Artikel zum Thema Fernverkehr
Verkehr in 140 Zeichen vom 02. – 07.05.2013
Regulierung des Fernbusmarktes durch das Eisenbahnregulierungsgesetz (ERegG)? Das BMVBS sagt NEIN!

Ich musste mich gestern auf Twitter doch sehr wundern, als eine Pressemitteilung der MFG MeinFernbus GmbH verbreitet wurde. In dieser wird von Seiten von MeinFernbus nochmals darauf hingewiesen, dass im Wettbewerb mit der Deutschen Bahn keine Chancengleichheit herrsche und die Politik, insbesondere der Bund als Eigentümer der Deutschen Bahn AG, die Deutsche Bahn an die Leine nehmen müsse.

Torben Greve, Geschäftsführer von MeinFernbus:

Der deutsche Fernbusmarkt braucht keine Staatsunternehmen. Es gibt bereits zahlreiche private Busunternehmen, die in einem intensiven Wettbewerb mit niedrigen Preisen und hoher Qualität um die Gunst der Kunden konkurrieren. Wir lehnen es ganz klar ab, dass die Deutsche Bahn ihre Gewinne aus dem Quasi-Monopol im Schienenfernverkehr und öffentliche Steuergelder aus dem Regionalverkehr nun nutzt, um mit Dumping-Preisen die Kooperationen von mittelständischen Unternehmen aus dem Markt zu verdrängen.

In der Pressemitteilung von MeinFernbus ist die Reaktion Ramsauers hervorgehoben:

Minister Ramsauer sicherte MeinFernbus zu, durch die anstehende Novellierung des Eisenbahnregulierungsgesetzes und eine Stärkung der die Nadelstiche der Deutschen Bahn zu unterbinden.

Im heutigen Münchner Teil der Druckausgabe der Süddeutschen Zeitung ist im Artikel “Zum Leben erwacht” von Marco Völklein zu lesen: 

Ramsauer versicherte, mit einem “Eisenbahnregulierungsgesetz” wolle man “solche Sticheleien unterbinden” und zudem die Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde stärken.

Ramsauer Mein Fernbus

„Bundesverkehrsminister Ramsauer im Gespräch mit den Geschäftsführern von MeinFernbus“. Im Bild von links nach rechts: Dr. , Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung; Torben Greve, Geschäftsführer MFB MeinFernbus GmbH und Panya Putsathit, Geschäftsführer MFB MeinFernbus GmbH.
Die Bildrechte liegen bei Verena Brandt / MeinFernbus.

Da ich mir vorgenommen hatte, die Presseabteilung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung etwas stärker zu nutzen, habe ich heute folgende Fragen an das BMVBS gerichtet:

  1. Plant das BMVBS der Deutschen Bahn AG bzw. der DB ML AG das Anbieten von Fernbusleistungen regulatorisch zu untersagen bzw. einzuschränken?
  2. Inwieweit deckt sich die Aussage von Herrn BM Ramsauer mit dem Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der Regulierung im Eisenbahnbereich (Bundestags-Drucksache 17/12726 vom 13.03.2013)? Durch welchen Passus sollen “die Nadelstiche der Deutschen Bahn” konkret unterbunden werden?
  3. Auf welche “Nadelstiche” spielt Herr BM Ramsauer konkret an?
  4. Sind weitere Gesetzesinitiativen zur Regulierung des Fernbusmarktes geplant? Wenn ja, welche?
  5. Wie schätzt das BMVBS die Chancengleichheit im Fernbusmarkt derzeit ein? Falls Defizite erkannt worden sind: Welche Defizite sind dies und wie möchte der Bund die Chancengleichheit im Fernbusmarkt sicherstellen?
  6. Möchte der Bund als Eigentümer der DB ML AG das Anbieten von Fernbuslinien durch die DB untersagen?

Aus Vereinfachungsgründen zitiere ich einfach die Antwort des BMVBS:

[...] Dabei wurde seitens eines Unternehmens u.a. angesprochen, dass die DB AG zum einen die “guten” Haltepunkte an Bahnhöfen privaten Fernbusanbietern nicht zur Verfügung stelle und zum anderen durch “Dumpingpreise” auf bestimmten Strecken, die nun auch durch bedient werden, den Fernbussen bewusst Konkurrenz mache. Herr Minister hat dies zur Kenntnis genommen und dabei zutreffend angemerkt, dass der Bund als Eigentümer der DB AG sich nicht in das operative Geschäft einmischen könne, aber der DB AG z.B. durch das geplante neue Eisenbahnregulierungsgesetz stärker auf die Finger geschaut werden wird, z.B. was die Vergabe von Trassennutzungsrechten an Dritte und die Festlegung der Trassenpreise angeht; dies bezieht sich aber immer nur auf Schienennutzung. Durch das ERG wird mehr Transparenz und Kontrolle durch die BNetzA hergestellt.

Das Wort “Nadelstiche” wurde übrigens meines Wissens nicht von Herrn Ramsauer genutzt (ich stand dabei).

Das BMVBS plant weder, der DB AG oder sonst jemandem das Anbieten von Fernbusleistungen zu untersagen, im Gegenteil. Wir freuen uns sehr, dass sich der Markt so gut entwickelt und begrüßen dies ausdrücklich. Mit der erfolgten Änderung des Personenbeförderungsgesetzes ist dafür der erforderliche rechtliche Rahmen geschaffen worden. Weitere gesetzliche Regulierungen sind unsererseits (Bund) derzeit nicht geplant. Das Augenmerk zur weiteren Stärkung des Fernbusmarktes muss aus unserer Sicht nun auf den Ausbau einer guten Infrastruktur gelegt werden, also vor allem die Einrichtung gut positionierter und gut ausgestatteter Haltestellen. Hier sind vor allem die  Kommunen gefragt, die Zugriff auf die entsprechenden innerstädtischen Flächen haben. In ist das mit einem PPP-Modell gut gelöst – Hochtief hat die Fläche nahe des Bahnhofes gekauft, in den Bau eines modernen ZOB mit guter Versorgungsinfrastruktur investiert und diesen nun an private Betreiber verpachtet.

Damit sollte klar sein: Der Bund als Eigentümer wird der Deutschen Bahn das Anbieten von Fernbusfahrten nicht untersagen. Auch das Eisenbahnregulierungsgesetz wird keinen Einfluss auf die Fernbusaktivitäten der Deutschen Bahn haben. Natürlich ist es sehr wichtig, wenn die Deutsche Bahn bzw. die DB Station & Service den Zugang zu bahnhofsnahen Fernbushaltestellen anderen Anbietern diskriminierungsfrei ermöglicht. Hier müssen die jeweiligen Aufsichtsbehörden entsprechende Maßnahmen ergreifen. Eine gesetzliche Regelung ist aber derzeit nicht geplant.

MeinFernbus hat in der Pressemitteilung anscheinend etwas unglücklich formuliert.

Meine in die beiden Tweets von gestern verpackte Kritik nehme ich hiermit zurück:

Verkehr in 140 Zeichen am 16. – 22.04.2013
  • Analyse „Im Blickfeld“: Bahnen gegen Bahnbauer gegen EBA gegen Ramsauer – OnVista – http://t.co/0vrv34cWH9 ->
  • Kommt der Nord-Süd-Soli? Stuttgart 21: Dreiste Mehrkostenforderungen der DB – Der Freitag – http://t.co/OV0caA5lwT #bahn #s21 ->
  • quod erit demonstratum! Ramsauer kündigt Ende der “Wünsch-Dir-Was”-Politik an – UNTERNEHMEN-HEUTE – http://t.co/Vfmzhl8TMH #schauenwirmal ->
  • Sachverständige bestätigen Piraten-Forderung nach Transparenz beim ÖPNV – Scharf-links – http://t.co/W7M6Agzx9O #piraten #Transparenz  ->
  • Ramsauer prüft Kompetenzbeschneidung beim Eisenbahnbundesamt, eine Lösung wie beim Pkw via TÜV ist denkbar. #bahn #EBA  ->
  • Kein vorzeitiges Nachtflugverbot in Berlin-Schönefeld – airliners – http://t.co/q4lfXjutVh #SFX #berlin ->
  • Stuttgart 21: Filderbahnhof plus rückt in weite Ferne – Stuttgarter Zeitung – http://t.co/tS8XhN12lT #s21 #stuttgart21 #bahn ->
  • Mehdorn: Flughafen BER ist doch nicht zu klein geplant – Tagesspiegel – http://t.co/MsoRG9tqpi #BER #quoderitdemonstratum ->
  • Was ein A380 wirklich kostet: Listenpreis: 404 Millionen Euro, Air France zahlte aber nur 149 Mio. – aeroTELEGRAPH – http://t.co/Z4oPKpc4eo ->
  • Fahrradfreundlich geht anders, liebe Stadt Hamburg! – NDR extra3 Blog – http://t.co/Mx9oYpHzzK #radverkehr ->
  • EU will den Emissionshandel retten – Tagesschau – http://t.co/melnhBzOCc ->
  • Hasselt schafft die kostenfreie Nutzung des ÖPNV ab – Deractie – http://t.co/SkdqV7WxG1 #piraten #verkehr ->
  • Ich halte gleich einen Vortrag beim VDV Sachsen/ über die des ÖPNV, Open Transit Data und autonomen Fahrbetrieb! ->
  • Monheim: Lappland (3 Personen/km2) organisiert flächendeckenden ÖPNV im Halbstundentakt. #VDV #oepnv ->
  • Monheim: ÖPNV-Debatte ist bestimmt von der Spardiskussion, allerdings kann man auch mit wenig viel machen, Beispiel UVM in der Uckermark. ->
  • Monheim: Guter ÖPNV hat 1/3 Freizeitverkehr, 1/3 Einkauf und maximal 20% Schülerverkehr. Schlechter ÖPNV hat hohen Schüleranteil #VDV #oepnv ->
  • Monheim: Führt den Kombibus wieder ein und transportiert Güter mit dem ÖPNV zu Tante Emma-Läden! #VDV #oepnv ->
  • Monheim: Das Übel des ÖPNV sind die wenigen Haltestellen! Wir brauchen 6000 neue Haltestellen alleine im Schienenverkehr! #VDV #oepnv ->
  • Monheim: Die lokale Mobilität ist die Grundlage aller Mobilität! #VDV #oepnv ->
  • Monheim: Wir machen wie gestört – den kleinsten und unwichtigsten Markt überhaupt! #VDV #oepnv ->
  • Monheim: Aus Kosten- und Strukturgründen haben wir in Ostdeutschland seit Jahren eine Entmotorisierung! #VDV #oepnv ->
  • Monheim: Nichts ist teurer als ein schlechter ÖPNV! #VDV #oepnv ->
  • Monheim: Verkehrsunternehmen müssen ihre Flotte entsprechend differenzieren! Mit Midi- und Minibussen! #VDV #oepnv ->
  • Monheim: Wenn das Fahrzeug nicht unter der Brücke durchpasst, dann nehmt verdammt nochmal das nächstkleinere! #VDV #oepnv ->
  • Monheim: ZOB – irgendwo im nirgendwo! Man hat da Asphalt hingekippt, wo mal Platz war. Man muss auf die Marktplätze mit dem Bus! #VDV #oepnv ->
  • Monheim: Hören sie auf rumzuheulen! Oh Gott, die Schüler auf dem Land sind alle! Machen sie endlich was daraus! #VDV #oepnv ->
  • Jetzt spricht die Staatssekretärin des Thüringer Ministeriums für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Inge Klaan. ->
  • Ich bin gespannt, ob was Interessantes und Inhaltvolles kommt… #VDV #oepnv ->
  • Klaan: Straßenbahnnachfrage steigt dank Ausbau, Fahrgäste im Bus sinken aber massiv, v.a. regional. #VDV #oepnv #thueringen ->
  • Was ich gerade lerne: Kommunaler ÖPNV macht wegen der politischen Ebene irgendwie keinen Spaß! Ich bekomme gerade den Eindruck, als ob man den ÖPNV auf dem Land gleich lassen sollte, weil es sowieso unwirtschaftlich und nicht finanzierbar ist! ->
  • Hachja! DB-Mensch: Nutzer von -Apps sind eine kleine Gruppe von Freaks und der Normalnutzer soll DB Navigator nutzen! *_* ->
  • Europaparlament stoppt Reform des Emissionshandels – Tagesschau – http://t.co/lxPrTH2AkW ->
  • Polizeiphantasien: Forschungsprojekt entwickelt Drohnen, die Fahrzeuge angreifen und stoppen sollen – Netzpolitik – http://t.co/kIWmZZFBDY ->
  • Bei der Deutschen #Post sind morgen Warnstreiks in den Verteilzentren sollen angekündigt. Die Brief- und Paketeverteilung ist betroffen. ->
  • Datenschützer: Immer mehr Beschwerden über Videoüberwachung – heise online – http://t.co/XrkVWd5EzC ->
  • Mobilfunkanbieter wollen Fahrverhalten von Autofahrern erfassen und an Versicherungen melden – Netzpolitik – http://t.co/SWSTHBfkZ6 ->
  • “Nachgefragt bei Kretschmann: Bahn muss Kosten für Filderbahnhof selbst tragen” – YouTube – http://t.co/Zatef3yrGs #s21 #stuttgart21#bahn ->
  • RT @bladewing678: @zukunftmobil Mehdorns Verhäng … äh Vermächtnis. Die armen Berliner – das gibt ein Chaos^10. http://t.co/VODkI7zGU8 ->
  • Oder anders ausgedrückt: Berlin Hbf oben muss für drei Monate für den Fern- und Regionalverkehr gesperrt werden, dann folgt die S-Bahn. ->
  • EU-Emissionshandel in der Luftfahrt für ein Jahr teilweise ausgesetzt – airliners – http://t.co/oGV4GS79Ds ->
  • In Deutschland haben wir eine neue Expertenkommission, die Empfehlungen für eine bessere Projektsteuerung und Planung erarbeiten soll. ->
  • Interessant, wie Petershausen bei München meine Schlussfolgerungen zu bestätigt http://t.co/xavNayjsA0http://t.co/NazKS9HBGU #Bahn ->
  • Aktualisiert: Unentgeltliche Nutzung des Nahverkehrs in Tallinn ab 2013 – ein Modell für andere Städte? – http://t.co/lATvh5EMLA ->
  • Aktualisiert: Welche Vor- und Nachteile hat ein ? Werden Autofahrer zur ÖPNV-Nutzung animiert? http://t.co/6VDD3CoKx6 ->
  • Das Opel-Werk in Bochum wird Ende 2014 geschlossen – WDR – http://t.co/raX7gvI1qt #opel #Bochum  ->
  • Pannen-Blitzer in : Technik aus dem Heimwerker-Markt – HNA – http://t.co/r7d8b354Xn ->
  • Autoindustrie: Die kommende Krise -Telepolis – http://t.co/CYnqjFf3J8 ->
  • Open-Data-Zugmonitor: Verspätung für alle – SZ- http://t.co/Ds20ddfNpp #bahn Immer wieder Danke an @ploechinger und @opendatacity ->
  • Automarkt: Junge Leute pfeifen auf Neuwagen – ZEIT Online – http://t.co/CQT4ux5PzD ->
  • Mitfahrgelegenheit: Gebühr treibt Mitfahr-Kunden zur Konkurrenz – ZEIT Online – http://t.co/aV7Josomr3 ->
  • Radfahren in Osnabrück: Wo geht es lang? – ZEIT Velophil – http://t.co/I20jXi52BE #radverkehr ->
  • Laserscanner misst Straßen und erfasst automatisch Schäden in Landstraßen und Autobahnen - Technology Review – http://t.co/aSDdEk8OV5 ->
  • Innovationszentrum Bahntechnik Europa: Podiumsdiskussion “Nachhaltigkeit in der Bahntechnik – Belastung oder Mehrwert? http://t.co/zxiTS6WxgY ->
  • Fahndung: Polizei sperrt Nahverkehr in Boston – ZEIT ONLINE – http://t.co/G9SpGi62l7 #Boston #manhunt ->
  • ver.di bestreikt am Montag #Lufthansa an fast alle Großflughäfen – Tagesschau – http://t.co/PlYaVD7GUH #LH ->
  • In Singapur versucht man die HVZ zu entlasten: Eine Strecke von16 Stationen soll vor 07:45 Uhr kostenlos nutzbar sein http://t.co/0YrU5ZhyL8 ->
  • Die am Flughafen Hahn beheimatete Frachtfluggesellschaft Air Cargo Germany hat den Flugbetrieb vorerst eingestellt. – http://t.co/FTy54O087z ->
  • Die Federal Aviation Administration genehmigt das neue Boeing 787 Dreamliner Batteriesystem – Reuters – http://t.co/zGjO0sjD2c #dreamliner ->
  • Ölkonzerne machen weiterhin satte Gewinne – Telepolis – http://t.co/MAkEKrvhps ->
  • Aber: Die Ölfördermenge der fünf größten Erdölkonzerne ist seit 2004 um ein Viertel gefallen – Resilience – http://t.co/nUvOQDEw27 ->
  • Amadeus-Analyse: 20 Prozent der Flüge konzentrieren sich auf 300 Strecken – airliners – http://t.co/MMhlKYQtDM #luftverkehr ->
  • Ich würde ja mal behaupten, dass das #fmc2013 eine kleine, aber sehr feine Nische abdeckt. Und ich fühle mich in Nischen sauwohl! :-) ->
  • Warum Pendler gefährlich leben. Ein Gespräch mit dem Soziologen Norbert F. Schneider. – ZEIT Online – http://t.co/XO1Rq7plu3 ->
  • Großartig! Nicht nur im Tagesspiegel, sondern war heute auch auf dem #fmc2013: Naren Shaam – http://t.co/0LjjsYgSM6 #GoEuro ->
  • : #Lufthansa streicht am Montag fast alle Flüge, von 1720 geplanten Abflügen werden nur 32 starten – http://t.co/5wE40uVhgP #lh  ->
  • Das dürfte die innovativste Diskussion über Ridesharing / Mitfahrgelegenheit / Trampen usw. der letzten Jahre gewesen sein! #fmc2013 ->
  • Vertiefung für Megafrachter: Niederländisches Gutachten warnt vor schweren ökologischen Schäden für die Elbe – http://t.co/hy4E3kEDOU ->
Verkehr in 140 Zeichen am 04. – 08.04.2013
Verkehr in 140 Zeichen am 27. – 31.03.2013
Verkehr in 140 Zeichen am 03.03. – 06.03.2013
Blick in die Glaskugel: Die Verkehrstrends des Jahres 2013

Neben einem Blick ins vergangene Jahr darf in einem Blog mit dem Wort Zukunft im Namen ein kleiner Ausblick auf die kommenden 361 Tage nicht fehlen. Natürlich lässt sich vorab kein genaues Bild dieses Jahr zeichnen, aber Trends und Entwicklungen der vergangenen Jahre, die 2013 fortgeschrieben werden oder sich erst zu wahrnehmbarer Größe entwickeln, lassen sich sehr wohl bestimmen.

Zuerst aber ein kleiner Ausblick auf Entwicklungen, die meiner Meinung recht sicher eintreffen werden, aber die kein guter Start ins Jahr 2013 wären:

Es erscheint mir relativ sicher, dass wir auch 2013 Probleme mit Kostensteigerungen bei Verkehrsprojekten haben werden, der neue Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg und das Bahnprojekt 21 weiterhin kontrovers diskutiert werden, vermutlich einige weitere Projekte zur kritischen Diskussion hinzukommen werden, die Finanzierungsprobleme zum Erhalt der Verkehrsinfrastruktur weiterhin beklagt werden („Wir brauchen mehr Geld, sonst bricht hier alles zusammen!“), CDU/CSU und FDP sich über die Einführung einer Vignettenpflicht für Pkw auf deutsche Autobahnen streiten werden, die Benzinpreise wie jedes Jahr spätestens zu Ostern „zu hoch“ sein werden und mit Populismus und Aktionismus nach “einer Lösung gegen die Abzocke an deutschen Tankstellen gesucht” wird. Es ist auch klar, dass die Bundestagswahl im September ihre Schatten schon frühzeitig vorauswerfen wird und verkehrspolitisch dieses Jahr nicht viel passieren wird. Ich bin mir relativ sicher, dass die Verkehrspolitik programmatisch keine große Rolle spielen wird, obwohl in den letzten Jahren Milliarden von Euro verschwendet worden sind und die Bürger große Probleme mit der Infrastrukturpolitik des Bundes haben.

Da ich mir und Ihnen / euch die Laune zum Jahresbeginn nicht gleich verderben möchte, gehe ich auf die positiven, spannenden und innovativen Entwicklungen ein, die uns und unsere Gesellschaft als Ganzes voranbringen werden. Eine kritische Begleitung der oben genannten Themen ist durchaus wichtig, die Diskussionen und Planungen auf Basis verkrusteter Strukturen kostet aber sehr viel Kraft und Zeit, die ich persönlich lieber in zukunftsgerichtete Projekte investieren möchte.

Automobilhersteller werden grüner

Lobbytechnisch mag es nicht immer so aussehen, aber die Umstände zwingen die Automobilhersteller immer stärker in Kraftstoffeffizienz und alternative Antriebstechnologien zu investieren. Wachsende Kraftstoffpreise werden in Zukunft zunehmend die Kaufentscheidungen beeinflussen, sodass kraftstoffeffiziente Fahrzeuge einen wachsenden Vorsprung gegenüber der Konkurrenz bedeuten. Im vergangenen Jahr wurde in den ein neuer Spitzenwert in Sachen Kraftstoffeffizienz erzielt (23,5 Meilen / Gallone, umgerechnet 10,23 Liter/100km).Elektroauto Hype Realität

Hinzu kommen strengere Abgasvorschriften (Euro 6), die nicht nur in der Europäischen Union verschärft werden. Mehrere chinesische Städte haben im vergangenen Jahr Einfahr- bzw. Zulassungsverbote für Fahrzeuge mit älteren Verbrennungsmotoren und schlechten Emissionswerten verhängt. Die schlechter werdende Luftqualität wird vor allem in Asien zu einem Umdenken führen und die Elektrifizierung des Antriebs weiter fördern. Insbesondere der Hybridantrieb wird von dieser Entwicklung profitieren mit dem Nebeneffekt einer wachsenden Nachfrage nach Plug-in-Hybridautos (PHEV). Fahrzeugbauer, die den Energiebedarf ihrer Fahrzeuge unabhängig von der Art des Kraftstoffs (erdölbasierte Flüssigkraftstoffe oder regenerativ erzeugte Energie) nicht senken, werden auf mittelfristige Sicht auf dem Markt keine Zukunft haben.

Open Data Initiativen von Verkehrsunternehmen

Im Jahr 2012 haben sich einige Verkehrsunternehmen und –verbünde davon überzeugen lassen, ihre Fahrplandaten Google zu überlassen. Der nächste Schritt dürfte eine weitere Öffnung hin zu sein, die vor allem von den großen Verkehrsverbünden (VBB, VRR, usw.) vorangetrieben wird. Auf Ebene des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen VDV dürften erste Initiativen entstehen, die Verkehrsunternehmen bei der Bereitstellung ihrer Daten unterstützen.

des Fernbusverkehrs

Seit dem 1.1. 2013 ist der deutsche Fernbusverkehr liberalisiert. Mehrere Anbieter dürften ihre Liniennetze in den kommenden Monaten ausweiten, ein Markteintritt von ADAC / Deutscher Post ist durchaus möglich. Sehr gespannt bin ich auch auf die Reaktion der Deutschen Bahn, wobei für den Fernbusmarkt an sich keine allzu großen Wachstumspotenziale in Deutschland erwarte.

DeinBus.de Fernverkehr Fernbus Autobahn

DeinBus-Bus auf der Autobahn – Foto: DeinBus.de

Der Fernbusverkehr in Deutschland wird sich vorrangig durch den Preis definieren, eine Differenzierung über das Angebot oder die Servicequalität (freies WLAN, usw.) ist äußerst schwierig. Der Erfolg des Fernbusverkehrs wird letztendlich von seiner Auslastung abhängen.

Der Aufbau des Liniennetzes wird zunächst im Fokus der Anbieter stehen, auf einigen wichtigen Relationen wird es zu einem Preiskampf kommen. Spannend wird vor allem das Agieren von kleineren und mittelständigen Reisebusunternehmen sein, die sich über Verbünde wie DeinBus o.ä. zu größeren Einheiten zusammenschließen.

Die positive Medienberichterstattung (Bahn kriegt Konkurrenz! Viel billiger und besser!) dürfte über das Jahr hinweg auch nachlassen, im Jahresverlauf dürften eventuell sogar erste Forderungen nach Fahrgastrechten und Erstattungsregelungen aufkommen.

Nichtsdestotrotz ist die Liberalisierung des Fernbusmarktes richtig und wichtig. Die Marktentwicklung in den ersten Jahren wird auf jeden Fall sehr spannend und interessant sein. Und 2013 mit vielen neuen Akteuren definitiv positiv!

Bikesharing und Carsharing wachsen weiter

Der Trend zu „Nutzung statt Besitz“ wird sich auch 2013 weiter verstärken. Im Jahr 2012 wurden einige Bikesharing-Angebote neu geschaffen bzw. erweitert. Insbesondere im europäischen Ausland und dem süd- und nordamerikanischen Raum ist ein starkes Wachstum zu beobachten. Anfang 2013 wird auch das Bikesharing-Angebot in New York eröffnet werden, in Mexiko City steht ebenso wie in Paris eine Erweiterung an.

Bikesharing Bolder Colorado USA

Bikesharing-Station in Boulder, Colorado – Foto: Mr. T in DC @ FlickrCC BY-NC-ND 2.0

Der Carsharing-Markt wird ebenfalls ein weiteres Wachstum zu verzeichnen haben. Zunehmend werden auch Elektrofahrzeuge in die Flotten integriert. Bis zum Jahr 2016 möchte beispielsweise Car2go in 30 nordamerikanischen Städten und in 40 bis 50 Städten in Europa vertreten sein. Andere Anbieter dürften ebenfalls ihr Angebot ausweiten.

Meine Hoffnung für das Jahr 2013 ist, dass die Integration von Carsharing, Bikesharing und dem weiter vorangetrieben wird. Der Abbau von Komplexität und die Vereinfachung von Bezahl- und Ausleihvorgängen sollten auch im Jahr 2013 ein Thema sein.

Hohes Wachstum von multimodalen Angeboten

Im Bereich der Integration verschiedener Verkehrsmittel bewegen sich auch Angebote zur multimodalen Wegeplanung. In diesem Bereich dürfte es 2013 neue innovative Angebote geben. Moovel hat 2012 in Stuttgart und Berlin bewiesen, dass mehrere Partner ins Boot geholt werden können und die Anwendungen auch schick aussehen. Durch die Freigabe von Fahrplandaten und der Bereitstellung von Schnittstellen durch Taxiunternehmen, Carsharern, usw. dürfte das Potenzial solcher Anwendungen noch nicht einmal annähernd erschöpft sein.

Es dürfte sehr interessant werden, diese Entwicklung zu beobachten. Vor allem, da die üblichen Verdächtigen nicht zwingend die Anbieter dieser Anwendungen sein werden.

Grassroot-Bewegungen im Verkehrsbereich

Initiativen, die von den Bürgern selber kommen und aktiv von ihnen gestaltet werden, sind die stärksten Bewegungen, die ich kenne. Mit Enthusiasmus lässt sich sehr viel bewegen. Zwar werden wir Deutschen nicht das US-amerikanische Verhalten von Grassroot-Bewegungen annehmen, mit den richtigen Tools an der Hand werden die Bürger sich aber in Zukunft verstärkt in die Verkehrsplanung und auch in die gesamte Entwicklung ihrer Stadt einmischen. Hierzu wird es im Jahr 2013 wichtig werden, den Menschen die richtigen Werkzeuge an die Hand zu geben und sie in deren Benutzung zu befähigen. Das Bundesverkehrsministerium hat im vergangenen Jahr mit Bürgerdialogen versucht, in einigen Veranstaltungen die Menschen stärker einzubeziehen. Über partizipative Anwendungen (v.a. online) lassen sich diese Entwicklung weiter fördern und die existierenden Probleme, wie Widerstand gegen Baumaßnahmen oder Unverständnis für Verkehrsberuhigung, usw. verringern.

