Artikel zum Thema Nahverkehr
Verkehr in 140 Zeichen am 15.05.2013
Verkehr in 140 Zeichen vom 02. – 07.05.2013
IZBE-Symposium ”Nachhaltigkeit in der Bahntechnik – Belastung oder Mehrwert?” in 140 Zeichen

Ich hatte in der vergangenen Woche ja bereits den Mitschnitt der Podiumsdiskussion im Rahmen des Symposiums ”Nachhaltigkeit in der Bahntechnik – Belastung oder Mehrwert?” des Innovationszentrum Bahntechnik Europa (IZBE) veröffentlicht. Neben der Aufnahme von Fachvorträgen habe ich auch parallel getwittert und meine Twitter-Follower mit Bahntweets überschwemmt. Da diese nicht in “Verkehr in 140 Zeichen” untergehen sollen und die wichtigsten Statements und Inhalte aus den Vorträgen umfassen, möchte ich diese hier ebenfalls veröffentlichen:

  • Zunächst erfolgen Begrüßung und eine erste Einführung.
  • Dirk Flege von der Allianz pro Schiene hält nun den ersten Fachvortrag:
  • Die Politik drückt sich vor Zielkonflikten und der öffentlichen Diskussion! Massenmedien: Man muss sehr stark polarisieren! #bahn #izbe ->
  • Dirk Flege stellt gerade den Bundesländerindex Mobilität vor: http://t.co/ydTChrXunF #bahn #izbe ->
  • Nun spricht Axel Schuppe, Geschäftsführer des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. #bahn #izbe ->
  • Umsatzvolumen Bahntechnik weltweit: 106 Mrd. € p.a., Europa: 32 Mrd. (+1,9%), GUS/: 37 Mrd. (+0,2% 2011), Brasilien: 3,9 Mrd. (+7,5%) ->
  • Der asiatische Wachstums-Wert ist so niedrig, da 2011 alle Ausbauvorhaben wegen Unfällen und Korruption gestoppt hatte. #bahn #izbe ->
  • Was bringt ECTS energietechnisch? Güterzug, 1000t, 100km Strecke: ECTS -> nur elektrisch bremsen möglich -> 18% weniger Energie bei +4% Zeit ->
  • In Deutschland müssten 600 Diesellokomotiven dringend ersetzt werden -> Umweltprämie? 20% AK = 80 Mio.€ p.a. über 3 Jahre = 240 Mio.€ insg. ->
  • Jetzt wird es spannend: Vortrag “Schienenverkehr in Rahmen des Korridorkonzepts des transeuropäischen Verkehrsnetzes” von Gudrun Schulze. ->
  • Teamleiterin Infrastruktur und nachhaltige Mobilität bei der EU-Kommission, Generaldirektion Mobilität und Verkehr. ->
  • Hat übrigens in Dresden Verkehrsingenieurwesen studiert. Also auch ein Weg in die Politik / Verwaltung. ;-) ->
  • EU-Kommission: Steigende Mobilität bedeutet keinesfalls eine wachsende Verkehrsmenge, sondern sehr viel Nahmobilität. #bahn #izbe ->
  • Verkehr zurzeit für 25% der CO2-Emissionen verantwortlich, im Nullfall erreicht er 2050 einen Anteil von 50 Prozent! ->
  • EU-weit soll der Güterverkehr um 30% reduziert werden und bis 2050 um 50%. (Ich nehme an, sie meint die Emissionen…) ->
  • Die EU-Kommission plant diesen Sommer eine Revision der Eurovignette, um die externen Kosten des Verkehrs weiter zu internalisieren. ->
  • Infrastruktur prägt Mobilität. Die EU hat Infrastrukturpolitik lange Zeit als den Bau von Großprojekten verstanden. Dies soll sich ändern. ->
  • Jetzt spricht Toni Eder, Vizedirektor des Bundesamts für Verkehr der Schweiz und Leiter Infrastruktur Schweiz zur NEAT Infrastrukturplanung. ->
  • Die Schweiz muss alle Projekte priorisieren, allerdings ohne Straße und Schiene gegeneinander auszuspielen. Die Schweiz prüft ex-ante Nutzen ->
  • Die Schweiz nutzt Niba: Nachhaltigkeitsindikatoren für Bahninfrastrukturprojekte, die Nachfrageänderungen und Altinfrastruktur einbezieht. ->
  • Niba umfasst eine Kosten-Nutzen-Analyse inkl. Unterhaltskosten sowie eine Vergleichswertsanalyse (Fahrplanstabilität und Etablierungsmögl.) ->
  • In der Schweiz ergibt sich eine eindeutige Priorisierung der Infrastrukturprojekte. Allerdings ohne Aussage zur Effizienz. ->
  • Download des NIBA-Leitfadens: http://t.co/TGdlfDxjH6 ->
  • Bewertungsgrundlage vin NIBA, der Bewertung von Eisenbahnprojekten in der Schweiz. http://t.co/xYwnuM4BMX ->
  • In der Schweiz ist Lärm ebenfalls ein Problem. Das neue Lärmsanierungsgesetz sieht ab 2020 ein Verbot von Graugusssohlen vor. ->
  • Jetzt spricht Markus Hofmann von & Leiter Marketingstrategie Infrastruktur der Deutschen Bahn AG: Infrastrukturen vernetzt entwickeln ->
  • “Jedes Land hat die Infrastruktur, die es verdient.” Gleich am Anfang ein Kracher! ;-) ->
  • Verlassen Sie das Ghetto der Verkehrstechnik und denken sie frei in die . Infrastruktur sollte eher Infranetz heißen! ->
  • InfraNets verkörpern die Transaktionskosten einer arbeitsteiligen Gesellschaft. ->
  • Wir werden in den nächsten 20 Jahren die Technologisierung der Autobahn erleben. #izbe #bahn ->
  • Schiene = chronisch unterfinanziert? Straße = Stauland Energienetze = veraltet und an Kapazitätsgrenzen. ->
  • In Preußen war die Begeisterung für Energienetze so groß wie heute für das Internet. Frage heute: Brauchen wir mehr Infrastruktur? ->
  • Die Deutsche Bahn ist der größte Energieverbraucher Europas. #bahn #izbe ->
  • Jetzt: Prof. Jens-Uwe Fischer von der Uni Leipzig zum Thema Flächenverbrauch und nachhaltiges Flächenmanagement in Deutschland. ->
  • 30% des Verkehrsflächenverbrauchs in Deutschland ist nicht für Deutschland, sondern für Europa (Transitfunktion). ->
  • In Europa existiert das EU-Ziel des Null-Flächenverbrauchs ab 2050 (wenn man etwas neu bebauen will, muss man etwas anderes stilllegen). ->
  • Im Großteil Deutschlands werden 2050 über 75% der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein! Die Schülerzahl sinkt um 16,7% insgesamt. ->
  • Der ländliche Raum wird 80-90% der Schüler verlieren. Der Schülerverkehr ist heute bereits das Rückgrat des ÖPNV auf dem Land. ->
  • In Deutschland verbrauchen wir jedes Jahr 86ha Fläche (2012). Diese Flächeumnutzung geht meistens zulasten der landwirtschaftlichen Fläche. ->
  • Das Schienen- und Busnetz sollte das Leitbild für die Siedlungsstruktur sein. ->
  • Jetzt: Dr. Jung, IZP Dresden und Herr Obieray, ARGE Fahrbahn Gotthard über Ausschreibungen, Planung und Bau des Gotthard Basistunnels. ->
  • Beim Gotthard Basistunnel wurde das erste Mal RAMS/LCC im Ausschreibungsverfahren genutzt. Das ist zunächst eine Mehrbelastung, macht aber.. ->
  • ..Probleme lösbarer und minimiert das Risiko von Problemen in der Bauausführung. ->
  • Zieschank: Kaum ist eine Kommission im Verkehrsbereich fertig, machen wir die nächste. Wir wissen doch alle, was die Probleme sind. ->
  • Wir machen nur nichts. Man könnte auch sagen Planwirtschaft ohne Plan! #bahn #izbe ->
  • Die Deutsche #Bahn plant bis 2020 in Höhe von 86 Mrd. EUR Brutto. (Fahrzeuge, Netz, Stationen und Servicestruktur) ->
  • Die Technikstrategie der Deutschen Bahn bis 2030 hat 6 Stoßrichtungen in 43 Handlungsfeldern und ca. 100 Projekten. #bahn #izbe ->
  • Die Deutsche #Bahn vernetzt bis 2030 alle Verkehrsmittel und wird alle Grenzen zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln auflösen. ->
  • Der Kunde wird jederzeit und an jedem Ort über seine Reisekette informiert. Ziel ist das Anbieten von verkehrsmittelübergreifenden Ketten. ->
  • 2030 sollen Fahrzeugpools europaweit einsetzbar sein, sowohl Fern- als auch Nahverkehrsflotten. #bahn #izbe ->
  • Bahn im Jahr 2030: E-Traktion mit Speicherfahrzeugen und Umrüstung von Dieselfahrzeugen auf Hybridtechnik. Lärm das wichtigste Feld! ->
  • Die Bahn geht davon aus, bis 2030 keine wesentlichen Großprojekte durchzuführen und setzt auf die Erweiterung der Trassenkapazität im… ->
  • …bestehenden Netz. Man möchte auch auf eine proaktive Instandhaltung umschwenken. #bahn #izbe  ->
  • Die deutsche Bahn möchte die wichtigsten Nord-Süd- und West-Ost-Güterverkehrskorridore für 1.500 Meter lange Güterzüge ausbauen. ->
  • Zwei 740 Meter Züge sollen zusammengekuppelt und damit die Trassen effizienter ausgelastet werden. ->
  • Durch Fahrerassistenzsysteme soll ein Potenzial von 30% Rückspeisequote bei E-Traktion erreicht werden. #bahn #izbe ->
  • In dieser Woche hat die Deutsche Bahn die europaweite Zulassung durch die UIC für die LL-Sohle erhalten! #laerm #bahn #izbe ->
