Artikel zum Thema Verkehr
Tram im Trend: Erfahrungen aus Paris, Berlin, Zürich, Tunis und Bordeaux

Im Laufe der Woche wurde mir mehrmals die Dokumentation “Tram im Trend” von NZZ Format und dctp.tv aus dem Jahre 2011 empfohlen. Der 30-minütige Film ergänzt sehr gut das Video vom vergangenen Wochenende “Die Rolle der Straßenbahn in der Stadt der Zukunft”.

Der Fokus liegt zunächst auch auf dem französischsprachigen Raum. Zu Beginn wird vom Bau der Linie 3 der neuen Pariser Straßenbahn, die seit 2006 auf dem Boulevard des Maréchaux, einer Ringstraße nahe der Stadtgrenze, verkehrt. Seit 2012 umfasst die Strecke auch den Streckenabschnitt, der im Film noch als Erweiterung angekündigt wird. Mittlerweile gibt es in Paris wieder vier Straßenbahnlinien, vier weitere sind im Bau.

Nach Paris berichtet die Dokumentation vom Straßenbahnverkehr in Berlin, wobei hier besonderer Fokus auf die Verringerung der Lärmemissionen des Straßenbahnbetriebs und insbesondere das Kurvenquietschen der Straßenbahn gelegt wird. Im Laufe der Zeit entstehen an den Rädern so genannte „Flachstellen“ (Polygone) und an den Schienen Riffeln. Bei Radpolygone handelt es sich um ungleichförmigen Verschleiß in Radumfangsrichtung in Form von periodischen Flachstellen. Bei höheren Fahrgeschwindigkeiten erzeugen die Polygone Vibrationen im Gleiskörper und Wagenkasten, wodurch die Lärmbelastung für Anwohner steigt. Durch mikroprozessorgesteuerten Gleitschutzanlagen werden Verformungen an den Rädern beim Bremsen vermieden. Körperschallmessstationen identifizieren Fahrzeuge mit Polygonen, bei denen Lauffläche und Spurkranz überdreht werden, um die Laufruhe wieder herzustellen. Infrastrukturseitig werden Schienen in Gummiprofile gebettet und mit Gummimatten vom Boden entkoppelt. Rasengleise können ebenfalls Erschütterungen mindern.

Anhand des Berliner Beispiels wird ebenso die Stromversorgung der Straßenbahnen, die Umwandlung von 10.000 Volt Drehstrom in 600 V Gleichstrom und die Rekuperation von Bremsenergie erklärt. Durch den Nutzbremsbetrieb (Bremsstromrückspeisung) kann die BVG jedes Jahr etwa 15 Prozent Fahrstrom einsparen!

Interessant sind auch die Einblicke in die Geschichte und die Entwicklung des Tramverkehrs in Zürich, die Produktion von Citadis-Straßenbahnen im Alstom-Werk in La Rochelle mit den verschiedenen Customize-Möglichkeiten und den Ausbau des Straßenbahnnetzes in Tunis. Abgeschlossen wird die Dokumentation mit einem Blick nach Bordeaux und den dortigen oberleitungsfreien Straßenbahnbetrieb im Innenstadtbereich inklusive Probleme bei der Einführung des neuen Systems. Über Bordeaux hatte ich auch in meinem Vortrag über Elektromobilität in Koblenz einiges berichtet.

Seit mehreren Jahren kristallisiert sich heraus, dass der Bau einer neuen Straßenbahnstrecken nicht nur ein Verkehrsbauprojekt ist, sondern eine ganzheitliche Weiterentwicklung des jeweiligen Straßenzuges erfolgt. Vom weiteren Ausbau des Straßenbahnnetzes profitieren nicht nur die Fahrgäste, sondern auch Anwohner und sogar die Autofahrer!

Fahrgastinformation im 21. Jahrhundert in einem störungsanfälligen Netz: Die DVB zeigt wie es geht!

Der 13. Februar ist in Dresden ein spezieller Tag. Tausende Menschen gedenken jedes Jahr der Zerstörung der sächsischen Landeshauptstadt im Jahr 1945. Wie jedes Jahr versuchen Hunderte Nazis diesen Tag des Gedenkens für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und ihre von Hass zerfressene Ideologie zu verbreiten. Tausende Gegendemonstranten stellen sich Jahr für Jahr den Rechtsextremen gegenüber und haben in den letzten Jahren mit Blockaden “Trauermärsche” durch die Stadt verhindert. 

Neben den erfolgreichen Blockaden des Naziaufmarsches gibt es zudem eine Menschenkette rund um die Altstadt, die von der Oberbürgermeisterin der Stadt Dresden gemeinsam mit den Fraktionen des Stadtrates, Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaft und Wissenschaft, Kultur, Sport, Gewerkschaften und Kirchen, mit der Jüdischen Gemeinde und anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren veranstaltet wird und an der mehrere Tausend Menschen teilnehmen.

Am Vormittag des 13. Februars findet zudem der Mahngang “Täterspuren” des Bündnisses Dresden Nazifrei statt, welche an die Geschichte von Taten und Tätern, Rassenwahn und Antisemitismus, Denunziation und Verfolgung, Zwangsarbeit und Rüstungsproduktion in Dresden erinnern soll.

Alle Veranstaltungen sind mit Verkehrsbeeinträchtigungen verbunden, die auch die Organisation des öffentlichen Personennahverkehrs in Dresden vor große Herausforderungen stellen.

Eine Vorabplanung von Umleitungen ist beinahe unmöglich, da Polizeisperrungen, Sitzblockaden und Demonstrationen spontan entstehen und vonseiten der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) nur reagiert werden kann.

Verkehrsunternehmen stehen nicht nur vor der Herausforderung die Linienverläufe möglichst schnell an die sich ständig ändernde Situationen anzupassen, sondern auch die Fahrgäste über Änderungen zu informieren. Die DVB nutzt schon seit längerer Zeit sehr intensiv Twitter, um Fahrgäste über Störungen und Umleitungen zu informieren. Bereits zum 13. Februar 2012 oder zum Evangelischen Kirchentag 2011 wurde Twitter sehr rege genutzt. (mehr …)

Slussen in Stockholm: Vorbildlicher Umbau eines Verkehrsknotenpunkts

In Stockholm wird in den nächsten Jahren eines der ambitioniertesten Umbauprojekte eines Verkehrsknotenpunktes in Europa durchgeführt. Slussen ist eine Schleuse zwischen den Inseln Södermalm und Gamla stan und zudem einer der wichtigsten Umsteigepunkte der schwedischen Hauptstadt. 

Die U-Bahn-Station Slussen ist die zweitmeistfrequentierte Station des Stockholmer U-Bahn-Netzes. An einem normalen Werktag steigen 79.000 Pendler hier zu und um. Die Vorortbahn Saltsjöbanan endet ebenfalls in Slussen. Im Busbahnhof beginnen viele Buslinien, die Kommunen im Osten der Stadt anbinden.

Der Verkehrsknotenpunkt Slussen im Februar 2013 – eigenes Bild – CC BY-SA 3.0

Südlich der Schleuse befindet sich der 1935 eröffnete kleeblattförmige, kreuzungsfreie Verkehrskreisel. Dieser äußerst raumfordernde Straßenverkehrsknotenpunkt wurde seit seiner Eröffnung nicht weiterentwickelt und ist heute in einem sehr schlechten baulichen Zustand.

Luftbild des kleeblattförmigen, kreuzungsfreien Verkehrskreisels 1936 – Fotograf: Cronquist, Gustaf W:son (1878-1967) – public domain

Da eine Renovierung inzwischen für undurchführbar gehalten wird, wird seit den neunziger Jahren ein kompletter Neubau der Verkehrsanlagen geplant.

Schlechter Zustand:

Bauzustand im Februar 2013. Nicht mehr viel zu retten… – eigenes Bild – CC BY-SA 3.0

Da in europäischen Innenstädten solch raumfordernde Bauwerke heutzutage nicht mehr gebaut werden und die Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsmittel verbessert werden soll, hat man sich zur kompletten Neugestaltung des gesamten Bereichs entschlossen. Durch die Neuplanung soll die Raumaufteilung an heutige Gegebenheiten angepasst werden. So werden erstmals die Bedürfnisse von Radfahrern und Fußgängern berücksichtigt und ÖPNV-Beschleunigungsmaßnahmen in diesem Bereich durchgeführt.

Plan des Verkehrsknotenpunkts Slussen im Maßstab 1:1500 – public domain

Die beiden Inseln Södermalm und Gamla stan sind zurzeit über zwei Brücken mit insgesamt 12 Fahrspuren verbunden. Beide Brücken sollen durch ein Querungsbauwerk mit insgesamt acht Fahrstreifen, von denen zwei für den ÖPNV reserviert sind, ersetzt werden. Breite Fuß- und Radwege werden an die Fahrbahn anschließen. Die restliche Fläche soll aufgewertet werden. (mehr …)

Verkehr in 140 Zeichen am 30.01.2013
  • Die Deutsche #Bahn hat einen Lobby-Sieg in Brüssel errungen. Die Zerschlagung des Konzerns in Betrieb und Netz wurde abgewendet.
  • In Zukunft soll jedoch Unternehmen wie der DB verboten werden, außerhalb der eigenen Landesgrenzen zu operieren, wenn sie gegen die neuen strikten Auflagen und Wettbewerbskonditionen verstoßen (u.a. diskriminierungsfreier Zugang zum Netz). – SZ – http://j.mp/T9d052
  • Damit ist auch eine Quersubventionierung von DB Regio aus Erlösen der DB Netz AG nicht mehr möglich. #bahn #eisenbahnpaket #EU
  • Am kommenden Freitag soll der überarbeitete Bußgeldkatalog im Bundesrat verabschiedet werden. Medial wir v.a. die Verschärfung der Strafen..
  • ..für Radfahrer verbreitet. Die Verschärfung der Bußgelder geht auf eine Initiative Hamburgs zurück. – http://j.mp/T9jnFH
  • Verschärft werden v.a. die Strafen für Fahren auf dem Fußweg, Geisterradeln, fehlende Beleuchtung und Fahren in Fußgängerzonen.
  • Alles Verstöße, die im direkten Einflussbereich des Radfahrers liegen und somit ok sind. Nur die Radwegbenutzungspflicht ist problematisch.
  • Die Bußgelder für parkende Kfz auf dem Radweg und unachtsames Öffnen der Türen sollen ebenfalls erhöht werden. #radverkehr
  • Weitaus wirkungsvoller als steigende Bußgelder wäre wahrscheinlich eine bessere Durchsetzung der jetzigen Bußgeldsätze.
