- Sachverständigenrat für Umweltfragen: Forderung nach Regeltempo 30 in Innenstädten – FAZ – http://t.co/03D4ddc5 #umweltpolitik ->
- Jade-Weder-Port: Gutachter entkräftet Zweifel an Rammverfahren – THB – http://t.co/1paIiPk7 #jwp ->
- Dänen-Ampel steht zu #Elbvertiefung – THB – http://t.co/WvtTjIJV #spd #gruene #ssw #SH ->
- Venedig wehrt sich gegen die Kreuzfahrtindustrie – Tagesschau – http://t.co/Rl97KPu2 ->
- Schwächere CO2-Grenzwerte: EU gibt Druck der Autolobby nach. – SPIEGEL – http://t.co/w9qpGUsW ->
- Neben den Motoremissionen sollen nun bspw. auch Schulungen für Autofahrer zu verbrauchsarmer Fahrweise einbezogen werden. ->
- Der Siegeszug des Dieselmotors geht zu Ende – Wirtschaftswoche – http://t.co/aZAjcJmb ->
- Europäischer Markt für Traktionsmotoren wächst jährlich um 50 Prozent – ATZ – http://t.co/GAgyT0gt ->
- Gericht: Deutsche #Bahn für Schlafwagen-Brand in Frankreich (12 Tote) mitverantwortlich – Tagesschau – http://t.co/0Gky90V0 #DB ->
Am Besten lernt man aus eigenen und fremden Fehlern und – durchaus wünschenswerter – aus tollen Konzepten, die in anderen Städten, Kommunen und Regionen bereits umgesetzt wurden.
Das Institute for Transportation & Development Policy (ITDP) kürt bereits seit einigen Jahren Städte mit tollen Nahverkehrskonzepten. ITDP ist eine international tätige, als gemeinnützig anerkannte Nicht-Regierungsorganisation, die sich der Entwicklung angepasster Transportlösungen zur Armutsbekämpfung und zum Klimaschutz insbesondere in Schwellenländern verschrieben hat.
Im Jahr 2012 hat die kolumbianische Stadt Medellin und die US-amerikanische Stadt San Francisco den Sustainable Transport Award gewonnen.
Medellin
Medellin in Kolumbien hat in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen, um den Öffentlichen Personennahverkehr zu verbessern, den Fußverkehr zu fördern und die Verkehrssicherheit in der Stadt zu erhöhen. Für das Erreichen dieser Ziele, wurde ein Bus Rapid Transit-System, MetroPlús, aufgebaut, welches vollkommen in die bereits existierenden Öffentlichen Verkehrsmittel integriert wurde. Bislang existiert die Metro de Medellín mit zwei Linien (Linie A Itagüí – Niquía, Linie B San Antonio – San Javier) und insgesamt 42 km Schienennetz. Diese U-Bahn ist die einzige in Kolumbien. Zudem verfügt Medellin als einzige Stadt Kolumbiens über eine Hochbahn (eröffnet 1995), die die Stadt mit ihrer Umgebung verbindet. Die Stadt betreibt auch zwei Seilbahnlinien zu den Armenvierteln Santo Domingo und San Javier. Pro Jahr transportieren die Seilbahnlinien rund 100 Millionen Fahrgäste. Für mehr Informationen über innerstädtische Seilbahnsysteme siehe den Gastartikel “Luftseilbahnen als innerstädtische Massenverkehrsmittel”.
Metrocable in Medellin, Kolumbien – Foto: Camilo Sanchez @ Wikimedia – CC BY-SA 3.0
Medellin ist die einzige Stadt in der Region mit einem vollständig ausgebauten BRT-Netz und einer Verknüpfung desselben mit der U-Bahn. Durch den Ersatz vieler alter Busse durch neue Fahrzeuge mit Erdgasantrieb wurden die Emissionen des ÖPNV verringert. Dieses Jahr wurde zudem ein Bike Sharing-System aufgebaut. EnCicla bietet Zugang zu 145 Fahrrädern im öffentlichen Raum.
In den letzten Jahren hat die kolumbianische Stadt zudem die Fußläufigkeit und die Aufenthaltsqualität massiv verbessert. Über 1,6 Millionen Quadratmeter wurden neu gestaltet. 25 neue Parks und 11 neue Promenaden verbessern sowohl das Stadtklima als auch den sicheren und schnellen Zugang zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Mehr als 800.000 Menschen profitieren davon.
Die Verkehrssicherheit wurde durch ein spezielles Maßnahmenpaket, das sogenannte „Intelligent Mobility System (SIMM)“ verbessert. Bei entsprechenden Verkehrsaufkommen wurden neue Fußgängerüberwege, Lichtsignalanlagen und Zebrastreifen geschaffen. Die Reaktionszeit der Hilfskräfte sank von 40 Minuten im Jahr 2008 auf 18 Minuten im Jahr 2011. Medellin hat zudem damit begonnen, Abgasemissionen des Verkehrs zu messen und Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität zu ergreifen.
Das Ridesharing / Carpooling-Programm “Comparte tu carro” bündelt Verkehre und trägt somit aktiv zur Verkehrsvermeidung bei. Derzeit nehmen 171 Institutionen an dem Rideshring-Programm teil.
Um Werbung für den Öffentlichen Personennahverkehr zu machen und die Informationslage zum Verkehr zu verbessern, setzt Medellin konsequent auf das Internet. Dort werden u.a. aktuelle Verkehrsinformationen zum Abruf bereit gehalten. Die lokalen Verkehrsbetriebe informieren neben ihrer eigenen Webseite die ÖPNV-Nutzer auch über Soziale Netzwerke mit Informationen zu Umleitungen, Verspätungen und aktuellen Geschehnissen.
San Francisco
32% aller Bewohner San Franciscos nutzen den Öffentlichen Personennahverkehr. Die San Francisco Municipal Railway (kurz: Muni) ist das siebtgrößte ÖPNV-Netz der USA. Mit über 200 Millionen Fahrten jedes Jahr ist die Nutzung die stärkste ÖPNV-Nutzung an der Westküste und die drittgrößte in den USA.
Das ÖPNV-Netz besteht aus einem kombinierten Stadtbahn- und U-Bahnsystem und einem flächendeckenden Busnetz. Berühmt sich die Cable Cars, die die Hügel der Stadt hinauffahren.
Den Großraum San Francisco deckt Bay Area Rapid Transit (kurz BART) ab, eine Art S-Bahnnetz, das San Francisco mit der East Bay verbindet. Der Strecke führt von der Market Street zum Civic Center, dann südlich ins Mission District und durch das San Mateo County bis zum San Francisco International Airport und Millbrae. Ebenfalls der Umlanderschließung dient Caltrain. Dieser Pendlerzug verbindet San Francisco mit San Jose.
Aber San Francisco hat auch mit der Förderung des nicht-motorisierten Verkehrs begonnen. Zur Zeit fahren etwa 75.000 Pendler täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Bis 2020 möchte San Francisco den Radverkehrsanteil auf 20% erhöhen.
Um die Verkehrssicherheit für Fußgänger zu erhöhen, wurden Tempo 30-Zonen um alle Schulen der Stadt eingerichtet.
Für den Gewinn des Sustainable Transport Award 2012 waren jedoch zwei andere Verkehrsprojekte maßgebend. In den letzten Jahren hat San Francisco zusammen mit der lokalen Wirtschaft und der Bürgerschaft SFPark eingeführt, ein Parkmanagementsystem in den Geschäftsvierteln der Stadt. 7.000 der 28.800 vorhandenen Stellplätze im öffentlichen Raum, die mit Parkgebühren belegt sind, wurden in SFPark eingebunden. Hinzu kommen noch 12.250 Stellplätze in 15 der 20 städtischen Tiefgaragen.
Zweites Projekt war das “Pavement to Parks”-Programm bei dem versiegelte Flächen wieder aufgebrochen und begrünt werden. Auf diese Weise entstanden viele neue Plätze, die eine verbesserte Aufenthaltsqualität bedeuten. Durch die Umwandlung von Stellplätzen in sogenannte Parklets (kleine Miniparks am Straßenrand) wurden stadtweit Flächen in Zusammenarbeit mit lokalen Geschäften und Nachbarschaftsvereinen umgewandelt und das Stadtbild verbessert.
Freewheel Parklet, Valencia Street San Francisco – Mark Hogan @ Flickr – CC BY-SA 2.0
Parklets wurden geschaffen, um den Stadtbewohnern eine Möglichkeit zu geben, zu enspannen und die Stadt um einen herum zu genießen. Parkplätze werden oftmals dann umgewandelt, wenn ein Mangel an Stadtgrün (öffentliche Parks, usw.) besteht oder die Gehwegbreite zu gering ist, um einen gewissen Wohlfühlfaktor zu erreichen. Parklets können fest installiert oder auch temporär angelegt werden, wenn zum Beispiel Bedenken für die Schneeräumung im Winter bestehen. Das “Pavement to Parks”-Programm hat eine Vorbildfunktion für viele andere Städte wie New York und Vancouver gehabt.
- Autohändler drängen ins Carsharing-Geschäft – ZEIT / Wirtschaftswoche - http://t.co/fCDK5qGc #carsharing
- Vom Großprojekt zum Mega-Flop – Wie funktioniert die Vergabepraxis bei Bauprojekten in Deutschland? – dradio Wissen – http://t.co/tejj75wD->
- Erster EU-Angriff auf Piratenboote am Strand – AugenGeradeaus – http://j.mp/J8suBC#piraten#atalanta->
- DB Schenker fuhr bislang rund 200 Containerzüge für BMW von Deutschland nach China – DB Pressemitteilung - http://t.co/vwl0RpgQ ->
- Die Einschienenbahn steht vor einer Renaissance – ZEIT Online - http://t.co/KG8ojt14 ->
- In Großbritannien ist die 20mph-Zone (~30km/h) auf d. Vormarsch und könnte landesweit in Wohngebieten eingeführt werden http://t.co/pTH4cpIG ->
- BER öffnet wahrscheinlich erst 2013 – DMM - http://t.co/F94gGJTv #BER #berlin ->
Anmerkung Martin Randelhoff:
Der neue Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg soll nun am 17. März in Betrieb gehen. Bis dahin werden noch einige Politiker und selbsternannten Experten ihren mehr oder minder qualifizierten Senf hinzugeben.
Ich freue mich jetzt schon: wenn ab März 2013 am neuen Flughafen Berlin auch nur eine Glühbirne nicht funktioniert, dann ist Wowereit weg.
- Emissionshandel: Airlines melden Emissionen trotz Protest, zehn Airlines aus China und Indien verweigern sich - http://t.co/VlKXeg2A ->
Am 6. Mai wird in Schleswig-Holstein ein neuer Landtag gewählt. Diese Landtagswahl mag im Vergleich zur einer Woche später stattfindenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen eine geringere Bedeutung haben, dennoch ist das nördlichste Bundesland Deutschland aus verkehrspolitischer Sicht äußerst interessant.
Mit der festen Fehmarnbeltquerung wird zur Zeit ein Bauprojekt geplant, das nicht minder umstritten ist als Stuttgart 21. Für den Tourismus und das Landschaftsbild werden von der Bevölkerung und den umliegenden Kommunen erhebliche Nachteile befürchtet. Äußerst interessant ist auch die Integration Hamburgs in die regionalen Strukturen Schleswig-Holsteins. Etwaige Entscheidungen aus Schleswig-Holstein bezüglich der Hamburger S-Bahn haben einen unmittelbaren Effekt auf das Verkehrsangebot der Großstadt. Elbvertiefung und der Nord-Ostsee-Kanal sind ebenfalls Großprojekte, die eine Bedeutung für Gesamtdeutschland haben.
Länder mit einem hohen Transitverkehrsaufkommen wie Schleswig-Holstein haben Probleme bei der Bewältigung der Verkehrsströme. Sie sind aber auch prädestiniert, innovative und neue Konzepte zu erproben und umzusetzen, Genannt seien hier nur Short Range Seeverkehre, die Verlagerung von Straßentransporten auf Binnen-, Küsten- und Feederschiffe.
Ebenfalls interessant dürfte der Umgang Schleswig-Holsteins mit seinem defizitären Regionalflughafen Lübeck sein. Dieser befindet sich in der unmittelbaren Nähe zu Hamburg. Einerseits ein Argument pro Flughafen zur Kapazitätserweiterung, andererseits ein Contra-Argument aufgrund der großen Nähe zu einem leistungsfähigen Flughafen. Eine Entscheidung im Norden Deutschlands bezüglich der Förderung von Regionalflughäfen könnte durchaus auf die gesamte Bundesrepublik ausstrahlen.
