Als die Aschewolke den europäischen Flugverkehr für ein oder zwei Tage lahmlegte, war die Welt noch beinahe in Ordnung. Aber mit fortschreitender Zeit kippte die Stimmung allmählich. Zuerst bei den Fluggesellschaften, die eine Menge Geld verloren, kurz darauf bei den Medien und am Ende – so war es jedenfalls zu spüren – auch in der Bevölkerung. Stein des Anstoßes waren jene ominösen Computermodelle, welche die Ausbreitung der durch den isländischen Vulkans Eyjafjallajökull ausgestoßenen Aschewolke berechneten. Auf Grundlage dieser Vorhersagen wurden die Entscheidungen über die Sperrung gewisser Teile des europäischen Luftraumes getroffen.
Frank Schirmacher, Mitherausgeber der FAZ, schrieb kurz darauf sichtlich erregt: “Der Stillstand des Luftverkehrs beruht nicht auf Daten, sondern auf einer Simulation. Die riesige Datenwolke des Internets dient heute schon für Risikoprognosen nach denselben Algorithmen.” Nun hat sich Frank Schirrmacher nie durch eine besondere Freundschaft zu Daten, Algorithmen und dem eng damit verbundenen Internet hervorgetan. Allerdings wüsste ich auch nicht, dass Herr Schirrmacher umfassende Kenntnisse in Meteorologie, Vulkanologie oder dergleichen besitzt.
Ausbreitung der Vulkanasche am 20.04.2010 – 02:01 – Met Office
02:31: In Irland wird es bis mindestens 14:00 Einschränkungen im Flugverkehr geben.
02:36: Bestätigt: Wegen einer neuen Aschewolke, die sich Richtung Irland bewegt, wird sich die Öffnung des irischen Luftraums bis mindestens 14:00 verzögern.
05:08: Die Daten der beiden gestrigen Airbus-Testflüge werden übrigens nicht an die Öffentlichkeit weitergegeben.
05:40: Aktualisierte Liste der geöffneten und geschlossenen Flughäfen in Europa.
06:33: Schöne Helikopteraufnahmen vom Krater des Eyjafjallajökull, gefilmt von einem Team von ITN.
Beginnend mit dem 20. März kam es zu mehreren Eruptionen des Vulkans “Eyjafjallajokull” auf Island mit einem großen Ausstoß an Asche. Der Flugverkehr über Nord- und Mitteleuropa musste in weiten Teilen infolgedessen für mehrere Tage eingestellt werden. Auch Transatlantikflüge sind betroffen.
Dieser “Ticker” bietet keine Liveberichterstattung, sondern hat eher archivarische Gründe. Er stellt daher eher ein Protokoll dar. Für aktuelle Informationen bietet zum Beispiel Focus Online einen Liveticker an. Eine Übersicht über alle derzeit stattfindenden Flüge findet man bei Flightradar24.com (Achtung: Zeitweise Überlastung!). Dieser Artikel fokussiert sich rein auf den Luftverkehr. Kanzlerin Merkel und Obama bleiben außen vor. (weiterlesen …)
00:19: Starke seismische Aktivität wurde an den Vulkanen Eyjafjallajökull und Katla gemessen.
01:50: Die Radaranlage der IMO in der Nähe von Keflavik misst seit gestern 08:00 keinen Rauch mehr, der aus dem Eyjafjallajökull austritt. Dennoch wurde starke seismische Aktivität gemessen, Asche trat jedoch den ganzen Sonntag nicht mehr aus. (Quelle)
02:30: Der niederländische Luftraum bleibt bis mindestens 14:00 geschlossen.
02:34: KLM führte letzte Nacht einige Langstreckenflüge mit ein paar Boeing 777 aus. Passagiere waren nicht an Bord. Geflogen wurde mit Hilfe einer Kombination aus VFR & IFR.
03:17: Der italienische Luftraum wird ab heute 05:00 wieder geöffnet.
03:19: Der österreichische Luftraum wird ab heute 02:00 wieder geöffnet.
03:22: Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich haben eine hohe Aschekonzentration in der Luft gemessen. Laut Messungen am Wochenende mit Hilfe von Wetterballons, Messflugzeugen und Lasern enthält die Aschewolke tatsächlich für Flugzeuge gefährliche Vulkanaerosole. Über der Schweiz waren die Aschewolke und einzelne Partikel sichtbar. Einer der Forscher hat davon folgendes Foto gemacht.
04:11: Serbien und Montenegro haben ihre Lufträume wieder geöffnet.
05:13: Air France kündigt an, heute folgende Strecken anbieten zu wollen: Beijing-Bordeaux, Seoul-Bordeaux, Beirut-Nizza und Damaskus-Marseille.
06:09: Guter Artikel von Geoffrey Thomas zur aktuellen Lage.
06:50: Die schwedische Luftfahrtbehörde teilt mit, dass der Stockholmer Flughafen Arlanda ab 08:00 wieder für Starts und Landung in nördlicher und westlicher Richtung geöffnet wird.
03:12: Ankündigung, den finnischen Luftraum bis mindestens Montag, 19.04.2010, 16:00 geschlossen zu halten.
04:01: Der britische Luftraum bleibt bis mindestens 18.04.2010, 14:00 geschlossen. (Quelle)
05:26: Die finnische Luftwaffe hat Triebwerkbilder eines Boeing F-18 Hornet Kampfjets nach einem Testflug am letzten Donnerstag veröffentlicht, der in die Aschewolke geraten war. Auf den Bildern ist klar die geschmolzene Asche zu erkennen.
07:35: Die Niederlande kündigen weitere Testflüge an, nachdem bei einem KLM 737 Testflug keine Schäden am Flugzeug aufgetreten waren.
Ausdehnung der Aschewolke – Stand: 18.04.2010, 07:49 – Met Office
08:00: Der deutsche Luftraum bleibt bis mindestens 18.04.2010, 20:00 geschlossen. Dies gilt ebenso für die 16 internationalen Flughäfen wie auch alle Regionalflughäfen. Bis jetzt führten die Deutsche Lufthansa, Air Berlin und Condor Überführungsflüge ohne Passagiere durch.
08:13: Bulgarien schließt seinen Luftraum bis mindestens 21:15.
08:43: Laut Xinhua streichen Air China und China Southern Airlines fast alle Flüge Richtung Europa bis auf weiteres.
08:49: Air Berlin streicht alle Flüge bis Sonntag Abend, 20:00.
09:11: Die Air Transport Association of America (ATA) gibt bekannt, dass gestern 282 Flüge zwischen den USA und Europa gestrichen worden sind. Dies sind in etwa 84% der geplanten Fracht- und Passagierflüge.
09:22: Schweden verlängert die Sperrung des Luftraums bis Montag Morgen.
09:34: Dänemark lässt seinen Luftraum bis mindestens 19.04.2010, 01:00 geschlossen.
10:20: Die irische Luftaufsicht verlängert das Flugverbot bis Montag, 19.04.2010, 14:00. Erwartet wird eine weitere tagelange Sperrung des irischen Luftraums.
Ausbreitung der Aschewolke – Stand 17.04.2010 – 07:00
00:00: Am 16.04.2010 fanden 10.400 Flüge statt. Normal sind ~28.000.
09:00: Die Lufthansa streicht alle Flüge bis mindestens 20:00.
10:30:Eurocontrol meldet, dass nur etwa 6.000 Flüge stattfinden werden. Normal sind 22.000.
Folgende Lufträume sind geschlossen: Österreich, Belgien, Kroatien, die tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Nordfrankreich, große Teile Deutschlands, Ungarn, Irland, Norditalien, die Niederlande, Südnorwegen, Polen, Rumänien, die Slowakei, Slowenien, Schweden, die Schweiz und Großbritannien. Teilweise ist der Luftraum ab einer gewissen Höhe für Überflüge freigegeben.
In Spanien, auf dem südlichen Balkan, in Süditalien, Bulgarien, Griechenland und der Türkei finden weiterhin Flüge statt. Von 300 Transatlantikflügen fanden bis jetzt 73 statt.
10:59: Wissenschaftler warnen vor weiteren Eruptionen. Die Aktivität des Vulkans nimmt weiter zu. Die Asche könne den europäischen Flugverkehr noch mindestens 5 Tage lang beeinträchtigen. Mittlerweile fordern immer mehr Airlines sich nicht nur auf Computersimulationen zu verlassen, sondern direkt Messungen hinsichtlich der Partikeldichte und anderer Parameter zu machen, um sicher zu gehen, dass die Sperrungen notwendig sind.
11:09: Alle 16 internationalen Flughäfen in Deutschland bleiben bis mindestens 02:00, 18.04.2010 geschlossen. Überflüge dagegen sind wieder möglich. Seit Freitag, 19 Uhr, kann Deutschland in einer Höhe von 36.000 Fuß (ca. 12 km) oder höher wieder überflogen werden.
12:29: Die Lufthansa plant Überführungsflüge einiger Maschinen von München nach Frankfurt am Nachmittag des 17.04.2010. Diese sollen auf ca. 3000m fliegen und daher nicht anfällig für Aschepartikel sein.
13:02: Die Flughäfen in Paris und Nordfrankreich bleiben mindestens bis zum Morgen des 19.04.2010 geschlossen.
13:51: Die riesige Aschewolke über Europa hat nach Einschätzung des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie keine Auswirkungen auf das weltweite Klima.