  • Es ist auch fraglich, wieso man medial so stark auf die verschwindend kleine Gruppe der “Kampfradler” eindrischt. Ich werde es nie verstehen
  • Verkehrsetat 2014: Kürzung um 1.3 Milliarden? – SPIEGEL Online – http://j.mp/T9n520  (fast übersehen, sorry!)
  • Blaualgen, Termiten & Holzwespen produzieren #Biowasserstoff für PKW. Dazu brauchen sie nur Licht. – @wiwo_green – http://bit.ly/14ruNah
  • Mit 18 Infrarotkameras misst man in Basel Passantenströme zur Messung von Freizeitverhalten und Pendlerbewegungen – BAZ – http://j.mp/UCn861
  • ANA-Dreamliner hatten schon im Zeitraum Mai – Dezember 2012 Batterieprobleme. Diese wurden vorsorglich getauscht. – NYT – http://j.mp/UCpXE9
  • Pressemitteilung der EU-Kommission zum viertes Eisenbahnpaket -http://j.mp/UCrauY  Youtube-Video: http://youtu.be/8GHz-stzCso
  • Wer wird nächster US-Verkehrsminister? Die Reason Foundation macht sechs mögliche Vorschläge. – http://bit.ly/14rCixM
  • Auto-Kennzeichen in China: Kostbar wie Gold – Süddeutsche Zeitung – http://bit.ly/14rCPje
  • Planungen für die ABS/NBS Hanau–Würzburg/Fulda(–Erfurt) sog. Mottgers-Spange wieder aufgenommen http://bit.ly/XJNTSM  Zahlt ja auch der Bund!
  • Bund droht Flughafen Berlin-Brandenburg #BER mit Geldsperre , wenn kein verlässlicher Termin- und Kostenplan vorliege – http://j.mp/11fvUeg
  • US- Verkehrsminister @RayLaHood verlässt sein Amt und hat in den letzten Jahren viel bewegt – Transportation4America – http://j.mp/14vZonZ
  • In einem seiner letzten Interviews drückte er sein Bedauern über den schleppenden Ausbau des US-HGV-Netzes aus – http://j.mp/14vZHiF
  • The Atlantic Cities führt fünf Weichenstellungen @RayLaHoods auf, denen der kommende US-Verkehrsminister folgen muss  – http://j.mp/14vZSuo
  • Deutsche #Bahn lehnt EU-Kompromiss zum Schienennetz ab – dapd @ Yahoo – http://j.mp/14w0ksz  #EU #DB
  • In Belgien ist man mit dem 4. Eisenbahnpaket zufrieden. Dort sind Netz (Infrabel) und Betrieb (SNCB) auch getrennt – http://j.mp/14w1zYA
  • In Frankreich hat man bei Réseau Ferré de France (RFF) keine Bedenken, möchte aber die Integration mit der SNCF erstmal auf Eis legen.
  • Problematisch ist jedoch, dass es so scheint, als ob sich Deutschland mit seinen Interessen voll durchgesetzt habe – http://j.mp/14w1OTG
  • LaHood hatte jedenfalls schon was von “Change”. Hier die Rede am Tisch stehend beim National Bike Summit – http://www.youtube.com/watch?v=qhlaMnwxKP0
Verkehr in 140 Zeichen am 23.01.2013
Reine Spekulation: Was ist das neue Projekt “Hyperloop” von Elon Musk?

Eine Idee steht manchmal recht allein da. Nackt und ungeschützt. In ihren frühesten Anfängen, nur schwer umsetzbar, extrem aufwendig und somit teuer. Im Verkehrsbereich existieren eine Vielzahl von neuen Fahrzeugkonzepten, Motoren, Umschlagkonzepten, die alle an der einen oder anderen Hürde scheitern. Meistens fehlt das Geld, manchmal liegt es aber auch an der Qualität der Idee selbst. Nicht jede gedachte Revolution erwächst auch zu einer richtigen. So manche Technologie, die in der Simulation und auf dem Reißbrett funktioniert, wurde von der Realität eines besseren belehrt. Problematisch ist nur: Die Einführung eines neuen Verkehrsmittels kann Milliarden verschlingen und je stärker die Kosten wachsen, desto ärgerlicher ist das Scheitern. Bestes Beispiel ist der Transrapid.

Ab und zu gibt es aber auch Ideen, bei denen man ins Grübeln kommt. Man liest von einem Konzept und kommt dann unvermittelt ins Stocken. Dieses Mal war es der Ideengeber, der mich die Idee nicht gleich wieder verwerfen ließ: Elon Musk! Ja, er hat es schon wieder getan.Paypal (Revolution des Online-Payments), Tesla Motors (man kann durchaus behaupten, dass dieses Elektroauto die Automobilindustrie vor sich hertreibt) und Space X (das zurzeit weltweit einzige private Unternehmen, das in der Lage ist, ein Raumschiff in eine Erdumlaufbahn zu bringen und anschließend wieder sicher auf der Erde zu landen), haben bewiesen, dass Elon Musk durchaus ein Händchen für gute Ideen hat. Ich muss an dieser Stelle auch eingestehen, dass ich durchaus Bewunderung für Elon Musk übrig habe, ohne durch die rosarote Brille bei jeder Idee “Hurra!” zu rufen.

Aus Elon Musks neustem Einfall ist die Idee für ein neues Hochgeschwindigkeitsverkehrsmittel entstanden, das Los Angeles und San Francisco (560 km) in weniger als 30 Minuten (~1.100 km/h) miteinander verbinden soll.

Zurzeit ist über den “Hyperloop” noch wenig bekannt. Das ist bei Ideen, die zwischen Verstand und Umsetzung schweben, auch nicht selten. Daher kann man diesen Artikel auch als rein spekulativ ansehen. Das Ziel ist jedoch klar: Nach Musks Plänen soll der Hyperloop neben Flugzeugen, der Eisenbahn, Automobilen und Booten die fünfte wichtige Verkehrsart werden (Fuß- und Radverkehr kommt in den USA nicht vor). Eine Autofahrt von Los Angeles nach San Francisco dauert heute je nach Stauaufkommen etwa sechs Stunden, mit dem Zug mangels Direktverbindung 12 Stunden. Das Flugzeug befindet sich zwischen beiden Städten etwa eine Stunde in der Luft. Hinzu kommen noch die Zu- und Abgangszeiten zum / vom Flughafen.

In den Namen “Hyperloop” lässt sich einiges hineininterpretieren. So spezifisch der Name auch ist, lässt sich einiges in die Wortteile “Hyper” und “Loop” hineininterpretieren. In Interviews und öffentlichen Reden wurde Hyperloop durch Musk folgendermaßen beschrieben:

  • günstiger als Hochgeschwindigkeitszüge (“Cheaper than high speed rail”)
  • keine Wartezeitverluste (“it leaves when you arrive”)
  • bodengestützt (“ground based”)
  • Es ist nicht von der Wetterlage abhängig (“It’s not subject to weather.”)
  • nicht schienengebunden (“no rails required”)
  • günstiger als ein Zug / Flugzeug / Pkw oder Boot
  • schneller: Faktor 2 im Vergleich zum Flugzeug, Faktor 4 im Vergleich zur Eisenbahn und Faktor 12 im Vergleich zum Pkw
  • es kann vollständig mittels Solarenergie angetrieben werden (” It can be self powering with solar energy”)
  • Unfälle sollen nicht möglich sein (“It would be unable to crash.”)
  • Die Baukosten sollen bei etwa sechs Milliarden Dollar liegen. (“The cost of the SF-LA Hyperloop would be in the $6 billion range.”)
  • es ist kein (!) luftleerer Tunnel (“It is not an evacuated tunnel”)

Insbesondere der letzte Punkt ist interessant, da dies die Nutzung einer vakuumierten Tunnelröhre ausschließt. Für die geplanten Geschwindigkeiten bei gleichzeitig niedrigeren Kosten bleibt nur noch die umgekehrte Variante übrig. Ab hier wird es jetzt rein spekulativ. Anstatt das schwieriger herzustellende Vakuum zu erhalten, ist es viel einfacher, eine Tunnelröhre unter Druck zu setzen und den Luftdruck als Antriebsunterstützung zu nutzen. In einem überirdischen Tunnel fahren mehrere Podcars, die elektromagnetisch schweben und mittels Linearmotoren angetrieben werden. Das führende Podcar ist einem starken Luftwiderstand ausgesetzt. Durch die engen Fahrzeugfolgeabstände wird die Luft durch die nachfolgenden Podcars verdichtet und vor sich hergeschoben, bis diese auf ein vorausfahrendes Podcar trifft und diesem einen zusätzlichen Schub (Schubspannung) verleiht.

Dieser – natürlich rein spekulative – Aufbau ist für mich persönlich der einzig schlüssige. Allerdings steigt der Luftwiderstand des führenden Fahrzeugs mit dem Quadrat der Geschwindigkeit, sodass man eine Rückführung der verdichteten und energetisch nutzbaren Luft benötigt (deswegen Loop?), um diese dem letzten Fahrzeug in Gegenrichtung zur Verfügung zu stellen. In einem am Ziel offenen System wäre ansonsten der Energieverlust zu hoch.

Paul hat das Prinzip in den Kommentaren mit dem heutigen Stand der Technik in der Automobilindustrie in Verbindung gebracht:

Eine umlaufende, geschlossene Verbindung. Die darin befindliche Luft muss praktisch nur 1x auf die 1100km/h beschleunigt werden und danach muss “nur noch” der Rohrreibungs- und Umlenkwiderstand überwunden werden. Wenn man das geschickt konstruiert, dann ist den notwendige Energie in der Tat nicht überdurchschnittlich hoch.

Die Tubes mit den Passagieren könnten auf einer tangential einkuppelnden Geraden angesaugt werden und durch die niedrige Viskosität von Luft ist selbst bei hohen Druckunterschieden der Ruck des Tubes nicht so stark. Eine Luftsäule dämpft eben sehr stark. […] Ob Wasserrohre, Luftkanäle oder elektrische Netze, alles die gleichen Differentialgleichungen für die Berechnung. Die Elektroingenieure die er offiziell für Tesla recruitet können ohne Probleme an der Auslegung eines solchen Systems arbeiten.

Die Grenzen der Physik wird auch Elon Musk nicht aufheben können. Und der Bau eines landgebundenen, über 1.000 km/h schnellen Verkehrsmittels dürfte auch recht schwierig, wenn nicht gar unmöglich sein. In Kalifornien sind ja bereits der Aufbau einer Schnellfahrstrecke und die Aufnahme eines Hochgeschwindigkeitszugverkehrs mit einigen Problemen verbunden. Und dabei handelt es sich um bewährte und funktionierende Technik! Aber harren wir der Dinge, die da kommen werden. 

Alternativ bauen wir einfach Evacuated Tube Transport (ETT) des US-Unternehmens ET3. Ist nämlich ebenfalls viel schneller als heutige Verkehrssysteme und kostet zudem nur einen Bruchteil der Baukosten einer Schnellfahrstrecke oder einer Autobahn. Klingt irgendwie auch zu gut, um wahr zu sein:

Wenn ich jemandem die Umsetzung eines solchen Projekts zutrauen würde, dann Elon Musk.

Verkehr in 140 Zeichen am 20.01.2013
  • Flughafen Berlin Brandenburg: Interne Dokumente belegen Ramsauers Fehler – SPIEGEL ONLINE – http://bit.ly/13TvI2X  #BER
  • Brunsbüttel: Schleusenbau verzögert sich – NDR – http://bit.ly/13TKqXI #NOK
  • PR-Tricks der Dänischen Staatsbahn: Mit Aufträge zuschütten, dass keine Zeit mehr für Recherche bleibt – http://j.mp/13TW5Wp  #bahn #dsb
  • 367 Millionen Fahrgäste nutzten 2012 den Nahverkehr in Dubai – ArabianBusiness – http://bit.ly/10tSHTs
  • Die US-Autostadt Detroit erhält 25 Mio. US-Dollar Fördermittel zum Bau einer 5,3 km langen Straßenbahnstrecke – http://j.mp/Wvv5I7
  • [Video zum Wochenende] Barrierefreiheit in New York Cityhttp://j.mp/SmsDG1
  • Winterwetter: Gesperrte Autobahnen und Flugstopp in Frankfurt – Tagesschau – http://bit.ly/VeIiJV  #FRA
  • Der Wert der Stadt – Radiofeature von @DRadio Kultur über die rasante #Urbanisierung der Welt. – http://j.mp/W98Lq8  (via@URBANOPHIL)
  • Die NTSB hat die Ursache Batteriefehler beim in Boston in Brand geratenen JAL 787 #Dreamliner ausgeschlossen. In Frage kommen jedoch.. (1/2)
  • …Fehler bei der Verkabelung oder bei verschiedenen Ladekomponenten. – AP – http://j.mp/W99E1X  (2/2)
  • Der Bremer “Masterplan Fahrradverkehr” der Grünen ist ein Plädoyer für die radgerechte Stadt – taz http://j.mp/W9aiwn  #radverkehr #bremen
  • Allerdings ist der Modal Split in Bremen gar nicht so autoorientiert: Fuß: 27%, Rad: 19%, MIV (Fahrer): 31%, MIV (Mitfahrer): 13%, ÖPNV: 11%
  • Alle Daten stammen aus MiD 2008. Der Umweltverbund hat zusammen 57%, der MIV 44%. In den vergangenen Jahren wuchs v.a. Fuß (+3%) & Rad (+2%)
  • Natürlich kann man auch in Bremen den Radverkehr gerne stärken. Gute Radverkehrsinfrastruktur ist immer vom Vorteil.
  • Die Gesamtsituation ist allerdings nicht so schlecht, wie es im Artikel dargestellt wird. Was ist eigentlich aus den Citymaut-Plan geworden?
  • #Radverkehr in Belfast: Der Weg zu einer umweltfreundlichen Mobilität. – Sustainable Cities Collective – http://j.mp/VHeTFr
  • Die Anlage von baulich getrennten Radwegen bringt US-Städten einen wirtschaftlichen Vorteil – USA Today – http://j.mp/VHh4c9
  • Braucht Detroit einen neuen 1,8 Mrd. Dollar teuren Freeway? Das Michigan Department of Transportation glaubt ja. – http://j.mp/VHhfnM
  • Wegen dieser Lichtbögen wird die Geschwindigkeit bei der #Bahn bei vereister Oberleitung reduziert: http://youtu.be/NLpq9ct1DEQ?t=39s …
  • Ursache für den Lichtbogen ist eine Eisschicht zw. Schleifstück des Stromabnehmers und Oberleitung (Luft wird stark ionisiert -> Stromfluss)
  • Bei ausreichend Abstand ist ein Lichtbogen ungefährlich, ist aber mittelfristig für Oberleitung und Schleifstück schädlich. #Bahn im#Winter
  • Das Vereisen der Fahrleitung lässt sich i.A. nicht vermeiden. Helfen kann evtl. eine höhere Leitungs-Spannung in Betriebspausen.
  • Normalerweise werden die Oberleitungen durch den Betrieb nur “freigefahren”. Im Straßenbahnbereich schmiert man die Leitungen auch mit…
  • …Glycerin. Dies kann die Eisbildung jedoch auch nicht ganz verhindern, sondern im Falle des Falles nur reduzieren.

Schlußstrich

Adding lanes to solve traffic congestion is like lossening your belt to solve obesity.
Glen Hemistra, Gründer von Futurist.com, Autor und Redner

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In diesem Blog möchten wir die Strategien für die Mobilität von morgen skizzieren, informieren und diskutieren. Wir möchten uns mit diversen Problemen unserer Zeit beschäftigen und dabei alle Verkehrsträger im Blick behalten. Dieser Blog soll dabei helfen, die Herausforderungen von morgen ein wenig mehr ins Bewusstsein zu rücken, Alternativen und mögliche Lösungsansätze vorzustellen und umfassend zu informieren:

Denn man muss die Vergangenheit kennen, die Gegenwart analysieren um die Zukunft entwickeln zu können. (Mehr...)

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