Straßenverkehr Verkehrspolitik

Petition: 0,0 Promille-Grenze im Straßenverkehr

Seit heute lässt sich auf den Seiten des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestags eine Petition zur Absenkungen der Promillegrenze im Straßenverkehr auf 0,0 Promille mitzeichnen.

Der Text der Petition im Wortlaut:

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass § 24a StVG (0,5 Promille-Grenze im Straßenverkehr) auf 0,0 Promille reduziert wird.

Begründung:

Das Einschätzen des eigenen Promillegehaltes ist schwer und kann nur mit professionellen Geräte ermittelt werden. Diese stehen nicht jedem uneingeschränkt zur Verfügung.
Daher würden 0,0 Promille eine klare Handlung erzeugen, nämlich keinen Alkohol zu sich zu nehmen.

Was spricht dafür?

Laut vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes gab es 2009 ungefähr 16.500 Unfälle, die von alkoholisierten Fahrzeugführern verursacht wurden. Insbesondere bei schweren Unfällen spielt Alkoholeinfluss eine bedeutende Rolle. Leider lässt sich aus den Daten des Statistischen Bundesamtes nicht herauslesen, wie viele Unfälle von Alkoholisierten Autofahrern mit <0,1 – 0,5 Promille verursacht wurden.

Niemand kann jedoch in Abrede stellen, dass Fahren unter Alkoholgenuss ein größeres Risiko darstellt, als eine Fahrt ohne Alkoholgenuss. Dennoch schätzen viele Fahrer und auch Fahrerinnen die Beeinträchtigung, die bereits durch eine geringe Alkoholkonzentration im Blut entsteht als zu gering ein. Ab einer Blutalkoholkonzentration von 0,04g/dl steigt das Unfallrisiko signifikant an. 1 2

Alkoholgrenzen für Fahranfänger haben gezeigt, dass eine signifikante Senkung der Verkehrstoten in dieser Altersgruppe möglich ist. Eine Blutalkoholgrenze von 0,0 Promille bis maximal 0,2 Promille senkt die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fahranfängern um 4 bis 24 Prozent. 3 Die Möglichkeit die Zahl tödlicher Autofälle in ähnlichem Ausmaß zu senken, sollte auch bei älteren Autofahrern möglich und erreichbar sein.

  1. Compton RP et a. Crash risk of alcohol impaired driving. In: Mayhew DR, Dussault C, eds. Proceedings of the 16th International Conference on Alcohol, Drugs and Traffic Safety, Montreal, 4-9 August 2002, Mintreal, Société de l’assurance automobile du Québec, 2002:39-44 (http://www.saaq.gouv.qc.ca/t2002/actes/pdf/(06a).pdf)
  2. Moskowith H et al. Methodological issues in epidemological studies of alcohol crash risk In: Mayhew DR, Dussault C, eds. Proceedings of the 16th International Conference on Alcohol, Drugs and Traffic Safety, Montreal, 4-9 August 2002, Mintreal, Société de l’assurance automobile du Québec, 2002:45-50 (http://www.saaq.gouv.qc.ca/t2002/actes/pdf/(06a).pdf)
  3. Shuts R et al. Review of evidence regarding interventions to reduce alcohol-impaired driving. American Journal of Preventive Medicine, 2001, 21:66-84

Randelhoff Martin

Herausgeber und Gründer von Zukunft Mobilität, arbeitet im Hauptjob im ARGUS studio/ in Hamburg. Zuvor war er Verkehrswissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund.
Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum und nachhaltige Verkehrskonzepte.

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E-Mail: randelhoff [ät] zukunft-mobilitaet.net

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kerstin preusche
kerstin preusche
8. Juni 2014 17:59

Das man nicht trinken und anschließend auto fahren darf ist eigentlich selbstverständlich und muß verboten erden-man denke an all die unfallopfer und todesfälle

Valentino
Valentino
25. März 2014 20:03

… Schwachsinn, Schwachsinn, Schwachsinn!… Einschränkungen ab 0,04… wohl eher 0,4 p.M. Ein durchschn. Mann 75 Kg liegt bei 3! Bier (1 L.) bei etwas unter 0,8. Was ist mit Restalkohol… mal feiern und dann muß man 24 Stunden “ausnüchtern” ?… 2 Paroli lutschen und Fahruntüchtig?… Mehr, mehr, mehr Gesetze, Einschränkungen, Reglementierungen… Last uns alle Entmündigen. Andere Länder haben auch 0,0 … klar, aber was passiert, wenn man in Frankreich (als Franzose) angehalten wird… ” haben sie mehr getrunken, als die übliche Pulle Wein zum Essen?… oder in Polen… ich lach mich tot!
Nur hier in Deutschland mit seinen überkorrekten Polizistenschergen wird hart durchgegriffen… haben wir ja verdient… sind ja auch alle Nazis!… wenn die Zahlen so wie es ist erheblich zurückgehen…warum eingreifen… und die Grünen klar… die Pädagogen vielleicht… ständig hackedicht mit Prosecco und Angesetzten…manchmal kann man gar nicht soviel saufen, wie man kotzen möchte… Ich werde eine entsprechende Gegenpetition gern unterschreiben… Prostmalzeit

Fabian
Fabian
22. März 2011 21:45

Also meiner Meinung nach, sollte die Promillegrenze nicht nur für Fahanfänger gelten. Denn niemand kann den Alkoholpegel im eigenen Blut erahnen. Denn selbst bei 2 Gläser Bier (0,5 in ca. 2h) hat man ungefähr 0.8 Promille. Obwohl dass bei jedem abweicht, stimmt es ungefähr.

Und deswegen sollte man entweder die Promillegrenze für alle Fahrer auf 0,0 setzen oder es gleich lassen.

Vulcan
Vulcan
13. September 2010 15:34

Was muss man denn darunter verstehen? Wo soll denn die Grenze sein? Doch nicht ernsthaft NULL? Die Alkoholkonzentration im Blut geht niemals auf 0, selbst bei Menschen, die noch nie ein alkoholisches Getränk konsumiert haben.

Für mich hört sich das so an, als solle hier ein Willkürparagraph verabschiedet werden, wie der mit der “geringen Menge Canabis”

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