Am 13. September 2012 habe ich in Koblenz einen Vortrag zum Thema Elektromobilität gehalten. Inhalt war nicht nur das Elektroauto, sondern auch der elektrisch betriebene öffentliche Personennahverkehr und das Pedelec. Ich bin jeweils auf die spezifischen Vor- und Nachteile der einzelnen Verkehrsmittel eingegangen und habe versucht, die Funktion von verschiedenen Verkehrssystemen einfach und verständlich zu erklären.
Die Veranstaltung war Teil der Vortragsreihe „Grüne Stadt am Wasser“, die sich in Koblenz in den vergangenen zwei Jahren im Anschluss an die Bundesgartenschau 2011 als Diskussionsforum zu Fragen der Stadtentwicklung etabliert hat.
Neben mir haben Prof. em. Dr. Hartmut Topp, imove / TU Kaiserslautern zum Thema “Urbane Mobilitätskultur” und Prof. em. Dr. Heiner Monheim, Uni Trier zum Thema “Urbane Seilbahnen” referiert.
Ich habe mit meinem Smartphone den Versuch eines Mitschnitts gewagt, der erstaunlich gut geworden ist. Ich werde mir aber dennoch irgendetwas für zukünftige Aufnahmen überlegen. Auch wenn das Geld kostet. Denn leider ist Tonaufnahme von Herrn Prof. Topps Vortrag unbrauchbar. Das Referat von Herr Prof. Monheim zu urbanen Seilbahnen konnte ich jedoch wiederherstellen. Dieser Vortrag kann hier abgerufen werden.
Der Vortrag kann hier angehört und auch heruntergeladen werden. Die Folien stehen hier zum Download bereit. Folien und Vortrag stehen wie immer unter CC BY-SA 3.0 de-Lizenz.
Eine Übersicht über alle von mir bisher gehaltenen Vorträge, findet sich hier.
Ich genieße es, an Ostern ein wenig zur Ruhe zu kommen. Man kann seinen Gedanken freien Lauf lassen und sich Zeit für Familie und Freunde nehmen. Und an jene Menschen denken, die kein so angenehmes Leben führen wie wir es kennen.
Auf Grundlage unseres Wohlstands hat sich eine Kultur des Jammers auf hohem Niveau entwickelt. Im Verkehrs- und Infrastruktursektor merkt man dies sehr deutlich. Wir regen uns über 10 Minuten Verspätung bei der Bahn auf, Radfahrer im Straßenverkehr oder die hohen Benzinpreise. Alles in allem keine existenzbedrohenden Ereignisse.
Ich glaube, Ostern ist der richtige Zeitpunkt um dieses Video vorzustellen:
Professorin Geetam Tiwari, die den Lehrstuhl für Bauingenieurwesen / Verkehrswissenschaften und Unfallverhütung am Indian Institute of Technology Delhi (IITD) innehat, hat einen Vortrag über die Entwicklung nachhaltiger Verkehrssysteme für die ärmere Bevölkerung in Indien gehalten. Sie lässt uns einen Schritt nach hinten treten von der oftmals dominanten technologischen/infrastrukturellen Blickweise hin zu einer gesellschaftlich-sozialen Perspektive.
Der Fokus ihres Vortrags richtet sich auf das Mobilitätsbedürfnis der Landbevölkerung. Zwar existieren in Indien einige Megacities, das weitaus größere Wachstum erleben jedoch kleinere Städte auf dem Land. Wir vernachlässigen oftmals die Mobilitätsbedürfnisse der ländlichen Bevölkerung und deren Probleme. In Indien kommt das Armutsproblem hinzu. Diese Menschen sind auf günstige und zuverlässige Verkehrsmittel angewiesen. Dominant sind der nicht-motorisierte Verkehr und der öffentliche Personennahverkehr. Oftmals bleibt der Bevölkerung keine andere Wahl…
Die Herausforderung besteht darin, Verkehrsträger mit geringem CO2-Ausstoß zu fördern; der Bevölkerung allerdings weiterhin eine Wahl zu lassen bzw. zunächst einmal Wahlmöglichkeiten zu eröffnen und gleichzeitig den Teil der Bevölkerung, der sich ein eigenes Auto leisten kann, von den Vorteilen des ÖPNV und anderer Niedrig-Emissions-Verkehrsmitteln zu überzeugen. In ihrem Vortrag präsentiert Professor Tiwari Fallstudien aus Delhi, Pune und Patna. Wie verändert sich der Modal Split bei einer einseitigen Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs, des nicht-motorisierten Verkehrs und bei einer kombinierten Förderung beider Verkehrsmittel?
In einem kurzen Überblick gibt sie Informationen über die indische Verkehrspolitik, den städtischen Nahverkehr und die Verstädterung in den vergangenen sechs Jahrzehnten. Sie schlägt dabei eine Brücke zwischen Wohnungs(bau)politik, die Aufwertung von Slums und den jeweiligen Verkehrsnetzen. Sie endet mit den Worten, dass Investitionen in die städtische Verkehrsinfrastruktur in den letzten zehn Jahren weder nachhaltig noch zugunsten der armen Bevölkerung waren.
