Artikel zum Thema Verkehr
[Fakt der Woche] INRIX Scorecard 2011 – Wie viel Stau gab es 2011 in den USA, welche Städte waren betroffen und wieso?

INRIX, einer der führenden Anbieter von Verkehrsinformationen, hat vor einigen Tagen seine jährliche INRIX Scorecard zum Stauvolumen in den USA veröffentlicht. Demnach ist das Stauvolumen im Jahr 2011 um etwa dreißig Prozent im Vergleich zum Jahr 2010 zurückgegangen.

Stau in Chicago, Foto: Steven Vance @ FlickrCC BY-NC-SA 2.0

INRIX analysiert alle Staus auf Highways in und um die einhundert größten Städte der USA. Dafür greift die Scorecard auf das Smart Driver Network von INRIX zurück, ein Netzwerk aus über vier Millionen Fahrzeugen, die Verkehrsdaten sammeln. Jedes mit GPS ausgestattete Fahrzeug und Endgerät in diesem Netzwerk übermittelt einen Report an INRIX. Dieser umfasst aktuelle Geschwindigkeit, Standort und Fahrtrichtung. Auf Basis des Verkehrsnetzwerks erstellt INRIX die umfassende und aktuelle Analyse über die größten Ballungsräume sowie die größten Autobahnen und Landstraßen. Hinzu kommt ein Referenzwert, der aus historischen Daten abgeleitet wird. Die real gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeiten werden mit Geschwindigkeiten bei freier Fahrt verglichen.

Aus den gesammelten Daten wird der INRIX Index entwickelt. Der INRIX Index ist ein Barometer für die Stauintensität. Eine freie Strecke hat einen Indexwert von 0. Jeder zusätzliche Indexpunkt steht für den prozentualen Zeitmehraufwand, den ein Fahrer bei einer verstauten Strecke aufwenden muss. Ein Indexwert von 30 bedeutet bei einer Strecke, die normalerweise in 20 Minuten zurückgelegt wird, eine reale Fahrzeit von 26 Minuten (6 Minuten bei einer Fahrzeit von 20 Minuten ~ 30 Prozent).

Das gesamte Vorgehen lässt sich hier nachlesen.

Indexwert 2011

Im Jahr 2011 wurde ein Index von 7,1 gemessen. Dies bedeutet, dass Autofahrer etwa sieben Prozent mehr Zeit für ihre Fahrt aufgewendet haben, als bei freier Strecke nötig gewesen wäre. 2010 lag der Indexwert noch bei 9,7 und damit um etwa 30 Prozent höher. Der absolute Spitzenwert wurde mit einem Indexwert von 13,3 im Jahr 2007 gemessen. Zu beachten ist jedoch, dass für die diesjährige Ausweisung des Stauaufkommens erstmals die individuellen Reisezeiten gemessen wurden, anstatt wie in den Vorjahren das Gesamtstauaufkommen als Grundlage heranzuziehen. Aufgrund dieser Umstellung katapultierte sich beispielsweise Honululu vom 37. (2010) auf den ersten Platz und ist damit laut INRIX Scorecard die verstauteste Stadt der USA.

Insgesamt ist das Stauvolumen in 70 der 100 untersuchten Städte zurückgegangen. INRIX führt dies vorrangig auf die schlechte wirtschaftliche Entwicklung und die hohen Kraftstoffpreise in den USA zurück. Der Durchschnittspreis für eine Gallone Kraftstoff lag 2010 bei 2,78 Dollar. Im Jahr 2011 lag der Durchschnittspreis um 26 Prozent (0,74 $) höher bei 3,52 Dollar je Gallone. Siehe auch “Steigende Benzinpreise beeinflussen die Fahrleistung – zumindest in den USA” und “Das Jammern über die hohen Spritpreise in den USA“.

Städte mit Kraftstoffpreisen, die 2011 konstant oder kleiner als der nationale Durchschnitt von 3,52 $ pro Gallone waren und zudem moderate Beschäftigungszuwäche verzeichneten, erlebten den größten Verkehrszuwachs. Beispiele sind Atlanta (20 Cent weniger für Kraftstoff, 1,2% mehr Beschäftigung), Austin (10 Cent weniger, 2,1%) und Miami (konstant, 1,2%).

Stau in Honolulu zur Hauptverkehrszeit, Foto: kanuck @ Flickr - CC BY-NC-SA 2.0

Ebenfalls korrelierten Stauaufkommen und Kraftstoffpreise in jenen Städten, die Kraftstoffpreise über dem nationalen Durchschnitt aufwiesen. In diesen Städten ging das Stauvolumen am stärksten zurück. Zu nennen sind hier mit dem jeweiligen Höchstpreis je Gallone Los Angeles (4,25$), Seattle (4,03$), San Francisco (4,25$) und Honolulu (4,48$). In San Francisco und Los Angeles stieg die Beschäftigtenzahlen im gleichen Zeitraum um 2,2 Prozent. Und dennoch reduzierte sich das Stauaufkommen in diesen beiden Städten sehr stark im Vergleich zum Vorjahr. Dies impliziert, dass steigende Kraftstoffpreise das Stauaufkommen beeinflussen können.

Durch steigende Arbeitslosenzahlen und eine geringere Beschäftigungsquote sinkt die Fahrleistung der Bevölkerung (2011 im Vergleich zu 2010 -1%) und damit das Verkehrsaufkommen. In Städten mit Beschäftigungswachstum wie Atlanta (1,6%), Houston (3,2%) oder Miami (2,3%) konnte hingegen eine weitere Zunahme des Stauvolumens gemessen werden.

INRIX fürchtet, dass bei einer Erholung der Wirtschaft jeden Tag 10 Millionen zusätzliche Fahrten vom Straßennetz absorbiert werden müssten. Einhergehend wird auch mit einem größeren Stauaufkommen gerechnet.

Verstärkt wurde der der Rückgang 2011 durch weniger Bauaktivitäten im Interstate Highway-System. Die meisten Baumaßnahmen, die aus den Konjunkturprogrammen der US-Regierung finanziert wurden, sind mittlerweile abgeschlossen. Bundesstaaten und Kommunen stehen keine Finanzmittel für größere Infrastrukturinvestitionen zur Verfügung, in Washington streiten sich Republikaner und Demokraten über Investitionen und die dazugehörige Finanzierung. Bis zum Erlass des neuen US-Verkehrsfinanzierungsgesetz dürfte die Unsicherheit anhalten.

Die 10 US-Städte mit den größten Stauproblemen (mit Zeitverlusten):

Platz
Stadt
Zeitverlust
1.Honolulu58 Stunden
2.Los Angeles56 Stunden
3.San Francisco48 Stunden
4.New York57 Stunden
5.Bridgeport, Connecticut42 Stunden
6.Washington, D.C.45 Stunden
7.Seattle33 Stunden
8.Austin30 Stunden
9.Boston35 Stunden
10.Chicago36 Stunden

Die INRIX Scorecard ist in meinen Augen sehr aussagekräftig, da nicht interessengetrieben. Oftmals plädieren Analysen zum Stauvolumen für den Aus- und Neubau von Straßen und insbesondere Autobahnen. In ihrem Bericht halten die INRIX-Analysten sogar explizit fest, dass nur ein Prozent des innerstädtischen Highway-Netzes von wiederkehrenden Staus betroffen ist. Auch im Rekordjahr 2007, in dem die höchsten Stauwerte gemessen wurden, lag diesr Wert stets unter ein Prozent des Straßennetzes. Die meisten Staus entstehen durch Unfälle, schlechtes Wetter, Baumaßnahmen und andere eher seltene Ereignisse.

Whatever the solutions may be – extra capacity, active traffic management, toll express lanes, transit alternatives, or creative ideas not yet thought of that shift just enough traffic from peak days/times/locations to break the gridlock – we will not unclog America’s key roads by adding line miles in the exurbs.

- INRIX Scorecard

Was auch immer mögliche Lösungen sein mögen – zusätzliche Kapazität, aktives Verkehrsmanagement, gegen Gebühr nutzbare Schnellfahrspuren, stärkere Wahlmöglichkeiten oder andere krative Ideen, an die wir derzeit noch gar nicht denken, um Verkehr von nachfragestarken Tagen / Zeiten / Strecken auf andere zu verlagern – ein reiner Ausbau von Straßen und das Hinzufügen weiterer Fahrspuren wird das Problem nicht lösen können.

