Als großer Freund von Best Practices (Lernen vom Erfolg anderer) muss man leider hin und wieder zugeben, dass auch das Pendant existiert. Auch wenn es an dieser Stelle regional beschränkt ist und meine Kritik etwas kleinlich wirken dürfte.
In meiner Geburtsstadt, der oberfränkischen Stadt Hof, herrschen zurzeit chaotische Verkehrszustände. Diese sind zehn Straßenbaumaßnahmen im gesamten Stadtgebiet geschuldet. Nun ist die Umsetzung zum Teil dringend erforderlicher Baumaßnahmen nichts Verwerfliches, allerdings dürfte ein Straßenverkehrstechniker spätestens an dieser Stelle nicht mehr wissen, ob man weinen oder lachen soll.
Als Autofahrer stellt sich die Situation beim Einbiegen von der Bundesstraße 173 (Ernst-Reuter-Straße) in die Leopoldstraße wie folgt dar (für Großansicht bitte in das Bild klicken):
Der Copenhagenize Index vergibt Noten an Städte, für ihre Bemühungen das Fahrrad als akzeptierte und praktische Verkehrsform zu etablieren. Das Interesse, das Fahrrad als ernst zu nehmende Verkehrsart in den Städten zu haben, ist weltweit ungebrochen. Jede Stadt auf der Welt war auf die eine oder andere Weise fahrradfreundlich, bis Verkehrsplaner und Verkehrsingenieure in den sechziger Jahren mit dem Umbau der Städte hin zu autofreundlichen Strukturen begonnen haben und Radfahrer, Fußgänger und Nutzer des ÖPNV zu drittklassigen Bürgern degradierten. Die Zeiten haben sich zum Glück geändert.
Viele Städte auf der Welt stellen sich der Herausforderung eines veränderten Mobilitätsbewusstseins und versuchen durch Maßnahmen in den Bereichen Radverkehrsinfrastruktur, Politik, Fahrradverleihsysteme, etc. auf Basis bestehender Strukturen umzusetzen, um Städte fahrradfreundlicher und damit lebenswerter zu machen.
Der Copenhagenize Index bewertet diese Maßnahmen mit 0 und 4 Punkten in 13 verschiedenen Kategorien. Darüber hinaus werden maximal 12 Bonuspunkte für besonders beeindruckende Anstrengungen oder Ergebnisse vergeben. Insgesamt können 64 Punkte erreicht werden. Das Ergebnis wird als Prozentsatz ausgewiesen (100 Prozent = 64 Punkte).
Bonuspunkte drücken vor allem den politischen Willen zu Investitionen in Radverkehrsinfrastruktur aus. Als Beispiel können hier Radverkehrspläne und geplante Maßnahmen dienen, die noch in der Konzeptionsphase sind und im nächsten Copenhagenize Index einen Effekt auf die Wertung haben werden.
Ein Beispiel für die Vergabe von Bonuspunkten ist die belgische Stadt Antwerpen. Die Gewinner der Kommunalwahl haben im Wahlkampf den Bau von 100 Kilometern neuen Radwegen versprochen und dafür Bonuspunkte erhalten. Da dieses Versprechen bis zur Kommunalwahl 2012 eingelöst wurde, erhält Antwerpen neben zusätzlichen Bonuspunkten einen höheren Basiswert für Infrastruktur.
Auf den vorderen Plätzen finden sich auch dieses Jahr drei niederländische Städte, die vor allem von ihrer guten Infrastruktur und den Maßnahmen der Vergangenheit profitieren. Aber auch andere Länder holen Schritt für Schritt auf.
Erstmals finden sich drei französische Städte in den Top 20. Ein Zeichen, dass Frankreich sehr starke Fortschritte im Bereich Radverkehr zu verzeichnen hat. Drei deutsche und zwei japanische Städte sind ebenfalls weiterhin im Ranking vertreten und festigen den Ruf als Fahrradnationen hinter den Niederlanden und Dänemark.
Die Designer Maxim Shershnev und Tigran Lalayan von der Mailänder Scuola Politecnica di Design (SPD) haben gemeinsam mit der Designabteilung der Volkswagen Group ein neues Taxikonzept entwickelt. Das Skoda Ago EXPO Taxi ist im Rahmen des Studienganges Transportation and Car Design 2011/12 entstanden und soll einen Betrag zum Verkehrskonzept der EXPO 2015 in Mailand (1. Mai bis 31. Oktober 2015) leisten.
