Artikel zum Thema Carpooling
Verkehr in 140 Zeichen am 04. – 08.04.2013
Verkehr in 140 Zeichen am 27. – 31.03.2013
[Video zum Wochenende] Gewinner des Sustainable Transport Award 2012: San Francisco und Medellin

Am Besten lernt man aus eigenen und fremden Fehlern und – durchaus wünschenswerter – aus tollen Konzepten, die in anderen Städten, Kommunen und Regionen bereits umgesetzt wurden.

Das Institute for Transportation & Development Policy (ITDP) kürt bereits seit einigen Jahren Städte mit tollen Nahverkehrskonzepten. ITDP ist eine international tätige, als gemeinnützig anerkannte Nicht-Regierungsorganisation, die sich der Entwicklung angepasster Transportlösungen zur Armutsbekämpfung und zum insbesondere in Schwellenländern verschrieben hat.

Im Jahr 2012 hat die kolumbianische Stadt und die US-amerikanische Stadt San Francisco den Sustainable Transport Award gewonnen.

Medellin

Medellin in hat in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen, um den Öffentlichen Personennahverkehr zu verbessern, den Fußverkehr zu fördern und die Verkehrssicherheit in der Stadt zu erhöhen. Für das Erreichen dieser Ziele, wurde ein -System, MetroPlús, aufgebaut, welches vollkommen in die bereits existierenden Öffentlichen Verkehrsmittel integriert wurde. Bislang existiert die Metro de Medellín mit zwei Linien (Linie A Itagüí – Niquía, Linie B San Antonio – San Javier) und insgesamt 42 km Schienennetz. Diese U-Bahn ist die einzige in Kolumbien. Zudem verfügt Medellin als einzige Stadt Kolumbiens über eine Hochbahn (eröffnet 1995), die die Stadt mit ihrer Umgebung verbindet. Die Stadt betreibt auch zwei Seilbahnlinien zu den Armenvierteln und San Javier. Pro Jahr transportieren die Seilbahnlinien rund 100 Millionen Fahrgäste. Für mehr Informationen über innerstädtische Seilbahnsysteme siehe den Gastartikel “Luftseilbahnen als innerstädtische Massenverkehrsmittel”.

Metrocable Seilbahn in Medellin, KolumbienMetrocable in Medellin, Kolumbien – Foto: Camilo Sanchez @ WikimediaCC BY-SA 3.0

Medellin ist die einzige Stadt in der Region mit einem vollständig ausgebauten BRT-Netz und einer Verknüpfung desselben mit der U-Bahn. Durch den Ersatz vieler alter Busse durch neue Fahrzeuge mit Erdgasantrieb wurden die Emissionen des ÖPNV verringert. Dieses Jahr wurde zudem ein Bike Sharing-System aufgebaut. EnCicla bietet Zugang zu 145 Fahrrädern im öffentlichen Raum.

In den letzten Jahren hat die kolumbianische Stadt zudem die Fußläufigkeit und die Aufenthaltsqualität massiv verbessert. Über 1,6 Millionen Quadratmeter wurden neu gestaltet. 25 neue Parks und 11 neue Promenaden verbessern sowohl das Stadtklima als auch den sicheren und schnellen Zugang zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Mehr als 800.000 Menschen profitieren davon.

Die Verkehrssicherheit wurde durch ein spezielles Maßnahmenpaket, das sogenannte „Intelligent Mobility System (SIMM)“ verbessert. Bei entsprechenden wurden neue Fußgängerüberwege, Lichtsignalanlagen und Zebrastreifen geschaffen. Die Reaktionszeit der Hilfskräfte sank von 40 Minuten im Jahr 2008 auf 18 Minuten im Jahr 2011. Medellin hat zudem damit begonnen, Abgasemissionen des Verkehrs zu messen und Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität zu ergreifen.

Das / Carpooling-Programm “Comparte tu carro” bündelt Verkehre und trägt somit aktiv zur Verkehrsvermeidung bei. Derzeit nehmen 171 Institutionen an dem Rideshring-Programm teil.

Um Werbung für den Öffentlichen Personennahverkehr zu machen und die Informationslage zum Verkehr zu verbessern, setzt Medellin konsequent auf das Internet. Dort werden u.a. aktuelle Verkehrsinformationen zum Abruf bereit gehalten. Die lokalen Verkehrsbetriebe informieren neben ihrer eigenen Webseite die ÖPNV-Nutzer auch über Soziale Netzwerke mit Informationen zu Umleitungen, Verspätungen und aktuellen Geschehnissen.

San Francisco

32% aller Bewohner San Franciscos nutzen den Öffentlichen Personennahverkehr. Die San Francisco Municipal Railway (kurz: Muni) ist das siebtgrößte ÖPNV-Netz der USA. Mit über 200 Millionen Fahrten jedes Jahr ist die Nutzung die stärkste ÖPNV-Nutzung an der Westküste und die drittgrößte in den USA.

Das ÖPNV-Netz besteht aus einem kombinierten - und U-Bahnsystem und einem flächendeckenden Busnetz. Berühmt sich die Cable Cars, die die Hügel der Stadt hinauffahren.

Den Großraum San Francisco deckt Bay Area Rapid Transit (kurz BART) ab, eine Art , das San Francisco mit der East Bay verbindet. Der Strecke führt von der Market Street zum Civic Center, dann südlich ins Mission District und durch das San Mateo County bis zum San Francisco International Airport und Millbrae. Ebenfalls der Umlanderschließung dient Caltrain. Dieser Pendlerzug verbindet San Francisco mit San Jose.

Aber San Francisco hat auch mit der Förderung des nicht-motorisierten Verkehrs begonnen. Zur Zeit fahren etwa 75.000 Pendler täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Bis 2020 möchte San Francisco den Radverkehrsanteil auf 20% erhöhen.

Um die Verkehrssicherheit für Fußgänger zu erhöhen, wurden Tempo 30-Zonen um alle Schulen der Stadt eingerichtet.

Für den Gewinn des Sustainable Transport Award 2012 waren jedoch zwei andere Verkehrsprojekte maßgebend. In den letzten Jahren hat San Francisco zusammen mit der lokalen Wirtschaft und der Bürgerschaft SFPark eingeführt, ein Parkmanagementsystem in den Geschäftsvierteln der Stadt. 7.000 der 28.800 vorhandenen Stellplätze im öffentlichen Raum, die mit Parkgebühren belegt sind, wurden in SFPark eingebunden. Hinzu kommen noch 12.250 Stellplätze in 15 der 20 städtischen Tiefgaragen.

Zweites Projekt war das “Pavement to Parks”-Programm bei dem versiegelte Flächen wieder aufgebrochen und begrünt werden. Auf diese Weise entstanden viele neue Plätze, die eine verbesserte Aufenthaltsqualität bedeuten. Durch die Umwandlung von Stellplätzen in sogenannte Parklets (kleine Miniparks am Straßenrand) wurden stadtweit Flächen in Zusammenarbeit mit lokalen Geschäften und Nachbarschaftsvereinen umgewandelt und das Stadtbild verbessert.

Parklet in San FranciscoFreewheel Parklet, Valencia Street San Francisco – Mark Hogan @ FlickrCC BY-SA 2.0

Parklets wurden geschaffen, um den Stadtbewohnern eine Möglichkeit zu geben, zu enspannen und die Stadt um einen herum zu genießen. Parkplätze werden oftmals dann umgewandelt, wenn ein Mangel an Stadtgrün (öffentliche Parks, usw.) besteht oder die Gehwegbreite zu gering ist, um einen gewissen Wohlfühlfaktor zu erreichen. Parklets können fest installiert oder auch temporär angelegt werden, wenn zum Beispiel Bedenken für die Schneeräumung im Winter bestehen. Das “Pavement to Parks”-Programm hat eine Vorbildfunktion für viele andere Städte wie New York und Vancouver gehabt.

[Video zum Wochenende] Was Los Angeles bewegt

Es gibt wohl nur wenige Städte, die so autozentriert sind wie . In den letzten Jahrzehnten wurde diese Entwicklung stets durch bauliche wie auch politische Maßnahmen unterstützt.

Die Folgen sind unübersehbar. Aufgrund der Zersiedelung müssen morgens und abends weite Strecken zurücklegen, selbst achtspurige Autobahnen sind regelmäßig von Staus betroffen. Laut INRIX National Traffic Scorecard war das Gebiet um Los Angeles – Long Beach 2010, 2009, 2008, 2007 und 2006 das am meisten von Staus geplagte Gebiet der . 11,5% aller in den existierenden Staus des Jahres 2010 traten in der Metropolregion L.A. auf.