Für die Bundespolitik mag Schleswig-Holstein recht uninteressant sein. Für verkehrspolitisch Interessierte ist das Bundesland jedoch ein kleines Paradies.
Die einzelnen Programmpunkte sind nach dem Erscheinen im jeweiligen Wahlprogramm angeordnet. Dies erleichtert zum einen die Auffindbarkeit und stellt in meinen Augen auch eine Art Priorisierung durch die Parteien selbst dar (gilt allerdings nicht zwingend). Für die Verkehrspolitik ist nicht nur diese an sich wichtig, sondern auch politische Ziele in den Bereichen Siedlungs- und Raumstruktur, Flächennutzung sowie Daten- und Umweltschutz. Daher sind alle Punkte, die sich auf den Bereich Verkehr beziehen bzw. einen Einfluss ausüben könnten, aus dem jeweiligen Wahlprogrammen herausgearbeitet worden (kein Anspruch auf Vollständigkeit).
Politische Entscheidungen bzgl. konkreter Projekte wie zum Beispiel der festen Fehmarnbeltquerung, der Bau der A 20, der Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals und der defizitären Regionalflughäfen sind hervorgehoben.
Die Reihenfolge der vorgestellten Parteiprogramme richtet sich nach dem Ergebnis der letzten Wahl 2009. Aufgeführt sind alle Parteien, die bei der letzten Wahl 2009 mindestens 1,0 % auf Landesebene erreichten oder laut aktueller Hochrechnungen die 1%-Hürde überschreiten und zur Wahl landesweit antreten.
Für Schleswig-Holstein gilt die Besonderheit, dass der SSW als Partei der dänischen Minderheit gemäß § 3 Abs. 1 Satz 2 des Wahlgesetzes seit 1955 für den Landtag von Schleswig-Holstein von der Fünf-Prozent-Hürde befreit ist und somit sicher in den Landtag einzieht. (weiterlesen …)
- Berliner Senat gegen Volksbegehren zu BER-Nachtflugverbot – airliners – http://t.co/KsHBSgTh #BER #berlin #Fluglärm ->
Anmerkung Martin Randelhoff:
Ob man mit solchen Entscheidungen den Konflikt befriedet, wage ich stark zu bezweifeln. Man hätte den neuen Hauptstadtflughafen auch an einem anderen Standort ansiedeln können. Auf diese Entscheidung hat die Politik verzichtet, nun muss sie auch ihre Bürger vor dem Fluglärm schützen. - Volvos Fußgängerairbag – sinnvoll oder nicht? http://t.co/O3lTYNSQ ->
- Mit dem neuen ADAC EcoTest soll erstmals ein realistischer Ansatz zur Messung von Fahrzeugemissionen existieren – http://t.co/sEafBE3g ->
Anmerkung Martin Randelhoff:
Ein bisschen mehr Wahrheit bezüglich der Fahrzeugemissionen ist dringend angebracht. Die Fahrzeugbauer verhindern jedoch systematisch strengere Tests und Vorschriften auf EU-Ebene. Durch Lobbyismus kommen dann Regelungen wie die viel kritisierten Effizienzklassen (A+, A, B, usw.) heraus, bei der die Masse des fahrbereiten Fahrzeuges zur Größeneinteilung herangezogen wird, also schwere Fahrzeuge durchaus trotz höherem CO2-Ausstoß “effizienter” sind als kleinere. - Der #ADAC überrascht in letzter Zeit sowieso durch einige sinnvolle Vorstöße. Auch wenn weiterhin einiges Verbesserungspotential existiert. ->
- Aber für einen Lobbyverband ist der #ADAC doch recht wandelbar. Muss nur noch in der ADAC Motorwelt ankommen… ->
- SPD will gegen Anti-Piraten-Einsätze am somalischen Festland stimmen – Süddeutsche Zeitung – http://t.co/6eS726TA #Piraten #piraterie #SPD ->
- Neue Eingriffe an der Unterems – THB – http://t.co/hzhPSN0W ->
- Und schon ist der gute Eindruck passé: #ADAC für Ausbau der Autobahnen in #Brandenburg – http://t.co/PSWltQGv ->
- Carsharing: Kampf um die besten Stellplätze – Wirtschaftswoche – http://t.co/TTjmdYGD ->
- Sicherheitsdiskussion nach Busunglück in der Schweiz – SPIEGEL – http://t.co/TvnEV7p6 ->
- Annäherung im GdF-Tarifkonflikt am Frankfurter Flughafen – airliners – http://t.co/ekczRc3E ->
- DB International am Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Mekka nach Medina beteiligt – WELT – http://t.co/cQ1BrO4M ->
- Wie wird die Sicherheit von Reisebussen getestet? http://t.co/8vOHwEPa ->
- Super Artikel über den Aufstieg des Fahrrads in #Taiwan. Statt Fahrräder nur zu bauen, werden diese nun auch benutzt http://t.co/uIxwVZPW ->
Anmerkung Martin Randelhoff:
Eine absolute Leseempfehlung, die ich Ihnen nochmals ans Herz legen möchte! - Australischer Verkehrsminister Anthony Albanese: #Sydney braucht einen zweiten Flughafen – Herald Sun – http://t.co/8BBcNiqU ->
- Radfahren in Dubai soll sicherer werden: Ausbau der Radinfrastruktur geplant – Gulf News – http://t.co/KnaXYsOk ->
- Indien plant zentralasiatische Verkehrswege, die die Transportdauer zwischen Asien & Europa auf 25-30 Tage verkürzen – http://t.co/0Bf9DnVp ->
Anmerkung Martin Randelhoff:
Die Inder haben keine Berührungsängste mit dem Iran. Ein möglicher Streckenverlauf der neuen Seidenstraße wie er bereits in diesem Artikel vorgestellt wurde, rückt somit in greifbare Nähe.
Derzeit wird in Schweden geplant, Eisenerz von Minen in der Nähe von Pajala zu einer 162 Kilometer entfernten Verladestation an der Bahnstrecke Luleå–Kiruna per elektrisch angetriebenen Lkw zu transportieren. Eine Eisenbahnstrecke ist wegen des sumpfigen Untergrunds leider nur mit hohem Aufwand umzusetzen. Da die Batteriekapazität für einen solchen Transport allerdings nur sehr schwer mitzuführen ist, soll die betreffende Strecke mit einer Oberleitung versehen werden, aus der die benötigte Energie bezogen werden soll.
Aber auch ohne diese Strecke ist das Konzept der elektrifizierten Straßengütertransports interessant.
Unsere Gesellschaft ist hochgradig abhängig von Straßentransporten. Schiene und Wasserstraße bieten nicht die notwendige Flexibilität und Möglichkeit zur kleinräumigen Güterverteilung. Luftverkehr ist zu kostenaufwändig. Durch den massiven Ausbau des Straßennetzes in den 60er und 70er Jahren haben wir eine Infrastruktur geschaffen, die uns großen Wohlstand aber auch große Probleme beschert hat. Diese Probleme müssen wir lösen.
Der Wechsel von fossilen auf regenerative Energieträger ist ein Baustein, den wir richtig anwenden müssen. Schweden hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 keine fossilen Energieträger mehr zu benötigen. Eine Voruntersuchung hat ergeben, dass elektrisch angetriebene Lkw die CO2-Emissionen des Verkehrssektor senken könnten. Gleichzeitig wird bestehende Infrastruktur genutzt, deren Aufrüstung aber trotzdem eine große Kraftanstrengung bedeutet.
Die Schwedische Energieagentur stellt drei Millionen Euro für die Entwicklung eines geeigneten Pantographens bereit:
Die Gesamtkosten für die Elektrifizierung der 100 Kilometer langen Strecke sollen angeblich bei 2,5 Milliarden Schwedischen Kronen, umgerechnet 281,8 Millionen Euro, liegen. Auf den Kilometer umgelegt entstehen Kosten von 2,81 Millionen Euro. Eine Versuchsstrecke soll innerhalb der nächsten zwei Jahren gebaut werden.
In diesem Video wird das Konzept nochmals vorgestellt:
Projektpartner sind Swedish Electrical Roads, das Schwedische Verkehrsministerium, Volvo Powertrain Corporation AB, Scania CV AB, Balfour Beatty Rail AB, ELFORSK AB, Mälardalen University und BAE Systems Hägglunds AB.
[Anmerkung: Der folgende Abschnitt ist veraltet, da ich nicht wusste, dass die Strecke durch ein Sumpfgebiet geführt wird und daher Eisenerztransporte mit der Eisenbahn nur mit einigen Einschränkungen möglich sind. Durch das hohe Gewicht ist eine Lastabtragung auf einen festen Untergrund notwendig. Eine mögliche, aber auch umfangreiche, Lösung wären auf Bohrpfählen gegründete brückenartige Fahrbahnplatten.]
Ich persönlich glaube allerdings nicht, dass sich dieses Konzept im größeren Umfang durchsetzen wird. Der Rad-Schiene ist wegen des geringen Reibungskoeffizienten Stahl auf Stahl um ein Vielfaches effizienter als Gummi – Asphalt. Auf der Schiene können wegen der voluminösen Beförderungskapazität und Massenleistungsfähigkeit größere Einheiten und schwerere Ladungen transportiert werden. Insbesondere für den Transport von Rohstoffen wie Kohle und Eisenerz bietet die Eisenbahn unzählige Vorteile.
Sollte der Transport von Eisenerz zwischen Pajala und der Ladestation wirklich über die Straße abgefertigt werden, hätte ich folgende Anmerkungen: Erzzüge in Schweden wiegen bis zu 8.600 Tonnen. Das Leergewicht eines Sattelzugs dürfte nicht unter 15 Tonnen liegen. Das Höchstgewicht eines schweren Lkws liegt in Schweden bei 60 Tonnen. Die maximale Zuladung dürfte somit 45 Tonnen betragen – realistisch ist jedoch eine geringere maximale Zuladung. Somit benötigt man alleine 190 Lkw um die Ladung eines einzelnen Güterzugs zu transportieren. Aufgrund der Entfernung und der zulässigen Höchstgeschwindigkeit dürfte ein Lkw-Fahrer zwei Umläufe schaffen. Da insbesondere der Fahrdienst im Verkehrssektor eine große Kostenposition ist, glaube ich nicht, dass ein Frachtführer lieber 80 Lkw-Fahrer mit dem Transport als einen Lokomotivführer beauftragt. [/Anmerkung]
Für den normalen Straßengüterverkehr ist dieses Konzept aber durchaus interessant. Ich hoffe nur, dass ein guter technischer Ansatz nicht durch die falsche Anwendung scheitert.
Aktualisierung – 09.07.2012
Siemens und Scania haben in Schweden einen elektrisch betriebenen Lkw vorgestellt, der nach Elektrifizierung der Strecke zum Einsatz kommen könnte.
Der Lkw nutzt ein elektrisches Getriebe, das in einem Hybrid-Lkw-Projekten entwickelt wurde. Um eine Nutzlast von bis zu 90 Tonnen transportieren zu können, musste ein zusätzlicher Elektromotor zum Antriebsstrang hinzugefügt werden.
Für die Fahrzeuge wird die eHighway-Technologie von Siemens genutzt. Lasersensoren erkennen Oberleitungen, die sich über dem Lkw befinden und bügeln automatisch an bzw. ab. Ein Hall-Sensor überprüft die Position der Stromabnehmer und reguliert diese mit seitlichen Bewegungen, sodass ein steter Kontakt mit der Oberleitung gewährleistet ist.
Das schwedische Verkehrsministerium hat vorgeschlagen, zunächst einen zwölf Kilometer langen Abschnitt der Straße zwischen Pajala und Svappavaara mit Oberleitungen auszurüsten, um erste Erfahrungen mit dem System zu gewinnen.
Taxiverkehr ist ein äußerst interessantes Gebiet in den Verkehrswissenschaften. Nicht nur, dass Zielwahl und Routenwahl nach anderen Regeln funktionieren und daher schwer zu modellieren sind, Taxis spielen auch für einen funktionierenden ÖPNV eine größere Rolle, als man zunächst denken mag.
Yellow Cab in Las Vegas – Moyan Brenn @ Flickr - CC BY-ND 2.0