[Video] Fahrscheinloser Öffentlicher Personennahverkehr – Mein Vortrag bei der Piratenpartei Braunschweig

Am 31.05.2012 habe ich auf Einladung der Ratsfraktion der Piratenpartei Braunschweig einen Vortrag zum Thema “Fahrscheinloser Öffentlicher Personennahverkehr – ein Modell für Braunschweig?” gehalten. Da ich meine Vorträge (Übersicht) immer recht offen gestalte und auch versuche auf die Hintergründe und Funktionsweisen von Verkehr ein wenig näher einzugehen, ist der Vortrag und das dazugehörige Video mit etwas über zwei Stunden recht lang geworden.

Neben dem ÖPNV waren auch Parkraumbewirtschaftung, Best Case-Beispiele aus anderen Städten und die Weiterentwicklung des ÖPNV in Braunschweig Thema.

Der Foliensatz kann hier heruntergeladen werden (PDF) und steht unter CC BY-SA 3.0 de-Lizenz.

Die theoretischen Hintergründe und Erfahrungswerte aus anderen Städten sind hier zu finden:

Welche Vor- und Nachteile hat ein kostenloser ÖPNV? Werden Autofahrer wirklich zur ÖPNV-Nutzung animiert?

Unentgeltliche Nutzung des Nahverkehrs in Tallinn ab 2013 – ein Modell für andere Städte?

Aktualisierung – 27.06.2012

In der Samstagsausgabe der Braunschweiger Zeitung vom 23.06.2012 ist auf einer fast kompletten Seite ein Artikel zu meinem Vortrag erschienen. Dieser kann hier online abgerufen werden: Stress-Test: Nulltarif in Bussen und Bahnen?

Ergänzend zu dem Artikel möchte ich folgende Anmerkungen machen (entsprechend ihres Vorkommens innerhalb des Artikels):

  1. Die genannten 50 Millionen Euro sind ein grober Richtwert, der keineswegs belastbar ist. Ich habe das aktuelle Defizit der Verkehrs-AG, die Aufwände für die bislang bestellte Leistung sowie eine Ausweitung der Fahrleistung um 20 bis 30 Prozent angenommen. Die realen Kosten können aber je nach Nachfrageveränderung höher oder niedriger liegen.
  2. Ich bin zwar im August für einen Vortrag in Zürich, allerdings zu einem anderen Thema und bei einem Privatunternehmen. Die Stadt und das Kanton Zürich planen derzeit keine Einführung eines fahrscheinlosen ÖPNV. Dies ist in Zürich aufgrund des exzellenten Öffentlichen verkehrsangebots auch nicht notwendig.
  3. Der im Artikel genannte Fahrgastzuwachs um 50 Prozent ist so nicht richtig. Hintergrund ist die Simpson-Curtain-Regel, mit der die Elastizität für ÖPNV-Nachfrage gemessen werden kann. Diese liegt normalerweise bei -0,3. Dies bedeutet, dass eine Verringerung der Fahrtkosten um 10 Prozent eine zusätzliche Nachfrage von drei Prozent induziert. Somit ergibt eine Reduktion des Fahrpreises auf Null Euro, also um 100 Prozent, theoretisch einen Nachfragezuwachs um 30 Prozent. Bei Versuchen diesen Effekt empirisch zu messen, wurde ein realer Nachfragezuwachs von im Schnitt etwa 50 Prozent gemessen 1. Dieser Wert wurde jedoch nur in einem begrenzten Gebiet in den USA (im Vergleich mit Europa schlechteres ÖPNV-Angebot) bestimmt und ist somit nicht ohne weitere Betrachtungen auf Europa, Deutschland oder Braunschweig übertragbar.

    In der belgischen Stadt Hasselt wurden innerhalb von zehn Jahren (1996 – 2006) Zuwachsraten über 1000 Prozent gemessen:

    Jahr
    Fahrgäste
    Prozentsatz
    1996360 000100%
    19971 498 088428%
    19982 837 975810%
    19992 840 924811%
    20003 178 548908%
    20013 706 6381059%
    20023 640 2701040%
    20033 895 8861113%
    20044 259 0081217%
    20054 257 4081216%
    20064 614 8441319%

  4. Die Hauptumsteigergruppe Fußgänger und Radfahrer wurde in Templin festgestellt. Die brandenburgische Stadt Templin ist mit einem Durchmesser von fünf Kilometern allerdings auch entsprechend klein. Bei größeren Entfernungen dürfte der Fuß- und Radverkehrsanteil, der umsteigen könnte, niedriger sein.

Aktualisierung – 10.09.2012

Link zum Foliensatz aktualisiert

  1. Hodge, D.C., Orrell III, J.D., & Strauss, T.R. (1994). Fare-free Policy: Costs, Impacts on Transit Service and Attainment of Transit System Goals. Report Number WA-RD 277.1. Washington State Department of Transportation
[Fakt der Woche] Die zehn U-Bahnsysteme mit den meisten Fahrgästen weltweit

Ich merke gerade, dass ich schon länger keinen Fakt der Woche veröffentlicht habe. Für neue Leser kurz erklärt: Ich habe immer Freitags eine interessante Statistik oder einen Chart herausgesucht und zur Diskussion gestellt. Leider ist diese “Tradition” vermutlich wegen Zeitmangels irgendwann eingeschlafen. Zeit sie wieder aufzuwecken…

Verkehr lässt sich sehr gut mit harten Fakten messen, sei es die gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit, der Modal Split oder die Anzahl der beförderten Fahrgäste in unterschiedlichen Städten. Anhand dieser Kennziffern kann man aktuelle Entwicklungen im Verkehr erkennen, unterschiedliche Verkehrssysteme miteinander vergleichen und vieles mehr. Eine Übersicht über die bisher erschienenen “Fakt der Woche” lässt sich hier finden.

Für den heutigen Fakt der Woche (der zukünftig hoffentlich wieder regelmäßig am Donnerstag erscheint) möchte ich die U-Bahnsysteme mit den zehn meisten Fahrgästen vorstellen. Viele größere Städte und Ballungsgebiete sind hochgradig abhängig von ihrer U-Bahn. Städte wie London oder New York sind ohne ihre Tube bzw. Subway nicht vorstellbar. Es zeigt sich allerdings, dass diese beiden Städte gar nicht die meisten Fahrgäste haben. Die aufstrebenden Städte Asiens zeigen auch hier ihre zunehmende Dominanz. London taucht in den Top 10 noch nicht einmal auf…

Mit 495,9 Mio. Fahrgästen im Jahr 2010 landet die U-Bahn Berlin als größtes deutsches U-Bahnsystem auf Platz 23 weltweit. 

Stadt
Fahrgäste
Jahr
Quelle
Tokio3,161 Mrd.2010[1]
Moskau2,389 Mrd.2011[2]
Peking2,180 Mrd.2011[3]
Shanghai2,101 Mrd.2011[4]
Seoul1,769 Mrd.2010[5]
Guangzhou1,640 Mrd.2011[6]
New York City1,640 Mrd.2011[7]
Paris1,506 Mrd.2010[8]
Hong Kong1,482 Mrd.2011[9]
Mexiko City1,410 Mrd.2010[10]
Die zehn U-Bahnsysteme mit den meisten Fahrgästen weltweit

Quellen:
[1] http://www.mlit.go.jp/kisha/kisha07/01/010330_3/01.pdf | http://www.tokyometro.jp/corporate/profile/outline/index.html
[2] http://old.mosmetro.ru/pages/page_0.php?id_page=99
[3] http://beijing.qianlong.com/3825/2012/01/12/2502@7640963.htm
[4] http://www.stats-sh.gov.cn/sjfb/201202/239488.html
[5] http://stat.seoul.go.kr/Seoul_System3.jsp?stc_cd=273
[6] http://www.gzcsxxw.com/article/article_2803.html
[7] http://www.mta.info/nyct/facts/ridership/index.htm#atGlance_s
[8] http://www.stif.info/IMG/pdf/RA2010Web.pdf
[9] http://www.mtr.com.hk/eng/investrelation/patronage.php
[10] http://www.metro.df.gob.mx/operacion/cifrasoperacion.html

Verkehr in 140 Zeichen am 03.06.2012
  • Koalitionsverhandlungen in Schleswig-Holstein: A 20 soll nur bis zur A 7 weitergebaut werden. Es entfällt die Ost-West-Umgehung Hamburgs. ->
  • Ghana: Mindestens zehn Tote bei Flugzeugunglück (Allied Air, Frachtflug, Boeing 727, schlechtes Wetter, Landung) – http://t.co/hOgLfSPW ->
  • Vor einem Monat noch #Kampfradler und nun das: #Ramsauer lobt neue Fahrradkultur – WELT – http://t.co/DxHo4aw9 #radverkehr #adfc ->
  • Ich bin mir nicht sicher, was genau passiert ist, aber: #Ramsauer will mehr Fahrräder in Deutschland – SPIEGEL – http://t.co/t5u1fwFi #rad ->
     Anmerkung Martin Randelhoff:
    Mittlerweile bin ich mir recht sicher, dass Ramsauers Aussagen eher das PR-Rauschen zum neuen Nationalen Radverkehrsplan 2020 (NRVP) sind als konkrete politische Handlungen. Dazu passt unter anderem die Kürzung des Etats für Radwege im Bundeshaushalt 2012 um rund 25 Prozent (siehe Meldung vom 12.09.2011). Man wird genau hinschauen müssen, was im Entwurf des Nationalen Radverkehrsplans 2020 stehen wird, der heute veröffentlicht werden soll. Der erste Radverkehrsplan war herrlich unkonkret, konkrete Maßnahmen und Ziele fehlten völlig.
  • Berlin: 150.000 strampeln für sichere Radwege – RBB – http://t.co/RClYRdjS #berlin #radverkehr ->
  • Nigeria Passagierflugzeug (153 PAX) stürzt in dicht besiedeltes Viertel in Lagos – SPIEGEL – http://t.co/wMDEO8mr ->
  • [Video zum Wochenende] Gewinner des Sustainable Transport Award 2012: San Francisco und Medellin http://t.co/frBLDtJU ->
  • Ramsauer gegen 1,1-Promille-Grenze für Radfahrer – Telepolis – http://t.co/GhKqijPq #radverkehr ->
[Video zum Pfingstmontag] Brussels Express – als Radfahrer in der stauanfälligsten Stadt Europas

Brüssel hat große Verkehrsprobleme. Brüssel ist nicht nur Hauptstadt Belgiens und Hauptsitz der Europäischen Union, sondern war laut TomTom auch die stauanfälligste Stadt Europas 2010 und 2011.

Die 50 europäischen Städte mit den meist verstauten Straßen in Europa – TomTom

In der belgischen Hauptstadt kommt es der Studie zufolge täglich auf fast 38 Prozent der Hauptverkehrsstraßen zu Verzögerungen. Dabei ist der öffentliche Nahverkehr in Brüssel eigentlich recht stark mit 34 Prozent Anteil am Modal Split. Große Probleme gibt es jedoch mit dem Radverkehr. In den jetzten Jahren ist der Radverkehrsanteil in Brüssel von ein Prozent auf vier Prozent gestiegen. Ein recht großer Anstieg, wenn auch auf niedrigem Niveau. 

Brussels Express ist eine 20-minütige Dokumentation über den Radverkehr in Brüssel. Der Fahrradkurier Karl-Heinz Pohl und viele andere berichten über die Probleme, denen Radfahrer in Brüssel ausgesetzt sind. Man erlangt einen recht guten Eindruck, welche Maßnahmen die Stadtregierung ergreifen sollte, wenn sie die Radinfrastruktur verbessern und den Radverkehr fördern möchte. Sehr gute Ansätze bietet die dänische Hauptstadt Kopenhagen (siehe auch diese Dokumentation über Radverkehr in Kopenhagen), der ehemalige Bürgermeister für Technik und Umwelt Kopenhagens (2006 – 2010), Klaus Bondam, hätte sicherlich auch einige Vorschläge für ein besseres Miteinander der Verkehrsteilnehmer zu machen.

Wegen der tollen Stadtaufnahmen, dem erschreckenden Konfliktpotential zwischen dem Radkurier Pohl und den Autofahrern und den tollen Ansätzen, wie Städte ähnlich Brüssel den Radverkehr nachhaltig verbessern können, ist das Video hiermit empfohlen.

[Video zum Wochenende] Sistema de Transporte Colectivo Metro (U-Bahn Mexiko-City)

Mexiko-Stadt – mit 20 Millionen Einwohnern eine der größten Metropolregionen der Erde. Und eine Stadt mit großen Problemen: Die Luftqualität gilt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der schlechtesten der Welt. Das Problem wird durch die Tallage weiter verstärkt. Smog ist ein konstantes Problem. Jahr für Jahr sterben tausende Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung.

Mexiko-Stadt hat auch große Verkehrsprobleme. Die rasche Verstädterung und der rasante Bevölkerungszuwachs bringen die Verkehrssysteme Tag für Tag an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Mehr als vier Millionen Personenkraftwagen, 120.000 Taxen, 28.000 Omnibusse und mehrere zehntausend Lastkraftwagen verkehren täglich in der Metropolregion.

Ökologisch verträglichere Verkehrsmittel wie die Eisenbahn leiden an ihren strukturellen Problemen. Infolge der Privatisierung der mexikanischen Eisenbahnen haben alle Reisezüge von und nach Mexiko-Stadt ihren Dienst im Jahr 1996 eingestellt, die Stadt ist nur über Autobahnen, Landstraßen, Überlandbusse und den Flughafen “Aeropuerto Internacional de la Ciudad de México” (IATA: MEX) erreichbar.

Während der Hauptverkehrszeit ist das Straßennetz oftmals vollständig zugestaut. Um die Verkehrsprobleme zu lindern, ist Ende der der sechziger Jahre die U-Bahn errichtet worden. Das U-Bahnnetz ist mittlerweile auf 201,7 Kilometer Länge mit elf Linien und 175 Haltestellen angewachsen, was trotz Taktzeiten von 2 bis 3 Minuten während der Hauptverkehrszeit für den heutigen Bedarf bei weitem nicht ausreicht. Lange Zeit war das Sistema de Transporte Colectivo Metro eines der größten und leistungsfähigsten U-Bahnsysteme der Welt. Um die Verkehrsprobleme der U-Bahn zu mindern, investiert Mexiko-Stadt massiv in den Auf- und Ausbau einer Bus Rapid Transit-Netzes. Dieses soll in den nächsten Jahren von 70 Kilometer auf über 200 Kilometer verlängert werden.

Ebenfalls im Bau ist die U-Bahnlinie 12 Dorada del Bicentenario (Goldene Strecke der Zweihundertjahrfeier). Die Streckenlänge beträgt 24,5 Kilometer und umfasst 20 Haltestellen; 28 bis 35 Züge ermöglichen die Beförderung von 475.000 Passagieren an Wochentagen. Erstaunlich ist die Geschwindigkeit, mit der die Strecke geplant und umgesetzt wird: Ende 2006 wurde der Bau beschlossen, bis Mitte 2007 der Linienverlauf mit Beteiligung der Bevölkerung und der entsprechenden Organisationen festgelegt und im Jahr 2008 mit dem Bau begonnen. Die Strecke soll Ende 2012 fertig gestellt werden.

Um der hohen Analphabetenrate Mexikos entgegen zu kommen, sind alle 175 Stationen mit jeweils einer Farbe farbcodiert. Eine Einzelfahrt kostet umgerechnet 15 Cent. Diese ist für eine Stunde gültig. Dank der recht hohen Geschwindigkeit des Metrosystems lässt sich in diesem Zeitraum die Stadt einmal durchqueren.

Das folgende Video wurde von Santiago Arau und Luis Arango erstellt. Alle zwei Sekunden wurde ein Foto mit einer Canon EOS 5D Mark II gemacht. Die Fotografien wurden zu einem 24 Frames /Sekunde-Film zusammengesetzt.

Kompakter Elektro-Einsitzer von Sanu. K. R (Designstudie)

Diese Designstudie des indischen Industriedesignstudenten Sanu K. R. soll den innerstädtischen Verkehr des Jahres 2020 revolutionieren. Der kompakte Einsitzer wird durch und durch von runden Formen dominiert. Zwei  übergroße Räder balancieren die kugelförmige Fahrgastzelle in einem speziellen Winkel, sodass keine speziellen Achsen oder Aufhängungen nötig sind. Das Fahrzeug wird mit Hilfe einer Joysticks gesteuert, den sogar Kinder bedienen können sollen.Durch die kompakten Ausmaße verbraucht das Fahrzeug nur wenig Fläche und bietet sich für die individuelle Mobilität in der Stadt an. Leider sind noch keine weiteren Informationen verfügbar. Im Mittelpunkt stand anscheinend ausschließlich das futuristische Design.

Schlußstrich

Verkehr hat dienende Funktion. Aber manchmal hat man den Eindruck, der Diener habe die Herrschaft übernommen.
Unbekannt

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In diesem Blog möchten wir die Strategien für die Mobilität von morgen skizzieren, informieren und diskutieren. Wir möchten uns mit diversen Problemen unserer Zeit beschäftigen und dabei alle Verkehrsträger im Blick behalten. Dieser Blog soll dabei helfen, die Herausforderungen von morgen ein wenig mehr ins Bewusstsein zu rücken, Alternativen und mögliche Lösungsansätze vorzustellen und umfassend zu informieren:

Denn man muss die Vergangenheit kennen, die Gegenwart analysieren um die Zukunft entwickeln zu können. (Mehr...)

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