Taxiverkehr ist ein äußerst interessantes Gebiet in den Verkehrswissenschaften. Nicht nur, dass Zielwahl und Routenwahl nach anderen Regeln funktionieren und daher schwer zu modellieren sind, Taxis spielen auch für einen funktionierenden ÖPNV eine größere Rolle, als man zunächst denken mag.
Veröffentlicht am 26. Juni 2011 (Stand: 04.07.2011) in den Kategorien Analyse,Gegenwart,Zukunft
Wer heute etwas mehr Zeit hat und schon immer mal etwas über Verkehrsmodellierung und die theoretischen Hintergründe des Themenkomplexes “Verkehr” erfahren wollte, sollte sich unbedingt dieses sehr interessante Video über Verkehrstheorie, Verhaltensweisen im Verkehr und einen Blick in die Zukunft ansehen. Murat F. Aycin, Hani Mahmassani, David J. Pine, Alan Pollack (Moderator), Roger P. Roess und Michael Schreckenberg diskutieren diese Themen eine Stunde und fünfzig Minuten lang im Philoctetes Center, New York (leider wegen Finanzierungsproblemen mittlerweile geschlossen).
Aus der Videobeschreibung:
Verkehr ist ein alltägliches Problem, das jeden von uns betrifft und ureigene Gefühle in uns hervorruft (Wut, Frustration, Bedauern…nicht eine andere Route gewählt zu haben). Auf der anderen Seite benötigt Verkehr komplexe Modelle um entsprechende Antworten auf die drängendsten Probleme zu finden und den Verkehr flüssiger zu gestalten. Während Visionäre wie Robert Moses versucht haben, allumfassende Systeme – wie Bauhaus als er den Begriff “form following function” – Form folgt Funktion einführte – zu entwickeln, scheiterten sie doch am ungeheuren Umfang dieser Aufgabe.
Städtische Verkehrswege, Parkraum, Autobahnen – alle weisen unterschiedliche Probleme und Lösungsansätze auf. Die unterschiedlichen Variablen und Stellschrauben im Verkehr sind nicht eindimensional. Jederzeit können eine Zahl neuer Faktoren und Ungewissheiten hinzukommen. Wahrscheinlichkeit und Chaos sind die Begriffe, die mit Verkehr oft assoziiert werden, aber was ist mit moderner Verkehrsforschung? Wie können Vorstellungskraft, Innovation und Originalität zur Anwendung gebracht werden in einer Welt, die von Menschen dominiert wird?
Die Diskussionsteilnehmer
Murat F. Aycin arbeitet bei KLD Associates, einem international bekannten Unternehmen für die Entwicklung von Computermodellen zur Simulation von Verkehrs- und Transportproblemen.
Professor Hani Mahmassani hat den Charles Irish Senior Lehrstuhl für Civil and Environmental Engineering der Universität Marylandinne und ist Chefredakteur von Transportation Science. Er ist spezialisiert auf dynamische Netzwerkmodellierung und -optimierung sowie auf die Dynamik der Verhaltensweisen in Stausituationen.
David J. Pine ist Professor der Physik und Direktor des Center for Soft Matter Research der New York University.
Alan Pollack ist Psychiater und Psychoanalytiker in Newton, Massachusetts und Leiter des psychotherapeutischen Trainingszentrums der Boston Psychoanalytic Society. Er besitzt außerdem einen Doktor der Mathematik vom M.I.T.
Roger P. Roess ist Professor des Verkehrsingenieurwesens und Leiter der Ingenieurabteilung des polytechnischen Instituts der Universität New York. Er ist Autor verschiedenster Publikationen im Bereich Verkehrsingenieurwesen.
Michael Schreckenberg ist bekannter deutscher Stauforscher sowie Inhaber des Lehrstuhls für Physik von Transport und Verkehr der Universität Duisburg-Essen. Seit Mitte der 1990er Jahre befasst er sich mit der Modellierung, Simulation und Optimierung von Transportsystemen in großen Netzwerken, besonders dem Straßenverkehr, und dem Einfluss von menschlichem Verhalten darauf.
Infrastrukturprojekte zu planen und umzusetzen, dauert seine Zeit. Daher werden Artikel in diesem Blog ständig aktualisiert. Es lohnt sich also, bereits gelesene Artikel nochmals aufzurufen.
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[The automobile] will never, of course, come into as common use as the bicycle. The Literary Digest, 1899.
About
In diesem Blog möchten wir die Strategien für die Mobilität von morgen skizzieren, informieren und diskutieren. Wir möchten uns mit diversen Problemen unserer Zeit beschäftigen und dabei alle Verkehrsträger im Blick behalten. Dieser Blog soll dabei helfen, die Herausforderungen von morgen ein wenig mehr ins Bewusstsein zu rücken, Alternativen und mögliche Lösungsansätze vorzustellen und umfassend zu informieren: