Artikel zum Thema Designstudie
Icona E3WM – das richtige Gefährt für die Stadt?

Das Problem einiger der hier vorgestellten Designstudien ist die eher fragwürdige Alltagstauglichkeit. Es ist daher Zeit für ein bisschen mehr Realismus statt Utopismus.

Ausreichend Realitätssinn hat in meinen Augen Icona Shanghai mit ihrer Konzeptstudie E3WM (Electric 3 Wheel Mobile) bewiesen. Mit wachsenden Verkehrsströmen mit all den damit verbundenen Problemen geht der globale Trend – insbesondere in Städten – hin zu kleineren Einheiten, seien es nun Microcars oder Zweiräder. (mehr …)

Die neue Londoner U-Bahn?

Siemens hat vor kurzem das Modell einer neuen U-Bahn für die Londoner Piccadilly und Bakerloo-Linien vorgestellt.Weitere Bilder: Bild 1 | Bild 2 | Bild 3 (Aufgrund von Urheberrechtsfragen leider nicht direkt einbindbar.)

Das von Siemens vorgestellte Design besticht vor allem durch seine markante und sehr modern wirkende Fahrerkabine. Ein Teil der Londoner U-Bahnlinien sind (Central Line, Victoria Line) oder werden (Metropolitan, District, Circle, Hammersmith & City) für den automatischen Fahrbetrieb ausgerüstet (ATC, automatic train control: Der Zug bremst und beschleunigt selbsttätig unter Rechnerkontrolle). Die Fahrer haben nur noch die Aufgabe, die Züge abfahrbereit zu machen, den Aus- und Einstiegsprozess zu überwachen und bei Unregelmäßigkeiten im Betriebsablauf einzugreifen.

Das Konzept kann im Vergleich zum derzeit im Bau befindlichen 2009 Tube Stock elf Prozent mehr Fahrgäste befördern. Aufgrund der geringen Tunneldurchmesser ist eine solche Kapazitätssteigerung bemerkenswert.Diese ist aber auch dringend notwendig, betrachtet man sich einmal folgende Grafik, die ich einer Präsentation von Mike Brown, Managing Director London Underground & London Rail, entnommen habe. Heute befördert die Londoner U-Bahn eine Milliarde Fahrgäste im Jahr. Bis 2014 soll sich die Zahl der Fahrgäste auf 1,2 Milliarden / Jahr erhöhen, für 2020 wird jeden Tag mit einer zusätzlichen Million Fahrgäste, auf Basis des Jahres 2010, gerechnet. An Werktagen befördert die London Tube bereits heute 3,4 Millionen Fahrgäste. In den letzten sieben Jahren sind die Passagierzahlen bereits um 16% gestiegen, in den letzten 15 Jahren waren es 40%. Und nächstes Jahr steht mit den Olympischen Spielen eine große Belastungsprobe ins Haus.

Bautechnisch lässt sich die Kapazität des ältesten U-Bahnnetzes der Welt kaum oder gar nicht erhöhen. Alte und wartungsintensive Fahrzeugflotten sind ebenfalls ein teures und zeitraubendes Hindernis bei der Verbesserung des Angebots.

Das Londoner U-Bahnnetz wird derzeit von mehreren Zugtypen befahren, von denen einige Züge noch aus dem Jahr 1967 stammen. Aufgrund ihres Alters ist diese Baureihe zur Ausmusterung vorgesehen und soll durch den 2009 Tube Stock ersetzt werden. Diese Baureihe befindet sich derzeit im Bau und wird von Bombardier gefertigt. Der 2009 Tube Stock wird ebenfalls wieder für Automatic Train Operation (automatisierter Fahrbetrieb) ausgestattet sein.

London Underground 2009 Tube Stock – Paul Birpitt @ FlickrCreative Commons

Durch den von der britischen Regierung und der Stadt London beschlossenen “Tube Upgrade Plan” werden bis 2030 mehr als 16 Milliarden Pfund (~ 18 Milliarden Euro) in die Londoner U-Bahn investiert. Der Plan setzt folgende Prioritäten: Reduzierung der Verspätungen, Einbau neuer Aufzüge und Rolltreppen, mehr Sauberkeit und Sicherheit sowie eine neue Station beim neuen Wembley-Stadion. Die Kapazität einzelner Linien wird erhöht; so werden in Zukunft zum Beispiel auf der Victoria Line 33 statt 28 Züge pro Stunde verkehren.

London Underground 1973 Stock in der Station Ickenham – Oxyman – Creative Commons

Ein Teil der Investmentstrategie sind neues Rollmaterial. Die neuen Züge sollen Doppeltüren für einen schnelleren Ein- und Aussteigeprozess haben. Die Kapazitätssteigerung wird vor allem durch den Wegfall der Wagenübergänge erreicht (d.h. es wird ein durchgängiger Zug sein). Durch den Einsatz von Klappsitzen soll die Kapazität in der Hauptverkehrszeit erhöht werden.

Für einen höheren Fahrgastkomfort werden die neuen U-Bahnen klimatisiert und niederflurig sein .

Passiv gesteuertes Laufdrehgestell (links) und passiv gesteuertes Triebdrehgestell (rechts)

Aufgrund der Leichtbauweise aus Aluminiumteilen wiegt das SIEMENS-Konzept 30 Tonnen weniger als die neuen Bombardier-Züge der 2009er Baureihe. Dadurch reduziert sich der Energieverbrauch je Passagierkilometer auf 0,26 kWh / Pax km (bisher eingesetzte Züge: 0,42 kWh / Pax km). Dies entspricht einer höheren Energieeffizienz von 17 Prozent. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis (englisch: BCR Benefits-Cost-Relation) der neuen Züge soll bei 1,33 liegen. Das bereits in Dienst gestellte Rollmaterial weist ein Kosten-Nutzen-Verhältnis von 1,03 auf.

Die Kosten der benötigten Züge würden bei 890 Millionen Pfund (etwa eine Milliarde Euro) liegen. Dieselbe Anzahl Züge des alten Typs würde 1,21 Milliarden Pfund (1,35 Milliarden Euro) kosten. Natürlich ist von Seiten Transport for London noch keine Entscheidung bezüglich neuer Züge getroffen werden. Das Verfahren wird wohl 2012 beginnen.

Nichtsdestotrotz hat Siemens bereits jetzt die Messlatte sehr hoch gelegt. Mal schauen, was potentielle Mitbewerber in petto haben.

Phil Pauley: “Monster Jumbo” für 1.500 Passagiere

Jeder, der schon einmal einen Airbus A380 gesehen hat, ist beeindruckt von den riesigen Ausmaßen. Da Menschen aber immer höher und größer bauen möchten, ist auch beim Airbus A 380 das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht.Der britische Designer Phil Pauley hat vor kurzem eine Designstudie für ein Flugzeug veröffentlicht, neben dem sogar der A380 klein aussieht. Phil Pauley gilt als international angesehener Design- und Innovationsstratege sowie Industriedesigner und Visionär. Seine Design und Konzepte beschäftigen sich mit theoretischen Trends und versuchen die Technikwelt in fünf bis 20 Jahren schon heute darzustellen. (mehr …)

Intelligentes Parkraumkonzept Green P von Algis Berziunas und Laima Rimkute

In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Autos weltweit angestiegen. Diese Entwicklung wird sich global gesehen in den nächsten Jahren nicht verlangsamen. PKW brauchen nicht nur Treibstoff sondern auch Platz. Am größten ist der Bedarf an Parkraum, der mit jedem zusätzlichen Auto weiter wächst, obwohl eigentlich genügend Parkplätze zur Verfügung stehen. In den USA werden für jeden PKW im Schnitt fünf Parkplätze frei gehalten.

In Städten mit hohen Quadratmeterpreisen und einem knappen Wohnungsangebot wird unnötig Raum verschwendet. Die Zurückdrängung des Autos aus dem Stadtbild und der Fokus auf den Menschen wird unser Stadtbild extrem verändern und die Lebensqualität steigern.

Um den Raumbedarf des motorisierten Individualverkehrs zurückzudrängen, haben die beiden litauischen Designer Algis Berziunas und Laima Rimkute ein Parksystem mit dem Namen Green P entwickelt.

Das Konzept basiert auf der dezentralen Verteilung der Parkraumnachfrage. Um diese Nachfrage decken zu können, wurde eine spezielle Art von Garage entwickelt, die sich unsichtbar in das Stadtbild einfügt. Genutzt werden nicht oder nur selten genutzte Flächen wie zum Beispiel Brückenbögen und Überführungen.

Green P ist ein öffentliches und zugleich privates Parksystem. Es kann sowohl von Straßenseite als auch von Häuserseite (falls vorhanden) betreten werden und ist daher wie eine Art öffentlich-privater Tiefgarage zu verstehen.

Allerdings funktioniert Green P vollautomatisch. Der Fahrer muss sein Auto nicht selber parken und somit rangieren. Um den Platzbedarf zu minimieren, erledigt ein kombinierter Aufzug mit Fördereinrichtung diese Aufgabe. Die kombinierte Verwendung als privater und öffentlicher Parkplatz soll das Gesamtangebot von Parkplätzen reduzieren und Besitzern von (Büro-)Immobilien einen Anreiz bieten, Green P als Parksystem zu errichten.

Auf dem Dach sind Solaranlagen installiert, die die notwendige Energie für den Betrieb von Green P liefern. Überschüssige Energie kann für den Betrieb der Straßenbeleuchtung eingesetzt werden.

Ein Taxi für das New York des 21. Jahrhunderts: der Karsan V1

Die gelben Taxis prägen das Stadtbild New Yorks ebenso wie die zahlreichen Wolkenkratzer Manhattans. In einem Wettbewerb der New York Taxi and Limousine Commission konnten die New Yorker nun darüber abstimmen wer der Nachfolger des berühmten Yellow Cab werden soll. Bisher wurde vor allem der Ford Crown Victoria als Taxi eingesetzt. Diese Zeiten sind nun vorbei.

Ich hatte im Juni letzten Jahres bereits über eine Designstudie für ein neues New Yorker Taxi geschrieben, das UniCab. In einer Abstimmung unter den Einwohnern New Yorks, konnte sich jedoch der türkische Hersteller Karsan mit seinem Modell V1 im New Yorker Taxidesign durchsetzen.

Die ursprünglichen Anforderungen der New Yorker Taxi- und Limousinen-Kommission waren folgende:

  • es soll die höchsten Sicherheitsstandards erfüllen
  • es soll Fahrer und Passagieren den größtmöglichen Komfort bieten
  • es soll in der Anschaffung nicht zu teuer sein, Unterhalt und Reparaturaufwand sollen sich ebenfalls in Grenzen halten
  • es soll umweltfreundlicher sein (weniger CO2-Ausstoß und einen geringeren Treibstoffverbrauch)
  • es soll nur wenig Platz benötigen und dabei eine möglichst große Bewegungsfreiheit im Inneren ermöglichen
  • es soll behindertengerecht sein
  • und zu guter Letzt soll es ein unverwechselbares Design besitzen, dass es eng mit der Stadt New York verknüpft.

Ungefähr 66% der an der Umfrage Teilnehmenden fanden, dass Karsan die Anforderungen am besten umgesetzt habe. Damit setzte sich das Unternehmen unter anderem gegen Konzepte von Ford und Nissan durch und darf zehn Jahre lang die Taxis für New York bauen. Bislang stellte Karsan vor allem Fahrzeuge von Fiat, Hyundai, Peugeot und Citroën in Lizenz her.

Eine große Besonderheit des neuen Taxis ist die Antriebstechnik, die frei gewählt werden kann. Der Karsan kann gleichermaßen mit Diesel-, Erdgas-, Hybrid- oder Elektroantrieb ausgestattet werden. Damit ist die Antriebstechnologie äußerst flexibel und je nach Einsatzzweck wählbar.

Weitere Ausstattungsmerkmale sind unter anderem ein Panoramadach, das in den Straßenschluchten Manhattans sehr gut zur Geltung kommen dürfte. Um Rollstuhlfahrern und anderen körperlich eingeschränkten Personen einen barrierefreien Zugang zum Taxi zu gewährleisten, befinden sich auf beiden Seiten Rampen, die bei Bedarf ausgefahren werden können.

Das Platzangebot im Inneren ist ebenfalls großzügig bemessen. Da sich der Motor im Heck befindet, musste im Innenraum auf Höhe des Fahrersitzes ausreichend Stauraum für Einkäufe, Koffer und ähnliches geschaffen werden. Natürlich gibt es auch ausreichenden Raum für Kinderwägen und Rollstühle.

Meiner Meinung nach, haben die New Yorker sich für ein modernes und sehr funktionales Taxidesign ausgesprochen. Genau so sollte ein Taxi aussehen. Bestimmt auch ein Modell für weitere Städte.

EOL Maglev – Magnetschwebebahn Designstudie von Vanja Valenčak

Der EOL Maglev der serbischen Designerin Vanja Valenčak aus Belgrad verbindet komfortables und umweltfreundliches Reisen miteinander. Da keinerlei mechanische Reibung zwischen Fahrweg und Fahrzeug auftritt, fährt der aerodynamische Zug besonders energiearm und erreicht die Reisegeschwindigkeit von 480 Stundenkilometer ohne große Anstrengung. Die notwendige Energie stammt aus dem mit Solarzellen bedeckten Dach der Magnetschwebebahn. (mehr …)

Apple iSync: Baut Apple irgendwann ein eigenes Auto? (Designstudie)

Apple polarisiert. Manche lieben die Produkte des Unterhaltungselektronikherstellers aus Cupertino und andere verstehen den Hype nicht. Der rumänische Fahrzeugdesigner Liviu Tudoran hatte sich bereits Gedanken über ein Apple-Car mit dem Namen iMove gemacht.

Der iSync des Designers Nathan Williams ermöglicht nicht nur seine Liebe zu Apple-Produkten zu intensivieren sondern auch emissionsfreie Mobilität. Mit seinem eleganten Design minimiert er den Raumbedarf auf der Straße. Sowohl während der Fahrt als auch beim Parken. Damit ist der iSync der perfekte Begleiter für das tägliche Pendeln zur Arbeit.

Das Fahrzeug kann mit allen möglichen Apple Gadgets wie Pad, iPhone, iPod Touch und Macbook Pro verbunden werden. Somit kann man alle Apple Geräte mit dem Fahrzeug synchronisieren, Musik herunterladen und alle möglichen Apps benutzen.

Das Fahrzeugkonzept ist auch ideal für Touristen. Durch die Möglichkeit die Fahrerkabine in eine aufrechte Position zu bringen und den 360°-Rundumblick wird die Stadtrundfahrt zu einem wahren Vergnügen.Während der Fahrt lassen sich im über Sprachsteuerung gesteuerten iTunes-Store Reiseführer, Videos, Musik, etc. kaufen und herunterladen.

Das Apple-Logo steht dabei nicht nur für die Identifikation mit dem kalifornischen Hersteller sondern gibt auch den Ladestand der Batterien wieder. Ein grün leuchtendes Apple-Logo steht für komplett geladene Akkus, je röter das Logo wird desto niedriger ist der Ladestand. Die Batterien des iSync werden durch kabellose Syncpads mit Hilfe von Induktionstechnik aufgeladen. Auch die Daten lassen sich von einem iSync zum nächsten überspielen. (mehr …)

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Schlußstrich

Autos demokratisieren Lebenschancen.
Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG

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