Umwelt

Die Folgen unseres wachsenden Biospritbedarfs

Nachdem ich gestern versucht habe, die Folgen unserer Ölabhängigkeit zu verdeutlichen, möchte ich heute kurz auf die Folgen eines weiteren Kraftstoffes eingehen. In den letzten Jahren verwenden wir statt fossiler Energieträger vermehrt biogene Kraftstoffe. Dies mag auf den ersten Blick zwar sinnvoll erscheinen, bringt aber auch einige neue Probleme mit sich. Denn auch die Folgen des vermehrten Anbaus von Energiepflanzen sind katastrophal.

Die Bilder von gerodeten Regenwaldflächen scheinen zwar nicht immer in einem direkten Zusammenhang mit Biotreibstoffen zu stehen, durch Effekte wie ILUC (deutsch: Indirekte Landnutzungsänderungen) entsteht aber sehr wohl eine Verbindung und die Klimabilanz von Biotreibstoffen fällt weit schädlicher aus als gedacht (siehe auch: EU-Studie: Klimabilanz von Agrotreibstoffen teilweise schlechter als von konventionellen Kraftstoffen). Ein weiterer Konflikt ist moralischer Natur. Können und wollen wir wirklich landwirtschaftliche Erzeugnisse in den Tank kippen, wenn mit diesen auch der Hunger in der Welt bekämpft werden könnte? Welche sozialen Probleme entstehen durch die Umwidmung durch Ackerflächen und vor allem: Ist es uns das wert?

Kahlschlag im Amazonasgebiet Brasilien Satellitenbild NASABrandrodung:ILUC Brandrodung von Regenwaldfläche um Ackerland für Biosprit zu gewinnenRodung Waldgebiet Abholzung NeuseelandAbholzung des regenwaldes in Madagaskar mittels BrandrodungBrandrodung von Regenwald in Papua-Neuguinea zur Biospritherstellung ILUCSatellitenbild Brandrodung von Regenwald am Rio Xingu, Brasilien zur Biospritherstellung ILUCWaldrodungen in Indonesien große Gebiete sind für lange Zeit unbewohntMonokulturen:Biosprit: Entstehen von Monokulturen Mais Zuckerrohr EthanolBiosprit: Entstehen von Monokulturen Mais Zuckerrohr EthanolBiosprit: Entstehen von Monokulturen Mais Zuckerrohr EthanolBiosprit: Entstehen von Monokulturen in den USA Zuckerrohr EthanolEthanolherstellung:Bioethanolherstellung in einer Raffinerie in den USABioethanolherstellung in einer Raffinerie in den USABioethanolherstellung in einer Raffinerie in den USABild 1: Abholzung im Amazonasgebiet 2000 – 2010NASA Earth Observatory – gemeinfrei (public domain), siehe auch NASA Urheberrechtsrichtlinie
Bild 2: Brandrodung in Chiapas, Mexiko – Jami Dwyer @ FlickrCC BY-NC 2.0
Bild 3: Abholzung auf Neuseeland – mikecogh @ FlickrCC BY-SA 2.0
Bild 4: Brandrodung auf Madagaskar – Frank Vassen @ FlickrCC BY 2.0
Bild 5: Brandrodung im Regenwald, Morobe, Papua-Neuguinea – kahunapulej @ FlickrCC BY-NC-SA 2.0
Bild 6: Satellitenaufnahme von Brandrodungen entlang des Rio Xingu in Brasilien (Amazonasgebiet) – NASAs Marshall Space Flight Center @ FlickrCC BY-NC 2.0
Bild 7: Für die Palmölherstellung gerodetes Waldstück in Indragiri Hulu, Riau Provinz, Indonesien – Wakx @ FlickrCC BY-SA 2.0
Bild 8: Abgeerntetes Feld in Dover, Großbritannien – mendhak @ FlickrCC BY-SA 2.0
Bild 9: Maisfeld in Łęczycki, Lodz, Polen – snake eyes @ FlickrCC BY-NC-ND 2.0
Bild 10: Abgeerntetes Weizenfeld in Nord-Montana – Stuck in Customs @ FlickrCC BY-NC-SA 2.0
Bild 11: Ernte von Zuckerrohr – Sweeter Alternative @ FlickrCC BY-ND 2.0
Bild 12: Ethanol-Raffiniere in Marcus, Iowa, USA – TumblingRun @ FlickrCC BY-ND 2.0
Bild 13 und 14: Ethanol-Raffiniere in Columbus, Nebraska, USA – kohtzy @ FlickrCC BY-NC-ND 2.0

Randelhoff Martin

Herausgeber und Gründer von Zukunft Mobilität, arbeitet im Hauptjob im ARGUS studio/ in Hamburg. Zuvor war er Verkehrswissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund.
Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum und nachhaltige Verkehrskonzepte.

Kontaktaufnahme:

Telefon +49 (0)351 / 41880449 (voicebox)

E-Mail: randelhoff [ät] zukunft-mobilitaet.net

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Ingo
Ingo
3. November 2011 09:13

Da stellt sich doch wieder einmal mehr die Frage nach echten Alternativen um bestehenden System. Oder ob man eventuell den Bericht Faktor 4 des Club of Rome von 1995 wieder aus der Schublade holt – vielleicht finden wir dort die passenden Antworten wie wir verantwortungsvoll mit den Ressourcen umgehen können? Ein paar Antworten erwarte ich mir auch von der neuen Serie in Die Zeit die am 10.11.11 startet.

Aber wenn ich ganz doll ehrlich bin: Ich habe resigniert! Nach mir die Sinnflut! Ich habe keine Kinder und noch ca. 30 Jahre vor mir – so lange wird es schon noch irgendwie gut gehen. Mein Gehalt reicht (trotz Abitur, Studium, Berufsausbildung, Festanstellung) gerade so eben die Rechnungen zu bezahlen, nicht am Hungertuch zu nagen oder in Lumpen rumlaufen zu müssen und mir ein wenig “Luxus” leisten zu können – woher soll ich noch die monetären Ressourcen nehmen mich “korrekt” zu benehmen? Und da sehe ich das Problem unserer Zeit: Geld!

In diesem Sinne: Live Fast, Love Hard, Die Young!

Ralph
Ralph
Reply to  Ingo
22. August 2019 21:09

Und solche schwachsinnigen Kommentare werden ohne mit der Wimper zu zucken in die Öffentlichkeit gemüllt.
Das Problem dieser Gesellschaft ist die ICH-Mentalität! Hauptsache ich. Hauptsache mir geht es gut! Hauptsache ich kann mir das kaufen was mir die Medien vorgaukeln!

Also: aufwachen, nicht resignieren, an die Kinder denken, die einem täglich über die Straße laufen mit dem Wissen dass genau die mit dieser mittlerweile verpfuschten Welt leben müssen!

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Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV) hat mich im Rahmen der VDV-Jahrestagung 2013 in Mainz als “Talent im ÖPNV” des Jahres 2013 ausgezeichnet. Der VDV vertritt rund 600 Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs, des Schienenpersonennahverkehrs, des Schienengüterverkehrs, der Personenfernverkehrs sowie Verbund- und Aufgabenträger-Organisationen.

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Verfasst von:

Randelhoff Martin

Herausgeber und Gründer von Zukunft Mobilität, arbeitet im Hauptjob im ARGUS studio/ in Hamburg. Zuvor war er Verkehrswissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund.
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