15:01: Die Lufthansa überführt neun weitere Maschinen ohne Passagiere nach Frankfurt. Die Flugzeuge fliegen in etwa drei Kilometer Höhe auf Sicht.
16:30: Eurocontrol erwartet, dass im europäischen Luftraum heute 5000 Flüge stattfinden werden. Normal wären 22.000.
Folgende Lufträume sind weiterhin geschlossen: Österreich, Belgien, Kroatien, die tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, große Teile Frankreichs und Deutschlands, Ungarn, Irland, Norditalien, die Niederlande, Norwegen, Polen, Rumänien, Serbien, die Slowakei, Slowenien, Schweden, die Schweiz, die Ukraine und Großbritannien. Teilweise ist der Luftraum ab einer gewissen Höhe für Überflüge freigegeben.
Flüge finden noch in Spanien, auf dem südlichen Balkan, in Süditalien, Bulgarien, Griechenland und der Türkei statt.
00:24: Die irische Flugaufsicht öffnet die Flughäfen Cork und Shannon sowie einige weitere Regionalflugplätze wieder für den Luftverkehr, nachdem die Aschewolke nach Osten und Süden zieht. (Quelle)
06:06: Die britische Flugaufsicht schließt den britischen Flugraum für den ganzen Tag.
08:54: Die Flughäfen Frankfurt und Düsseldorf werden geschlossen.
09:03: Die deutsche Flugaufsicht schließt elf Flughäfen aufgrund der Aschewolke.
09:47: Die britische Flugaufsicht schließt den britischen Luftraum bis mindestens Samstag, den 17.04.2010. In Europa werden ca. 17.000 Flüge gestrichen. Eurocontrol erwartet ungefähr 12.000 Flüge für den 16.04.2010. Normal sind etwa 28.000 Flüge.
10:32: Die östereichische Flugaufsicht kündigt an, ab Nachmittag ebenfalls den österreichischen Luftraum teilweise zu sperren.
13:56: Leichter Ascheregen geht in Schottland und Norwegen nieder.
15:30: Folgende Lufträume sind geschlossen: Großbritannien (Schottland ausgenommen), Belgien, Niederlande, Dänemark, Teile Schwedens, Norwegen, Finnland, Estland, Nordfankreich inklusiver aller Pariser Flughäfen, Norddeutschland, Teile Polens inklusive Warschau und tschechische Republik. Teile des irischen und schwedischen Luftraumes wurden wiedereröffnet. Die Flughäfen Stuttgart und München sind noch geöffnet.
15:59: Ankündigung, dass der britische Luftraum mindestens bis zum 17.04.2010, 07:00 geschlossen bleibt.
17:20: Die Airlines schätzen die Schäden durch den in Europa geschlossenen Flugraum auf 150 Millionen Euro täglich. (Quelle)
18:12:Eurocontrolmeldet, dass nur 10.000 – 11.000 Flüge in Europa stattfanden bzw. stattfinden. Normal sind ungefähr 28.000. Von nomalerweise 300 Transatlantikflügen fanden nur 100 – 120 Flüge statt.
Geschlossen sind folgende Lufträume: die meisten Teile Großbritanniens (außer Schottland), Belgien, Niederlande, Dänemark, südliche Teile Schwedens und Norwegens, Finnland, Estland, Nordfankreich inklusiver aller Pariser Flughäfen, der größte Teil Deutschlands, Teile Polens inklusive Warschau und tschechische Republik. Die Flughäfen Genf und Wien schließen noch im Laufe des Tages.
18:19: 15 der 16 internationalen Flughäfen werden in Deutschland bis mindestens 17. April 2010, 07:00 geschlossen.
19:13: In Österreich werden die Flughäfen Wien und Linz geschlossen. Weitere folgen im Laufe des Abends.
19:41: Die schottischen Flughäfen werden wieder geöffnet.
20:00: Der Flughafen München wird geschlossen.
21:24:British Airways streicht alle Flüge von und nach London am 17.04.2010.
23:12: Der britische Luftraum bleibt am Samstag, den 17.04.2010 bis mindestens 20:00 geschlossen. Der Flugraum in Norditalien wird geschlossen.
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Eine Stadt wird nicht dann zivilisierter, wenn sie Autobahnen hat, sondern wenn sich ein Kind mit Dreirad überall sicher und einfach bewegen kann. Enrique Peñalosa, ehemaliger Bürgermeister von Bogotá, Kolumbien
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In diesem Blog möchten wir die Strategien für die Mobilität von morgen skizzieren, informieren und diskutieren. Wir möchten uns mit diversen Problemen unserer Zeit beschäftigen und dabei alle Verkehrsträger im Blick behalten. Dieser Blog soll dabei helfen, die Herausforderungen von morgen ein wenig mehr ins Bewusstsein zu rücken, Alternativen und mögliche Lösungsansätze vorzustellen und umfassend zu informieren: