Artikel zum Thema Verkehr
[Video zum Wochenende] Wie Londoner Pendler ihr Verhalten ändern (müssen)

Dieser Artikel ist Teil der Serie Verkehr während der Olympischen Spiele 2012 in London. Eine Übersicht über alle Artikel finden Sie hier.

Es sind nur noch wenige Tage, bis die Olympischen Spiele 2012 in London eröffnet werden. Ich persönlich bin gespannt, erfreut und gleichzeitig genervt auf einmal. Ich habe immer dieses spezielle Gefühl, wenn ich mich mit einem Thema sehr intensiv beschäftige. Und wenn ich weiß, was noch vor mir liegt.

In den letzten Tagen berichten die Medien intensiver über London und das Verkehrschaos olympischen Ausmaßes. Keiner weiß, was wirklich passieren wird, aber alle fangen schon wild das spekulieren an. Ich sehe schon die Fernsehbilder mit Schlangen an den Haltestellen vor mir und dem bedeutungsschwangeren Sprecher aus dem Off, der verkündet das Unheil sei nah. Es ist klar, dass der Londoner Verkehr in den nächsten Wochen nicht einwandfrei fließen wird. Das macht er schon zu normalen Zeiten nicht. Es wird auch aus rein statistischen Gründen ein oder zwei größere Zwischenfälle mit Oberleitungsschäden, Zugausfällen und erheblichen Verspätungen geben. Verkehr ist nun einmal ein äußerst fragiles Gebilde, das man hegen und pflegen muss. Im Besonderen wenn es historisch gewachsen ist und nicht für die Belastung Olympischer Sommerspiele ausgelegt wurde. Aber London wird nicht im kompletten Chaos versinken.

Übrigens: Wenn das Thema London hier zu viel oder zu langweilig wird, bitte Bescheid sagen. Ich überlege mir dann was…

Im heutigen Video zum Wochenende möchte ich kurz vorstellen, wie sich Londoner Pendler auf die Olympischen Spiele eingestellt haben. Mit Heimarbeit, Urlaub, späterem Aufstehen und späterem Arbeitsbeginn oder dem Umstieg aufs Rad. Bisher klingt das alles recht vernünftig. Man hat eben Angst. Warten wir einfach ab, was die nächsten Wochen bringen werden.

[London 2012] Wie komme ich zum Olympiastadion?

Dieser Artikel ist Teil der Serie Verkehr während der Olympischen Spiele 2012 in London. Eine Übersicht über alle Artikel finden Sie hier.

Da immer mehr Suchanfragen zum Thema “Wie komme ich zum Olympiastadion in London?”, “Wie komme ich zum Olympiapark?” oder am Besten “Wann bricht der Verkehr in London zusammen?” reinkommen, habe ich kurz einen kleinen Serviceartikel verfasst.

Olympiastadion in London – UK Ministry of DefenceCC BY-NC 2.0

Jeder Besuch eines Wettkampfs bzw. einer Sportstätte sollte im Vorfeld mit dem Spectator Journey Planer geplant werden! Das Handynetz in London hat manchmal seine Macken, es ist unklar, ob stets ein stabiles Mobilfunknetz vorhanden ist. Es empfiehlt sich, den Reiseplan vorher auszudrucken. Transport for London bietet einen Email-Alert speziell für die Olympischen Spiele an. Man wird über Störungen, hohe Auslastung und Umleitungen informiert. Ich weiß allerdings nicht, wie viele Mails am Tag verschickt werden. Nicht, dass man in der Flut untergeht. Alternativ kann man den vielen Twitter-Accounts von Transport for London folgen, besonders empfehlenswert sind @TfLTravelAlerts und @GAOTG.

Eine Übersichtskarte zu Eingängen, Haltestellen, Fahrradabstellmöglichkeiten findet sich hier.

Fahrkarten und Oyster-Card

Die Eintrittskarten zu Olympia-Veranstaltungen berechtigen zur Fahrt mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln. Für alle anderen Tage empfiehlt sich der Kauf einer Oyster-Card. Die Oyster-Card kann an den Fahrkartenschaltern vieler Bahnhöfe, in zahlreichen Geschäften, sowie an speziellen Automaten gegen ein Pfand von fünf Pfund erworben werden. In der Variante Pay-as-you-go und/oder mit Aufladung einer 7-Day-Travel-Card ist sie registrierungsfrei und übertragbar. An vielen Haltestellen befinden sich Automaten, an denen das Guthaben der Karte manuell aufgeladen werden kann.

Bei Busfahrten wird die Karte beim Einsteigen über ein Kartenlesegerät gezogen und die Karte wird mit dem festen Betrag von 1,30 Pfund belastet. Bei Fahrten mit National Rail, der Underground, Overground oder Docklands Light Railway (DLR) muss die Karte beim Betreten und Verlassen des Bahnhofes ebenfalls über ein Lesegerät gezogen werden, wodurch der Fahrpreis anhand des Start- und Zielbahnhofes nach einem Zonenmodell ermittelt wird. Auch wenn das Durchschreiten einer Schranke beim Verlassen eines DLR-Bahnhofs oder eines Underground-Bahnhofs ohne Barrieren (z. B. außerhalb der Innenstadt) nicht erforderlich sein sollte, sollte man die Karte trotzdem „auschecken“: falls dies nicht geschieht, wird nämlich im ungünstigen Fall so der maximal mögliche Fahrpreis belastet.

Wie komme ich zum Olympiastadion?

Um aus der Innenstadt zum Olympiapark zu gelangen, gibt es insgesamt elf verschiedene Möglichkeiten. Die jeweiligen Stationen sind Stratford, Stratford International (östlich des Olympiaaprks) und West Ham (südlich des Olympiaparks). West Ham ist 1,6 Kilometer vom Eingang entfernt. Für den Weg sollte man etwa 25 Minuten einplanen. Von Stratford dauert der Fußweg bis zum Eingang etwa acht Minuten. Es empfiehlt sich, frühzeitig anzureisen, um nicht durch die umfangreichen Sicherheitskontrollen aufgehalten zu werden.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sind der Olympiapark und das Olympiastadion folgendermaßen erreichbar:

Zum Olympiastadion mit der Eisenbahn

Von London King’s Cross, London St. Pancras und London Euston: Olympia Javelin von London St. Pancras nach Stratford International - FAHRPLAN

Während der Olympischen und Paralympischen Spiele fahren je Stunde acht Züge im sieben Minuten-Abstand zwischen St Pancras und Ebbsfleet mit Halt am Bahnhof Stratford. Die Fahrzeit zwischen St Pancras International und Stratford beträgt sechs Minuten.

Die Olympic Javelin-Züge ersetzen den herkömmlichen Hochgeschwindigkeitszugverkehr. Zwei der acht Zugleistungen werden bis Ashford verlängert und einer bis Faversham. Zwischen 23:00 und 01:00 verkehren 11 Züge je Stunde zwischen St Pancras und Ebbfleet. 

Von Ebbsfleet in Kent: Ebenfalls Olympic Javelin in Gegenrichtung. – FAHRPLAN

Von Liverpool Street: Greater Anglia in Richtung Colchester Town Rail Station / Southend Victoria Rail Station / Shenfield Rail Station / Braintree Rail Station bis Stratford (Fahrzeit 7 Minuten). Die Züge fahren in einem Abstand von zwei bis fünf Minuten. – FAHRPLAN

Von London Fenchurch Street: c2c in Richtung Shoeburyness bis West Ham mit Zwischenhalt in Limehouse (Übergang zu Canary Warf und den Docklands) – FAHRPLAN

Zum Olympiastadion mit London Underground

Während der olympischen Spiele beginnt der Betrieb wie üblich zwischen 05:00 Uhr und 05:30 Uhr. An Samstagen wird der Betrieb 30 bis 45 Minuten früher aufgenommen. Die ersten U-Bahnzüge verkehren ab 06:30 Uhr. Der Betriebsbeginn variiert zwischen den einzelnen Linien und Linienzweigen.

Die Jubilee, Central and District lines werden verstärkt.

Der Betriebstag dauert immer 60 Minuten länger als üblich. Der letzte U-Bahnzug verlässt den Innenstadtbereich gegen 01:30 Uhr.

Netzplan London Underground – DavidCane / Beao @ Wikimedia CommonsCC BY-SA 3.0

Stratford: Jubilee (SILBER) und Central lines (ROT)

Wichtige Umsteigestationen der Jubilee line: West Hampstead, Waterloo, London Bridge, Canary Wharf, Canning Town

Wichtige Umsteigestationen der Central line: Ealing Broadway, Notting Hill Gate, Bond Street, Oxford Circus, Tottenham Court Road, Holborn, Bank

West Ham: District (GRÜN) und Hammersmith & City lines (PINK)

Wichtige Umsteigestationen der District line: Barking, Whitechapel, Tower Hill, Monument, Cannon Street, Blackfriars, Embankment, Westminster, Victoria

Wichtige Umsteigestationen der Hammersmith & City line: Liverpool Street, Moorgate, Farringdon, King’s Cross St Pancras, Euston Square, Paddington

Zum Olympiastadion mit der Docklands Light Railway (DLR) – FAHRPLÄNE – LINIENNETZ

DLR-Halte existieren an den Stationen Stratford, Stratford International und West Ham. Diese sind von den Stationen Lewisham und Woolwich Arsenal im Südosten Londons erreichbar. Aus der Innenstadt erreicht man den olympiapark am besten von der Station Tower Gateway und steigt an der Station Poplar um.

Zum Olympiastadion mit London Overground – LINIENNETZ
Die North London Line verbindet Richmond mit Stratford und umfährt die Innenstadt Londons. Vom Süden der Stadt nutzt man die East London Line und steigt in Canonbury in die North London Line nach Stratford um.

Zum Olympiastadion mit dem Bus

Fahrten mit dem Bus zum Olympiapark sollten tagesabhängig mit dem interaktiven Netzplan geplant werden.

Zum Olympiastadion mit dem Fahrrad

Um den möglicherweise überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln zu entgehen, kann man zum Olympiastadion auch mit dem Fahrrad fahren. Der Cycle Journey Planner dürfte eine große Hilfe sein. Fahrräder können geliehen werden, indem man beispielsweise das Barclays Bikesharing-Angebot nutzt. An vielen Stationen des ÖPNV finden sich Abstellmöglichkeiten.

Zum Olympiastadion mit dem Auto

Man kann natürlich auch versuchen mit dem Auto zum Olympiastadion zu kommen. Allerdings sind fast keine Parkplätze vorhanden. Transport for London sagt, dass Autofahren während der Olympischen Spiele ein reiner Albtraum wird. Wer das erleben möchte, kann das gerne tun. Empfehlenswert ist es jedoch nicht…

Bestes Mittel gegen das olympische Verkehrschaos: Angst

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Ich habe mich ja nun bereits einige Tage mit der Verkehrsplanung während der Olympischen Spiele 2012 in London beschäftigt. Am Anfang hatte ich noch einige Zweifel, ob London diese Herausforderung bewältigen kann. Viele Veranstaltungen über einen langen Zeitraum, verteilt im ganzen Stadtgebiet.

Man darf nicht vergessen, dass die Olympischen Spiele kein isoliertes Event sind. In den letzten Wochen musste London bereits die Herausforderung des diamantenen Thronjubiläums der Queen und des Olympischen Fackellaufs bewältigen. In Kürze beginnen die Olympischen Sommerspiele und nach einer kurzen Pause die Paralympischen Spiele. Im Zeitraum zwischen den beiden Großveranstaltungen finden noch der mehrtägige Nottingham Hill Carnival mit 1,5 Millionen Teilnehmern und Besuchern und damit eine der größten Massenveranstaltungen in Europa statt. Hinzu kommen noch viele kleinere Veranstaltungen wie Konzerte und Opernaufführungen, die ebenfalls große Zuschauermassen anziehen. Das Alles neben den Olympischen Sommerspielen, die vergleichbar mit 20 Weltmeisterschaften in wenigen Wochen innerhalb einer Stadt sind. Es wird damit gerechnet, dass von den Besuchern der Olympischen Spiele etwa drei Millionen zusätzliche Wege am Tag zurückgelegt werden. An manchen Tagen sollen bis zu 6,5 Millionen zusätzliche Wege gemacht werden!

Ich glaube aber dennoch, dass London diese Herausforderungen ohne große Probleme bewältigen können wird. Auch wenn diese Frage ebenso leicht zu beantworten ist wie “Wird das Wetter die nächste Woche gut oder schlecht werden?”

Für meine Zuversicht sind zwei Gründe ursächlich: Erstens die gute Planung und Kommunikation von Transport for London und der Organisatoren und auf der anderen Seite: die Angst.

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Olympic Javelin: Hochleistungszuganbindung des Olympiaparks an die Londoner Innenstadt

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Der 250 Hektar große Olympiapark London ist der Hauptveranstaltungsort der Olympischen und Paralympischen Spiele 2012. Das wohl prägnanteste Bauwerk ist das Olympiastadion, das 80.000 Zuschauer fasst und in dem die Eröffnungs- und Schlusszeremonie sowie die Leichtathletikwettbewerbe abgehalten werden.

Karte des Olympiaparks in London – Quelle: Open Street MapCC BY 2.0

Im Olympiapark befinden sich des Weiteren das Aquatics Centre (17.500 Zuschauer) für Schwimmen, Synchronschwimmen, Wasserspringen und das Schwimmen des Modernen Fünfkampfs, die Riverbank Arena (15.000 Zuschauer) für Feldhockey, die Basketball Arena (12.000 Zuschauer) für die Basketball-Vorrunde und die Handball-Finalspiele, die Copper Box (7.000 Zuschauer) für die Vorrunde und die Viertelfinals im Handball sowie die Fechtwettkämpfe des Modernen Fünfkampfs, der London Velopark mit dem überdachten London Olympic Velodrome für den Bahnradsport (6.000 Zuschauer) und einer Außenanlage für die BMX-Rennen (6.000 Zuschauer), die Water Polo Arena (5.000 Zuschauer) für Wasserball und das Eton Manor als Trainingszentrum für Schwimmer und Wasserballer. Auf dem Gelände des Olympiaparks befindet sich zudem das London Olympics Media Centre mit Platz für 20.000 Medienschaffende.

Um die Wege für die Athleten, Betreuer und Offiziellen möglichst kurz zu halten, befindet sich das Olympische Dorf im nordöstlichen Teil des Olympiaparks. Dort werden während der Olympischen und Paralympischen Spiele insgesamt 17.320 Betten in 3.300 Wohneinheiten zur Verfügung gestellt. Nach den Spielen sollen die neu errichteten Gebäude als Sozialwohnungen weitergenutzt werden.

Besuchern der Olympischen Spiele 2012 stellt sich nur die Frage: “Wie komme ich am Besten zum Olympiapark und zum Olympiastadion?”

Die Stationen Stratford, Stratford International und St Pancras

Um eine leistungsfähige Anbindung des Olympiaparks zu gewährleisten, wurde die Schienenanbindung in den letzten Jahren etappenweise aufgewertet. An der Südostseite des Parks befindet sich der Bahnhof Stratford, an dem Vorortszüge von National Rail und London Overground, die U-Bahn-Linien Central Line und Jubilee Line der London Underground sowie die Docklands Light Railway (DLR) halten. In der Mitte des Parks befindet sich der Bahnhof Stratford International, der direkt an der Schnellfahrstrecke High Speed One liegt und zudem eine Anbindung an die Linien nach Beckton und nach Woolwich Arsenal über den City Airport der Docklands Light Railway besitzt.

Am Bahnhof Stratford an der Südostseite des Parks halten Vorortszüge von National Rail und London Overground, die U-Bahn-Linien Central Line und Jubilee Line der London Underground sowie die Docklands Light Railway (DLR). Am Bahnhof Stratford International, der inmitten des Parks liegt, halten DLR-Züge sowie Züge auf der Schnellfahrstrecke High Speed One. Die Bezeichnung “International” ist allerdings irreführend, da bisher kein international verkehrender Zug am Bahnhof Stratford International hält. Ursprünglich war geplant, dass Eurostar-Züge zwischen Großbritannien und Frankreich in Stratford International halten sollten, Eurostar hat dies aber mit der Begründung abgelehnt, dass der zusätzliche Halt die Fahrzeit unnötig verlängern würde. Auf absehbare Zeit ist es recht unwahrscheinlich, dass internationale Züge in Stratford International halten. Auch während der Olympischen Spiele werden Eurostar-Züge den Bahnhof ohne Halt durchfahren.

Zwischen den Bahnhöfen Stratford und Stratford International existiert eine direkte Verbindung durch die Docklands Light Railway. Diese wurde am 31. August 2011 eröffnet.

St Pancras ist einer der wichtigsten Bahnhöfe in London. Er ist Endpunkt für die Eurostarzüge von/nach Brüssel und Paris und Endstation der Schnellzüge der Gesellschaft East Midlands Trains. Diese binden Nottingham, Luton, Leicester, Sheffield, York und viele weitere Städte im Norden Englands an London an. Ebenfalls in St Pancras enden High Speed One und die Midland Main Line.

Der Bahnhof St Pancras ist sehr gut in den Öffentlichen Verkehr Londons integriert. Die U-Bahn-Station King’s Cross St Pancras deckt den Bahnhof St Pancras und King’s Cross ab (siehe auch: Umbau des Londoner Bahnhofs King’s Cross). Es ist nach den U-Bahn-Stationen Waterloo und Victoria die U-Bahn-Station mit dem drittgrößten Fahrgastaufkommen Londons. Im Jahr 2010 nutzen 72,58 Millionen Menschen die Station. An der Station King’s Cross St Pancras fahren die meisten Linien des Londoner U-Bahnnetzes. Es ist der größte Umsteigepunkt im System und wird daher während der Olympischen und Paralympischen Spiele eine extrem hohe Fahrgastbelastung aufweisen.

Es bestehen Verbindungen zwischen den Linien (Linienfarbe im Liniennetzplan):

  • Hammersmith & City Line (rosa)
  • Circle Line (gelb)
  • Metropolitan Line (violett)
  • Northern Line (schwarz)
  • Picadilly Line (dunkelblau)
  • Victoria Line (hellblau)
  • Der Bahnhof King’s Cross bietet Zugang zu den Zügen der East Coast Main Line und Regionalzügen im Großraum London
  • Der Bahnhof St Pancras bietet Zugang zu Eurostar, zur Midland Main Line, zum nationalen Hochgeschwindigkeitsnetz (High Speed One) und zu Pendlerzüge

Der Fahrplan des Olympic Javelin während der Olympischen Spiele (27.07 – 12.08.) und der Paralympischen Spiele (29.08. – 09.09.)

Während der Spiele sollen schnelle Züge (“Javelin” – Speer) Besucher zwischen der Londoner Innenstadt und den Wettkampfstätten in Stratford befördern. Die Züge verkehren 24 Stunden am Tag.

Triebfahrzeuge Class 395 (Olympic Javelin) im Bahnhof King’s Cross – Foto: Jon Curnow @ FlickrCC BY 2.0

Während der Olympischen und Paralympischen Spiele fahren je Stunde acht Züge im sieben Minuten-Abstand zwischen St Pancras und Ebbsfleet mit Halt am Bahnhof Stratford. Die Fahrzeit zwischen St Pancras International und Stratford beträgt sechs Minuten. Für Fahrgastwechsel sind in Stratford drei Minuten vorgesehen. (mehr …)

re:route: Transport for London versucht mit einem speziellen Anreizsystem Verkehr zu verlagern

Dieser Artikel ist Teil der Serie Verkehr während der Olympische Spiele 2012 in London. Eine Übersicht über alle Artikel finden Sie hier.

Während der Olympischen und Paralympischen Spiele möchte Transport for London den normalen täglichen Verkehr um 30 Prozent reduzieren. Diese Verkehrsvermeidung lässt sich auf zwei Wegen erreichen: Erstens durch Verbote und Einschränkungen wie partielle Einfahrverbote für Fahrzeuge mit Nummernschildern, die auf einer ungeraden bzw. geraden Zahl enden, Einfahrverbote für den Lieferverkehr oder die temporäre Ausweisung großflächiger Fußgängerzonen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Belohnung der Pkw-Fahrer, ihr Fahrzeug nicht zu benutzen. Verbunden mit der Bitte an Unternehmen, Urlaubszeiten vorzuziehen oder Heim-/Telearbeit und Videokonferenzen zu ermöglichen, hofft man, die Verkehrsmenge deutlich zu reduzieren.

In London kooperiert Transport for London mit der RecycleBank, um AutofahrerInnen dafür zu belohnen, ihr Fahrzeug stehen zu lassen. Die LondonerInnen sollen stattdessen mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit gelangen und in ihrem unmittelbaren Umfeld einkaufen.

Bild: RecycleBankUK

TfL und die RecycleBank haben zu diesem Zweck re:route, eine Applikation für Mobiltelefone (leider bislang nur für iOS), entwickelt. Diese ermittelt je nach Tageszeit die optimale Route und das optimale Verkehrsmittel, zeichnet die zurückgelegte Entfernung und die verwendete Verkehrsart auf und vergibt je nach Weglänge und genutzten Verkehrsmittel Punkte. Je kürzer ein zurückgelegter Weg bzw. je umweltfreundlicher die genutzte Verkehrsart ist, desto mehr Punkte kann man verdienen. Am Ende jedes Weges zeigt die App, wie viele Punkte man erhalten hat und welche Vorteile für die eigene körperliche Gesundheit und die Umwelt entstanden sind. So wird beispielsweise die Menge des eingesparten CO2 oder die Menge an eingesparten Fahrzeugmeilen angezeigt.

Die RecycleBank ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das eine sozial-ökologische Plattform geschaffen hat, die Menschen für umweltfreundliches Verhalten belohnt. Mitglieder können Punkte für das Recyclen von Müll, das Einsparen von Wasser, die Nutzung von energiesparenden technischen Geräten und Glühbirnen oder eben für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder des nicht-motorisierten Verkehrs (Fuß, Rad) verdienen. Diese Punkte können bei großen Markenunternehmen und lokalen Einzelhändlern gegen kleine Geschenke oder Rabatte beim Einkauf eingetauscht werden.

So werden je zurückgelegten Weg im Durchschnitt fünf Punkte vergeben. Mit 75 Punkten, also umgerechnet nach 15 Wegen, erhält man beispielsweise einen 5 Pfund-Rabatt bei Marks & Spencer. Für den Einkauf im nächstgelegenen Supermarkt erhält man 10 Punkte, für jede Fahrt mit dem Rad statt des Autos gibt es auch 10 Punkte.

In den USA nutzen mehrere Millionen Menschen das RecycleBank-Programm. Städte wie Philadelphia und Cincinnati konnten ihre Recyclingquoten um bis zu 50 Prozent erhöhen. Und das einfach durch das Ausloben von Belohnungen.

Eventuell sollten wir darüber nachdenken, ein solches Anreizprogramm auch in Deutschland aufzubauen. Einschränkungen und Verbote bringen immer ein gewisses Akzeptanzproblem mit sich. Der Deutsche an sich gilt ja als recht sparsam und umweltbewusst. Vielleicht ist es an der Zeit, die Menschen für umweltfreundliches Verhalten stärker zu belohnen. Ließe sich sicherlich auch im Verkehrsbereich auf vielfältige Art und Weise nutzen…

[In eigener Sache] Ausweitung des Newsletter-Angebots

Der tägliche Newsletter war bisher immer mein Sorgenkind. Ich war damit nie wirklich zufrieden und habe einiges an Verbesserungspotenzial gesehen. Nicht jeder möchte täglich eine E-Mail mit dem Hinweis bekommen, dass “Verkehr in 140 Zeichen” veröffentlicht wurde.

Um diesen Mangel zu beseitigen, habe ich das Newsletterangebot ausgeweitet. Man kann nun wählen zwischen:

  • dem bisherigen Newsletter, der täglich erscheint und Verkehr in 140 Zeichen umfasst
  • einem Newsletter, der nur über Hauptartikel informiert und Verkehr in 140 Zeichen nicht umfasst
  • einem Newsletter, der jeden Mittwoch um 11:00 Uhr die erschienenen Artikel der vergangenen sieben Tage zusammenfasst und Verkehr in 140 Zeichen ebenfalls nicht umfasst

Newsletterabonennten, die ihr Abonnement ändern möchten, können den bisherigen Newsletter hier oder über den Link am Ende jeder Ausgabe abbestellen.