Das Entstehen einer „New Mobility Agenda“

Die Neuausrichtung unserer bietet ein enormes Entwicklungspotenzial für gesellschaftliche wie auch unternehmerische Initiativen. Das Jahr 2013 sollte für das gemeinsame Entwickeln einer „New Mobility Agenda“ genutzt werden. Ebenso sollten Kommunen, Landkreise, Länder und auch der Bund darüber nachdenken, welche verkehrlichen Ziele sie in den nächsten Jahren verfolgen möchten und die zur Erreichung dieses Zieles notwendigen Maßnahmen definieren. Dazu ist es sicherlich zwingend notwendig, die Bürger nach ihren Wünschen und Nöten zu fragen, aber das selbst gesteckte Ziel dabei nicht aus dem Auge zu verlieren. Das Verfolgen eines übergeordneten Plans, die Entwicklung einer Stadt oder eines Landkreises entlang eines roten Fadens ist um ein Vielfaches effizienter als das planlose Aneinanderreihen mehrerer Einzelmaßnahmen!

Utopischer Wunsch des Jahres 2013: Mehr Verständnis füreinander!

Das Jahr 2011 und das Jahr 2012 waren oftmals ein Jahr des Konflikts. Autofahrer gegen , gegen , gegen Autofahrer, Autofahrer gegen den ÖPNV, ÖPNV gegen Taxi, Taxi gegen Radfahrer, usw.

Schild in Berlin mit Kampf den Kampfradlern

Kampf den Kampfradlern! in der Kastanienalle, Berlin Prenzlauer Berg – Foto: steffenz @ FlickrCC BY 2.0

Mich persönlich langweilen diese Konflikte immer mehr. Weder wird einer Veränderung herbeigeführt, noch wächst das Verständnis füreinander. Stattdessen wird auf dem eigenen Recht beharrt und die gegnerische Partei (Kampfradler! Langsamlatscher!) beschimpft. Ich würde mir für 2013 wünschen, dass diese Entwicklung endet und wir ein bisschen mehr Verständnis für die Nöte des anderen zeigen. Autofahrer, die Radfahrer nur mir ausreichend Sicherheitsabstand überholen, Radfahrer, die auf der Straße und nicht auf dem Gehweg fahren so, wie es eigentlich sein sollte und Fußgänger, die Fußgängerampeln achten und nicht unachtsam auf die Straße rennen. Hach, wäre das schön…

Denn am Ende ist der Verkehrsteilnehmer je nach gerade genutztem Verkehrsmittel sowie schizophren!

Was denkt ihr? Wird das Jahr 2013 ein verkehrlich erfolgreiches Jahr? Auf was hofft ihr, was fürchtet ihr? Hinterlasst doch mir doch bitte einen Kommentar!

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Schlußstrich

Von Jahr zu Jahr braucht man weniger Zeit, um über den Ozean, aber mehr Zeit, um ins Büro zu kommen.
Unbekannt

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In diesem Blog möchten wir die Strategien für die Mobilität von morgen skizzieren, informieren und diskutieren. Wir möchten uns mit diversen Problemen unserer Zeit beschäftigen und dabei alle Verkehrsträger im Blick behalten. Dieser Blog soll dabei helfen, die Herausforderungen von morgen ein wenig mehr ins Bewusstsein zu rücken, Alternativen und mögliche Lösungsansätze vorzustellen und umfassend zu informieren:

Denn man muss die Vergangenheit kennen, die Gegenwart analysieren um die Zukunft entwickeln zu können. (Mehr...)

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