Das Design lehnt sich an Designtechnischen Schlüsselelementen des tschechischen Autobauers Škoda an, eine 100%iges Tochterunternehmen des Volkswagen AG.
Heckansicht des Skoda Ago EXPO Micro Taxikonzepts von Maxim Shershnev und Tigran Lalayan
Indem beide Designer auf den Beifahrersitz verzichtet haben, wird der Fahrer in der Mitte des Innenraums positioniert, die Fahrgäste nehmen auf zwei schmaleren Sitzen im hinteren Fahrzeugraum Platz. Durch die Raumaufteilung ist das Fahrzeug als Ganzes schmaler, leichter und weist somit im Vergleich zu heute üblichen Taximodellen geringere Schadstoffemissionswerte und einen geringeren Flächenverbrauch auf.
Innenraum des Skoda Ago EXPO Micro Taxikonzepts von Maxim Shershnev und Tigran Lalayan
Der Schweizer Fotograf Alessandro Della Bella wollte das Lebensgefühl in Zürich, die pulsierende und elektrisierende Stadt an der Limmat, einfangen. Angestrebte Filmobjekte seines Zeitrafferfilms waren die malerische Altstadt, die großartigen Einkaufsmöglichkeiten, das breite kulturelle Angebot sowie die wunderschöne Seepromenade, viele Parks und Grünflächen. Nun ist es aber relativ schwer, in einer Stadt mit einem der besten Verkehrssysteme weltweit, den Verkehr außen vorzulassen.
Daher ist das Video auch ein exquisiter Kurzfilm über den Züricher ÖPNV mit der berühmten Bahnhofstraße, das Gleisvorfeld des Züricher Hauptbahnhofs, des Züricher Flughafens und den nächtlichen Straßenverkehr.
Auf der re:publica in Berlin habe ich ein interessantes Gespräch mit Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, führen dürfen. Wir haben in lockerem Rahmen ein wenig über car2go und moovel, die intermodale Mobilitätsplattform von Daimler gesprochen. Weitere Themenfelder waren autonome Fahrzeugsysteme und die verschiedenen Sicherheitsaspekte des vernetzten Fahrens.
Disclosure: Die Daimler AG hat das Future Mobility Camp in Dresden finanziell unterstützt. Des Weiteren besteht Kontakt zu verschiedensten Mitarbeitern der unterschiedlichsten Abteilungen der Daimler AG inkl. Tochterunternehmen. Für mein Gespräch mit Herrn Dr. Zetsche werden Reise- und Hotelkosten von Seiten der re:publica übernommen. Des Weiteren erhalte ich ein Ticket für die drei Tage re:publica 13 zum Normalpreis von 150 Euro. Er erfolgen keine Zahlungen seitens Daimler.
An dieser Stelle möchte ich heute auf eine Session mit Dr. Dieter Zetsche und mir auf der re:publica 13 am 07. Mai, 13:45 Uhr – 14:45 Uhr, hinweisen. Die re:publica ist eine Konferenz rund um das Web 2.0, speziell Weblogs, soziale Medien und die Digitale Gesellschaft. Sie wird seit 2007 jährlich in Berlin veranstaltet.
Die siebte re:publica findet vom 6. bis zum 8. Mai 2013 unter dem Motto IN/SIDE/OUT statt. Veranstaltungsort ist zum zweiten Mal die STATION Berlin. Eingeladen sind 350 Redner, 5000 Besucher werden erwartet.
Dr. Dieter Zetsche, Vorsitzender des Vorstands Daimler AG / Leiter Mercedes-Benz Cars – Foto: Daimler
Angesprochen werden von mir auf jeden Fall die Bereiche Carsharing (car2go), moovel, die intermodalen Serviceansätze, welche die Daimler Mobility Services verfolgt, autonome Fahrzeuge und das breite Feld der Konnektivität und der Car-2-X-Kommunikation.
Da ich vollkommen frei in der Auswahl meiner Fragen bin, darf man sich auf einige interessante und kritische Fragen meinerseits freuen. Natürlich kann ich nicht allzu sehr ins Detail gehen, da ich die Zuhörerschaft nicht überfordern möchte. Ich bin mir aber sehr sicher, dass es sehr interessante 60 Minuten werden!
