[Dossier] Uber und der Umgang mit neuen nachfrageorientierten und flexiblen Angeboten
[Dossier] Uber und der Umgang mit neuen nachfrageorientierten und flexiblen Angeboten

Uber sorgt für unruhigen Schlaf in der Taxibranche. Doch ist Uber wirklich die bessere Alternative zum Taxi? Gar die Zukunft des Verkehrs? Und was bedeutet dies für etablierte Verkehrsysteme oder den Taximarkt? Oder stellt sich am Ende nur eine kleine elitäre Gruppe auf Kosten der Gesellschaft und prekärer Arbeit besser?

Dieses Dossier soll bei Beantwortung dieser Fragen helfen und einen Einblick in die komplexe Materie flexibler Verkehrssysteme und deren Wirkung geben.

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Richten Sie jetzt Ihre Fragen und Vorschläge an die Bundes- und Landespolitik! Sei es zu zu lokalen und regionalen Verkehrs- und Infrastrukturvorhaben, Budget- und Haushaltsfragen, Fördermaßnahmen für den Radverkehr, Elektromobilität und nachhaltigen Verkehrskonzepten oder (juristischen) Fragen zu Finanzierungs- oder Regulierungsfragen im Bereich des ÖPNV.

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[Dossier] PKW-Maut / Infrastrukturabgabe in Deutschland
[Dossier] PKW-Maut / Infrastrukturabgabe in Deutschland

In Deutschland soll über eine „Infrastrukturabgabe“ ein Teil der Finanzierungslücke bei der Finanzierung des Straßennetzes geschlossen werden. Ausländische Nutzer des deutschen Straßennetzes sollen einen Teil der Unterhaltskosten tragen, so zumindest der Plan der CSU. Doch kann dieses Vorhaben gelingen? Und welche sinnvollere Alternativen gäbe es? Lesen Sie unser Dossier!

[Dossier] Radhelmpflicht in Deutschland
[Dossier] Radhelmpflicht in Deutschland

Die Einführung einer allgemeinen Radhelmpflicht wird in Deutschland seit mehreren Jahren kontrovers diskutiert. Welche Wirkung hat aber eine gesetzliche Pflicht einen Fahrradhelm zu tragen? Kann eine Helmpflicht Verkehrstote vermeiden und eine positive Wirkung auf die Gesundheit entfalten? Oder ist eine Helmpflicht am Ende gar negativ und eine freiwillige Entscheidung jedes Einzelnen besser?

[Dossier] Luftschadstoffe im Verkehr: Umweltzonen und andere Maßnahmen
[Dossier] Luftschadstoffe im Verkehr: Umweltzonen und andere Maßnahmen

Luftschadstoffe sind neben Lärm die größten Umweltprobleme des Verkehrsbereichs. Viele Kommunen werden durch EU-Grenzwerte zu Maßnahmen in der Luftreinhaltung gezwungen, um die Gesundheit der Bürger zu schützen. Dieses Dossier soll einen Überblick über die Problematik geben und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.

Welche Rolle spielen Taxis für den ÖPNV?
Welche Rolle spielen Taxis für den ÖPNV?

Taxiverkehr und ÖPNV scheinen auf den ersten Blick zwei Konkurrenten zu sein. Bei näherer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass sich beide Verkehrsarten sehr gut ergänzen und das öffentliche Verkehrsangebot einer Stadt verbessern. In Zukunft sollten wir vielleicht daran arbeiten, den öffentlichen Personennahverkehr enger mit dem Taxiverkehr zu verknüpfen. Zum Wohle der Stadt und ihrer Einwohner…

London: Die Folgen der Innenstadtmaut und der Low Emission Zone
London: Die Folgen der Innenstadtmaut und der Low Emission Zone

London ist die wohl berühmteste Stadt mit Innenstadtmaut. Seit 2003 muss jedes Fahrzeug, dass in die Innenstadt Londons fahren möchte, die Congestion Charge entrichten. Dieser Artikel erläutert, welche Auswirkungen die Maut auf den Autoverkehr, den ÖPNV, die Wirtschaft und die Luftqualität der britischen Hauptstadt hat. Und ob London als Vorbild für andere Städte Europas dienen kann…

Wie umweltfreundlich sind Agrotreibstoffe?
Wie umweltfreundlich sind Agrotreibstoffe?

Seit einigen Jahren werden verstärkt landwirtschaftlich nutzbare Flächen statt zur Ernährung der Menschen zur Treibstoffversorgung von Fahrzeugen eingesetzt. Die EU und andere Industrieländer wollen den Anteil von Ethanol weiter steigern. Die anderen Effekte sind jedoch Hunger, steigende Nahrungsmittelpreise und Abholzung von Regenwäldern zur Landgewinnung. Man muss daher eine Frage stellen: Wie umweltfreundlich sind Agrotreibstoffe wirklich?

Feste Fehmarnbeltquerung: Bau des längsten Absenktunnels der Welt zwischen Deutschland und Dänemark
Feste Fehmarnbeltquerung: Bau des längsten Absenktunnels der Welt zwischen Deutschland und Dänemark

Ab 2020 soll der längste Absenktunnel der Welt Fehmarn und Lolland miteinander verbinden. Das über 5 Mrd. € teure Bauwerk soll Deutschland und Skandinavien näher zueinander bringen. Kritiker bezweifeln den Nutzen und fürchten große Schäden für die Region. Kommt es zu einem „Fehmarn 21“?

Bahnpreise im europäischen Vergleich: Ist Bahnfahren in Deutschland zu teuer?

Das Preissystem der Deutschen Bahn wird oftmals als intransparent und zu teuer kritisiert. Die Kombinationsmöglichkeiten, die Vielfalt verschiedener Fahrkartentypen und damit einhergehend die Verwirrung der Kunden sind in den vergangenen Jahren nicht weniger geworden. Eine der Neuerungen der letzten Jahre war die Einführung der sogenannten Sparpreise als Nachfolger des „Dauer-Spezial“. Durch die Einführung versucht die Deutsche Bahn seit Anfang 2010 die Auslastung des Fernverkehrs zu erhöhen.

Auslastung der Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn – Daten: Deutsche Bahn AG – Geschäftsbericht 2011, Seite 248 – CC BY-SA 3.0

Das Tarifsystem der Deutschen Bahn

Das Tarifsystem der Deutschen Bahn differenziert zwischen Fern- und Nahverkehr. Im Fernverkehr wird zudem zwischen den beiden Produktkategorien ICE und IC/EC unterschieden. Im Fernverkehr wird der Fahrpreis auf Basis der Relation, also einer spezifischen Verbindung zwischen zwei Punkten, festgelegt. Er ist aber dennoch zum großen Teil entfernungsabängig, kann aber auch durch andere Parameter (Reisegeschwindigkeit, Nutzung einer Schnellfahrstrecke, usw.) differenziert werden.

Das Fernverkehrsnetz ist durch sogenannte „Preispunkte“ strukturiert, zwischen denen festgesetzte „Fernverkehrsräume“ bestehen, in denen eine spezielle Preisstufe in Abhängigkeit der Entfernung zm Startpunkt gültig ist und theoretisch alle Züge einer Kategorie nutzbar sind. Stecken zum ersten bzw. vom letzten Preispunkt werden entfernungsabhängig berechnet.

Nahverkehrstarife sind von der Entfernung zwischen Start und Ziel abhängig. Die Kosten je Kilometer sinken mit der zurückgelegten Entfernung (Entfernungsdegression).

Die Deutsche Bahn bietet über Frühbucherrabatte eine zeitliche Preisdifferenzierung der Ticketpreise. Allerdings sind die Sparangebote mit zusätzlichen Einschränkungen wie Zugbindung und Kontingentierung. Die Preise sind in Fünf- oder Zehn-Euro-Schritten gestaffelt und reichen von 19 Euro (nur Strecken bis 250 km) bzw. 29 Euro bis 99 Euro in der 2. Klasse und 49 bis 149 Euro in der 1. Klasse. Bei Normalpreisen ist der Buchungszeitpunkt irrelevant.

In Deutschland gibt es alljährlich Diskussionen über die Fahrpreiserhöhungen der Deutschen Bahn, die in den meisten Fällen auf Unverständnis stoßen. Die Fahrpreissteigerungen in Deutschland bewegen sich aber im Vergleich zu anderen Ländern im erträglichen Rahmen.

Die britische Sicht der Dinge

Zum Jahreswechsel stiegen die Fahrpreise auch in Großbritannien in teilweise sehr starkem Ausmaß. Die Erhöhung lag im England bei bis zu 6,2 Prozent (Vorjahr: 5,9%) und in Schottland bei bis zu 4,2 Prozent. Auch Fahrscheine für den Nahverkehr wurden teurer. Transport for London erhöhte die Preise zum Jahreswechsel um 4,2 Prozent

Politiker und die britische Bevölkerung klagen schon länger darüber, dass das britische Eisenbahnnetz das teuerste, unkomfortabelste und ineffizienteste Netz Europas sei. Der Brite Mark Smith, der zuvor bei zwei britischen Eisenbahngesellschaften als Manager für Kundenbeziehungen und beim britischen Verkehrsministerium für Bahntarife und Fahrscheine zuständig war, betreibt seit mehreren Jahren die Webseite Seat61 in Vollzeit. Aufgrund des Unmutes, der in Großbritannien über die Preissteigerungen geäußert wurde, hat er die Ticketpreise für vergleichbare Strecken in Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland miteinander verglichen. Das Ergebnis hat ihn ebenso wie mich überrascht.

Vergleich der britischen, deutschen, französischen und italienischen Fahrpreise im Fernverkehr

Um die Fahrpreise und die damit verbundenen Belastungen der betrachteten Länder miteinander vergleichen zu können, müssen ähnliche Strecken gegenübergestellt werden:

  • London- Sheffield, 265 Kilometer
  • Paris – Dijon, 287 Kilometer
  • Rom – Florenz, 261 Kilometer
  • Nürnberg – Kassel Wilhelmshöhe, 265 Kilometer

Für den Vergleich wurde die 2. Klasse der höchsten Zugkategorie (in Deutschland ICE) betrachtet. Direktverbindungen wurden bevorzugt. Es wurden jeweils die günstigsten Verbindungen +/- einer Stunde um den Fahrzeitpunkt gewählt. Vergünstigungen durch Bahncards, o.ä. wurden außen vor gelassen, da sich die Rabattierung stark unterscheidet. Die Fahrpreise wurden über die Webseiten der jeweiligen Bahngesellschaften (Großbritannien: www.nationalrail.co.uk, Frankreich: www.tgv-europe.com, Italien: www.trenitalia.com, Deutschland: www.bahn.de) ermittelt, stellen also die Onlinepreise dar. Ein Pfund wurde mit dem Wechselkurs 1:1,2322 umgerechnet (Wechselkurs 07.01.2013, 15:00).

30 Tage im Voraus, Werktag um die Mittagszeit

StreckePreisFahrzeit
London - SheffieldSparpreis 18,50 € (15 £), Normalpreis 128,15 € (104 £)2 Stunden 5 Minuten
Paris - Dijon36 €1 Stunde 35 Minuten
Rom - Florenz29 €1 Stunde 26 Minuten
Nürnberg - Kassel35 € Sparpreis, 73 € Normalpreis2 Stunden 0 Minuten

Fazit: Trotz vergleichbarer Fahrzeiten ist die Deutsche Bahn nur mit Sparpreisen konkurrenzfähig. Der Normalpreis der Deutschen Bahn liegt doppelt so hoch wie der französische TGV-Preis, obwohl der TGV eine halbe Stunde weniger benötigt. Der bei der Fahrzeit vergleichbare britische Zug kostet nur die Hälte des Sparpreises bzw. ein Viertel des Normalpreises, wenn man den Sparpreis mit Zugbindung bucht. Der reguläre Fahrpreis in Großbritannien ist mit Abstand der höchste.

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[Video zum Wochenende] Die Freude zu Fuß zu gehen

Alissa Walker (Blog | Twitter | Instagram) ist eine Design-Journalistin für diverse englischsprachige Medien Fast Company, GOOD, Wired, L.A. Weekly und Dwell) und bezeichnet sich selber als „transit geek“. Ihrer Überzeugung nach, kann der öffentliche Verkehr viele Probleme unserer Städte und auch den schlechten gesundheitlichen Zustand der (US-) Bevölkerung lösen.

There are still people buying more than one car; there’s a growing problem of obesity. I absolutely think that transport innovation can help solve our urban problems.

Als noch wichtiger und effektiver sieht sie allerdings die einfachste Form der Fortbewegung, das zu Fuß gehen.

Walking. Redesign our cities for walkers and walking will help make our cities places where people want to be.

Um das zu Fuß gehen zu fördern, sollen Städte ihre Straßen fußgängerfreundlicher zu gestalten. Sie selbst versucht jeden Tag mehr als 10.000 Schritte, ungefähr sechs bis acht Kilometer, zurückzulegen. Ihre Motivation ist ihr Schrittzähler, dessen Rekorde sie immer zu brechen versucht. Sie plädiert auch dafür, dass Fußgänger ihre Art sich zu bewegen aktiver bewerben, gesammelte Eindrücke ihrer Wege zu veröffentlichen und Social Media-Kanäle zu nutzen, um das Interesse am zu Fuß gehen zu steigern.

Zukunft Mobilität: Das Jahr 2012 in Zahlen

Das Jahr 2012 war für dieses mit seinen zwei Jahren noch recht junges Blog und auch für mich persönlich das mit Abstand beste Jahr. Ich freue mich über 186.409 einzelne Besucher, die insgesamt 1.030.900 Seiten (PI) in den vergangenen 12 Monaten aufgerufen haben. Im Vergleich zum Jahr 2011 ist dies eine Steigerung um 121.879 Besucher bzw. 288 Prozent. Bei den Page Impressions ist die Steigerung mit 844.351 (+ 556,2 %) noch größer. Für ein Nischenblog sind diese Zahlen meiner Meinung nach recht eindrucksvoll und ich möchte mich an dieser Stelle auch recht herzlich für das in mich gesetzte Vertrauen bedanken.

Die durchschnittliche Verweildauer lag mit 7 Minuten und einer Sekunde zwei Sekunden höher als im Jahr 2011. Die Absprungrate, also der Anteil der Besucher, die nur eine Seite aufgerufen haben, lag bei 15,25 Prozent.

Im Jahr 2012 habe ich insgesamt 469 Artikel veröffentlicht, davon waren 280 „Verkehr in 140 Zeichen“. Somit bleiben 189 Artikel, in denen ich Designstudien, Verkehrskonzepte oder Analysen vorgestellt habe.

Die meistgelesenen Artikel dieses Jahres waren:

Die meisten Besucher kamen auch 2012 durch Google, allerdings waren auch Facebook und Twitter starke Trafficbringer. Anfang des vergangenen Jahres hatte ich mir das Ziel gesetzt, bei Facebook mehr als 250 Fans zu haben. Damals betrug die „Fanbase“ knapp über 100 Personen, mittlerweile sind wir bei über 700! Auch die Zahl der Twitter-Follower hat die Grenze von 700 durchbrochen. Bis zum Ende dieses Jahres würde ich mich freuen, wenn die 1000 auch noch geknackt werden würde! ;-)

Die meisten Besucher sind durch die folgenden Webseiten auf Zukunft Mobilität gelangt (Top 10):

  • Google
  • Facebook
  • Twitter
  • Grimme-Institut.de
  • T-Online
  • TV Spielfilm
  • WDR
  • heise online
  • Zeit.de
  • Standard.at

Wichtig, aber nicht in den Top 10, waren zudem der ORF, die Wikipedia, aber auch diverse Foren und andere Blogs. Insgesamt kamen im Jahr 2012 Besucher von 934 verschiedenen Webseiten und von 48 verschiedenen Suchmaschinen.

Bei den Suchmaschinen dominierte eindeutig Google mit über 80.000 Besuchern. Durch die neuen Privatsphäreeinstellungen konnten leider nicht alle Suchbegriffe erkannt werden. Aus etwa 80 Prozent der Suchanfragen lässt sich das folgende Ranking wichtiger Suchbegriffe erstellen (Top 15):

  • Zukunft Mobilität
  • Mobilität der Zukunft
  • Mobilität
  • Kosten pro Kilometer
  • Verkehrstote weltweit
  • Schifffahrtsrouten
  • Fahrzeugkosten pro km
  • Verkehrstote USA 2011
  • Martin Randelhoff
  • Spritpreise USA
  • Autokosten pro Kilometer
  • Verkehrstote USA
  • ICE 1223
  • Mobilität Zukunft
  • Modalohr

Recht positiv haben sich auch die Abrufzahlen bei Youtube entwickelt. Da sich dieses kleine Experiment noch ganz am Anfang befindet, dürften sich die Abrufzahlen 2013 noch steigern. Der Youtube-Kanal und das Podcast-Verzeichnis werden zu Beginn des Jahres weiterentwickelt.

Das Jahr 2012 hat sich auch im Bereich der Vorträge gut entwickelt. Für Termine habe 2012 mehr als 23.700 Kilometer zurückgelegt und dabei sehr viele interessante Menschen getroffen. Auch dafür vielen Dank!

Der spannendste Moment des Jahres 2012 war definitiv die Preisverleihung des Grimme Online Awards. Durch den Tausch der Nominierungskategorie war die Verleihung für mich eine emotionale Achterbahnfahrt. Spannend war aber auch meine Rede zum Erhalt des PUNKT-Preises der Akademie der deutschen Technikwissenschaften. Nachdem ich die Anrede des Bundespräsidenten, Bundesverkehrsministers, usw. ohne Probleme und vor allem ohne jemanden zu vergessen hinter mich gebracht habe, war der Rest der Rede eigentlich recht entspannt.

Erwähnt wurden ich oder Zukunft Mobilität in einer Vielzahl von Presseerzeugnissen. Mir persönlich sind über 50 Zeitungsartikel, Magainartikel und Erwähnungen im Radio bekannt. Ich kann nur hoffen, auch 2013 noch interessant zu bleiben.

Pläne für 2013

Im Jahr 2013 möchte ich Zukunft Mobilität natürlich weiterentwickeln. Für 2013 sind mehrere Projekte geplant, von denen sich einige noch in einem frühen Stadium befinden. Ich werde auf jeden Fall versuchen mehrere Dossiers zu wichtigen Themenkomplexen (Pkw-Maut, Wirkungen des ÖPNV, usw.) zu erstellen und diese nicht nur im Blog zu veröffentlichen, sondern auch als PDF, epub und in anderen elektronischen Formaten anzubieten. So lassen sich beispielsweise Artikel auch über Amazon für den Kindle oder andere eBook-Reader herunterladen. Natürlich weiterhin kostenlos!

Geplant ist zudem die Entwicklung einer neuen Vortragsreihe, die im April dieses Jahres starten soll. Hier ist allerdings noch ein wenig Arbeit notwendig. Ausgebaut werden soll auch der Ton- und Videobereich. Der [Fakt der Woche] soll auch wieder regelmäßig erscheinen und das Angebot erweitern.

Ich werde im Laufe des Jahres 2013 auch eine Diskussion anstoßen, wie sich Zukunft Mobilität weiterentwickeln soll. Die große Frage ist, ob ich dieses Blog weiterhin als Einmannbetrieb umsetzen soll/kann, was im Laufe der Zeit weniger, aber dafür wahrscheinlich längere Artikel bedeuten dürfte, oder ob ich das Autorenteam behutsam und themenbezogen ausweiten soll. Von dieser Frage hängt auch die Grundausrichtung dieses Blogs ab, da ich persönlich ja für die Inhalte dieses Blogs stehe und mein Stil und meine Grundhaltung bisher dieses Blog definiert haben. Bei weiteren Autoren wird der Stil sich definitiv verändern, allerdings wird auch das Themenrepertoire erheblich erweitert. Diese Diskussion möchte ich auf jeden Fall im Jahr 2013 führen.

Sehr interessant wird auch die Diskussion um das Leistungsschutzrecht werden. Mit dem Leistungsschutzrecht wollen die Verlage erreichen, dass die „gewerbliche Nutzung“ von kostenfreien Inhalten vergütungspflichtig wird. Wer in Zukunft Auszüge aus einem Artikel – zum Beispiel einzelne Sätze oder eine Überschrift – verwenden will, soll nach Vorstellung der Verleger künftig eine Zustimmung („Lizenz“) benötigen und Vergütungen bezahlen. Wer sich nicht daran hält, müsste mit Abmahnungen, Klagen oder anderen Sanktionen rechnen (weitere Informationen bei IGEL). Das Leistungsschutzrecht bedroht daher direkt die Kategorie „Verkehr in 140 Zeichen“, in der meistens nur die Überschrift eines deutschen Presseerzeugnisses und der dazugehörige Link veröffentlicht werden. Im Jahr 2012 habe ich mehr als 60.000 Besucher auf Blogs und Online-Angebote deutscher und internationaler Verlage weitergeleitet!

Die Einführung eines Leistungsschutzrechts würde diese Kategorie und Artikelform von einem auf den anderen Tag vernichten. Alle Artikel der letzten 365 Tage müsste ich löschen, da das Risiko einer Abmahnung zu groß ist. Das Schließen von Lizenzen wäre zwar durchaus möglich, allerdings nur, wenn mir die Verwendung von Links und Überschriften kostenfrei gestattet werden würde, da ich mir als Betreiber eines werbefreien Blogs und Student das Zahlen von Lizenzgebühren nicht leisten kann. Hinzu kommt, dass das Gesetz vom Gesetzgeber so schwammig und unausgereift formuliert ist, dass erst durch eine gerichtliche Klärung die genaue Anwendung und Zahlungspflichten konkretisiert werden dürften. Letztendlich ist das Leistungsschutzrecht ein Segen für Abmahnanwälte, ein Risko dem ich mich nicht aussetzen kann. Ich persönlich stelle mir auch die Frage, ob es nicht Aufgabe der Verlage wäre, die Views von 60.000 Besuchern zu monetarisieren, anstatt mir de facto die Verlinkung zu untersagen bzw. eine Gebühr von mir zu verlangen.

Theoretisch wäre es weiterhin möglich, auf englischsprachige Inhalte zu verlinken, bzw. deutsche Inhalte nur noch aus dem deutschsprachigen Ausland zu beziehen. Dies bedeutet allerdings, dass lokale Berichterstattung aus Deutschland nicht mehr erwähnt werden kann und viele Themen, die Deutschland betreffen, nicht mehr verlinkt werden. Die Suche nach einer Lösung dieses Problems wird mich definitiv im Jahr 2013 beschäftigen. Und ich gehe fest davon aus, dass das Leistungsschutzrecht noch vor der Bundestagswahl beschlossen werden wird.

Das Jahr 2013 wird auf jeden Fall ein spannendes, aber auch arbeitsreiches Jahr. Auf die viele Arbeit und die Ergebnisse freue ich mich jetzt schon! Ich hoffe, dass ich auch 2013 den Kurs dieses Blogs weiterführen kann und ich den in mich gesetzten Ansprüchen gerecht werde!

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir weitere Vorschläge für Zukunft Mobilität zukommen lassen würdet, mich weiterempfehlt und mich rechtzeitig informiert, wenn einmal etwas technisch oder auch inhaltlich daneben geht. Danke bereits im Voraus!

Und jetzt packen wir es an!

Blick in die Glaskugel: Die Verkehrstrends des Jahres 2013

Neben einem Blick ins vergangene Jahr darf in einem Blog mit dem Wort Zukunft im Namen ein kleiner Ausblick auf die kommenden 361 Tage nicht fehlen. Natürlich lässt sich vorab kein genaues Bild dieses Jahr zeichnen, aber Trends und Entwicklungen der vergangenen Jahre, die 2013 fortgeschrieben werden oder sich erst zu wahrnehmbarer Größe entwickeln, lassen sich sehr wohl bestimmen.

Zuerst aber ein kleiner Ausblick auf Entwicklungen, die meiner Meinung recht sicher eintreffen werden, aber die kein guter Start ins Jahr 2013 wären:

Es erscheint mir relativ sicher, dass wir auch 2013 Probleme mit Kostensteigerungen bei Verkehrsprojekten haben werden, der neue Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg und das Bahnprojekt Stuttgart 21 weiterhin kontrovers diskutiert werden, vermutlich einige weitere Projekte zur kritischen Diskussion hinzukommen werden, die Finanzierungsprobleme zum Erhalt der Verkehrsinfrastruktur weiterhin beklagt werden („Wir brauchen mehr Geld, sonst bricht hier alles zusammen!“), CDU/CSU und FDP sich über die Einführung einer Vignettenpflicht für Pkw auf deutsche Autobahnen streiten werden, die Benzinpreise wie jedes Jahr spätestens zu Ostern „zu hoch“ sein werden und mit Populismus und Aktionismus nach „einer Lösung gegen die Abzocke an deutschen Tankstellen gesucht“ wird. Es ist auch klar, dass die Bundestagswahl im September ihre Schatten schon frühzeitig vorauswerfen wird und verkehrspolitisch dieses Jahr nicht viel passieren wird. Ich bin mir relativ sicher, dass die Verkehrspolitik programmatisch keine große Rolle spielen wird, obwohl in den letzten Jahren Milliarden von Euro verschwendet worden sind und die Bürger große Probleme mit der Infrastrukturpolitik des Bundes haben.

Da ich mir und Ihnen / euch die Laune zum Jahresbeginn nicht gleich verderben möchte, gehe ich auf die positiven, spannenden und innovativen Entwicklungen ein, die uns und unsere Gesellschaft als Ganzes voranbringen werden. Eine kritische Begleitung der oben genannten Themen ist durchaus wichtig, die Diskussionen und Planungen auf Basis verkrusteter Strukturen kostet aber sehr viel Kraft und Zeit, die ich persönlich lieber in zukunftsgerichtete Projekte investieren möchte.

Automobilhersteller werden grüner

Lobbytechnisch mag es nicht immer so aussehen, aber die Umstände zwingen die Automobilhersteller immer stärker in Kraftstoffeffizienz und alternative Antriebstechnologien zu investieren. Wachsende Kraftstoffpreise werden in Zukunft zunehmend die Kaufentscheidungen beeinflussen, sodass kraftstoffeffiziente Fahrzeuge einen wachsenden Vorsprung gegenüber der Konkurrenz bedeuten. Im vergangenen Jahr wurde in den USA ein neuer Spitzenwert in Sachen Kraftstoffeffizienz erzielt (23,5 Meilen / Gallone, umgerechnet 10,23 Liter/100km).

Hinzu kommen strengere Abgasvorschriften (Euro 6), die nicht nur in der Europäischen Union verschärft werden. Mehrere chinesische Städte haben im vergangenen Jahr Einfahr- bzw. Zulassungsverbote für Fahrzeuge mit älteren Verbrennungsmotoren und schlechten Emissionswerten verhängt. Die schlechter werdende Luftqualität wird vor allem in Asien zu einem Umdenken führen und die Elektrifizierung des Antriebs weiter fördern. Insbesondere der Hybridantrieb wird von dieser Entwicklung profitieren mit dem Nebeneffekt einer wachsenden Nachfrage nach Plug-in-Hybridautos (PHEV). Fahrzeugbauer, die den Energiebedarf ihrer Fahrzeuge unabhängig von der Art des Kraftstoffs (erdölbasierte Flüssigkraftstoffe oder regenerativ erzeugte Energie) nicht senken, werden auf mittelfristige Sicht auf dem Markt keine Zukunft haben.

Open Data Initiativen von Verkehrsunternehmen

Im Jahr 2012 haben sich einige Verkehrsunternehmen und –verbünde davon überzeugen lassen, ihre Fahrplandaten Google zu überlassen. Der nächste Schritt dürfte eine weitere Öffnung hin zu Open Transit sein, die vor allem von den großen Verkehrsverbünden (VBB, VRR, usw.) vorangetrieben wird. Auf Ebene des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen VDV dürften erste Initiativen entstehen, die Verkehrsunternehmen bei der Bereitstellung ihrer Daten unterstützen.

Liberalisierung des Fernbusverkehrs

Seit dem 1.1. 2013 ist der deutsche Fernbusverkehr liberalisiert. Mehrere Anbieter dürften ihre Liniennetze in den kommenden Monaten ausweiten, ein Markteintritt von ADAC / Deutscher Post ist durchaus möglich. Sehr gespannt bin ich auch auf die Reaktion der Deutschen Bahn, wobei für den Fernbusmarkt an sich keine allzu großen Wachstumspotenziale in Deutschland erwarte.

DeinBus-Bus auf der Autobahn – Foto: DeinBus.de

Der Fernbusverkehr in Deutschland wird sich vorrangig durch den Preis definieren, eine Differenzierung über das Angebot oder die Servicequalität (freies WLAN, usw.) ist äußerst schwierig. Der Erfolg des Fernbusverkehrs wird letztendlich von seiner Auslastung abhängen.

Der Aufbau des Liniennetzes wird zunächst im Fokus der Anbieter stehen, auf einigen wichtigen Relationen wird es zu einem Preiskampf kommen. Spannend wird vor allem das Agieren von kleineren und mittelständigen Reisebusunternehmen sein, die sich über Verbünde wie DeinBus o.ä. zu größeren Einheiten zusammenschließen.

Die positive Medienberichterstattung (Bahn kriegt Konkurrenz! Viel billiger und besser!) dürfte über das Jahr hinweg auch nachlassen, im Jahresverlauf dürften eventuell sogar erste Forderungen nach Fahrgastrechten und Erstattungsregelungen aufkommen.

Nichtsdestotrotz ist die Liberalisierung des Fernbusmarktes richtig und wichtig. Die Marktentwicklung in den ersten Jahren wird auf jeden Fall sehr spannend und interessant sein. Und 2013 mit vielen neuen Akteuren definitiv positiv!

Bikesharing und Carsharing wachsen weiter

Der Trend zu „Nutzung statt Besitz“ wird sich auch 2013 weiter verstärken. Im Jahr 2012 wurden einige Bikesharing-Angebote neu geschaffen bzw. erweitert. Insbesondere im europäischen Ausland und dem süd- und nordamerikanischen Raum ist ein starkes Wachstum zu beobachten. Anfang 2013 wird auch das Bikesharing-Angebot in New York eröffnet werden, in Mexiko City steht ebenso wie in Paris eine Erweiterung an.

Bikesharing-Station in Boulder, Colorado – Foto: Mr. T in DC @ FlickrCC BY-NC-ND 2.0

Der Carsharing-Markt wird ebenfalls ein weiteres Wachstum zu verzeichnen haben. Zunehmend werden auch Elektrofahrzeuge in die Flotten integriert. Bis zum Jahr 2016 möchte beispielsweise Car2go in 30 nordamerikanischen Städten und in 40 bis 50 Städten in Europa vertreten sein. Andere Anbieter dürften ebenfalls ihr Angebot ausweiten.

Meine Hoffnung für das Jahr 2013 ist, dass die Integration von Carsharing, Bikesharing und dem ÖPNV weiter vorangetrieben wird. Der Abbau von Komplexität und die Vereinfachung von Bezahl- und Ausleihvorgängen sollten auch im Jahr 2013 ein Thema sein.

Hohes Wachstum von multimodalen Angeboten

Im Bereich der Integration verschiedener Verkehrsmittel bewegen sich auch Angebote zur multimodalen Wegeplanung. In diesem Bereich dürfte es 2013 neue innovative Angebote geben. Moovel hat 2012 in Stuttgart und Berlin bewiesen, dass mehrere Partner ins Boot geholt werden können und die Anwendungen auch schick aussehen. Durch die Freigabe von Fahrplandaten und der Bereitstellung von Schnittstellen durch Taxiunternehmen, Carsharern, usw. dürfte das Potenzial solcher Anwendungen noch nicht einmal annähernd erschöpft sein.

Es dürfte sehr interessant werden, diese Entwicklung zu beobachten. Vor allem, da die üblichen Verdächtigen nicht zwingend die Anbieter dieser Anwendungen sein werden.

Grassroot-Bewegungen im Verkehrsbereich

Initiativen, die von den Bürgern selber kommen und aktiv von ihnen gestaltet werden, sind die stärksten Bewegungen, die ich kenne. Mit Enthusiasmus lässt sich sehr viel bewegen. Zwar werden wir Deutschen nicht das US-amerikanische Verhalten von Grassroot-Bewegungen annehmen, mit den richtigen Tools an der Hand werden die Bürger sich aber in Zukunft verstärkt in die Verkehrsplanung und auch in die gesamte Entwicklung ihrer Stadt einmischen. Hierzu wird es im Jahr 2013 wichtig werden, den Menschen die richtigen Werkzeuge an die Hand zu geben und sie in deren Benutzung zu befähigen. Das Bundesverkehrsministerium hat im vergangenen Jahr mit Bürgerdialogen versucht, in einigen Veranstaltungen die Menschen stärker einzubeziehen. Über partizipative Anwendungen (v.a. online) lassen sich diese Entwicklung weiter fördern und die existierenden Probleme, wie Widerstand gegen Baumaßnahmen oder Unverständnis für Verkehrsberuhigung, usw. verringern.

Das Entstehen einer „New Mobility Agenda“

Die Neuausrichtung unserer Verkehrssysteme bietet ein enormes Entwicklungspotenzial für gesellschaftliche wie auch unternehmerische Initiativen. Das Jahr 2013 sollte für das gemeinsame Entwickeln einer „New Mobility Agenda“ genutzt werden. Ebenso sollten Kommunen, Landkreise, Länder und auch der Bund darüber nachdenken, welche verkehrlichen Ziele sie in den nächsten Jahren verfolgen möchten und die zur Erreichung dieses Zieles notwendigen Maßnahmen definieren. Dazu ist es sicherlich zwingend notwendig, die Bürger nach ihren Wünschen und Nöten zu fragen, aber das selbst gesteckte Ziel dabei nicht aus dem Auge zu verlieren. Das Verfolgen eines übergeordneten Plans, die Entwicklung einer Stadt oder eines Landkreises entlang eines roten Fadens ist um ein Vielfaches effizienter als das planlose Aneinanderreihen mehrerer Einzelmaßnahmen!

Utopischer Wunsch des Jahres 2013: Mehr Verständnis füreinander!

Das Jahr 2011 und das Jahr 2012 waren oftmals ein Jahr des Konflikts. Autofahrer gegen Radfahrer, Radfahrer gegen Fußgänger, Fußgänger gegen Autofahrer, Autofahrer gegen den ÖPNV, ÖPNV gegen Taxi, Taxi gegen Radfahrer, usw.

Kampf den Kampfradlern! in der Kastanienalle, Berlin Prenzlauer Berg – Foto: steffenz @ FlickrCC BY 2.0

Mich persönlich langweilen diese Konflikte immer mehr. Weder wird einer Veränderung herbeigeführt, noch wächst das Verständnis füreinander. Stattdessen wird auf dem eigenen Recht beharrt und die gegnerische Partei (Kampfradler! Langsamlatscher!) beschimpft. Ich würde mir für 2013 wünschen, dass diese Entwicklung endet und wir ein bisschen mehr Verständnis für die Nöte des anderen zeigen. Autofahrer, die Radfahrer nur mir ausreichend Sicherheitsabstand überholen, Radfahrer, die auf der Straße und nicht auf dem Gehweg fahren so, wie es eigentlich sein sollte und Fußgänger, die Fußgängerampeln achten und nicht unachtsam auf die Straße rennen. Hach, wäre das schön…

Denn am Ende ist der Verkehrsteilnehmer je nach gerade genutztem Verkehrsmittel sowie schizophren!

Was denkt ihr? Wird das Jahr 2013 ein verkehrlich erfolgreiches Jahr? Auf was hofft ihr, was fürchtet ihr? Hinterlasst doch mir doch bitte einen Kommentar!

Hochgeschwindigkeitszugverkehr im Jahr 2012: Die chinesische (und andere) Revolutionen

Hochgeschwindigkeitszüge bieten in vielen Ländern eine schnelle und verlässliche Verbindung zwischen Städten. Je monozentrischer ein Land ausgeprägt ist, desto größere Wirkung kann ein Hochgeschwindigkeitsverkehr entfalten. Viele Länder investieren derzeit in den Aus- bzw. Aufbau eines Hochgeschwindigkeitsnetzes. Auch im Jahr 2012 gab es einige Fortschritte, von denen ich einige vorstellen möchte. Da mittlerweile sehr viele Länder in Schnellfahrstrecken und Hochgeschwindigkeitsverbindungen investieren, ist die Aufstellung nicht vollständig. In Marokko, der Türkei, Russland, Brasilien, Thailand, Laos und weiteren Ländern gab es ebenfalls einige Fortschritte, die allerdings vor allem die Planung und Finanzierung neuer Strecken betreffen. Ich habe versucht, mich auf die Eröffnung neuer Streckenabschnitte und die Schließung von Netzlücken zu beschränken.

China

Das Jahr 2012 stand im Schatten des schweren Hochgeschwindigkeitszugunglücks bei Wenzhou im Jahr 2011. Hinzu kamen Ermittlungen wegen Korruption im Eisenbahnministerium, in deren Rahmen der Eisenbahnminister Liu Zhijun abgelöst wurde.

Trotz des schwierigen Vorjahrs war das Jahr 2012 recht erfolgreich. Mit mehr als 9.300 Kilometern in Betrieb befindlicher Strecke, ist China auf dem besten Weg das Ziel von 18.000 Kilometer HGV-Strecke bis 2015 zu erreichen. Im vergangenen Jahr wurde der erste von vier Nord-Süd-Korridoren fertiggestellt. Die Strecke zwischen Peking und Schanghai mit einem Abschnitt nach Hefei ist im Oktober vollständig in Betrieb genommen worden. Fortschritte gab es auch beim zweiten Nord-Süd-Korridor zwischen Peking und Harbin. Der 904 Kilometer lange Abschnitt zwischen Harbin und Dalian über Shenyang und Changchun ist seit dem 1. Dezember in Betrieb.

Große Fortschritte gab es auch beim Bau des 2229 Kilometer langen dritten HGV-Korridors Peking–Guangzhou–Shenzhen–Hong Kong. Am 28.09.2012 wurde der Abschnitt Zhengzhou – Wuhan und am 26.12.2012 die Abschnitte Shijiazhuang – Zhengzhou und Peking – Shijiazhuang eröffnet. Bis 2016 soll der Abschnitt Shenzhen – Hong Kong fertiggestellt sein.

In Ost-West-Richtung wurden 2012 Streckenabschnitte der Hochgeschwindigkeitsstrecke Shanghai–Wuhan–Chengdu zwischen Wuhan und Yichang (Mischbetrieb, 250km/h), Chongqing und Suining (Mischbetrieb, 200km/h) sowie zwischen Yichang und Lichuan (Mischbetrieb, 200km/h) freigegeben.

Mit 200 km/h sind auch die 2012 eröffneten Strecken Longyan–Xiamen und Jiangyou–Mianyang–Chengdu–Leshan befahrbar.

Einige Linien, deren Fertigstellung für 2012 projektiert war, können erst leicht verzögert 2013 eröffnet werden, z.B. Qinzhou–Beihai, Qinzhou–Fangchenggang, Nanning–Qinzhou, Tianjin–Qinhuangdao und Xi’an–Baoji.

Hauptproblem des Jahres 2012 waren jedoch die hohen Kapitalkosten, die den Etat des Eisenbahnministeriums stark belasteten. Für das 1. Halbjahr des Jahres 2012 wurde nach Steuern ein Verlust von 8,8 Milliarden Yuan, umgerechnet eine Milliarde Euro, ausgewiesen. Das zweite Halbjahr dürfte das negative Ergebnis nicht verbessert haben.

Großbritannien

High Speed Two in Großbritannien mit den geplanten zwei Baustufen – Cnbrb @ Wikimedia CommonsCC BY-SA 3.0

CC BY-SA 3.0

Im Januar wurde der Bau von High Speed Two (HS2), der Schnellfahrstrecke London – Birmingham, vom britischen Kabinett beschlossen. Der Bau könnte 2026 fertiggestellt sein, allerdings ist das Projekt vor allem wegen der Kosten in Höhe von 32,7 Milliarden Pfund stark umstritten.

Saudi-Arabien

In Saudi-Arabien wurde der Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke Mekka – Medina an ein spanisches Konsortium unter Führung von Talgo und Renfe vergeben. Der Bau der 450 Kilometer langen Strecke kostet 6,9 Milliarden Euro und umfasst neben der Konstruktion auch den Betrieb und die Instandhaltung über 12 Jahre.

Frankreich

Anfang des Jahres 2012 haben Frankreich und Italien den Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke Lyon – Turin beschlossen. In der ersten Baustufe ist der Bau eines 57 Kilometer langen Tunnels zwischen Saint-Jean-de-Maurienne in Frankreich und Susa in Italien enthalten. Insbesondere auf italienischer Seite kam es wiederholt zu Protesten und Demonstrationen gegen den Bau.

Im März wurde ein erster Test zum Aufbau eines Hochgeschwindigkeitsgüterverkehrs durchgeführt. Ein TGV der französischen Post transportierte Päckchen von Lyon Saint-Exupéry nach London St. Pancras mit Zwischenstopp am Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle. Weitere Tests mit der Perspektive auf den Aufbau eines europaweiten Frachtnetzes dürften folgen.

Für den Anschluss des spanischen Hochgeschwindigkeitszugnetzes wurde im April der Bau der LGV von Bordeaux über Toulouse bis zur spanischen Grenze beschlossen. Das 410 Kilometer lange Grand Projet ferroviaire du Sud-Ouest soll 2020 fertiggestellt sein. Ebenfalls Anfang April wurden 40 TGV-Duplex-Einheiten aus einem Rahmenvertrag mit dem Hersteller Alstom bestellt.

Am 28. Juni wurde der auf 25 Jahre ausgelegte PPP-Vertrag zum Bau und der Finanzierung der Misch-Hochgeschwindigkeitsstrecke Nîmes – Montpellier unterzeichnet. Ende Juli erfolgte der Spatenstich zum Bau der 132 km langen Hochgeschwindigkeitsstrecke Le Mans – Rennes.

Spanien

Spanien hat nach China das zweitlängste HGV-Netz der Welt und pro Einwohner die meisten HGV-Kilometer. Zudem gibt es kein Land auf der Welt, das einen größeren Anteil von Schnellfahrstrecken am gesamten Streckennetz hat wie Spanien.

Im Jahr 2012 wurden keine größeren Bauprojekte fertiggestellt. Diesbezüglich wird das Jahr 2013 interessanter. Wichtig für das spanische Hochgeschwindigkeitsnetz war 2012 jedoch der Beschluss Frankreichs das HGV-Netz von Bordeaux nach Toulouse bis an die spanische Grenze auszubauen.

Spanisches Hochgeschwindigkeitsnetz um Barcelona mit der grenzüberschreitenden Verbindung Figueres – Perpignan – Classical geographer – CC BY-SA 3.0

Die Europäische Investitionsbank hat Spanien zudem 500 Millionen zusätzlich für den Bau des Baskischen Y, eine Schnellfahrstrecke in Y-Form zwischen Bilbao, Vitoria und San Sebastián zur Verfügung gestellt. Insgesamt hat die EIB eine Milliarde Euro für das Projekt an Spanien geliehen, die Fertigstellung ist für 2016 geplant.

Die 131 Kilometer lange Strecke zwischen Figueres und Barcelona ist mittlerweile fertiggestellt und wir im kommenden Jahr offiziell in Betrieb genommen.

Italien

Trenitalia ETR 500 Frecciarossa im Mailänder Hauptbahnhof – public domain

In Italien wurde im Jahr 2012 ein neues Kapitel im Hochgeschwindigkeitsverkehr geschrieben. Es dauerte fünf Jahre und benötigte etwa 1,3 Milliarden Euro Investitionen. Mit Italo fährt nun der erste private Anbieter für Hochgeschwindigkeitsverkehr in Italien. Nuovo Trasporto Viaggiatori (NTV) fährt die Strecken Turin (Porta Susa) – Mailand (Porta Garibaldi, Rogoredo) – Bologna (Centrale) – Florenz (S. Maria Novella) – Rom (Ostiense, Tiburtina) – Neapel (Centrale) – Salerno (Centrale) und Rom – Florenz – Bologna – Padova (Centrale) – Venedig (Santa Lucia, Mestre) in Konkurrenz zum Angebot der staatlichen italienischen Eisenbahngesellschaft Trenitalia. Diese musste auf das neue Angebot mit Verbesserungen der eigenen Dienstleistung reagieren.

USA

Ein Entwicklungsland in Sachen schneller Eisenbahnverkehre sind ohne Zweifel die USA. Als Technologieführer in vielen Bereichen ist der Schienenpersonenverkehr in vielen Landesteilen dennoch unterentwickelt. Auch im Jahr 2012 gab es nur geringen Fortschritt. Der Fokus liegt eindeutig auf zwei Projekten: der Nordostkorridor zwischen Boston – New York und Washington und Kalifornien. Alle anderen Strecken, die in de letzten Jahren diskutiert wurden, sind nie über einen frühen Planungsstand hinausgekommen.

Rendering des kalifornischen Hochgeschwindigkeitszugprojekts

Aber auch der Bau des 130 Meilen langen Abschnitts im kalifornischen Central Valley hat mit Finanzierungs- und Organisationsproblemen zu kämpfen. Viele Republikaner sind gegen die milliardenschweren Investitionen. Ihr Protest wird auch teilweise von demokratischer Seite unterstützt.

Die Finanzierung des 151 Milliarden Dollar teuren Nordostkorridors wird ebenfalls noch einige Jahre dauern. Amtrak versucht währenddessen den Acela Express durch neue Zuggarnituren, die 2015 geliefert werden sollen, aufzuwerten.

Südkorea (Danke an Nikola!)

Südkorea hat im Mai 2012 den Hochgeschwindigkeitszug HEMU-430X präsentiert, der eine Geschwindigkeit von bis zu 430 km/h erreichen soll. Korail, das Korea Railroad Research Institute (KRRI) und Hyundai-Rotem haben gemeinsam mit anderen Industriepartnern den Zug für 79,69 Millionen Dollar entwickelt. Die Testphase soll 2015 abgeschlossen sein, der reguläre Einsatz wird für 2016 / 2017 geplant. Parallel wird derzeit bereits der HEMU-500X entwickelt, der Geschwindigkeiten von bis zu 500 km/h erreichen soll.

Der HEMU-430X soll die Fahrzeit zwischen den beiden größten Städten Südkoreas, Seoul und Busan, von 2 Stunden 20 Minuten auf eine Stunde und 30 Minuten senken.

Im Juni wurde mit dem Bau der 120,3 Kilometer langen West-Ost-Verbindung von Wonju nach Gangneung begonnen (250 km/h, Eröffnung 2017). Die Strecke soll mit dem Incheon International Airport in Seoul verbunden werden, um eine leistungsfähige Anbindung in die Ausrichterstadt der Olympischen Winterspiele 2018 Pyeongchang zu haben.

Zum Ende des Jahres wurde der Betrieb auf der neuen KTX-Verbindung von Seoul nach Jinju aufgenommen. Zu diesem Zweck wurde ein 53,3 Kilometer langes Teilstück der Strecke in Richtung Gwangyang eröffnet. Die Fahrzeit zwischen Seoul und Jinju sinkt von 6:50 Stunden auf 3:28 Stunden.

Jahresrückblick 2012: Viel ging nicht voran!

Das Jahr 2012 liegt mittlerweile einige Stunden zurück, und wie es üblich ist, wird am Ende Bilanz gezogen. Ich persönlich bin ein Mensch, der lieber in die spannende und inspirierende Zukunft anstatt in die nicht mehr veränderbare Vergangenheit blickt, aber ein Blick in das vergangene Jahr sei dennoch erlaubt.

Alles in allem war 2012 aus verkehrlicher Sicht kein besonders aufregendes, aber dennoch spannendes Jahr. Auch wenn diese Übersicht einen leicht negativen Grundton mit sich bringt, hat uns das Jahr 2012 ein Stück weiter zu einem nachhaltigen Verkehr gebracht. Es sollte uns nur klar sein, dass noch einige Baustellen und Probleme vor uns liegen, die wir 2013 lösen müssen. Packen wir es an! 

Pleiten, Pech und Pannen im Luftverkehr und der Schifffahrt

Die konjunkturelle Entwicklung und der recht durchwachsene Ausblick haben sowohl der Luftfahrtbranche wie auch der Schifffahrt erheblich zugesetzt. Hinzu kamen insbesondere im Luftfahrtbereich einige Probleme auf Flughafenseite.

Die großen deutschen Fluggesellschaften Lufthansa und Air Berlin versuchen, mit Sparprogrammen die Effizienz zu steigern. Viele kleine Luftverkehrsunternehmen wie Cirrus Airlines, German Sky Airlines oder XL Airways stellten ihren Betrieb ein. Auf internationaler Ebene ist die Liste noch eindrucksvoller.

Auf Flughafenseite wurde das Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen zwischen 23 und 5 Uhr höchstrichterlich bestätigt, in München sprachen die Bürger in einem Bürgerentscheid gegen die dritte Start- und Landebahn aus, der Flughafen Frankfurt Hahn ist auf finanzielle Unterstützung durch das Land Rheinland-Pfalz angewiesen und der Regionalflughafen Lübeck wurde an einen Investor verkauft. Zukünftige Entwicklung noch unklar.

In der öffentlichen Debatte dominierten allerdings ohne Zweifel die Probleme am neuen Berliner Großflughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“. Der genaue Eröffnungstermin scheint weiterhin unklar zu sein. Am deutschen Streben nach Perfektion und unserem Ruf einer sehr guten Organisation hat das Berliner Flughafen-Debakel tiefe Kratzer hinterlassen.

Aber auch die Schifffahrt befindet sich in einer schwierigen Situation. Insbesondere die Charterreeder hat es stark getroffen. Die niedrigen Charterraten, die zum Teil durch den Aufbau massiver Überkapazitäten selbst verschuldet sind, lassen auf manchen Linien keinen profitablen Betrieb mehr zu. Im Containerbereich ist der Angebotsüberschuss am gravierendsten. Hinzu kommen Finanzierungsprobleme aufgrund der Schwäche vieler Schiffsbanken und -fonds. Eine Besserung wird noch einige Zeit dauern. Dem Ruf nach Hilfszahlungen an deutsche Reeder erklärte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler zum Jahresende eine Absage.

Verkehrspolitik – Mehr Schein als Sein

Ein Opfer der deutschen Probleme in der Verkehrspolitik: Der Rhein-Ruhr-Express

Die deutsche Verkehrspolitik 2012 war meiner Meinung nach durch Scheingefechte geprägt. Wichtige Aufgaben wie die Schaffung einer tragfähigen Infrastrukturfinanzierung blieben unerledigt. Der weitere Ausbau von Hinterlandanbindungen deutscher Häfen stockte ebenso wie die Verbesserung von grenzüberschreitenden Verbindungen. Eine verkehrspolitische Programmatik ist weiterhin nicht erkennbar.

Dominiert wurde die verkehrspolitische Diskussion von der Reform der Flensburger Verkehrssünderkartei, der schwierigen Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, einem Gefecht zwischen CSU und FDP über die Einführung einer Vignettenpflicht für Pkw auf deutschen Autobahnen und den zu hohen Kraftstoffpreisen.

Hinzu kam die Einführung eines Positiv-Streckennetzes für Gigaliner. Der Feldtest blieb aber über das Jahr hinweg hinter den Erwartungen. Zum Jahresende ließen 20 Spediteure 35 Fahrzeuge mit 25,25 Meter Länge fahren. Geplant waren bis zu 400. Im November 2012 hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages weitere 750 Mio. Euro für den Verkehrsetat genehmigt, welche die Finanzierungslücke in der Verkehrsinfrastrukturfinanzierung nur kosmetisch überdecken können.

Zum Jahresende ist zudem Bewegung in die dringend notwendige Anschlussregelung zum auslaufenden Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) gekommen. Die Grundlage für die Verkehrsfinanzierung muss bis zum Ende des Jahres 2013 neu geschaffen werden. Ansonsten sieht es in den Kommunen ganz düster aus.

Auf europäischer Ebene wurden 2012 mehrere politische Vorhaben gestoppt oder sogar wieder rückgängig gemacht. So rückte die EU von ihrem Plan ab, Biokraftstoffen im Verkehrssektor eine größere Rolle zukommen zu lassen. Unter Einbeziehung indirekter Landnutzungsänderungen und steigender Nahrungspreise ist eine Steigerung der Biokraftstoffanteile nicht mehr erstrebenswert. Äußerst problematisch entwickelt hat sich auch das Vorhaben, den internationalen Luftverkehr in den Emissionshandel mit einzubeziehen. China und die USA drohten mit einem Handelskrieg, nun soll auf internationaler Ebene ein Kompromiss, der das europäische Vorhaben aufweichen dürfte, gesucht.

London, New York & Co. – Die „großen“ zeigen, dass sie es können

In den ersten Monaten des Jahres wurde sehr stark darüber diskutiert, ob London dem Besucheransturm zu den Olympischen Spielen gewachsen sei. Der SPIEGEL malte den Teufel und ein Riesen-Fiasko an die Wand. Im Nachhinein stellten sich alle Sorgen als unbegründet heraus. Durch gute Planung, eine Verhaltensanpassung der Londoner Bevölkerung und die zusätzlich geschaffenen Kapazitäten lief der Verkehr während der Olympischen Spiele reibungsloser als zu normalen Zeiten. London Overground und Underground erreichen Pünktlichkeitswerte jenseits der 90 Prozent, 12,4 Millionen zusätzliche Sitzplätze absorbierten die zusätzliche Nachfrage. Weitere Informationen zum Londoner Verkehr während der Olympischen Spiele 2012 finden sich hier.

Ebenfalls oft kritisiert wird der New Yorker Nahverkehr. In den vergangenen Jahren hat er aber sehr stark an Qualität gewonnen. Der Hurrikan Sandy, der Ende Oktober 2012 die US-amerikanische Ostküste traf und 253 Menschen das Leben kostete, war ein großer Rückschlag für die Bemühungen, ein zuverlässiges und sicheres Verkehrsmittel anzubieten. Das zweite Mal in der 108-jährigen Geschichte musste der U-Bahn-Betrieb eingestellt werden.

Acht Tunnel unter dem East River, die Manhattan mit Brooklyn oder Queens verbinden, waren überflutet. Ein notdürftig zusammengeschustertes Busnotnetz war am Rande seiner Kapazität. Hinzu kommt, dass viele Straßen wegen umgeknickter Bäume und Trümmerteilen unpassierbar waren. Mehrere Hundert Millionen Liter Salzwasser zerstörten Elektronik, Zugsicherungsanlagen und U-Bahn-Züge. In den Tunneln und Stationen stand das Wasser meterhoch. Hinzu kommen Tonnen von Schlamm und Geröll, die das Wasser mit in die Tunnelanlagen spülte.

Trotz der Probleme hat sich das New Yorker Verkehrsnetz als äußerst robust erwiesen. Viele New Yorker haben ihr Verhalten angepasst, ein Busnotnetz wurde in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft und der Radverkehrsanteil stieg sprunghaft an. Hurrikan Sandy hat gezeigt, dass auch Großstädte mit mehreren Millionen Einwohnern sich in kürzester Zeit auf eine Anpassung ihrer Verkehrsnetze einstellen können und kein Chaos ausbricht. Ein durchaus beruhigendes Wissen…

Jade-Weser-Port

Seit dem 21. September hat Deutschland einen Tiefwasserhafen. Der Jade-Weser-Port bei Wilhelmshaven ist der einzige deutsche Hafen, der tideunabhängig angefahren werden kann. In den kommenden Jahren muss der Jade-Weser-Port seine Notwendigkeit aber noch unter Beweis stellen, auch mit hohen Rabatten ist der Hafen zurzeit nur in wenigen Linien zu finden. Das größte Containerschiff der Welt, die „CMA CGM Marco Polo“, legte lieber in Hamburg und Bremerhaven denn in Wilhelmshaven an. Problematisch ist auch die Hinterlandanbindung, die insbesondere im Schienenbereich noch zu wünschen übrig lässt. Eine Elekrifizierung der bald zweigleisigen Strecke ist derzeit noch im Bau. Bei einer Loco-Quote, dem Anteil von Gütern die im Hafengebiet oder im direkten Umfeld verbleiben, von nahezu Null ist eine gute Hinterlandanbindung von essentieller Bedeutung.

Und auch der Jade-Weser-Port hatte mit Bauproblemen und Verzögerungen zu kämpfen. Wegen Mängeln an der Spundwand musste die Eröffnung vom 5. August auf den 21. September verlegt werden.

Zulassungschaos im deutschen Schienenfahrzeugmarkt

Die Deutsche Bahn, andere Eisenbahnverkehrsunternehmen und die Bahnindustrie haben mit Zulassungsproblemen neuer Fahrzeuge zu kämpfen. Die BR 442, die BR 407 (der „neue ICE 3“) und die neuen Stadler KISS der ODEG  für RE2 und RE4 in Brandenburg seien als Beispiel genannt. Mängel in der komplexer werdenden Zugsteuerung, Zeitdruck und Sonderwünsche der Besteller, das Drücken der Preise bis zur Schmerzgrenze und Ausschreibungen, die stets neues Rollmaterial, eine engere Bestuhlung bei gleichzeitig geringeren Betriebskosten fordern, verzögern die Zulassung neuer Züge immer öfter. Ein bisschen mehr Realitätssinn wäre eventuell auf allen Seiten angebracht.

Hochgeschwindigkeitszüge in den USA: Im Finanzierungschaos hängen geblieben.

Rendering des kalifornischen Hochgeschwindigkeitszugprojekts

Große Hoffnungen wurden 2012 in den USA in Präsident Obama gesetzt. In Kalifornien hoffte man auf neuen Schub für den Aufbau des ersten Hochgeschwindigkeitsverkehrs zwischen Bakersfield und Fresno. Stattdessen gab es Gegenwind von republikanischer Seite, die die Verschwendung von Steuergeldern anprangern. Hochgeschwindigkeitsverkehr solle stattdessen von privaten Eisenbahnunternehmen angeboten werden, eine Verwendung der Mittel im Nordostkorridor wäre angebrachter. Vor dem Hintergrund des US-amerikanischen Haushaltsdefizits und den strikten Kürzungsplänen des rechten republikanischen Rands dürfte die erste neue HGV-Strecke in den USA noch etwas auf sich warten lassen.

Innovation des Jahres: Oberleitungs-Lkw oder Hiriko Fold?

Frontansicht des Hiriko Fold im eingeklappten Zustand – Foto: Hiriko

Ich bin mir etwas unschlüssig, welche Innovation die beste des Jahres 2012 gewesen ist. Der eHighway von Siemens ist ein tolles Konzept für die Elektrifizierung des Güterverkehrs nicht nur auf deutschen Autobahnen. Er trägt durch den höheren Wirkungsgrad sehr zum Ziel einer höheren Effizienz im Verkehrsbereich bei.

Das einklappbare Elektroauto Hiriko Fold brilliert auf dem Feld der Flächenoptimierung. Durch die geringen Grundmaße sinkt der Flächenbedarf des ruhenden Verkehrs. Da sich beide Innovationen jeweils in ein Gesamtkonzept integrieren, möchte ich die endgültige Entscheidung offen lassen und hoffe auf ebenso tolle Konzepte im Jahr 2013!

Abschließend möchte ich noch fragen, was im Jahr 2012 eure / Ihre größte und wichtigste Entwicklung  im Verkehrssektor gewesen ist. Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen!

Schlußstrich

Policies can be considered as intentions or actions or more likely a mixture of the two.
Edward C. Page, The origins of policy, 2006

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In diesem Blog möchten wir die Strategien für die Mobilität von morgen skizzieren, informieren und diskutieren. Wir möchten uns mit diversen Problemen unserer Zeit beschäftigen und dabei alle Verkehrsträger im Blick behalten. Dieser Blog soll dabei helfen, die Herausforderungen von morgen ein wenig mehr ins Bewusstsein zu rücken, Alternativen und mögliche Lösungsansätze vorzustellen und umfassend zu informieren:

Denn man muss die Vergangenheit kennen, die Gegenwart analysieren um die Zukunft entwickeln zu können. (Mehr...)

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