  • Bis Juni soll der Einbau der Bremssohle in die Wagen auch geregelt sein und die Umrüstung der Güterwagen schrittweise beginnen. #bahn #izbe ->
  • Nun spricht Dr. Veit Steinle, Abteilungsleiter Umweltpolitik und Infrastruktur beim BMVBS zur Nachhaltigkeitsstrategie im Verkehrsbereich. ->
  • Das Bundesverkehrsministerium arbeitet derzeit mit den anderen Ressorts eine Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie für Deutschland. ->
  • Das Potential für Diesel-Hybrid-Triebwagen liegt im deutschen Schienennetz bei etwa 300 Fahrzeugen. #bahn #izbe ->
  • In der Hamburger Hafencity werden einige Balkone von Kreuzfahrtschiffen verrußt, sodass man jetzt ganz schnell nach Lösungen sucht. ->
  • Jetzt spricht Susanne Henckel, Hauptgeschäftsführerin der BAG-SPNV (Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des SPNV). #bahn #izbe ->
  • In den vergangenen 17 Jahren ist die Verkehrsleistung im SPNV um 64,4 % gewachsen. Grund sind Einsparungen durch günstigere Angebote. ->
  • Jeder Aufgabenträger, der heutzutage einen Verkehrsvertrag unterschreibt, weiß nicht, ob er ihn über die Laufzeit überhaupt bezahlen kann. ->
  • Von den Bestellerentgelten fließen 50% an DB Netz und DB Station&Services zurück, bei E-Traktion steigt der Anteil auf 64% wg. DB Energie. ->
  • Einerseits führen Konjunkturprogramme zu kurzfristigen Ausstattungsverbesserungen z.B. an SPNV-Stationen, aber: DB Station erhöht die Gebühr ->
  • Wettbewerbssituation folgt zu Angebotsverbeserung, aber Infrastrukturbetreiber bildet keine Vorteile für Mehrbestellungen im SPNV an ->
  • Regionalisierungsmittel werden neu geordnet (Höhe und Verteilung), aber die Bestellerentgelte enthalten immer größere Fixkostenblöcke. ->
  • Man plant langfristige Fahrplankonzepte (ITF), die heutige Finanzierungslage wirkt aber nur kurzfristig und ist langfristig nicht planbar. ->
  • Schienenfahrzeuge eines Typs mit Software von September 2012 sind nicht kuppelbar mit Zügen von April 2013. Man müsste neu zulassen! WTF? ->
  • Der Primärenergieaufwand zwischen E- und Dieseltraktion ist beinahe gleich, Dieselantrieb + Hybridtechnik kann sogar energieeffizienter sein ->
  • Im Gegensatz zum Pkw ist der Zug jedoch 3x energieeffizienter, im Güterverkehr ist es der Faktor 5. Auslastung der Züge muss aber hoch sein ->
  • Das Bundesverkehrsministerium wird jetzt endlich die wissenschaftliche Machbarkeitsstudie für einen Deutschlandtakt ausschreiben. ->
  • Jetzt spricht Michael Funke (Triple S-GmbH) über die geothermische Beheizung von Bahnsteigen zur Verlängerung der Lebensdauer des Bauwerks. ->
  • Steigende Ölpreise und die Probleme im Winter (eingefrorene Weichen, Oberleitungen, Bahnsteige) können durch Geothermie gelöst werden. ->
  • Vorteile: höhere Verkehrssicherheit, Verlängerung der Lebensdauer (keine Frost-Tau-Wechsel), geringere Betriebskosten, Entlastung der Umwelt ->
  • In Dresden existiert die einzige Abteilung der DB Netz AG für nicht elektrische Weichenheizungen, die noch übrig geblieben ist. ->
  • In Bad Lauterberg existiert der einzige flächentemperierte Bahnsteig Deutschlands (620 m2, Jahresheizleistung 155.000 kWh/a) ->
  • Im Sommer wird die Wärme des Bahnsteigs (60º C) in 200 Meter Tiefe gespeichert und im Winter zum Heizen genutzt (passives System). ->
  • Die Lebensdauer eines Bahnsteiges kann durch geothermische Beheizung von 20 Jahre auf 30 Jahre verlängert werden. ->
  • Die Ausstattung eines 620 m2 Bahnsteiges mit Geothermie und den entsprechenden Sonden betragen 250.000 Euro. ->
  • Im Innenstadtbereich könnte man die Wärme von Abwässern oder Industrieproduktion nutzen. Muss man nicht einmal bohren… ->
  • So, letzter Vortrag: Bewertung von Nachhaltigkeitskriterien im ökonomischen Spannungsfeld von Infrastrukturmaßnahmen von Thomas Böhm (DLR). ->
Was wäre, wenn alle U-Bahn-Systeme Nordamerikas miteinander verbunden wären?