Disclosure: Die Daimler AG hat das Future Mobility Camp in Dresden finanziell unterstützt. Des Weiteren besteht Kontakt zu verschiedensten Mitarbeitern der unterschiedlichsten Abteilungen der Daimler AG inkl. Tochterunternehmen. Für mein Gespräch mit Herrn Dr. Zetsche werden Reise- und Hotelkosten von Seiten der re:publica übernommen. Des Weiteren erhalte ich ein Ticket für die drei Tage re:publica 13 zum Normalpreis von 150 Euro. Er erfolgen keine Zahlungen seitens Daimler.
Der vollautonome Audi TTS Pikes Peak 2010, eine Gemeinschaftsentwicklung des Audi Electronics Research Lab, der Stanford University und Oracle – Foto: Audi USA – CC BY-NC-SA 2.0
Feststeht: Die technische Machbarkeit ist keinesfalls das Problem. Für einen vollständigen oder teilweise auch für einen teilautonomen Fahrbetrieb hapert es jedoch an den rechtlichen Voraussetzungen.
Die schlechte Nachricht vorab: Vollautonome Fahrzeuge dürfen wegen internationalen Rechts in Deutschland ausschließlich als Testfahrzeuge (§ 70 StVZO und § 46 StVO) zugelassen werden. Eine “normale” Zulassung setzt eine Rechtsänderung voraus, die aber nicht vom nationalen Gesetzgeber beschlossen werden kann, sondern neuer internationaler Übereinkommen bedarf. Das Problem betrifft aber nicht nur Deutschland, sondern das gesamte europäische Ausland, da die entsprechenden Regelungen vor allem in europaweit geltenden EU-Richtlinien und ECE-Regelungen festgehalten sind.
Die nun folgende Aufstellung enthält nur Regelungen, die einer Überarbeitung bedürfen. Anforderungen, die autonome Fahrzeugsysteme durch ihre Ausstattungsmerkmale erfüllen (können), wie beispielsweise ein 180-Grad-Sichtfeld nach vorne und bei konventionellen Fahrzeugen mittels Spiegeln auch nach hinten, sind nicht extra aufgeführt worden. Ebenfalls ignoriert wurden Anforderungen an die Kamerasysteme, die analog zur Sehfähigkeit des Fahrzeugführers gewisse Anforderungen erfüllen müssen: Klasse B: 5,4 – 7,2 MP (3600 x 1200), gewerbsmäßige Fahrgastbeförderung: 16,1 – 21,5 MP (6720 x 1920) (vgl. LIENKAMP et al, S. 3)
Ich berufe mich bei der Ausarbeitung der zu überarbeitenden Regelungen hauptsächlich auf eine Analyse der Technischen Universität München, die diese Fragestellung entsprechend aufgearbeitet hat 1
An dieser Stelle möchte ich zudem, wie bei rechtlichen Themen üblich, auf folgenden Haftungsausschluss hinweisen: “Die AutorInnen übernehmen keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen die AutorInnen, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens der AutorInnen kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt.”
Autonomes Fahrzeug Junior (Factsheet) der Stanford University – Bild: S. Thrun, Stanford University
Infrastrukturprojekte zu planen und umzusetzen, dauert seine Zeit. Daher werden Artikel in diesem Blog ständig aktualisiert. Es lohnt sich also, bereits gelesene Artikel nochmals aufzurufen.
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Weniger Autos sind natürlich besser als mehr. Wir müssen in Zukunft Mobilitätskonzepte verkaufen und nicht nur Autos. [...] Wenn die Automobilindustrie es nicht schafft, grüner zu werden, wird sie keine Zukunft haben. Winfried Kretschmann, erster grüner Ministerpräsident von Baden-Württemberg, BILD am SONNTAG vom 24.04.2011
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In diesem Blog möchten wir die Strategien für die Mobilität von morgen skizzieren, informieren und diskutieren. Wir möchten uns mit diversen Problemen unserer Zeit beschäftigen und dabei alle Verkehrsträger im Blick behalten. Dieser Blog soll dabei helfen, die Herausforderungen von morgen ein wenig mehr ins Bewusstsein zu rücken, Alternativen und mögliche Lösungsansätze vorzustellen und umfassend zu informieren: