Artikel zum Thema Göteborg
[Copenhagenize Urban Index] Die fahrradfreundlichsten Städte 2013

Das dänische Radverkehrs-Beratungsunternehmen Copenhagenize.eu, das aus dem sehr zu empfehlenden Blog Copenhagenize.com hervorgegangen ist, bewertet im Copenhagenize Index die radfreundlichsten Großstädte weltweit. (Liste der 20 radfreundlichsten (Groß-)Städte auf der Welt für das Jahr 2011)

Copenhagenize Index 2013Der Copenhagenize Index vergibt Noten an Städte, für ihre Bemühungen das als akzeptierte und praktische Verkehrsform zu etablieren. Das Interesse, das als ernst zu nehmende Verkehrsart in den Städten zu haben, ist weltweit ungebrochen. Jede Stadt auf der Welt war auf die eine oder andere Weise fahrradfreundlich, bis Verkehrsplaner und Verkehrsingenieure in den sechziger Jahren mit dem Umbau der Städte hin zu autofreundlichen Strukturen begonnen haben und Radfahrer, Fußgänger und Nutzer des zu drittklassigen Bürgern degradierten. Die Zeiten haben sich zum Glück geändert.

Viele Städte auf der Welt stellen sich der Herausforderung eines veränderten Mobilitätsbewusstseins und versuchen durch Maßnahmen in den Bereichen , Politik, , etc. auf Basis bestehender Strukturen umzusetzen, um Städte fahrradfreundlicher und damit lebenswerter zu machen.

Der Copenhagenize Index bewertet diese Maßnahmen mit 0 und 4 Punkten in 13 verschiedenen Kategorien. Darüber hinaus werden maximal 12 Bonuspunkte für besonders beeindruckende Anstrengungen oder Ergebnisse vergeben. Insgesamt können 64 Punkte erreicht werden. Das Ergebnis wird als Prozentsatz ausgewiesen (100 Prozent = 64 Punkte).

Bonuspunkte drücken vor allem den politischen Willen zu in Radverkehrsinfrastruktur aus. Als Beispiel können hier Radverkehrspläne und geplante Maßnahmen dienen, die noch in der Konzeptionsphase sind und im nächsten Copenhagenize Index einen Effekt auf die Wertung haben werden.

Ein Beispiel für die Vergabe von Bonuspunkten ist die belgische Stadt . Die Gewinner der Kommunalwahl haben im Wahlkampf den Bau von 100 Kilometern neuen Radwegen versprochen und dafür Bonuspunkte erhalten. Da dieses Versprechen bis zur Kommunalwahl 2012 eingelöst wurde, erhält neben zusätzlichen Bonuspunkten einen höheren Basiswert für Infrastruktur.

Auf den vorderen Plätzen finden sich auch dieses Jahr drei niederländische Städte, die vor allem von ihrer guten Infrastruktur und den Maßnahmen der Vergangenheit profitieren. Aber auch andere Länder holen Schritt für Schritt auf. 

Erstmals finden sich drei französische Städte in den Top 20. Ein Zeichen, dass Frankreich sehr starke Fortschritte im Bereich Radverkehr zu verzeichnen hat. Drei deutsche und zwei japanische Städte sind ebenfalls weiterhin im Ranking vertreten und festigen den Ruf als Fahrradnationen hinter den Niederlanden und .

Copenhagenize Index 2013

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Verkehr in 140 Zeichen am 15.05.2013
Verkehr in 140 Zeichen am 17./18./19.01.2013
  • Flughafen Berlin Brandenburg: Ist Effizienz ein Modell von gestern? – Wirtschaftswurm - http://j.mp/U2bOzL  #BER
  • Federal Aviation Administration (FAA) untersagt US-Airlines vorerst den Betrieb von Boeing’s 787 Dreamliner - http://j.mp/U2cp4p 
  • Link zur Emergency airworthiness directive der FAA zum Grounden aller Boeing 787-8 - http://j.mp/V9vmVz  (PDF) #dreamliner
  • Knusprig gebratene Lithium Ionen-Batterie aus der JAL-Boeing 787-8 (JA829J), die am 7.1. in Boston Feuer gefangen hatte - http://j.mp/V9wecR
  • Künftige EU-Luftreinhaltepolitik womöglich mit Motorenstandards für Stadtbusse – ÖPNV Aktuell - http://bit.ly/100RM82
  • Siedlungs- und Verkehrsfläche: Täglich werden 81 Hektar bebaut -Tagesschau - http://bit.ly/Ybmrnn
  • Mehr als eine Million KundInnendaten der Belgischen Eisenbahngesellschaft per Suchmaschine auffindbar – Netzpolitik -http://bit.ly/WKArOm
  • Google patentiert das User Interface seiner autonomen Fahrzeuge. Unterschied zu heutigen Cockpits: eine (!) Anzeige - http://j.mp/WKCUse
  • Navis in bestimmten Provinzen Chinas müssen Schritt für Schritt auf die GPS-Alternative BeiDou umgerüstet werden. - http://bit.ly/VMAhua
  • Schaeffler zeigt Kraftstoffeinsparpotenzial bis zu 15 Prozent durch verschiedene technische Einrichtungen – ATZ - http://bit.ly/102mltZ
  • RMV steigert Fahrgastzahlen auf 705 Millionen Kunden – Frankfurter Rundschau - http://j.mp/10iaZGX
  • Technikchef Amann bezeichnet seine Aussage zum Eröffnungstermin (erst 2015) als “schweren Fehler”. – Tagesspiegel http://j.mp/VslhQO  #BER
  • Neue Bildtechnik mit Mikrowellen und Millimeter-Wellen könnte Technik in selbstfahrenden Autos verbessern – Pop Mech -http://j.mp/10if3XN
  • Frankfurt sieht Erfolg der Umweltzone. So sei insbesondere die Nutzfahrzeug-Flotte modernisiert worden. – hr online - http://j.mp/10ihpWI
  • Hintergrundinformationen zu #Umweltzonen, Alternativen und Luftreinhaltung allgemein finden sich hier: http://j.mp/SqGZ74
  • Die schwedische Stadt führt eine ein – taz -http://j.mp/10iieyP
  • Informationen zur Wirkung einer Innenstadtmaut am Beispiel Stockholm finden sich hier: http://j.mp/Vy0lo5  und hier: http://j.mp/TxR7uu
  • London: Die Folgen der Innenstadtmaut und der Low Emission Zone -http://j.mp/wvC0Ev
  • LübeckAir des Unternehmers Winfried Stöcker wird den Betrieb nicht aufnehmen - http://j.mp/10iooyU  Hintergrundinfos: http://j.mp/10ip2fU
  • Aerosvit, Dniproavia und Donbassaero: Airline-Krise in der Ukraine – aeroTELEGRAPH - http://j.mp/10ir4wl
  • Streik der Sicherheitskräfte legt Hamburger Flughafen lahm – NDR -http://bit.ly/10DGYCJ
  • Thomas Weyer, Finanzchef des Flughafens München und der Chef in Köln/Bonn, Michael Garvens, wollen kein BER-Chef werden http://bit.ly/SU8DMi
  • Bund Naturschutz lehnt die Reaktivierung der Werrabahn aufgrund der schwerwiegenden Eingriffe in das Biotop ab - http://j.mp/SUeSQd
  • Beim letzten Gutachten im Auftrag der lokalen IHK wurde ein Nutzen-Kosten-Index von 9,8 für die Werrabahn errechnet - http://j.mp/SUfNjR
  • Das Gutachten gab Reaktivierungskosten von rund 88 Mio. € an, Anfang 2009 wurden die Kosten auf 103,4 Mio. ohne Elektrifizierung geschätzt.
  • Ist die Euphorie etwa schon verflogen? Wird der #Fernbus zur Konkurrenz der #Bahn? Eine FOM-Umfrage sagt: Wohl kaumhttp://j.mp/SUheP9
  • und der Bundesstaat wollen gemeinsam Hochgeschwindigkeitszüge kaufen – Bloomberg - http://j.mp/XhnY4L
  • Das sind mal richtige Schneeprobleme- Guardian - http://bit.ly/XjzcWU  #uk#snow
  • Reichen 36 Fahrzeuge für einen wissenschaftlichen Lang-LKW-Feldversuch? – VR - http://j.mp/WaOPjA  Kommt immer auf das Ziel an..#gigaliner
  • Geniale Wowereit/Lanz-Parodie von Peter Rütten zum Thema: Der Berliner Flughafen #BER - Youtube - http://youtu.be/AwuzEuLktSU
  • Aktualisiert: Feste Fehmarnbeltquerung: Bau des längsten Absenktunnels der Welt zwischen Deutschland und Dänemark:http://j.mp/orhh5X  #fbq
  • Nach Unfall im schwedischen Stockholm: Putzfrau nicht (!) für Zugunglück verantwortlich – Tagesschau - http://j.mp/10EuudX
  • Flughafen #BER prüft vorzeitige Inbetriebnahme der südlichen Startbahn, um die Nordbahn sanieren zu können - http://j.mp/10ExkzK
  • Glenn Beck (radikaler Vertreter der amerik. Rechten) möchte seine Pläne für eine ideale Stadt vorstellen. - http://j.mp/10ExCGF
  • USA schaffen Röntgen-Körperscanner an Flughäfen ab – heise online - http://bit.ly/VaZw79
  • Schneefälle: Der Winter legt halb Europa lahm – Tagesschau -http://bit.ly/YdPab7
  • gewährt Serbien 800 Mio. EUR für Bahnprojekte – Eurailpress - http://bit.ly/YdPiHV
  • Bahn-Liberalisierung: Deutsche Blockadehaltung schadet dem Schienenverkehr – Wirtschaftswoche - http://bit.ly/10pdZRW  #Bahn #Grube#EU
  • Tankstellen sollen künftig im 5-Minuten-Takt ihre Preise melden, damit Autofahrer diese vergleichen können. - http://bit.ly/10pgvb3
  • Stuttgart 21: „2025 wäre optimistisch kalkuliert“ – Stuttgarter Zeitung -http://bit.ly/XLh0HM  #s21 #Bahn
  • Singapur verdoppelt bis 2030 - http://bit.ly/WfZWIY
  • Russland: Desiro RUS beginnt Fahrgastbetrieb – Eurailpress -http://bit.ly/Vdn8rO
  • Die Autobauer verschlafen die Zukunft – Telepolis - http://bit.ly/SidyoQ
  • Neue Studie stellt fest, dass die EU ihre Kraftstoffeffizienzziele auch ohne Agrokraftstoff erreicht – ThinkProgress - http://bit.ly/WdzbUL
  • Laut Informationen der Grünen rechnet die Bahn mit elf Milliarden für Stuttgart 21 – Stuttgarter Zeitung - http://bit.ly/WdzZsw  #s21
    Anmerkung Martin
    Randelhoff:
    Mit den kolportierten elf Milliarden Euro dürften die Kosten für das Gesamtprojekt inklusive SFS Wendlingen – Ulm betrachtet worden sein. Es ist auch zweifelhaft, wieso die Deutsche Bahn Kosten ein Projekt weiterverfolgen und damit die erhöhten Kosten tragen soll, wenn bereits jetzt Mehrkosten in Milliardenhöhe absehbar sein dürften. Meiner Meinung nach sind die gemeldeten elf Milliarden Euro äußerst zweifelhaft, auch wenn ich mich hier nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen möchte. Ich würde aber zu gerne dieses Gutachten einmal sehen…
  • Alternativer Antrieb: Studie nährt Zweifel am Erfolg der Brennstoffzelle – ZEIT ONLINE - http://bit.ly/WdP9Oy
  • Private Kriegsflotte soll vor dem Horn von Afrika abschrecken – SPIEGEL - http://j.mp/WgTCRC  #piraten
  • Chinesische Klimaexpertin über Smog: „Noch 20 Jahre schlechte Luft“ – taz - http://bit.ly/XnyWX5
  • Bahn schockt ihre Kunden in Hochfranken. Oder eigentlich nicht, da die BEG die Linie Hof – einstellt… http://j.mp/11HnWdP  #bahn
Verkehr in 140 Zeichen am 25.11.2012
Verkehr in 140 Zeichen am 10.07.2012
Die Flughäfen mit dem weltweit größten Passagieraufkommen 2011

Artikelaktualisierung Zukunft Mobilität

Die Wachstumsraten im waren in den letzten Jahren enorm. Insbesondere in und Südamerika scheinen die Passagierzahlen zu explodieren.

Diese Liste zeigt wie bereits im vergangenen Jahr das der weltweit größten und wichtigsten . Diese Liste wird in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Sollten Ihnen fehlende oder gar fehlerhafte Daten auffallen, würde ich mich über einen kleinen Hinweis in den Kommentaren freuen (bitte mit Quellenangabe).

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[Fakt der Woche] Öffentlicher Verkehr in europäischen Städten – ein Vergleich

Im Jahr 2009 wurde im Auftrag der Europäischen Kommission eine Meinungsbefragung zur Lebensqualität in 75 europäischen Städten durchgeführt. Zur Lebensqualität gehört natürlich auch die Zufriedenheit mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln. Generell gilt Europa als relativ ÖV-affin, zum Beispiel im Vergleich zu den USA. Aber auch innerhalb der Europäischen Union gibt es ein starkes Gefälle.

Haltestelle HaltestellenzeichenBild von 96dpi @ FlickrCC BY-NC 2.0

In der Zeit vor 1960 hatte der ÖPNV eine höhere Stellung im öffentlichen Leben als dies heute der Fall ist. Insbesondere in Westeuropa hat der ÖPNV massiv Marktanteile an den verloren. Durch die gestiegene -Verfügbarkeit kam es zu einer zunehmenden , die mit einer zunehmenden räumlichen Trennung von Arbeit und Wohnen und geringeren Bevölkerungsdichten einherging. Dies machte die Erbringung öffentlicher Verkehrsleistungen immer schwieriger und unprofitabler.

In den letzten Jahren setzte eine stärkere privatwirtschaftliche Durchdringung des Marktes zur Erbringung des öffentlichen Verkehrs ein. Staatliche Bahngesellschaften wurden privatisiert oder in eine privatwirtschaftliche Rechtsform transformiert. Die Erbringung von Verkehrsleistungen wurde ausgeschrieben und teilweise oder vollständig dereguliert.

In manchen Regionen Europas hatte dies negative Auswirkungen – in den ländlichen Gebieten Großbritanniens sank die Nutzung des Busverkehrs in den Jahren zwischen 1986 und 2000 um 34 Prozent – und in anderen positive. Genannt seien hier vor allem der Großraum Helsinki, die Städte , Dijon, Frankfurt (Oder), Bocholt, Frankfurt / Main und die Region Hannover 1

Die Erhebung zur Lebensqualität in 75 europäischen Städten wurde von The Gallup Organization Hungary durchgeführt. In jeder Stadt wurden 500 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Personen ab einem Alter von 15 Jahren befragt. Dadurch ergab sich ein repräsentativer Querschnitt der breiteren Bevölkerung; die Befragten stammten aus allen Teilen der an der Erhebung beteiligten Städte. Im Zeitraum vom 30. Oktober bis zum 10. November 2009 wurden insgesamt 37 500 Befragungen durchgeführt.

Die Daten sind zwar gut beschrieben, geben aber wenig Hintergrundinformation oder gar eine Einordnung. Daher möchte ich dies nun kurz versuchen.

Zufriedenheit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

Zufriedenheit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in europäischen Städten - ein VergleichDie Zufriedenheit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist ein wichtiger Indikator für die Nutzungshäufigkeit (siehe weiter unten). Bei der Zufriedenheit ist im Groben ein Nord-Süd-Gefälle zu beobachten. So waren in Helsinki 93 Prozent generell zufrieden, in Palermo waren es nur 12 Prozent. In Palermo war fast niemand sehr zufrieden mit dem ÖV-Angebot (1%) während 53% der Befragten in Wien sehr zufrieden mit dem ÖPNV-Angebot waren.

In Wien, Helsinki, Straßburg, Stockholm, Hamburg, Newcastle und waren über 80% der Befragten zufrieden mit dem ÖV-Angebot. Problematisch war in Palermo insbesondere die niedrige Taktfrequenz.

Die deutschen Städte schlossen recht gut ab. Neben Hamburg finden sich Rostock, München, Leipzig und Dortmund im oberen Drittel. Nur Berlin und Essen fielen im Vergleich mit anderen deutschen Großstädten leicht in der Zufriedenheit zurück. In Berlin waren aber immer noch 25 Prozent sehr zufrieden und 43 Prozent zufrieden. Gar nicht zufrieden waren nur acht Prozent. In Essen waren 20 Prozent sehr zufrieden, 45 Prozent zufrieden und fünf Prozent unzufrieden. Im Vergleich der deutsche Spitzenreiter in der Zufriedenheit, Hamburg: Hier waren 39% sehr zufrieden und 47% zufrieden (insgesamt zufrieden waren somit 88 Prozent). Unzufrieden waren gerade einmal zwei Prozent der Befragten.

Betrachtet man nun die Häufigkeit der ÖV-Nutzung und vergleicht diese mit der Zufriedenheit, so lässt sich eine Korrelation beobachten. (welch Überraschung!)

Häufigkeit der Nutzung von öffentlichen VerkehrsmittelnHäufigkeit der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln in europäischen StädtenAm häufigsten werden öffentliche Verkehrsmittel in Metropolen wie , , Prag, Stockholm, Budapest und anderen dicht besiedelten Großstädten genutzt. In diesen Städten nutzten mindestens drei Viertel der Befragten mindestens einmal pro Woche den Bus, die , die Straßenbahn oder ein anderes öffentliches Verkehrsmittel ihrer Stadt (zwischen 75 % und 86 %). Dies hat zum einen mit dem geringen Raum zum Abstellen von PKWs (Parkraumnot), den hohen Lebenshaltungskosten und dem gut ausgebauten Angebot zu tun. Erstaunlich ist, dass die Städte mit den zufriedensten ÖV-Kunden nicht die höchste Nutzung aufweisen. Helsinki findet sich auf Platz 6 wieder, Wien auf Platz 13 und Groningen sogar nur auf dem siebzigsten Platz. obwohl eine hohe Zufriedenheit (Platz 11) existiert. Jedoch nutzen nur knapp über 24 % „häufig“ öffentliche Verkehrsmittel und nur 9 % nutzten öffentliche Verkehrsmittel, um zur Arbeitsstelle oder Ausbildungseinrichtung zu gelangen. Allerdings besitzt Groningen einen hohen Radverkehrsanteil. Um mehr Autofahrer zum Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu bewegen, wird daher über die Wiedereinführung einer Straßenbahn nachgedacht.

Der Wert für Amsterdam lag auch relativ niedrig. Meiner Meinung hat dies damit zu tun, dass die Wege im Innenstadtbereich relativ kurz und damit prädestiniert für die Nutzung von Fuß / Rad ist. Für seinen hohen Radverkehrsanteil ist Amsterdam schließlich auch berühmt. Eine Parallele zu Kopenhagen ist erkennbar. Die Nutzung des ÖV aus den Außenbezirken in die Innenstadt ist sicherlich höher. Anzumerken ist des Weiteren, dass durch die Verlängerung der U-Bahn der U-Bahnverkehr derzeit sehr eingeschränkt ist.

In deutschen Städten werden die öffentlichen Verkehrsmittel im Vergleich nicht so oft genutzt. Spitzenreiter ist hier München (29% tägliche Nutzung, 34% einmal die Woche, 5% nie) kurz vor Berlin (30% tägliche Nutzung, 32% einmal die Woche, 7% nie). Erstaunlich niedrig sind für mich die Werte in den anderen deutschen Städten. Zufriedenheits-Spitzenreiter Hamburg befindet sich nur im oberen Mittelfeld (29% tägliche Nutzung, 24% einmal die Woche, 7% nie). Noch schlechter sind allerdings Rostock (23% tägliche Nutzung, 27% einmal die Woche, 11% nie), Leipzig (24% tägliche Nutzung, 21% einmal die Woche, 12% nie), Dortmund  (22% tägliche Nutzung, 17% einmal die Woche, 22% nie) und Essen (21% tägliche Nutzung, 16% einmal die Woche, 22% nie).

Insbesondere die Ruhrgebiets-Städte fallen hier stark ab und finden sich in Nachbarschaft zu Piatra Neamț, Oviedo und Neapel wieder. Das Ruhrgebiet ist zum einen stark autozentriert, hier rächen sich nun die Planungsentscheidungen in den sechziger und siebziger Jahren (“Autogerechte Stadt”). Aber auch im Bereich des öffentlichen Verkehrs scheint Verbesserungsbedarf zu bestehen. Die Güte der ÖV-Netze kann und müsste verbessert werden, um zukünftige Verkehrsströme aufnehmen zu können. Allerdings müssen dafür zum einen die finanziellen Mittel bereitgestellt werden und zum anderen muss der politische Wille vorhanden sein.

Besonders schlecht schneiden Braga, Palermo, Oulu und Nikosia (türk. Bezeichnung: Lefkosia) ab. Im zypriotischen Nikosia (84% fahren hier nie (!) mit öffentlichen Verkehrsmitteln) ist der Grund im ausbauwürdigen ÖPNV-Angebot zu finden. Eine Flotte von Sammeltaxis befördert den Großteil der Reisenden. Eisenbahnlinien sind nicht vorhanden. Etwa 20 Busunternehmen agieren unabhängig voneinander auf Zypern. Kooperationen existieren nicht. Für die Fahrt mit dem Bus muss man sich teilweise einen Tag vorher anmelden. An Mittwochen fahren die Busse teilweise nach Wochenendfahrplan, die Haltestellenbeschilderung ist mangelhaft. Fahrpläne werden öfters ohne Vorankündigung geändert (via Wikitravel). Eine bessere Struktur würde hier sicherlich die Nutzerzahlen des ÖPNV verbessern.

Die finnische Stadt Oulu, die nördlichste Großstadt der EU, ist zum einen überschaubar, hat aufgrund ihrer Lage am Meer einen großen Wasserflächenanteil und besitzt ein sehr gut ausgebautes Netz von Fahrradwegen, sehr oft mit Unterführungen unter großen Straßen und bis zu 2 m Breite. In Oulu nutzen zwar viele Menschen den ÖPNV, allerdings wegen der oben genannten Gründe eher sporadisch (einmal im Monat). Dies ergibt den geringen Nutzungswert.

Die Nutzungshäufigkeit öffentlicher Verkehrsmittel ist wiederum eng mit dem Weg zur Arbeit verbunden.

Verkehrsmittel zum PendelnWeg zur Arbeit - Welches Verkehrsmittel wird genutzt EuropaFür Fahrten zur Arbeitsstelle oder Ausbildungseinrichtung wurden öffentliche Verkehrsmittel von weniger als einem Zehntel in Nikosia und Oulu (4 % bzw. 7 %) bis zwei Dritteln in Paris und Prag (66 % bis 67 %) genutzt. Erneut waren die europäischen Hauptstädte unter den Städten mit dem größten Anteil der Befragten, die öffentliche Verkehrsmittel zum Pendeln nutzten – in London zum Beispiel 60 %, in Bratislava 56 % und in Sofia 52 %.

