[Jetzt anmelden] Future Mobility Camp Dresden 2014 am 17. und 18. Mai 2014
[Jetzt anmelden] Future Mobility Camp Dresden 2014 am 17. und 18. Mai 2014

Das Future Mobility Camp kehrt zurück nach Dresden! Im Mai werden an der TU Dresden wieder 300 Studierende mit Unternehmensvertretern, Wissenschaftlern und Vertretern anderer Institutionen aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Verkehrssektor erörtern. Schwerpunktthemen sind “Innovationen im Schienenverkehr” und der “Preis des Verkehrs”.

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[Verkehrsforschung] Mit InnoZ Tracks den persönlichen Modal Split ermitteln!
[Verkehrsforschung] Mit InnoZ Tracks den persönlichen Modal Split ermitteln!

Wissen Sie, wie viel CO2 Sie mit ihrem Verkehrsverhalten verursachen? Oder wie viele Kilometer Sie exakt zu Fuß, mit dem Rad, der Bahn oder dem Auto zurücklegen? Mit dem Forschungsprojekt InnoZ Tracks können Sie jetzt unter höchsten Anforderungen an den Datenschutz Ihren persönlichen Modal Split bestimmen und die von Ihnen verursachten CO2-Emissionen messen. (Zur Anmeldung)

[Dossier] Radhelmpflicht in Deutschland
[Dossier] Radhelmpflicht in Deutschland

Die Einführung einer allgemeinen Radhelmpflicht wird in Deutschland seit mehreren Jahren kontrovers diskutiert. Welche Wirkung hat aber eine gesetzliche Pflicht einen Fahrradhelm zu tragen? Kann eine Helmpflicht Verkehrstote vermeiden und eine positive Wirkung auf die Gesundheit entfalten? Oder ist eine Helmpflicht am Ende gar negativ und eine freiwillige Entscheidung jedes Einzelnen besser?

[Dossier] Luftschadstoffe im Verkehr: Umweltzonen und andere Maßnahmen
[Dossier] Luftschadstoffe im Verkehr: Umweltzonen und andere Maßnahmen

Luftschadstoffe sind neben Lärm die größten Umweltprobleme des Verkehrsbereichs. Viele Kommunen werden durch EU-Grenzwerte zu Maßnahmen in der Luftreinhaltung gezwungen, um die Gesundheit der Bürger zu schützen. Dieses Dossier soll einen Überblick über die Problematik geben und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.

Welche Rolle spielen Taxis für den ÖPNV?
Welche Rolle spielen Taxis für den ÖPNV?

Taxiverkehr und ÖPNV scheinen auf den ersten Blick zwei Konkurrenten zu sein. Bei näherer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass sich beide Verkehrsarten sehr gut ergänzen und das öffentliche Verkehrsangebot einer Stadt verbessern. In Zukunft sollten wir vielleicht daran arbeiten, den öffentlichen Personennahverkehr enger mit dem Taxiverkehr zu verknüpfen. Zum Wohle der Stadt und ihrer Einwohner…

London: Die Folgen der Innenstadtmaut und der Low Emission Zone
London: Die Folgen der Innenstadtmaut und der Low Emission Zone

London ist die wohl berühmteste Stadt mit Innenstadtmaut. Seit 2003 muss jedes Fahrzeug, dass in die Innenstadt Londons fahren möchte, die Congestion Charge entrichten. Dieser Artikel erläutert, welche Auswirkungen die Maut auf den Autoverkehr, den ÖPNV, die Wirtschaft und die Luftqualität der britischen Hauptstadt hat. Und ob London als Vorbild für andere Städte Europas dienen kann…

Wie umweltfreundlich sind Agrotreibstoffe?
Wie umweltfreundlich sind Agrotreibstoffe?

Seit einigen Jahren werden verstärkt landwirtschaftlich nutzbare Flächen statt zur Ernährung der Menschen zur Treibstoffversorgung von Fahrzeugen eingesetzt. Die EU und andere Industrieländer wollen den Anteil von Ethanol weiter steigern. Die anderen Effekte sind jedoch Hunger, steigende Nahrungsmittelpreise und Abholzung von Regenwäldern zur Landgewinnung. Man muss daher eine Frage stellen: Wie umweltfreundlich sind Agrotreibstoffe wirklich?

