Artikel zum Thema Aschewolke
Horst Köhlers bemerkenswerte Rede über Verkehr & Mobilität auf dem ITF 2010

Zwar ist das hier gezeigte Video schon etwas älter, allerdings ist das behandelte Thema natürlich zeitlos. Mein Professor in Raum- und Verkehrsplanung hat uns heute das Hauptreferat des damaligen Bundespräsidenten auf dem Weltverkehrsforum (International Transport Forum – ITF) 2010 vorgeführt. Bemerkenswert ist, wie direkt die Probleme unserer Zeit mit und durch den anspricht – für einen Politiker wahrlich erstaunlich (wenn auch abgelesen). Ich weiß aber nicht, inwieweit dies mit seinem Rücktritt wenige Tage später zusammenhängt…

Das Video lässt sich hier leider nicht einbinden. Es kann aber auf der Webseite des Internationalen Transportforums betrachtet werden.

Das Weltverkehrsforum ist die derzeit bedeutendste internationale Plattform zum Austausch von Ideen und Erfahrungen im Bereich Verkehr, und . Seit 2008 treffen sich hier jährlich im Mai Verkehrspolitiker aus den 52 ITF-Mitgliedstaaten mit hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, um über strategisch wichtige Fragen globaler zu sprechen.

Das Weltverkehrsforum bietet Raum für offene Debatten in jährlich wechselnden aktuellen Themenfeldern: Das erste Weltverkehrsforum im Mai 2008 befasste sich mit dem Themenkomplex „Verkehr und Energie – Die Herausforderungen des Klimawandels“, 2009 tagte das Forum zum Thema „Verkehr für eine globale Wirtschaft – Herausforderungen und Chancen in der Wirtschaftskrise“. Mit der diesjährigen Themenstellung: „Verkehr und Innovation – Die Potenziale ausschöpfen“ griff das Weltverkehrsforum wieder ein zentrales Zukunftsthema auf. Innovationen sind der Schlüssel für eine - und klimagerechte Weiterentwicklung des globalen Verkehrssystems; sie sind gleichzeitig treibende Kraft für eine positive wirtschaftliche Entwicklung. (weiterlesen …)

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Beeinträchtigungen im Luftverkehr durch Vulkanasche des isländischen Vulkans Grímsvötn

Erst im letzten Jahr kam es zu massiven Beeinträchtigungen des europäischen Luftverkehrs durch den Ausbruch eines isländischen Vulkans. Der Eyjafjallajökull hielt Reisende und gleichermaßen in Atem.

Bereits letztes Jahr habe ich in diesem Blog die Ausbreitung der und die damit verbundenen Probleme eingehend begleitet. Ich glaube zwar nicht, dass der den Flugverkehr in, von und nach Europa in ähnlichem Ausmaß wie der Eyjafjallajökull beeinträchtigen wird, allerdings weiß man erstens nie was genau kommen wird und zweitens ist es in meinen Augen sehr interessant, wie sich die Maßnahmen der jeweiligen Aufsichtsbehörden und Ministerien von denen vor einem Jahr unterscheiden und wie diese zu bewerten sind.

Grímsvötn Vulkanausbruch Island NASA Satellitenbild Mai 2011

Dieses Satellitenbild zeigt den ausgebrochenen isländischen Vulkan Grímsvötn am 22. Mai 2011 um 05:15 UTC – NASA Goddard Space Flight CenterCreative Commons

Dieser “Ticker” bietet wie im letzten Jahr auch keine Liveberichterstattung, sondern hat eher archivarische Gründe. Er stellt daher eher ein Protokoll dar. Aktuelle Meldungen können Sie über unseren Twitter-Account erhalten.

Als Vorinformation empfiehlt sich die Lektüre der Ereignisse des letzten Jahres sowie folgende Artikel:

Wieso Computermodelle bei der Vorhersage von Aschewolken sinnvoll sind

Der Vulkanaschengewinner: Hochgeschwindigkeitszüge

Eyjafjallajökull – die Auswirkungen in Europa und der ganzen Welt

Hinweis: Aktuelle Meldungen können Sie über unseren Twitter-Account erhalten. Dieser Artikel wird nicht in Echtzeit aktualisiert! (weiterlesen …)

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2010 – was das vergangene Jahr mit sich brachte

Eigentlich mag ich Jahresrückblicke nicht. Dies liegt jetzt nicht am Blick in die Vergangenheit, ein schöner Blick zur Selbstreflexion, sondern eher an der Masse an Jahresrückblicken, die uns derzeit überschwemmen.

Irgendwie möchte man nicht, kann sich jedoch nicht so ganz entziehen.

Zuerst möchte ich mich jedoch bei allen meinen Bloglesern bedanken, die mir ihre Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt haben. Ich nehme dies einfach mal als persönliche Wertschätzung wahr. Ganz besonders möchte ich mich natürlich bei denen bedanken, die mir per Kommentar oder Mail eine Rückmeldung gegeben haben. Dies darf 2011 gerne noch mehr werden! ;-)

Insgesamt war 2010 für dieses Blog ein erfolgreiches Jahr. Obwohl dieses Blog erst seit dem 01. April 2010 existiert, hat sich – wenn ich die Statistik richtig lese – eine überraschend große Stammleserschaft etabliert. Die Besucherzahlen sind ebenfalls jeden Monat kontinuierlich gestiegen und haben sich binnen Jahresfrist mehr als verzwölffacht! Dafür meinen herzlichen Dank!

Sollten Verbesserungsvorschläge, Lob und Kritik bestehen, bitte nicht zögern: die Kommentarfunktion steht immer offen! :-)

Aber nun zu den Sachen, auf die ich selbst keinen Einfluss habe und denen ich 2010 besondere Aufmerksamkeit schenken durfte bzw. die mich persönlich sehr erfreut haben:

Das Entstehen von Bus-Rapid-Transit-Netzen (Schnellbus-Netzen) weltweit

In den letzten 12 Monaten sind in vielen Städten neue BRT-Systeme eröffnet worden. Schnellbusnetze sind eine vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit Autofahrten zu vermeiden und ein effizientes und gut funktionierendes öffentliches Verkehrssystem aufzubauen.

Im Februar 2010 wurde das BRT in Guangzhou () eröffnet. Es ist das Schnellbusnetz mit der weltweit höchsten Frequenz, den längsten Haltestellen, den meisten aus- und zusteigenden Fahrgästen an den Haltestellen, etc.pp.

Guangzhou BRT Haltestelle SchnellbusnetzKarl Fjellstrom – ITDP-Chinatransportphoto.netCreative Commons

Eine Besonderheit ist, dass in den Haltestellen viel Platz für das Abstellen von Fahrrädern verfügbar ist. Insgesamt besitzt das BRT-System 980 Busse, die an 26 Haltestellen halten sowie 23 Kilometer Busspuren. Pro Tag fahren mehr als 800.000 Fahrgäste mit dem Schnellbussen in Guangzhou.

Guangzhou BRT Bikesharing an den Haltestellen China SchnellbusnetzKarl Fjellstrom – ITDP-Chinatransportphoto.netCreative Commons

Ein weiteres BRT-Netz, das 2010 neben dem U-Bahnnetz der Stadt erheblich ausgebaut wurde, ist das Teheraner Schnellbusnetz. Die derzeitige Länge beträgt 100 Kilometer, soll aber in den nächsten Jahren auf mehr als 300 Kilometer ausgebaut werden.

Schnellbus in Teheran BRT Iran Foto von Iroony – Public Domain

Die erste Linie wurde erst im Jahr 2008 eröffnet.

Ein anderes BRT-Netz wurde im April dieses Jahres eröffnet. Die kolumbianische Stadt Barranquilla ermöglicht so einen schnelleren und verbesserten öffentlichen Personennahverkehr in der viertgrößten Stadt Kolumbiens (1,9 Millionen Einwohner). Derzeit befördert das Transmetro genannte Schnellbussystem mehr als 200.000 Fahrgäste am Tag. Bis 2015 sollen insgesamt 28 Kilometer Busspuren erichtet werden. Zum Einsatz kommen 18 Meter lange Busse, welche die Euro 4-Abgasnorm erfüllen. Dadurch konnte binnen Jahresfrist 61.511 Tonnen eingespart werden sowie die Zahl der Straßenverkehrsunfälle drastisch gesenkt werden.

BRT Transmetro Barranquilla Kolumbien SchnellbusEbenfalls in Südamerika wurde das Schnellbusnetz El Metropolitano in Lima eröffnet. Insgesamt wurden im Juli 2010 38 Haltestellen und 33 Kilometer Schnellbusspuren freigegeben.

Lima Metropolitano Haltestelle Peru Schnellbusnetz BRTSchnellbusstation in Lima – Flickr – Jim McIntoshCreative Commons

Diese vier aufgeführten BRT-Systeme stehen nur für einen kleinen Ausschnitt der 2010 eröffneten Schnellbusnetze. Würde ich alle 2010 eröffneten Schnellbusnetze hier aufführen, wäre dieser Artikel seitenlang (siehe alleine die südafrikanischen BRT-Linien). Ich bin mir aber sicher, dass auch 2011 weitere BRT-Linien eröffnet werden und viele Städte ihren öffentlichen Nahverkehr auf diese Art und Weise stärken werden.

Deutsche Bahn

Wenig Freude hat uns im letzten Jahr die Deutsche Bahn bereitet. Der Sparkurs der letzten Jahre scheint sich nun zu rächen. Sowohl im Sommer als auch im Winter hatte die Deutsche Bahn große Probleme, alle Strecken problemlos zu bedienen. Insbesondere die ICE-Züge bereiteten dem größten deutschen Eisenbahnunternehmen große Sorgen. (siehe auch Bahnprobleme im Sommer / Bahnprobleme im Winter)

Problematisch sind sowohl der Investitionsstau auf Netzseite als auch die mangelnden Kapazitätsreserven bei Rollmaterial und Werkstätten. Außerdem sind die Probleme bei der S-Bahn Berlin 2010 keinesfalls gelöst worden.

Die Politik und somit die Bundesrepublik als Bahneigentümer konnte sich auch 2010 nicht dazu überwinden, dem System Deutsche Bahn mehr Aufmerksamkeit zu widmen und den Verkehrsträger Schiene zu stärken.

Im Ausland lief das Geschäft hingegen prächtig. Die Übernahme des britischen Eisenbahnunternehmens Arriva stellt wohl den Höhepunkt für das Auslandsgeschäft der Deutschen Bahn dar.

Die ersten Elektroautos fahren – die Massenproduktion läuft langsam an

Lange hat es gedauert, aber im Jahr 2010 haben es auch die ersten großen Autobauer geschafft, die ersten Elektroautos auf den Markt zu bringen. So kann eventuell nicht der Normalkunde, aber dennoch der Kunde mit einem dicken Geldbeutel, einen Nissan Leaf, Chevrolet Volt oder Mitsubishi i-MiEV kaufen.

Chevrolet VoltChevrolet Volt – das erste massenproduzierte Elektroauto von GM (ca. 32.000 Euro)

Weltweit forschen und entwickeln Autobauern an besseren Batterien, Elektromotoren und Fertigungsanlagen. Aber auch die Politik ist nicht untätig: weltweit werden hohe Zuschüsse beim Kauf eines Elektroautos gewährt. In Deutschland wurde die Nationale Plattform Elektromobilität aus der Taufe gehoben, an der alle namhaften deutschen Autohersteller sowie die wichtigsten politischen Vertreter teilnehmen. Die Ergebnisse des Elektroautogipfels von Bundeskanzlerin können nochmals hier nachgelesen werden. Eine kritische Betrachtung des Gipfels finden Sie hier: Nationale Plattform Elektromobilität – der Startschuss ins Nirgendwo

Im Jahr 2010 hat sich das Elektroauto endgültig zum Heilsbringer für die Automobilindustrie gemausert. Auch wenn die Chinesen einen nicht allzu kleinen Vorsprung haben. Die nächsten Jahre werden aber auf jeden Fall spannend.

Der isländische Vulkan Eyjafjallajökull legt den europäischen Flugbetrieb lahm

Luftraum über Europa während des Vulkanausbruchs des Eyjafjallajökull im April 2010Mitte April brachte die Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull den Flugverkehr in Europa zum Erliegen. Ganze sechs Tage waren der gesamte bzw. Teile des europäischen Luftraums gesperrt, Millionen Reisende saßen fest.

Da die Fluggesellschaften jeden Tag Millionen Euro Umsatz verloren, übten sie massiven Druck auf die Politik aus, die Flugverbote zu lockern. Diese blieb hart und berief sich auf der zuständigen Stellen. (siehe auch: Wieso Computermodelle bei der Vorhersage von Aschewolken sinnvoll sind)

Hochgeschwindigkeitszüge

Es fiel mir letztes Jahr persönlich sehr schwer, mich einen Tag lang nicht mit Hochgeschwindigkeitszügen zu beschäftigen. Derzeit entstehen auf der ganzen Welt neue Hochgeschwindigkeitstrassen. Spanien hat im Dezember 2010 Frankreich als Hochgeschwindigkeitseuropameister überholt. Das führende Land im Hochgeschwindigkeitszugverkehr ist ohne Zweifel China: gefühlt werden wöchentlich neue Hochgeschwindigkeitsstrecken eröffnet, auf denen immer schneller fahrende Hochgeschwindigkeitszüge immer neue Hochgeschwindigkeitsrekorde aufstellen (486,1 km/h). Finanziert wird der Bau der neuen Strecken von der chinesischen Regierung, die eine nahezu unlimitierte Menge Geld in das Hochgeschwindigkeitsnetz investiert.

China Hochgeschwindigkeitszugnetz Strecken Netz KarteHochgeschwindigkeitszugstrecken China – The Transport Politic

2010 hat China den Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke durch Thailand und Laos bis nach Singapur angekündigt. Des Weiteren werden derzeit die ersten Planungen für eine mögliche Schnellstrecke durch Kasachstan und die nach Bulgarien durchgeführt.

In einer erstaunlich kurzen Zeit hat sich China zum führenden Land mit Hochgeschwindigkeitszugverkehr entwickelt. Dies umfasst mittlerweile auch den Bau von Strecken und Zügen.

Amtrak USA Nordostkorridor Acela ZugIn den USA ist der Bau von Hochgeschwindigkeitszugstrecken kein technisches, sondern ein politisches Problem. Im Januar wurde vom amerikanischen Verkehrsministerium eine Milliarde Dollar bereitgestellt, im Oktober 2010 folgten fünf weitere Milliarden. Auch wenn es eine breite Pro-HSR Bewegung in den USA gibt, stehen insbesondere republikanische Gouverneure und Senatoren, Hochgeschwindigkeitszügen kritisch gegenüber. In Wisconsin und Ohio scheint der Bau von Hochgeschwindigkeitstrassen relativ unwahrscheinlich geworden zu sein. Nichtsdestotrotz werden die Planungen für Schnellstrecken in Kalifornien, Florida und dem Nordostkorridor voran getrieben.

Aber auch andere Länder wie die Türkei, Brasilien, Russland, Marokko, Spanien, Saudi-Arabien und viele andere Länder planen oder bauen derzeit neue Hochgeschwindigkeitsstrecken.

Hybrid- und Elektrofahrzeuge im und innerstädtischen Lieferverkehr

Der innerstädtische Lieferverkehr ist für Elektro- wie auch Hybridantriebe perfekt geschaffen. Durch das häufige Abbremsen und Wiederbeschleunigen wird viel Treibstoff verbraucht. Der Treibstoffbedarf könnte durch einen eingebauten Hybridmotor stark abgesenkt werden. Dies spart sowohl Kosten und verringert andererseits die Emissionen.

Elektro-Lieferwagen für die Stadt: Ford Transit Connect BEVElektro-Lieferwagen für die Stadt: Ford Transit Connect BEV

Elektrisch betriebene Lieferwagen könnten die CO2-Emissionen auf Null minimieren. Das Problem der begrenzten Reichweite könnte durch intelligente Tourenplanung minimiert werden. Im Jahr 2010 wurden die ersten Testflotten unter anderem bei UPS auf den Weg geschickt. Mit einem Ergebnis kann in den nächsten zwei Jahren gerechnet werden.

Dynamische Parkgebühren

Autos nehmen dem Menschen Lebensraum. Um diesen wieder für sich zurückzugewinnen, haben einige Städte begonnen, Parkraum zu verteuern. Ein weiteres Problem mit Parkplätzen ist die Zeit, die Autofahrer aufwenden müssen, um einen freien Parkplatz zu finden. Dies verbraucht Treibstoff und verursacht somit unnötige CO2-Emissionen.

In San Francisco wurde 2010 das größte dynamische Analysetool gestartet, das die Nachfrage nach Parkraum misst und diesen entsprechend der Nachfrage bepreist. Mehr als 6.000 Parkplätze auf den Straßen und 11.500 Parkplätze in Tiefgaragen und Parkhäusern werden von diesem System verwaltet.

Dr. Shoup: Parking Guru! von Streetfilms auf Vimeo.

Grundlage für das dynamische Bepreisen von Parkplätzen ist Professor Dr. Donald Shoup, der 2005 das Buch “High Cost of Free Parking” veröffentlicht hat. Shoups dynamisches System funktioniert ähnlich wie Telekommunikationssystemen, die während der Hauptnutzungszeiten genutzt werden. Wie bei Telefonhotlines stellt der Parkraum einer Stadt ein fixes Angebot dar, während die Nachfrage je nach Tageszeit und Ort stark schwankt. Sobald die Nachfrage nach Parkraum steigt, verlängert sich die Suchzeit nach freien Parkplätzen erheblich und somit auch der Kraftstoffverbrauch. Shoup verdeutlichte dies, indem er die Suche nach Parkraum in einem 15 Block großen Areal analysierte. Autofahrer,die in diesem Gebiet auf der Suche nach einem Parkplatz waren, verbrauchten bei ihrer Suche hochgerechnet auf ein Jahr mehr als 175.000 Liter Treibstoff.

Indem die Parkgebühren während der Hauptnutzungszeiten eines Parkplatzes höher liegen, als in den Nebenzeiten, kann die Nachfrage nach Parkraum dynamisch gesteuert werden. Dadurch sinkt die Zeit für die Parkplatzsuche und somit Treibstoffverbrauch und CO2-Emissionen.

Andere Städte wie und New York führten 2010 ebenfalls dynamische Parkraumgebühren ein.

Stuttgart 21

Das politisch aufregendste Verkehrsprojekt in Deutschland war ohne Zweifel Stuttgart 21. Zehntausende Bürger wollten mitbestimmen! Dies hat sowohl Politik wie auch Deutsche Bahn maßlos überfordert. Mit einem rüden Polizeieinsatz, bei dem ein Demonstrant sogar sein Augenlicht verlor und Pfefferspray gegen Kinder eingesetzt wurde, gossen die Verantwortlichen weiter Benzin ins Feuer und brachten die Bürger Stuttgarts und der gesamten Bundesrepublik weiter gegen sich auf.

Stuttgart 21 Visualisierung Animation des DurchgangsbahnhofsErst eine Schlichtung unter Leitung von Heiner Geißler konnte Druck aus dem Konflikt nehmen und brachte erstmals ein wenig Transparenz in die Vorgänge. Am Ende konnten die Gegner von S 21 das Projekt nicht stoppen, setzten allerdings einige Änderungen durch. Stuttgart 21 Plus löst zwar einige Probleme, wird aber sicherlich auch einige Millionen Euro teurer.

Auch im Jahre 2011 dürfte Stuttgart 21 (Plus) ein heißes Thema bleiben. Die Landtagswahl in Baden-Württemberg steht kurz bevor, das Ergebnis des Stresstests wird erwartet und weitere Demonstrationen sind angekündigt.

Weltmeisterschaft in Südafrika

Was haben wir gejubelt. Aber nicht nur die Erfolge der deutschen Elf freuten mich, sondern auch die Fortschritte für die Transportsystemen des Landes.

Drei Tage vor Eröffnung der Fußballweltmeisterschaft, wurde der Gautrain eröffnet. Der Gautrain ist mit seiner Maximalgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometer zwar kein wirklicher Hochgeschwindigkeitszug, aber verbindet dennoch Johannesburg und in einer Rekordzeit miteinander. (siehe: Afrikas erster “Hochgeschwindigkeitszug”: der Gautrain | Südafrikas langfristige Eisenbahnpläne: ambitioniert aber machbar)

Gautrain Bombardier Zug Südafrika WM 2010Nach der Vollendung der Strecken wird der Zug 80 Kilometer auf zwei Hauptrouten zurücklegen: einer Nord-Süd-Verbindung von Hatfield nach Marlboro und einer Ost-West-Verbindung von Park Station nach zum internationalen Flughafen von Johannesburg.

Aber nicht nur im Eisenbahnsektor hat die Weltmeisterschaft Südafrika verwandelt. Auch im Öffentlichen Personennahverkehr hat sich einiges getan. Neue Schnellbuslinien wurden in Port Elizabeth, Johannesburg und Cape Town eröffnet. Von dieser WM werden die Südafrikaner noch lange profitieren.

Aber dennoch muss ich Wasser in den Wein kippen: Obwohl die Weltmeisterschaft in Südafrika klimaneutral gestaltet werden sollte, wurden 6x soviele CO2-Emissionen in die Atmosphäre entlassen wie in Deutschland 2006. Dieses Ziel haben Südafrika und die FIFA eindeutig verfehlt.

Weitere Entwicklungen

Dies war natürlich nicht das Einzige, was 2010 geschehen ist. Ich könnte diese Liste noch endlos weiterführen. Anzusprechen sind auf jeden Fall die Gigaliner, für die 2010 kein gutes Jahr war. Viele Bundesländer lehnen Testfahrten mit den überlangen LKWs auf ihren Straßen ab.

Weltweit nehmen Carsharing und Bikesharing-Programme zu. Diese Entwicklung wird sich 2011 weiter fortsetzen. Gestritten wurde in Deutschland (wieder einmal) über die Einführung einer PKW-Maut, zu beobachten ist zudem eine Verschärfung der Umweltzonen in deutschen Städten. Themen wie Elbvertiefung, Fehmarnbeltquerung oder der Airport Berlin-Brandenburg International haben uns letztes Jahr ebenfalls begleitet.

Mal schauen was 2011 so bringt.

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Verkehr in 140 Zeichen am 15.11.2010
  • schadet der Region“ – Schwäbische Zeitung – http://j.mp/9fAm6z #
  • Floridas neuer Gouverneur Rick Scott möchte die Machbarkeit der geplanten Hochgeschwindigkeitszugtrasse Orlando – Tampa erneut prüfen lassen, bevor er Geld ausgibt. Insbesondere das Verhältnis Baukosten / geschaffene Arbeitsplätze soll überprüft werden. – http://hsr.me/aTRVbB #
  • : 11,5 Mrd. Euro für Aus- und Neubau von Bahnstrecken – DMM – http://j.mp/bDju4b #
  • Trenitalia bietet für Arriva Deutschland – DMM – http://j.mp/c9RhyN #
  • Bund will Förderung der Transrapid-Strecke im Emsland beenden. Landkreis Emsland-Lathen soll den Weiterbetrieb, falls gewünscht, finanzieren #
  • droht Rolls Royce mit Flugverbot, sollten bei Triebwerken des Typs Trent 900 weitere Öllecks gefunden werden. Somit könnten im schlimmsten Fall alle 20 mit Rolls Royce Triebwerk, stillgelegt werden. Reparatur einer Turbine kostet etwa 1 Mio. £
  • Alstom klagt zum zweiten Mal vor dem High Court in London gegen die Vergabe von Zugaufträgen durch an Siemens – Handelsblatt Print #
  • Müssen 29 weitere Airbus A380 Triebwerke von Rolls Royce ausgetauscht werden? – Reuters – http://dlvr.it/8XMdJ #
  • Neue Benzinsorte E10 – Qui bonum? – Telepolis – http://j.mp/cJRGjs #
  • Ryanair-Chef O’Leary: “Berlins neuer Flughafen ist eine Schwachsinnsidee” – Tagesspiegel – http://j.mp/d4GuLa #
  • Was wirklich geschah am 30.09. im Stuttgarter Schlossgarten – Tagesspiegel – http://tinyurl.com/28wu6m9 #s21 (via @RAStadler) #
  • Kommt der Ausbau des Bahnknoten Köln? – Zughalt – http://bit.ly/b1zchx #
  • Einflugverbot für Fracht aus dem Jemen bleibt bestehen – DVZ – http://bit.ly/dt3XBv #
  • Eventuell wäre ein verbessertes Busangebot ja hilfreich gewesen? – SKY – http://bit.ly/bAnJYQ #
  • Die Gefahr ist da! – Die Sicherheit in der noch nicht? – Blog – http://j.mp/cfnQVb #
  • Der indonesische Flughafen Yogyakarta auf der Insel Java bleibt aufgrund der des weiterhin geschlossen http://j.mp/cvgqNS #
  • Gouverneure von Florida, Ohio und könnten alle Bundesmittel für den Ausbau der Eisenbahnnetze zurückweisen – http://j.mp/cDrhDr #
  • Der Pendler von morgen – Des Moines Register – http://j.mp/baJr9Y #
  • Arabische See als neues Piraten-Operationsgebiet – Augen geradeaus – http://is.gd/h7GQt #
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Verkehr in 140 Zeichen am 07.11.2010
  • Singapore , Japan , Malaysia , , Cathay Pacific und AirAsia streichen alle Flüge von und nach Jakarta. #
  • Die des hat mittlerweile eine Höhe von acht Kilometern erreicht. #
  • Druck auf Stuttgart-21-Experten wächst – SPIEGEL – http://www.spiegel.de///0,1518,727693,00.html #
  • Ex--Chef Weibel kritisiert Bahnausbau – Berner Zeitung – http://j.mp/aYKkVN #
  • Auch Gouverneur wirbt für eine Umverteilung der Mittel für den Ausbau des Schienennetzes in – http://bit.ly/d8NOCh #
  • wieder deutlich pünktlicher: diese betrug im Oktober 95,3 % – DMM – http://j.mp/be5Qc6 #
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Verkehr in 140 Zeichen am 03.11.2010
  • Der aktivste isländische Vulkan Grímsvötn steht offenbar vor einer Eruption. nicht unwahrscheinlich – Moved #
  • plant Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Chengdu und Xi’an. Länge 510 km, Kosten: 10,6 Mrd. Dollar, 250 km/h – Moved #
  • Kleine Philosophie des Kreisverkehrs – ZEIT – Moved #
  • Der Republikaner Scott Walker wurde zum neuen Gouverneur in Wisconsin gewählt. Damit steht die HS-Strecke Milwaukee-Madison zur Disposition. #
  • In Ohio hat der Demokrat Ted Strickland verloren. Somit ist dort auch die geplante Hochgeschwindigkeitszugstrecke in Gefahr. #
  • In hat der Demokrat und Hochgeschwindigkeitszugunterstützer Brown das Rennen um den Gouverneursposten gewonnen. #
  • Der rasante Ausbau der U-Bahn Netze in , und – Railway Gazette – Moved #
  • Noch vier Bieter für Deutsche Bahn-Tochter Arriva Deutschland im Rennen: aus Frankreich Keolis, Veolia und der Infrastrukturfonds Cube, aus den Niederlanden Abellio – Handelsblatt (Print) #
  • Tiefseehafen in Dawei, : Die Bauarbeiten sollen zehn Jahre dauern. – Verkehrsrundschau – Moved #
  • Der Hafen soll 25 Containerschiffe zwischen 20.000 und 50.000 Tonnen gleichzeitig abfertigen können. #
  • Die 170km lange Autobahn zur thailändischen Grenze wird achtspurig ausgebaut. . Exporte könnten somit den Weg nach umgehen. #
  • : Zweifel an Bahn-Kalkulation wachsen – Süddeutsche Zeitung – Moved #
  • Welche Länder Elektroautos am stärksten fördern – Wirtschaftswoche Wattgetrieben – Moved #
  • Ein schlechter Tag für die nachhaltige Mobilität in den USA – Streetblogs – Moved #
  • -Metro feiert Premiere – SPIEGEL – Moved #
  • Deutschland im Paketfieber – Spiegelfechter – Moved Permanently #
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Europaweite Beeinträchtigungen im Luftverkehr durch Vulkanasche (ab dem 02.05.2010)