Während jedoch 91 % der Befragten in Nikosia mit dem Auto (oder Motorrad) zur Arbeit fuhren und nur 5 % zu Fuß zur Arbeit gingen oder mit dem zur Arbeit fuhren, war der Anteil der Befragten, die mit dem MIV zur Arbeit fuhren oder zu Fuß zur Arbeit gingen bzw. mit dem zur Arbeit fuhren, in Oulu fast gleich hoch (45 % bzw. 48 %).

Ein genauer Blick auf die zum Pendeln genutzten Verkehrsmittel zeigte, dass in den italienischen, spanischen und griechischen Städten hauptsächlich das Motorrad bzw. ein Motorroller genutzt wurde. In Palermo gaben zum Beispiel 19 %, in Iraklion 14 % und in Barcelona 13 % der Befragten an, für Fahrten zur Arbeit in der Regel ein Motorrad zu benutzen.

In acht Städten gab mindestens eine relative Mehrheit von Befragten an, in der Regel zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeitsstelle oder Ausbildungseinrichtung zu gelangen. Bei den Befragten in Kopenhagen und Groningen war die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass sie diese Antwort auswählten (65 % bzw. 63 %). In Graz, Malmö, Oulu, Amsterdam und Oviedo gingen zwischen 38 % und 48 % der Befragten zur Fuß zur Arbeit oder fuhren mit dem Fahrrad.

In deutschen Städten ist auf dem Weg zur Arbeit ein hoher MIV-Anteil zu beobachten. Am häufigsten wird in Dortmund der MIV auf dem Weg zur Arbeit genutzt  (62 Prozent). Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren nur 29 Prozent, die Nutzung des Fahrrads/Zu Fuß liegt bei nur acht Prozent. In Essen ist der MIV-Anteil mit 58 Prozent ebenfalls hoch. Der Anteil des ÖV liegt bei 27 Prozent, der Fahrrad/Zu Fuß-Anteil beträgt 12 Prozent.

Weitaus höher liegt der ÖV-Anteil mit jeweils 32 Prozent in Leipzig und Rostock. Auch der Fahrrad/Zu Fuß-Anteil ist in beiden Städten mit 22 Prozent identisch. In Rostock nutzen 46 Prozent der Arbeitnehmer den MIV auf dem Weg zur Arbeit, in Leipzig ist dieser Wert mit 44% leicht niedriger.

In Hamburg fahren 38% mit dem MIV zur Arbeit, 42 Prozent nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel und 20 Prozent gehen zu Fuß oder fahren mit dem Fahrrad. In München fahren nur noch 34 Prozent mit dem MIV, 40% mit den ÖV und 24 gehen zu Fuß oder fahren mit dem Fahrrad.

Die geringste MIV-Nutzungsrate für den Arbeitsweg weist allerdings Berlin auf. Nur jeder dritte Arbeitnehmer fährt hier mit dem PKW oder dem Motorrad zur Arbeit, dies entspricht etwa die Hälfte der Dortmunder Wertes. Immerhin 43 Prozent fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, 23 gehen zu Fuß oder fahren mit dem Fahrrad.

Lässt man den ÖPNV außen vor und betrachtet nur den motorisierten Individualverkehr (PKW, Motorrad) und den unmotorisierten Verkehr(zu Fuß, Rad) ergibt sich die folgende Grafik:Anteil MIV Rad / Fußweg am ArbeitswegInsgesamt lässt sich eine Korrelation zwischen Zufriedenheit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und der Nutzungshäufigkeit feststellen. In Städten, in denen der Weg zur Arbeit oft mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt wird, ist die Nutzung insgesamt höher als in Städten mit niedrigeren Werten.