Feste Fehmarnbeltquerung: Bau des längsten Absenktunnels der Welt zwischen Deutschland und Dänemark
Feste Fehmarnbeltquerung: Bau des längsten Absenktunnels der Welt zwischen Deutschland und Dänemark

Ab 2020 soll der längste Absenktunnel der Welt Fehmarn und Lolland miteinander verbinden. Das über 5 Mrd. € teure Bauwerk soll Deutschland und Skandinavien näher zueinander bringen. Kritiker bezweifeln den Nutzen und fürchten große Schäden für die Region. Kommt es zu einem “Fehmarn 21″?

[Video zum Wochenende] Verkehr in London während der Olympischen Sommerspiele 2012

In 26 Tagen beginnen in London die Olympischen Sommerspiele 2012. Großveranstaltungen sind immer eine spezielle Herausforderung für Verkehrsbetriebe und die gesamte Infrastruktur. In Städten wie London, die bereits an normalen Werktagen mit großen Verkehrsproblemen zu kämpfen haben, sind hunderttausende Besucher und damit Fahrgäste eine ungleich größere Belastung. So sollen alleine 240.000 Fahrgäste je Stunde zum Olympiapark befördert werden.

Transport for London und die Organisatoren der Olympischen Spiele 2012 hoffen, dass sich größere Probleme oder gar ein Kollaps des gesamten Systems mit einem massiv ausgeweiteten Angebot, guter Planung und harter Anstrengung aller Beschäftigten, vermeiden lässt.

Das folgende Video zeigt, wie sich der Londoner Verkehr ab dem 27. Juli gestalten soll und mit welchen Herausforderungen die Londoner Verkehrsbetriebe, viele britische Eisenbahnunternehmen und die Mitarbeiter vieler weiterer Verkehrsunternehmen zu kämpfen haben:

[Video zum Wochenende] Dhaka mehr oder weniger in Bewegung

Ich bin schon länger der Meinung, dass wir uns dringend von unserem Bild über Großstädte in Entwicklungsländern verabschieden sollten. Viele Städte in Asien und Afrika versuchen mit absolut hochtechnologischen Ansätzen ihre Probleme zu lösen.

Die Hauptstadt Bangladeschs, Dhaka, ist eine solche Stadt. Heute leben in Dhaka rund 13 Millionen Menschen. Im gesamten Ballungsraum leben mehr als 16 Millionen. Dhaka ist die weltweit elfgrößte urbane Agglomeration und die neuntgrößte Stadt auf der Welt.

Laut Vereinten Nationen ist Dhaka die am stärksten wachsende Stadt auf diesem Planeten und wird bis 2025 größer als Peking, Shanghai und Mexiko City sein. Die Bevölkerungszahl soll auf über 25 Millionen steigen.

Bangladesch ist eines der ärmsten und am dicht besiedelsten Länder weltweit. Die Bevölkerungszahl könnte von heute 152 Millionen auf 250 Millionen im Jahr 2050 steigen. Die große Armut auf dem Land führt insbesondere nach Ernteausfällen zur Landflucht in Richtung Dhaka.

Ein solches Bevölkerungswachstum bringt natürlich große Herausforderungen für die Verkehrssysteme des Landes und insbesondere Dhakas mit sich. Die Infrastruktur kann schon seit längerem nicht mehr mit dem schnellen Wachstum der Stadt mithalten. Die Stadt ist von Verkehr total überlastet. Stau ist an der Tagesordnung.

Dhaka zur Hauptverkehrszeit – Foto: Soman @ Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

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Zukunft Mobilität gewinnt Grimme Online Award 2012

Den gestrigen Abend, kann ich eigentlich mit drei Worten beschreiben: Vorfreude, Ernüchterung, FREUDE!

Zuerst muss ich festhalten: Ja, ich habe einen Grimme Online Award. Ich habe ihn nur nicht in der Kategorie, in der ich nominiert war. Das hat folgenden Hintergrund.

Ursprünglich war ich mit anderen tollen Webseiten und Projekten wie Spielverlagerung, Klaus Kauker und sein MusikTraining (der übrigens bei der Publikumswahl nur 35 (!) Stimmen hinter der Tagesschau App landete), Zugmonitor (Süddeutsche Zeitung), Lobbypedia, uvm. in der Kategorie “Bildung und Wissen” nominiert. Nachdem Lobbypedia, MusikTraining und Amazonien — die Seele der Indios (Arte) einen Award in dieser Kategorie gewonnen hatten, war ich etwas ernüchtert und glaubte eigentlich, keinen Grimme Online Award mehr zu bekommen.

Es kam anders.

Die Jury entschied, dass Zukunft Mobilität viel besser in die Kategorie “Information” passe und mir und dem wunderbaren MiGAZIN einen Grimme Online Award in dieser Kategorie verliehen. Wegen dieser Änderung war die Überraschung für mich umso größer. Zumal sich andere Nominierte wie die Tagesschau App, die App der Frankfurter Rundschau, @reporterZDF, Sascha Lobo mit seiner Mensch-Maschine (Spiegel Online) und Klimaretter.infoin dieser Gruppe befanden. Ich war deswegen auch auf der Bühne ein bisschen neben der Spur. Hat aber immerhin noch für einen Witz gereicht…

Preispate Richard Gutjahr und ich – Foto: Jens Becker/lensemann.deCC BY-NC-SA 2.0

Begründung der Jury:

Zukunft Mobilität. Diesem relevanten und spannenden Thema hat sich Martin Randelhoff verschrieben. Der Student der Verkehrswirtschaft leistet Herausragendes mit seinem tagesaktuellen Online-Magazin: Als alleiniger Autor verfasst er qualitativ hochwertige Artikel, Analysen und Konzepte. Und das so verständlich, dass selbst Laien sich von Themen wie Agrartreibstoffen, Umweltzonen und „Kampfradlern” fesseln lassen.
Randelhoff argumentiert facettenreich und fachkundig. Er nähert sich unterschiedlichen Positionen mit Offenheit und Neugier. Dann legt er sein Augenmerk auf kritische Aspekte sowie Lösungsansätze, um dem Leser eine objektive Einordnung des komplexen Sachverhalts zu ermöglichen. Und das stets mit wissenschaftlicher Klarheit und akkurater Illustrierung.
Mit „Zukunft Mobilität“ brilliert der 23-Jährige nicht nur inhaltlich. Indem er seine Beiträge updated – wobei er sich auch selbst der Kritik stellt und eigene Positionen überarbeitet – und mit aktualisierten Inhalten spickt, nutzt der Mobilitätsexperte sein Angebot auch als lebendige Wissensplattform. Zur Transparenz gehört außerdem, dass Leser über geplante Themen informiert werden, die Inhalte werbefrei und Creative Commons lizenziert sind. Vorbildlich ist die crossmediale Ausspielung: Über die parallel genutzten Plattformen Facebook und Twitter bietet Randelhoff weiterführende Informationen und Links von echtem Mehrwert – stets tagesaktuell, oft aus dem internationalen Sprachraum. Auch die Partizipationsmöglichkeiten überzeugen: Gastautoren können sich im „Open Blog“ einbringen, Leser Themen vorschlagen.

An alle Preisträger einen herzlichen Glückwunsch!

Der Grimme Online Award ist natürlich nicht nur eine Anerkennung, sondern auch eine Motivation für die Zukunft. Für Vorschläge, Lob und Kritik ist wie immer die Kommentarfunktion da.

Damit wir gemeinsam Zukunft Mobilität fortentwickeln und noch besser machen können!

[Video zum Wochenende] Fehlstart in Schönefeld – Flughafenpleite in Berlin-Brandenburg

Die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg ist, wie sicherlich den meisten bekannt sein dürfte, etwas kompliziert. 27 Tage vor der geplanten Aufnahme des Flughafenbetriebs musste das Management die Notbremse ziehen und den Start verschieben.

Offiziell war die verweigerte Abnahme der vollautomatischen Brandmeldeanlage durch den TÜV die Ursache für die Verschiebung. Verzögerungen gab es weiterhin im Bereich der IT.

Die RBB-Reporter Thomas Balzer und Sascha Adamek haben sich einige Tage nach der Verschiebung auf der Baustelle umgesehen und einige interessante Einblicke eingefangen. Bemerkenswert ist der Zustand in den Terminals wenige Wochen vor der Eröffnung und die resignierten Aussagen vieler Handwerker und Bauarbeiter, die auf der Großbaustelle tätig sind.

[Fakt der Woche] INRIX Scorecard 2011 – Wie viel Stau gab es 2011 in den USA, welche Städte waren betroffen und wieso?

INRIX, einer der führenden Anbieter von Verkehrsinformationen, hat vor einigen Tagen seine jährliche INRIX Scorecard zum Stauvolumen in den USA veröffentlicht. Demnach ist das Stauvolumen im Jahr 2011 um etwa dreißig Prozent im Vergleich zum Jahr 2010 zurückgegangen.

Stau in Chicago, Foto: Steven Vance @ FlickrCC BY-NC-SA 2.0

INRIX analysiert alle Staus auf Highways in und um die einhundert größten Städte der USA. Dafür greift die Scorecard auf das Smart Driver Network von INRIX zurück, ein Netzwerk aus über vier Millionen Fahrzeugen, die Verkehrsdaten sammeln. Jedes mit GPS ausgestattete Fahrzeug und Endgerät in diesem Netzwerk übermittelt einen Report an INRIX. Dieser umfasst aktuelle Geschwindigkeit, Standort und Fahrtrichtung. Auf Basis des Verkehrsnetzwerks erstellt INRIX die umfassende und aktuelle Analyse über die größten Ballungsräume sowie die größten Autobahnen und Landstraßen. Hinzu kommt ein Referenzwert, der aus historischen Daten abgeleitet wird. Die real gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeiten werden mit Geschwindigkeiten bei freier Fahrt verglichen.

Aus den gesammelten Daten wird der INRIX Index entwickelt. Der INRIX Index ist ein Barometer für die Stauintensität. Eine freie Strecke hat einen Indexwert von 0. Jeder zusätzliche Indexpunkt steht für den prozentualen Zeitmehraufwand, den ein Fahrer bei einer verstauten Strecke aufwenden muss. Ein Indexwert von 30 bedeutet bei einer Strecke, die normalerweise in 20 Minuten zurückgelegt wird, eine reale Fahrzeit von 26 Minuten (6 Minuten bei einer Fahrzeit von 20 Minuten ~ 30 Prozent).

Das gesamte Vorgehen lässt sich hier nachlesen.

Indexwert 2011

Im Jahr 2011 wurde ein Index von 7,1 gemessen. Dies bedeutet, dass Autofahrer etwa sieben Prozent mehr Zeit für ihre Fahrt aufgewendet haben, als bei freier Strecke nötig gewesen wäre. 2010 lag der Indexwert noch bei 9,7 und damit um etwa 30 Prozent höher. Der absolute Spitzenwert wurde mit einem Indexwert von 13,3 im Jahr 2007 gemessen. Zu beachten ist jedoch, dass für die diesjährige Ausweisung des Stauaufkommens erstmals die individuellen Reisezeiten gemessen wurden, anstatt wie in den Vorjahren das Gesamtstauaufkommen als Grundlage heranzuziehen. Aufgrund dieser Umstellung katapultierte sich beispielsweise Honululu vom 37. (2010) auf den ersten Platz und ist damit laut INRIX Scorecard die verstauteste Stadt der USA.

Insgesamt ist das Stauvolumen in 70 der 100 untersuchten Städte zurückgegangen. INRIX führt dies vorrangig auf die schlechte wirtschaftliche Entwicklung und die hohen Kraftstoffpreise in den USA zurück. Der Durchschnittspreis für eine Gallone Kraftstoff lag 2010 bei 2,78 Dollar. Im Jahr 2011 lag der Durchschnittspreis um 26 Prozent (0,74 $) höher bei 3,52 Dollar je Gallone. Siehe auch “Steigende Benzinpreise beeinflussen die Fahrleistung – zumindest in den USA” und “Das Jammern über die hohen Spritpreise in den USA“.

Städte mit Kraftstoffpreisen, die 2011 konstant oder kleiner als der nationale Durchschnitt von 3,52 $ pro Gallone waren und zudem moderate Beschäftigungszuwäche verzeichneten, erlebten den größten Verkehrszuwachs. Beispiele sind Atlanta (20 Cent weniger für Kraftstoff, 1,2% mehr Beschäftigung), Austin (10 Cent weniger, 2,1%) und Miami (konstant, 1,2%).

Stau in Honolulu zur Hauptverkehrszeit, Foto: kanuck @ Flickr - CC BY-NC-SA 2.0

Ebenfalls korrelierten Stauaufkommen und Kraftstoffpreise in jenen Städten, die Kraftstoffpreise über dem nationalen Durchschnitt aufwiesen. In diesen Städten ging das Stauvolumen am stärksten zurück. Zu nennen sind hier mit dem jeweiligen Höchstpreis je Gallone Los Angeles (4,25$), Seattle (4,03$), San Francisco (4,25$) und Honolulu (4,48$). In San Francisco und Los Angeles stieg die Beschäftigtenzahlen im gleichen Zeitraum um 2,2 Prozent. Und dennoch reduzierte sich das Stauaufkommen in diesen beiden Städten sehr stark im Vergleich zum Vorjahr. Dies impliziert, dass steigende Kraftstoffpreise das Stauaufkommen beeinflussen können.

Durch steigende Arbeitslosenzahlen und eine geringere Beschäftigungsquote sinkt die Fahrleistung der Bevölkerung (2011 im Vergleich zu 2010 -1%) und damit das Verkehrsaufkommen. In Städten mit Beschäftigungswachstum wie Atlanta (1,6%), Houston (3,2%) oder Miami (2,3%) konnte hingegen eine weitere Zunahme des Stauvolumens gemessen werden.

INRIX fürchtet, dass bei einer Erholung der Wirtschaft jeden Tag 10 Millionen zusätzliche Fahrten vom Straßennetz absorbiert werden müssten. Einhergehend wird auch mit einem größeren Stauaufkommen gerechnet.

Verstärkt wurde der der Rückgang 2011 durch weniger Bauaktivitäten im Interstate Highway-System. Die meisten Baumaßnahmen, die aus den Konjunkturprogrammen der US-Regierung finanziert wurden, sind mittlerweile abgeschlossen. Bundesstaaten und Kommunen stehen keine Finanzmittel für größere Infrastrukturinvestitionen zur Verfügung, in Washington streiten sich Republikaner und Demokraten über Investitionen und die dazugehörige Finanzierung. Bis zum Erlass des neuen US-Verkehrsfinanzierungsgesetz dürfte die Unsicherheit anhalten.

Die 10 US-Städte mit den größten Stauproblemen (mit Zeitverlusten):

Platz
Stadt
Zeitverlust
1.Honolulu58 Stunden
2.Los Angeles56 Stunden
3.San Francisco48 Stunden
4.New York57 Stunden
5.Bridgeport, Connecticut42 Stunden
6.Washington, D.C.45 Stunden
7.Seattle33 Stunden
8.Austin30 Stunden
9.Boston35 Stunden
10.Chicago36 Stunden

Die INRIX Scorecard ist in meinen Augen sehr aussagekräftig, da nicht interessengetrieben. Oftmals plädieren Analysen zum Stauvolumen für den Aus- und Neubau von Straßen und insbesondere Autobahnen. In ihrem Bericht halten die INRIX-Analysten sogar explizit fest, dass nur ein Prozent des innerstädtischen Highway-Netzes von wiederkehrenden Staus betroffen ist. Auch im Rekordjahr 2007, in dem die höchsten Stauwerte gemessen wurden, lag diesr Wert stets unter ein Prozent des Straßennetzes. Die meisten Staus entstehen durch Unfälle, schlechtes Wetter, Baumaßnahmen und andere eher seltene Ereignisse.

Whatever the solutions may be – extra capacity, active traffic management, toll express lanes, transit alternatives, or creative ideas not yet thought of that shift just enough traffic from peak days/times/locations to break the gridlock – we will not unclog America’s key roads by adding line miles in the exurbs.

- INRIX Scorecard

Was auch immer mögliche Lösungen sein mögen – zusätzliche Kapazität, aktives Verkehrsmanagement, gegen Gebühr nutzbare Schnellfahrspuren, stärkere Wahlmöglichkeiten oder andere krative Ideen, an die wir derzeit noch gar nicht denken, um Verkehr von nachfragestarken Tagen / Zeiten / Strecken auf andere zu verlagern – ein reiner Ausbau von Straßen und das Hinzufügen weiterer Fahrspuren wird das Problem nicht lösen können.

10 Grundsätze für die Planung von Verkehrsinfrastruktur

Welche Maßstäbe sollen wir bei Investitionsentscheidungen in unsere Verkehrsnetze und das öffentlich bestellte Angebot, den Öffentlichen Verkehr, anlegen? Diese Frage stellen sich immer häufiger Verkehrsplaner und Politiker auf allen Ebenen. Stuttgart 21, der neue Großflughafen Berlin-Brandenburg, aber auch lokale Umstellungen des Busnetzes bringen immer wieder Probleme mit sich. Große Bauprojekte, die viele Leute jahrelang beeinträchtigen, stehen dabei oft im Fokus. Aber auch kleine lokale Entscheidungen werden mitunter recht kontrovers geführt.

Bei einer rein faktenbasierten Entscheidung zählen nur Kosten-Nutzen-Faktoren, Erreichbarkeitsparameter, Lagemaße, das Fundamentaldiagramm des Verkehrsflusses, Spitzenstundenkapazität und vieles mehr. All diese Parameter sind wichtig und haben ihre Berechtigung. Ich persönlich habe in den letzten Monaten in zahlreichen Diskussionen gemerkt, dass diese aus verkehrsplanerischer Sicht durchaus wichtigen Entscheidungsgrundlagen in der öffentlichen Diskussion mehr verwirren als helfen. Oftmals behilft man sich damit, dass man statt Fakten bunte Bildchen präsentiert.

Damit unterschätzt man die Menschen allerdings. Durch Geduld und gute Kommunikation kann man auch schwierige Inhalte erklären und zu einer Akzeptanz verhelfen. Man muss allerdings zunächst das letztendliche Ziel, das verfolgt wird, skizzieren und die Menschen dafür begeistern. Einzelne Bauabschnitte und die damit verbundenen Beeinträchtigungen lassen sich somit viel leichter kommunizieren.

Toronto bei Nacht – Foto: Johnny Peacock @ FlickrCC BY-NC-ND 2.0

Bruce McCuaig, CEO von Metrolinx, ist verantwortlich für die Verkehrsplanung, den Straßenbau und den öffentlichen Personennahverkehr im Großraum Toronto. Und ist damit zuständig für das drittgrößte öffentliche Nahverkehrssystem Nordamerikas. Zudem war er jahrelang stellvertretender Verkehrsminister im Bezirk Ontario. Auf einer Konferenz über die zukünftige Gestaltung der Verkehrssysteme im Großraum Toronto hat er zehn Grundsätze für eine gute und umfassende Verkehrsplanung, welche die Bevölkerung mitnimmt statt zurückzulassen, vorgestellt. Da diese Grundsätze recht allgemein gehalten sind, sind sie in meinen Augen weltweit anwendbar:

  1. Es geht immer um Gesamtsysteme – Straßen, ÖPNV und “muskelbetriebenen” Verkehr wie Radverkehr. Die Priorität sollte laut McCuaig auf dem ÖPNV liegen. (Anmerkung: Der ÖPNV sollte konsequent gefördert werden. Allerdings sollte man die Nahmobilität und damit den Fuß- und Radverkehr keinesweg außer Acht lassen.)
  2. Investitionen müssen sowohl lokal als auch regional durchgeführt werden
  3. Investitionen müssen einen kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Nutzen haben.
  4. Geldmittel müsen sowohl in die Instandhaltung als auch in den Ausbau der Verkehrssysteme fließen
  5. “Gelder dürfen keineswegs nur nach Toronto fließen.” Auch das Umland muss profitieren. Investitionen in das Verkehrsnetz müssen für die gesamte Region oder gar das gesamte Land einen messbaren Vorteil bringen.
  6. Jeder einzelne Schritt der Planung muss kommuniziert und mit der Bevölkerung diskutiert werden.
  7. Investitionsstrategien müssen die bestehende Finanzierung ergänzen, nicht ersetzen.
  8. Der Kunde muss immer im Mittelpunkt stehen.
  9. Es muss ein Gleichgewicht herrschen. Diejenige, die einen Großteil der Kosten / Einschränkungen tragen, müssen auch den größten Nutzen ziehen.
  10. Die Einnahmestruktur und die Abrechnungssysteme müssen so einfach wie möglich gestaltet und zu bedienen sein.

Weitere Vorschläge und Anmerkungen eurerseits?

Schlußstrich

What’s bad about sprawl is not its uniformity, but that it is so uniformly bad.
James Kunstler, amerikanischer Autor, Zivilisationskritiker, einer der Begründer des New Urbanism in den USA

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In diesem Blog möchten wir die Strategien für die Mobilität von morgen skizzieren, informieren und diskutieren. Wir möchten uns mit diversen Problemen unserer Zeit beschäftigen und dabei alle Verkehrsträger im Blick behalten. Dieser Blog soll dabei helfen, die Herausforderungen von morgen ein wenig mehr ins Bewusstsein zu rücken, Alternativen und mögliche Lösungsansätze vorzustellen und umfassend zu informieren:

Denn man muss die Vergangenheit kennen, die Gegenwart analysieren um die Zukunft entwickeln zu können. (Mehr...)

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