Informationen zu den Newslettern und der Nutzung und Verarbeitung ihrer Daten, finden Sie hier.

Über aktuelle Beiträge kann man sich auch per RSS-Feeds (mit 140 Zeichen | ohne 140 Zeichen), Twitter und Facebook informieren lassen.

Täglicher Newsletter mit Verkehr in 140 Zeichen

Dieser Newsletter erscheint täglich gegen 08:00 Uhr, wenn ein neuer Artikel auf Zukunft Mobilität veröffentlicht wurde. Der Newsletter wird auch versendet, wenn nur ein Artikel aus der Kategorie “Verkehr in 140 Zeichen” erschienen ist.

* benötigt

Täglicher Newsletter ohne Verkehr in 140 Zeichen

Dieser Newsletter erscheint gegen 08:00 Uhr, wenn ein neuer Artikel auf Zukunft Mobilität veröffentlicht wurde. Der Newsletter beeinhaltet keine Hinweise auf Artikel aus der Kategorie “Verkehr in 140 Zeichen” und erscheint daher unregelmäßig.

* benötigt

Wochenrückblick (ohne Verkehr in 140 Zeichen)

Der Wochenrückblick wird jeden Mittwoch gegen 11:00 Uhr versendet und beeinhaltet Hinweise auf Artikel, die in den vergangenen sieben Tagen auf Zukunft Mobilität erschienen sind. Sie werden nicht über Artikel aus der Kategorie “Verkehr in 140 Zeichen” informiert.

* benötigt

[Video zum Wochenende] Die Londoner Verkehrssteuerungszentrale hält London 24/7 in Bewegung

Dieser Artikel ist Teil der Serie Verkehr während der Olympische Spiele 2012 in London. Eine Übersicht über alle Artikel finden Sie hier.

Transport for London hat einen interessantes Film (12:41 Minuten) veröffentlicht, der einen Einblick in die Verkehrssteuerungszentrale der britischen Hauptstadt erlaubt.

Das London Traffic Control Centre (LTCC) wurde im Januar 2003 kurz vor Einführung der London Congestion Charge eröffnet. Es hat den Zweck das 13.800 Kilometer lange Londoner Straßennetz zu überwachen und Polizei, Verkehrsunternehmen, Entstörungsstellen, Abschleppdienste und viele weitere Einrichtungen zu koordinieren. Hinzu kommt die ständige Überwachung des Verkehrsflusses und die Anpassung von Lichtsignalanlagen, Freigabe von Fahrspuren, usw. bei Störungen im Straßennetz.

Das LTCC ist 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr besetzt. 

Die Verkehrsüberwachung ist in vier Ebenen organisiert:

In Ebene Eins werden Informationen gesammelt und mit dem geplanten Verkehrszustand abgeglichen. In der Hauptverkehrszeit werden eine niedrigere Durchschnittsgeschwindigkeit und ein gewisses Stauaufkommen mit in die Soll-Werte eingeplant. Jeder Stau wird aufgezeichnet und der für diesen Straßenabschnitt zuständige Mitarbeiter alarmiert. Der Einfluss von mittel- und langfristigen Baumaßnahmen und unvorhergesehenen Ereignissen wird geprüft und entsprechende Gegenmaßnahmen entwickelt. Jährlich werden 40.000 kleinere und größere Baumaßnahmen im Londoner Straßennetz durchgeführt. Etwa 60 Prozent dieser Bauarbeiten sind vorab geplant, 40 Prozent müssen kurzfristig angesetzt werden.

Das LTCC bewältigt jedes Jahr mehrere zehntausend unvorhergesehene Ereignisse sowie 750 Großevents. 36 Prozent aller Verzögerungen treten wegen Unfällen auf, 28% wegen Bauarbeiten und acht Prozent wegen liegengebliebener Fahrzeug. 23 Prozent sind Hindernissen, Stau und sonstigen Vorkommnissen geschuldet und fünf Prozent sonstigen Ereignissen wie Paraden, Marathons, usw.

In Ebene 2 überwachen Mitarbeiter mit Hilfe von Überwachungskameras ihre Straßenabschnitte und greifen bei Problemen unmittelbar ein. Auf einer Karte werden die Performance des Straßennetzes und verschidene Staulevel abgebildet. Ein Frühwarnsystem erkennt Probleme bevor der Verkehr vollkommen zum Erliegen kommt.

Die dritte Ebene ist für Eingriffe und die direkte Problembewältigung zuständig. Von dort werden Politessen, Abschleppdienste,  Polizeieinheiten oder Rettungsdienste alarmiert und koordiniert. Diese sollen primär Verkehrsbehinderungen beseitigen und bei Notfällen helfen.

Von der vierten Ebene werden relevante Verkehrsinformationen für die Öffentlichkeit und die Medien bereitgestellt. Diese werden beispielsweise in Echtzeitkarten wie dieser aufgearbeitet oder bei Twitter veröffentlicht.

Die Datenquellen

Um eine Echtzeitüberwachung des Londoner Straßennetzes durchführen zu können, muss das LTCC eine Vielzahl von Daten sammeln und verarbeiten. Zwei größere Systeme unterstützen dabei.

Das London Traffic Information System (LTIS) (Präsentation des Systems) sammelt Daten aus verschiedensten Quellen (CentreComm – Busse, ATC – Polizei und vom LTCC). LTIS umfasst ebenfalls historische Trendanalysen, langfristige Veränderungen im Straßennetz, eine Priorisierung von Lichtsignalanlagen, einen Zeitplan für die Erneuerung von Straßenverkehrstechnik und die entsprechenden Notfallpläne.

Informationen aus LTIS können aus dem TfL-Intranet und von mobilen Applikationen abgerufen werden. Durch LTIS soll es auch einfacher werden, Echtzeitinformationen im Internet zu veröffentlichen und Navigationslösungen und Fahrplanauskünften zur Verfügung zu stellen.

Ein anderes Informationssystem ist das Echtzeit-Verkehrsflussüberwachungssystem COMET. Dieses erlaubt dem London Traffic Control Centre (LTCC) in Echtzeit auf Zwischenfälle und stockenden Verkehrsfluss zu reagieren und deckt derzeit den Innenstadtbereich und die Verbindungsstraßen zu den nördlichen und südlichen Ringstraßen ab.

Die notwendigen Daten stammen zum einen aus Induktionsschleifen, die unter der Straßenoberfläche liegen und fahrzeugbewegungen registrieren und Lichtsignalanlagen steuern (SCOOT-System / Smoothing traffic flow). Diese Informationen werden alle fünf Minuten in das TfL-System übertragen.

Zum anderen werden Informationen über die derzeitige Reisegeschwindigkeit im Straßennetz gesammelt. Zu diesem Zweck erfassen Kameras automatisch Kennzeichen und berechnen die benötigte Zeit für das Zurücklegen der Wegstrecke zwischen zwei Kamerastandorten. Diese Informationen werden alle zehn Minuten aktualisiert und decken derzeit den mautpflichtigen Bereich und das unmittelbare Umfeld desselben ab.

COMET erstellt außerdem Tagesprofile. In diese fließen Staus, Reisezeit und andere Parameter ein und ermöglichen einen direkten Vergleich der Straßenverkehrsqualität verschiedener Tage.

Schlußstrich

Verkehrsverlagerung auf die Schiene wird auch künftig in die Sackgasse führen; wir brauchen keine Schienenvorrangpolitik.
Oliver Wittke, ehemaliger Verkehrsminister in NRW (CDU) im Juli 2008

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In diesem Blog möchten wir die Strategien für die Mobilität von morgen skizzieren, informieren und diskutieren. Wir möchten uns mit diversen Problemen unserer Zeit beschäftigen und dabei alle Verkehrsträger im Blick behalten. Dieser Blog soll dabei helfen, die Herausforderungen von morgen ein wenig mehr ins Bewusstsein zu rücken, Alternativen und mögliche Lösungsansätze vorzustellen und umfassend zu informieren:

Denn man muss die Vergangenheit kennen, die Gegenwart analysieren um die Zukunft entwickeln zu können. (Mehr...)

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