Um die zunehmenden Verkehrsprobleme zu beheben, bzw. zumindestens zu lindern, investiert Los Angeles massiv in das S-Bahnnetz, das Schnellbusnetz, das Radwegenetz und alle anderen alternativen Verkehrsträger zur Straße. Allerdings braucht der Wandel seine Zeit. Derzeit fahren immer noch zwei Drittel aller Pendler alleine mit ihrem Pkw zur Arbeit und zurück, nur 15 Prozent nehmen andere auf ihrem Arbeitsweg mit (Carpooling). 11 Prozent nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel und nur fünf Prozent gelangen zu Fuß oder mit dem (nur 0,9%) zu ihrem Arbeitsplatz. Dabei hatte Carmageddon doch gezeigt, was möglich wäre. Aber trotzdem fährt jeder Einwohner L.A.s jeden Tag durchschnittlich 33,6 Kilometer!

Dabei ließe sich durch bereits kleine Änderungen am , der erheblich verbessern. Wie genau Los Angeles unterwegs ist und welches Änderungspotential existiert, visualisiert diese menschliche :

Aber natürlich gibt es auch eine weitaus weniger bewegte Infografik zum Thema “ in Los Angeles”:Verkehr in Los Angeles Autozentrierte Stadt Infografik

[Lift France 2011] Die Stadt der Zukunft entwickeln

Kurz vor meinem Urlaub fand in Marseille die diesjährige Lift France-Konferenz statt. Lift-Konferenzen beschäftigen sich hauptsächlich mit den Effekten, die digitale Technologien und das Internet auf die Gesellschaft haben.Logo der LIFT France 2011 KonferenzInteressanterweise dringen digitale Technologien auch immer weiter in den Verkehrssektor vor. Sei es die Vernetzung verschiedener zur Bildung multimodaler Transportketten, die Analyse von Straßenverhältnissen zur Stauvermeidung oder noch einen Schritt weiter, die Vernetzung von alles mit jedem zu sogenannten MESH-Netzwerken.

Auf dieser Konferenz wurden sehr interessante Vorträge und eine sehr interessante Keynote zu den Themen und vor dem Hintergrund der digitalen Entwicklung(smöglickeiten) gehalten. Wir möchten bessere haben. Sie sollen grüner, sicherer, dynamischer und leichter erreichbar sein. Um dies zu erreichen, reichen großartige Ingenieurskunst und zielstrebige Planungen nicht aus. Heutzutage versuchen wir allerdings mit genau diesen Mitteln eine “intelligente Stadt” zu schaffen, die all die gewünschten Eigenschaften besitzt. Wir werden vermutlich scheitern.

Was wir brauchen, sind Vertrauen und enge Zusammenarbeit, eine gerechte Aufteilung der vorhandenen städtischen Ressourcen (Hardware, Software, Informationen), gegenseitige Rücksichtnahme und das Hören auf die Bedürfnisse anderer, ein Umfeld, welches Innovationen zulässt und weiterentwickelt, eine belastbare politische Umsetzung und vieles vieles mehr.  (weiterlesen …)

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Schlußstrich

Ich will eine andere Eisenbahnpolitik machen als meine acht Vorgänger, die ich vor mir hatte. Ich will die Eisenbahn zur Domäne der nächsten 20 Jahre entwickeln.
Der damalige Verkehrsminister Günther Krause (CDU) bei der Vorstellung der Bahnreform am 15. Juli 1992

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In diesem Blog möchten wir die Strategien für die Mobilität von morgen skizzieren, informieren und diskutieren. Wir möchten uns mit diversen Problemen unserer Zeit beschäftigen und dabei alle Verkehrsträger im Blick behalten. Dieser Blog soll dabei helfen, die Herausforderungen von morgen ein wenig mehr ins Bewusstsein zu rücken, Alternativen und mögliche Lösungsansätze vorzustellen und umfassend zu informieren:

Denn man muss die Vergangenheit kennen, die Gegenwart analysieren um die Zukunft entwickeln zu können. (Mehr...)

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