Dieser Artikel ist Teil der Serie Europaweite Beeinträchtigungen im Luftverkehr durch Vulkanasche – Liveblog. Eine Übersicht über alle Artikel finden Sie hier.

Nachdem die erste Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull den europäischen bereits einmal zum Erliegen gebracht hatte, nähert sich nun eine zweite Aschewolke West- und Mitteleuropa. Ab dem 1. Mai 2010 wurden die Aktivitäten des Vulkans wieder stärker, die Eruptionssäule stieg bis zu 5,5 km in die Höhe und wurde durch den sich drehenden Wind in Richtung Südosten getrieben.

Sonntag, 02.05.2010

01:22: Ausleger der Aschewolke erreichen den Norden Schottlands und Irlands.

Vulkanasche Ausbruch Europa Aschewolke
Ausleger der Aschewolke erreichen – Stand: 02.05.2010 – 01:22 – Met Office

Montag, 03. Mai 2010

13:40: Die Aschewolke bedeckt weiterhin den Luftraum über , Schottland und Westengland. Die Flughäfen sind jedoch geöffnet.

Vulkanasche Mai Europa Aschewolke
Ausleger der Aschewolke weiterhin über Europa – Stand: 03.05.2010 – 13:40 – Met Office

Dienstag, 04. Mai 2010

08:52: Die Flughäfen Glasgow, Shannon und Dublin wurden geschlossen.

08:55: Die Aschewolke erreicht eine Höhe von bis zu 6.000 Meter.

09:14: Die geschlossenen Flughäfen sollen gegen 13 Uhr lokaler Zeit wieder geöffnet werden.

10:24: erwartet ungefähr 28.000 Flüge im europäischen Luftraum für den heutigen Tag. Dies entspricht der Normalität.

In höheren Lagen gibt es auch über Irland, Nordirland und Westschottland keinerlei Probleme. Überflüge sind durch die Aschewolke nicht beeinträchtigt.

12:13: Ascheregen ging in Álftaver und Meðalland nieder.

14:16: Der schottische und irische Luftraum ist wieder vollständig geöffnet.

15:19: Eurocontrol kündigt an, dass es im Laufe der nächsten Tage eventuell zu Sperrungen des nordwestlichen Luftraumes über den britischen Inseln kommen kann. Allerdings sollen diese keinesfalls die Ausmaße der ersten Aschewolke annehmen, da die Aschekonzentration geringer sei. (weiterlesen …)

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Schlußstrich

Eine Stadt wird nicht dann zivilisierter, wenn sie Autobahnen hat, sondern wenn sich ein Kind mit Dreirad überall sicher und einfach bewegen kann.
Enrique Peñalosa, ehemaliger Bürgermeister von Bogotá, Kolumbien

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In diesem Blog möchten wir die Strategien für die Mobilität von morgen skizzieren, informieren und diskutieren. Wir möchten uns mit diversen Problemen unserer Zeit beschäftigen und dabei alle Verkehrsträger im Blick behalten. Dieser Blog soll dabei helfen, die Herausforderungen von morgen ein wenig mehr ins Bewusstsein zu rücken, Alternativen und mögliche Lösungsansätze vorzustellen und umfassend zu informieren:

Denn man muss die Vergangenheit kennen, die Gegenwart analysieren um die Zukunft entwickeln zu können. (Mehr...)

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