In Analogie zum Computer-Geek / -Nerd hat sich in den letzten Jahren auch eine Art ÖPNV-Geeks/Nerds gebildet. Menschen, die sich intensiv mit dem öffentlichen Personennahverkehr auseinandersetzen und eine große Liebe zum Detail an den Tag legen. Man kann diese Menschen sicherlich auch als etwas altmodischer ÖPNV-Enthusiasten bezeichnen.

Randall Munroe, einer der Köpfe hinter der sehr bekannten amerikanischen Geek-Comic-Webseite xkcd hat ganz im Wesen eines Geeks seine ganze Liebe zum Detail in einen landesweiten U-Bahn-Netzplan gesteckt. 

Der Netzplan zeigt alle U-Bahn-Systeme in Nordamerika, als ob sie miteinander verbunden waren. Dabei folgen die Linienverläufe relativ realitätsgenau den Eisenbahnlinien von Montreal bis und Mexico City, nach und zurück nach .

Ein Geek wäre aber kein Geek, wenn er sich mit einem Thema nicht auch spielerisch beschäftigen würde. So enthält die Karte auch einige Fantasie-Linien wie die Springfield Monorail (Simpsons-Fans vor!) und die Linie zum “graveyard for passengers killed by closing doors” kurz hinter D.C. (die Washingtoner U-Bahn ist bekannt für ihre schnell schließenden Türen). In der Karte sind noch viele weitere Scherze versteckt, für die man jedoch zum Teil Kenntnisse über den US-amerikanischen ÖPNV benötigt.

U-Bahnsysteme in Nordamerika

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Es existiert auch noch ein ähnlicher landesweiter U-Bahn-Netzplan (Urheber unbekannt), der jedoch ein wenig unübersichtlicher ist und auf die vielen witzigen Elemente verzichtet.

Subway U-Bahnen in Nordamerika Netzplan

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Der Einfluss von Umweltzonen auf den privaten Pkw-Besitz: fast keine

Der wird oft nachgesagt, dass sie eine positive Wirkung auf die Emissionen der Fahrzeugflotte haben. Dies soll zum einen für die in einer Kommune mit zugelassenen Fahrzeuge wie auch auf die Fahrzeugflotte aus dem Umland gelten. Durch Einfahrverbote für bestimmte Fahrzeuge sollen die Eigentümer zum Kauf neuer, kraftstoffeffizienter und vor allem emissionsarmen Fahrzeuge bewegt werden. Dieser Effekt lässt sich jedoch nur im geringsten Umfang nachweisen.

Eine Auswertung von 19 Luftreinhalteplänen bzw. Wirkungsanalysen von Umweltzonen (insgesamt existieren in zurzeit 61 Kommunen mit Umweltzonen) hat die folgende Einteilung der Fahrzeugflotte (nur Pkw) in Schadstoffgruppen (keine Plakette, rote Plakette, gelbe Plakette, grüne Plakette) gezeigt:

  • Schadstoffgruppe 1, keine Plakette: 2,47%
  • Schadstoffgruppe 2, rote Plakette: 1,94%
  • Schadstoffgruppe 3, gelbe Plakette: 6,92%
  • Schadstoffgruppe 4, grüne Plakette: 88,87%

Eine der in 19 Kommunen angemeldeten Fahrzeugflotten erscheint ausreichend, da die Standardabweichung äußerst gering ist. Die Hinzunahme weiterer Werte hat einen minimalen Einfluss auf das Ergebnis. Die Stichprobe kann daher als für die Grundgesamtheit gültig angesehen werden.

Umweltzone Flottenzusammensetzung Städte

Flottenzusammensetzung nach Schadstoffgruppen in Städten mit Umweltzone, eigene Darstellung, Daten: verschieden, 2010 bis 2012, CC BY-SA 3.0 DE

Der hohe Anteil an Fahrzeugen der Schadstoffgruppe 4 (grüne Plakette) ergibt sich aus dem großen Anteil an Pkw mit Ottomotor. Gemäß Anhang 2, Zuordnung der Kraftfahrzeuge zu den Schadstoffgruppen (zu § 2 Abs. 2, 35. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes) erhalten alle Benziner mit geregeltem Kat ab Euro 1 (ab Abgasrichtlinie 91/441/EWG) die grüne Plakette, ansonsten erhalten Ottomotoren ohne Katalysator (geringer Anteil) keine Plakette. Fahrzeuge mit gelber und roter Plakette sind Fahrzeuge mit Dieselmotor.

Keine Plakette erhalten jene Dieselfahrzeuge, die vor dem 01.01.1997 zugelassen wurden und nur EURO 1 oder schlechter erfüllen, eine rote Plakette bekommen Fahrzeuge mit Erstzulassung zwischen 01.01.1997 und 31.12.2000, die EURO 2 oder EURO 1 mit Partikelfilter erfüllen, eine gelbe Plakette erhalten Dieselfahrzeuge mit Erstzulassung zwischen 01.01.2001 und dem 31.12.2005 mit EURO 3- oder EURO 2-Motor mit Partikelfilter (PM 1, 0,05 g/km) und eine grüne Plakette können Dieselfahrzeuge mit einer Erstzulassung ab dem 01.01.2006 mit EURO 4 oder besser oder EURO 3 mit Partikelfilter (PM1 bis PM4, 0,05 g/km – 0,005 g/km) erhalten.

Welche Plakette kriegt mein Auto Schadstoffgruppe Emissionen Motor EURO I EURO II EURO III EURO IV EURO V EURO VI

Kennzeichnungsverordnung Stand 10. Okt. 2006 mit Änderung Nov. 2007, Aus: Ingenieurbüro Rau (Heilbronn), AVISO (Aachen): BESTIMMUNG DER EMISSIONS- UND IMMISSIONSSEITIGEN AUSWIRKUNGEN DER MASSNAHME UMWELTZONE GELB UND GRÜN IM ZUSAMMENHANG MIT DER AKTUALISIERUNG DES LUFTREINHALTEPLANS DES REGIERUNGSPRÄSIDIUMS KARLSRUHE FÜR DIE BEZUGSJAHRE 2012 UND 2013 – TEILPLAN PFORZHEIM, Seite 6
Zu erkennen ist eine Übersicht der verschiedenen Motorenemissionsklassen und die damit verbundene Einteilung in Schadstoffgruppen nach 35. BImSchG

Die Einführung einer Umweltzone hat daraus folgend nur einen Einfluss auf Fahrzeuge mit Ottomotor ohne Katalysator (vor 1993) und auf Fahrzeuge mit Dieselmotor schlechter als EURO IV. Eine Erneuerung der Pkw-Flotte mit Ottomotor wird daher nicht durch die Umweltzone gefördert, bei Dieselfahrzeugen wird durch die Schaffung einer Umweltzone jedoch der Einbau eines Partikelfilters attraktiver, der zudem finanziell oftmals gefördert wird. Eine schnellere Flottenerneuerung ist im Pkw-Bereich jedoch unwahrscheinlich.

Pkw-Bestand Deutschland 2011 nach Emissionsklassen

Anzahl der gemeldeten Pkw in Deutschland je Emissionsklasse
(Stand: 1. Januar 2011), eigene Darstellung, Daten: KBA 2012 – CC BY-SA 3.0 DE

Insgesamt sind in Deutschland etwa 6,5 Millionen zugelassene Pkw (Dieselanteil der entsprechenden Emissionsklassen) von der Einführung einer Umweltzone betroffen. Dies entspricht einem Anteil von etwa 15 Prozent. Abzuziehen sind jene Fahrzeuge der Emissionsklasse EURO III, die mit einem entsprechenden Partikelfilter ausgerüstet wurden. Dieser Wert kann jedoch aufgrund der schlechten Datenlage nicht angegeben werden.

Wirkung auf die Fahrzeugflotten

Dieselfahrzeuge der Emissionsklassen EURO I, II und III sind im Allgemeinen ältere Fahrzeuge der Mittel- und Oberklasse. Im älteren Kleinwagenbereich sind Dieselfahrzeuge recht selten anzutreffen. Ältere Dieselfahrzeuge sind zudem meistens in privater Hand, da Unternehmensflotten schneller erneuert werden und Leasingverträge kürzere Laufzeiten haben. 

Ältere und größere Fahrzeuge werden oft von jungen Familien als Erstwagen genutzt. Aufgrund des häufig vorhandenen Nutzungszwangs werden diese Fahrzeuge bei Einrichtung einer Umweltzone oftmals gegen andere Fahrzeuge getauscht. Die Tauschfahrzeuge dürften relativ häufig auf dem Gebrauchtwagenmarkt beschafft werden und Dieselfahrzeuge einer höheren Emissionsklasse mit Partikelfilter oder Fahrzeuge mit Ottomotor sein. Eine Verlagerung auf andere Verkehrsmittel wie den öffentlichen Personennahverkehr dürfte in den seltensten Fällen stattfinden. Die denkbare Abschaffung eines Zweitwagens aufgrund von Einfahrverboten ist zwar theoretisch denkbar, wegen der betroffenen Fahrzeugklassen und -größen und der Struktur des Pkw-Bestandes, der als Zweitwagen zugelassen ist, recht unwahrscheinlich. Haushalte mit zwei zugelassenen Fahrzeugen besitzen in den allermeisten Fällen einen größeren und einen kleineren Pkw.

Bei der Flottenerneuerung dominiert laut der Verbrauchs- und Medienanalyse (n = 5.750) des ifak Instituts ebenfalls der Erstwagen: 73,2 Prozent der geplanten Pkw-Käufe ersetzen einen Erstwagen. 24,9 Prozent der Befragten planen, in den nächsten 2 Jahren einen Zweitwagen zu kaufen oder zu ersetzen. Bei Zweitwagen handelt es sich in den allermeisten Fällen um Kleinwagen, Fahrzeuge der unteren Mittelklasse / Kompaktklasse sowie vereinzelt Mittelklasse-Vans.

Fazit

Anhand der zur Verfügung stehenden Daten lässt sich ableiten, dass die Einführung einer Umweltzone nur einen minimalen Effekt auf den privaten hat, sollte dieser überhaupt erkennbar sein. Dies hängt vor allem mit dem hohen Anteil von Fahrzeugen mit Ottomotor in den unteren Fahrzeugklassen zusammen, die oft als Zweitwagen genutzt werden. In könnte jedoch theoretisch eine Verschärfung der Emissionswerte für Ottomotoren beschlossen werden, da diese wegen der, aus Kraftstoffeffizienzgründen mittlerweile häufig genutzten,  und des daraus entstehenden heterogenen Kraftstoff-/Luftgemisches zunehmend Partikel emittieren.

Bislang haben Umweltzonen im Pkw-Bereich keinen größeren Einfluss auf die Flottenzusammensetzung oder die Zahl zugelassener Pkw. Hier sind andere Maßnahmen weitaus zielführender. Andere Ergebnisse sind jedoch für den Bereich der leichten und schweren Nutzfahrzeuge sowie Busse zu erwarten.

Verkehr in 140 Zeichen am 01. – 03.04.2013
  • Neue StVO: Es wird eng für Parksünder – Tagesschau – http://t.co/PMLGA7ohDA ->
  • Mobilität wird drei Jahre alt! http://t.co/sD8DNdWFIB ->
  • Neue Straßenverkehrsordnung: Falschparken und rücksichtsloses Radeln wird teurer – Süddeutsche Zeitung – http://t.co/vxRdh9QRtc ->
  • Virgin plant den Einbau eines Glasbodens in ihre Flugzeuge – http://t.co/qSiwid6wtT Klappt aber wegen des Datums und der Stabilität nicht… ->
    Anmerkung Martin Randelhoff:
    Ein kleiner Scherz zum 1. April! ;-)
  • : PKW-Neuzulassungen mit -13,9%. Das ist der schwächste März-Wert seit März 1986! – Querschuesse – http://t.co/to6jKDQU6Y ->
  • Das muss ein Aprilscherz sein: Ramsauer will eisern für den Nord-Ostsee-Kanal kämpfen – http://t.co/TVodrN8K4j Schon vom 15.03.->kein Scherz ->
  • Öffentlicher Personennahverkehr senkt das Stauaufkommen. Leider nicht überall… – The Atlantic Cities – http://t.co/puaCJJmKiu ->
  • Interessantes Interview mit Alexander Hedderich, Chef : „Wir kämpfen um jeden Zug“ – TS – http://t.co/ANJsJ5KTYH #bahn ->
  • Der #BER könnte einen Straßenbahn-Anschluss bekommen – BahnInfo – http://t.co/NYVOobv6pm #berlin #bvg ->
  • war im 1. Quartal und damit früher als erwartet profitabel – PM Tesla – http://t.co/SjCNZGyKD2 #elektroauto #tesla ->
  • Interessant ist auch, dass Kunden mit 40 kWh Batteriepack das 60 kWh Pack bekommen und die Kapazität nur softwareseitig beschränkt wird. ->
  • Aufgrund der geringen Bestellzahlen wäre das Vorhalten von 40 kWh-Akkupacks zu teuer. Spätere Erweiterung der Kapazität gegen Aufpreis möglich. ->
  • Auf der SFS zwischen Köln und Frankfurt ist gerade die Hölle los. Oberleitung gerissen, ICE 528 steckt seit 3 h in einem Tunnel fest. #bahn ->
  • Binnenschifffahrt 2012: 0,5 % mehr Güter (223,2 Millionen Tonnen) gegenüber dem Vorjahr transportiert – Destatis – http://t.co/nbkjamh98D ->
  • [Video zum Ostersonntag] Erfahrungen mit Kopenhagens fußgängerfreundlichen und verkehrsberuhigten Straßen http://t.co/sSCgJgHUQp ->
  • Hier die Meldung zum Tweet ( http://t.co/CnNynW8BSp ) ICE 528 steckt vier Stunden in Tunnel fest – hr – http://t.co/8Tz88ma5CA #bahn #ICE ->
  • Große Containerfrachter verdrängen die kleinen - thb – http://t.co/pyTFVwvBNY ->
  • Frankreich: PKW-Neuzulassungen mit -16,4% im Vergleich zum Vorjahresmonat – Querschüsse – http://t.co/1qx4FDgKoo ->
  • In München könnte die Stellplatzverordnung teilweise ausgesetzt werden, um Investoren zum Wohnungsbau zu animieren. ->
  • Mit anderen Worten: Teure Tiefgaragen müssten nicht mit errichtet werden, die Parkplatzsituation im öffentlichen Raum aber verschärft sich. ->
  • «@autofrei_leben “@zukunftmobil: Autofreier Wohnungsbau wird überhaupt erst möglich, wenn die Verordnung keine Stellplätze mehr aufnötigt.”» ->
  • Wegen Haushaltsproblemen droht 30 Prozent der Buslinien in die Einstellung – Transportation Nation – http://t.co/8etApIYdaf ->
  • Saudi-Arabien wird Frauen das Radfahren erlauben. Aber nur als Freizeitzweck – The Atlantic Cities – http://t.co/GT2P1dGpLV #Radverkehr  ->
  • Neues Assistenzsystem im Auto warnt abgelenkte Fahrer – Technology Review – http://t.co/dPmtQpas2z #verkehrssicherheit ->
  • Österreich: PKW-Neuzulassungen mit -17,9% zum Vorjahresmonat – Querschüsse – http://t.co/XqEJ6fi18I ->
  • Sogar in den ein Thema: Wir brauchen eine andere Priorität bei der Allokation von Investitionsmitteln – Philly – http://t.co/KFZPQMA3LY ->
  • Weniger als die Hälfte der US-Erwachsenen erfüllt die Physical Activity Guidelines 2008 (150 Minuten körperliche Aktivität in der Woche). ->
  • Weniger als 30 Prozent der Schüler an einer US-Highschool haben 60 Minuten körperliche Aktivität am Tag. ->
  • In den USA gehen nur 13 Prozent zu Fuß zur Schule oder fahren mit dem Fahrrad. Vor einer Generation waren es noch 44 Prozent. ->
  • Bayerns Innenminister fordert flächendeckende Videoüberwachung im ÖPNV – heise online – http://t.co/pUgbw11NI3 #bayern ->
  • Stau am brasilianischen Hafenkai, 54 Milliarden dringend zum Ausbau der brasilianischen Häfen nötig – MM Logistik – http://t.co/ZXUoBxccg6 ->
  • Twitter-Staumelder gegen das Verkehrschaos in – ZEIT (Video) – http://t.co/Zdov3HzSKV #afrika ->
  • Samoa Air ist die erste Fluggesellschaft, die Flugpreise in Abhängigkeit des Passagiergewichts festlegt – Treehugger http://t.co/uxIiZ50hCo ->
  • Deutschland: PKW-Neuzulassungen mit -17,1% zum Vorjahresmonat – Querschüsse – http://t.co/j9mgQZM7xG ->
Wie funktioniert der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Deutschland?

Die hat es oft nicht einfach. Sie muss mit der Hassliebe ihrer Kunden umgehen (von Zeit zu Zeit auch nur Hass), darf sich mit der Zugindustrie, dem , Fahrgastverbänden, Lokalpolitikern und randalierenden Fußballfans herumschlagen und ist aus der Sichtweise der Öffentlichkeit für Dinge verantwortlich, die nicht in ihrem Verantwortungsbereich liegen. Sehr oft hört man Beschwerden über wegfallende (Direkt-)Verbindungen, ein fehlendes Angebot in den frühen Morgen- und später Abendstunden und eine fehlende Vertaktung mit dem lokalen . Qualitätsmängel, die oft der Deutschen Bahn oder einem anderen (EVU) angekreidet werden, auf die sie allerdings keinen oder nur einen sehr geringen Einfluss hat. Es ist daher an der Zeit etwas Aufklärung zu leisten.

(weiterlesen …)

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Schlußstrich

Die Krankheit unserer heutigen Städte und Siedlungen ist das traurige Resultat unseres Versagens, menschliche Grundbedürfnisse über wirtschaftliche und industrielle Forderungen zu stellen.
Walter Gropius, Totale Architektur

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