Minuten, die pro Tag benötigt werden, um zur Arbeitsstelle oder Ausbildungseinrichtung zu gelangen

Arbeitsweg Pendeldauer in verschiedenen europäischen Städten in Minuten

Städte der kurzen Wege weisen geringe Pendelzeiten auf. In diesen Städten ist die Nutzung motorisierter Verkehrsmittel meist nicht nötig. Daher weisen sie meist einen geringen Anteil öffentlichen Verkehrs und motorisierten Individualverkehrs auf (Bsp: Oulu).

Große Flächenstädte wie London und Paris weisen höhere Pendelzeiten aus. Dies hat zum einen mit den höheren Pendlerzahlen zu tun als auch den größeren Entfernungen, die von den Außenbezirken in die Innenstädte zurückgelegt werden müssen. In Paris, Stockholm, Rotterdam, Prag, Warschau, Bukarest, Budapest und London antwortete mindestens die Hälfte der Befragten, täglich mehr als 30 Minuten zu benötigen, um zu ihrer Arbeitsstelle oder Ausbildungseinrichtung zu gelangen (zwischen 50 % und 65 %). Außerdem war die Wahrscheinlichkeit bei den Befragten in London und Budapest am höchsten, dass sie eine Pendelzeit von mehr als einer Stunde angaben (23 % bzw. 32 %).

Die benötigte Pendelzeit hängt aber nicht mit dem genutzten Verkehrsmittel zusammen. Obwohl die Pendelzeiten in den europäischen Hauptstädten am längsten waren – diese Städte waren auch die Städte, in denen die Mehrzahl der Befragten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeitsstelle oder Ausbildungseinrichtung gelangte –gab es einige Beispiele von Städten mit genauso langen Pendelzeiten, in denen die Befragten hauptsächlich mit dem Auto/Motorrad oder Fahrrad fuhren. In gaben zum Beispiel 52 % der Befragten an, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, und ein ähnlich hoher Anteil der Befragten (48 %) gab an, mindestens 30 Minuten zu benötigen, um zur Arbeitsstelle zu gelangen. Ebenso gaben 48 % der Befragten in Amsterdam an, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeitsstelle zu gelangen und ein ähnlich hoher Anteil gab an, in der Regel 30 Minuten oder mehr zu benötigen, um zur Arbeitsstelle zu gelangen.

  1. Zukunftsfähiger öffentlicher Nahverkehr für Europa – ICLEI Europasekretariat, Verkehrsclub Deutschland, Gefördert von der EU-Kommission, Generaldirektion Umwelt, Community Framework for Co-operation topromote Sustainable Urban Development (COM,2002/C26/08 – Freiburg 2004 -  http://www.increase-public-transport.net/fileadmin/user_upload/Procurement/SIPTRAM/Good_Practice_Guide/German_GPG_www.pdf
Seite 1 von 11

Schlußstrich

Wenn der in der Bundesrepublik noch nicht zum Abschluß gekommene Prozeß der Motorisierung auch nur annähernd im bisherigen Tempo weitergeht, kann es zu einem Verkehrsfiasko kommen, gegen das die bisherigen Verhältnisse auf diesem Sektor rührend unkompliziert sind.
zitiert aus «man auf der Straße», infas-Studie zur Verkehrssituation in Deutschland 1960

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In diesem Blog möchten wir die Strategien für die Mobilität von morgen skizzieren, informieren und diskutieren. Wir möchten uns mit diversen Problemen unserer Zeit beschäftigen und dabei alle Verkehrsträger im Blick behalten. Dieser Blog soll dabei helfen, die Herausforderungen von morgen ein wenig mehr ins Bewusstsein zu rücken, Alternativen und mögliche Lösungsansätze vorzustellen und umfassend zu informieren:

Denn man muss die Vergangenheit kennen, die Gegenwart analysieren um die Zukunft entwickeln zu können. (Mehr...)

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