Steckdose aufladen lassen. Stromkonzerne planen das Stromnetz der Zukunft, das zum einen fähig ist Elektromobilität sicher zu stellen und andererseits Elektroautos als Zwischenspeicher von Energie dienen. Eric Heymann von Deutsche Bank Research hat die Anstrengungen und Marktchancen der Autobauer analysiert 2.

Er kommt zu dem Ergebnis, dass insbesondere die hohen Batteriekosten hinderlich für die Verbreitung von Elektroautos sind. Eine Batterie kostet derzeit zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Bei diesem Preis müsste man mit der Batterie 250.000 Kilometer weit fahren, um diese zu refinanzieren. Ebenso stellen Gewicht, Größe, Haltbarkeit und die Kapazität der Batterien ein Problem dar: die Reichweite der meisten Elektroautos ist den potentiellen Käufern und Anwendern noch zu kurz, die Ladezyklen dauern zu lange, nicht alle Sicherheitsbedenken sind derzeit ausgeräumt und es fehlt außerdem an der notwendigen Infrastruktur um das Fahrzeug zum Beispiel auch in der Stadt aufladen zu können.

Wenn die Politik und die meisten Autobauern den Menschen derzeit suggerieren, dass ab morgen (oder in naher Zukunft) ein Elektroauto in ihrer Garage steht, so zeichnen sie eindeutig ein falsches Bild. Elektroautos werden noch jahrelange Forschung bis zur endgültigen Marktreife und dem damit zusammenhängenden Marktdurchbruch benötigen. Derzeit ist noch kein Elektroauto unter 30.000 Euro zu haben. Dies wird auf absehbare Zeit so bleiben. Heymann rechnet mit ungefähr zwei Jahrzehnten. Jene Versprechungen der Elektromobilität von morgen sind also eher kontraproduktiv.

Bis zur Serienreife der Elektroautos sollte weiter in die Effizienz von Verbrennungsmotoren sowie in alternative Treibstoffe wie Biodiesel, etc. investiert werden. Des Weiteren sollte der Ausbau regenerativer Energien forciert sowie die Zusammenarbeit europäischer Energieunternehmen verbessert werden. Insbesondere sollte in den Ausbau des europäischen Verbundnetzes, ein europaweites Netz aus Hochspannungs-Leitungen zur Stromverteilung, investiert werden.

Nichtsdestotrotz hat unter den Elektroautoherstellern das Rennen um den ersten Platz bereits begonnen. möchte ab 2012 pro Jahr mindestens eine Million Elektroautos produzieren. Um dieses Ziel zu erreichen wird der chinesische Staat sowohl Autobauer als auch Autokäufer massiv subventionieren. Ziel ist es, führende Nation bei der Entwicklung von Elektroautos und in der zu werden. Ökologische Aspekte spielen fast keine Rolle. produziert den größten Anteil seines Stroms durch Kohlekraftwerke, die sehr viel emittieren. Des Weiteren kostet die Einsparung einer Tonne durch Elektromobilität umgerechnet 1.000 Dollar. Beim Emissionsrechtehandel ist das Verschmutzungsrecht für eine Tonne CO2 bereits für 13 Dollar zu haben.

Heymann kommt zu dem Ergebnis, dass Deutschland lieber in die Grundlagenforschung investieren und die politischen Rahmenbedingungen zum Beispiel für technische Standards setzen sollte. Möglich wären auch eine Bevorzugung des Elektroautos gegenüber dem Verbrennungsmotor, zum Beispiel durch eigene Fahrspuren nur für Elektroautos.

Auf längere Sicht gesehen, sollte Elektromobilität auch ohne Subventionen lebensfähig sein. Dazu sind große Anstrengungen in der Forschung und Entwicklung notwendig. Der Preis für Batterien müsste in etwa um 70-80% fallen, um ein konkurrenzfähiges Produkt zum heutigen Auto mit Verbrennungsmotor anbieten zu können. Dies wird aber sicherlich noch einige Jahre dauern.

Eine Möglichkeit diese Entwicklung zu beschleunigen und Elektroautos schneller der breiten Masse zugänglich zu machen, ist das Konzept von Nissan und . , ein Batterietechnik-Startup des Israelis Shai Agassi, und Renault-Nissan bieten den Nissan Leaf gemeinsam an. Better Place stellt die Batterie und die Aufladetechnik, Nissan das Auto. Der Autokäufer kauft das Auto von Nissan und least gleichzeitig die Batterie von Better Place. Dadurch können die Kosten gesenkt werden. Der Nissan Leaf, der Ende 2011 in Europa auf den Markt kommt, wird daher nur 24.975 Euro kosten.

Nissan plant derzeit 50.000 Leaf pro Jahr zu bauen. Diese werden bald 598.739 Hybridautos und 806.000.000 Autos mit Verbrennungsmotor gegenüber stehen. Es ist also noch ein weiter Weg…

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/ – 02.05.2010
  2. Electromobility – still a long way to the mass market, Eric Heymann, Deutsche Bank Research 21.04.2010

Verfasst von:

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität. Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, Studium der Verkehrswirtschaft an der TU Dresden. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

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