Willkommen im Forum von Zukunft Mobilität | Future Mobility Camp

Wir freuen uns, Sie als Gast in der Zukunft Mobilität | Future Mobility Camp-Community begrüßen zu dürfen. Wir diskutieren hier aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Verkehr, Mobilität, Logistik, Infrastruktur und Stadt- / Raumentwicklung, stellen notwendigen Kontext her und begleiten Vorhaben verschiedenster Art langfristig. Die Mitgliedschaft ist kostenlos, unverbindlich und bringt keinerlei Verpflichtungen mit sich. Alle Daten werden in Deutschland gespeichert. Falls Sie noch kein Mitglied sind, registrieren Sie sich, um Beiträge verfassen, Fragen stellen, E-Mail-Benachrichtigungen bei neuen Beiträgen abonnieren, Anhänge herunterladen und weitere Forenfunktionen nutzen zu können.

 

Diese Nachricht ist für angemeldete Nutzer nicht sichtbar.

Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
Martin Randelhoff

Straßeninfrastrukur
PLANUNG & IM BAU | Hamburg | Ausbau Bundesautobahn A7 - Hamburger Deckel

1 Beitrag in diesem Thema

Hallo,

in Hamburg soll die A7 ausgebaut werden. Zwischen der Anschlussstelle Volkspark und dem Autobahndreieck Hamburg-Nordwest erfolgt ein Ausbau auf zehn Spuren, in den restlichen Abschnitten auf sechs bzw. acht Spuren. Mit bis zu 152.000 Fahrzeugen / Tag ist der Autobahnabschnitt stark belastet, zudem liegt die Unfallquote knapp 50 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Der Bundesverkehrswegeplan sieht den Ausbau der BAB A 7 in oberster Priorität als vordringlichen Bedarf vor (A7-IP10-HH-IP und A7-IP20-HH-IP).

  • Investitionsvolumen: 1,6 Milliarden Euro
  • Bauträger: Via Solutions Nord (Öffentlich-Private-Partnerschaft - Vertragsstrafe bei nicht pünktlicher Fertigstellung: 55.000 € pro Tag), Erhaltung über 26 Jahre durch Via Solutions Nord
  • Länge: 65 Kilometer

Der Ausbau und die weiter steigenden Fahrzeugzahlen erfordern einen verbesserten Lärmschutz der Anwohner, da die momentane Lärmbelastung weit über zulässigen Grenzwerten liegt. Lärmschutzwände sind hierfür nicht mehr ausreichend, daher ist eine vollständige Überdeckelung der Autobahnabschnitte in Stellingen und Bahrenfeld/Othmarschen erforderlich. Die Lärmschutzmaßnahmen finanziert der Bund.

Im Jahr 2009 entschloss sich der Hamburger Senat (damals schwarz-grün), die Autobahnerweiterung als Gelegenheit für eine „umfangreiche Stadtreparatur“ zu nutzen und die Trennwirkung der Autobahn zu reduzieren. 

Zitat

Autobahnen sind grundsätzlich trennende und mit erheblichen Emissionen verbundene Einschnitte. In städtischen Bereichen stellen sie Barrieren dar, durch die städtische Zusammenhänge und Verbindungen nachhaltig unterbunden oder massiv gestört werden. All dieses ist auch für die BAB A 7 festzustellen, die seit Anfang der 70er Jahre die betroffenen Stadtteile von Altona und Eimsbüttel zerschneidet. Die Überdeckelung eines Autobahnabschnitts bietet die Möglichkeit, diese Trennungen wieder aufzuheben und eine „Stadtreparatur“ vorzunehmen. Diese bedeutet für die betroffenen Quartiere und ihre Bewohnerinnen und Bewohner – und durch Wiederherstellung übergeordneter Beziehungen auch für die Gesamtstadt – einen außerordentlichen Gewinn. Daneben ist der Zugewinn von bisher nicht nutzbaren – weil zu stark verlärmten – Flächen und die Nutzbarkeit der über der Autobahn liegenden Ebene des Deckels ein weiterer großer Vorteil für die Stadtentwicklung.

Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft Ausbau BAB A 7 – Städtebauliche und landschaftsplanerische Optimierung; Deckelergänzungen und Deckelnutzungen (Drucksache 19/2471 vom 03.03.2009), S. 3

Der Senat entschloss sich daher einen weiteren Deckel in Schnelsen zu errichten und den Bahrenfelder Deckel zu verlängern. Hierfür trägt die Hansestadt Hamburg die Kosten, welche durch den Bund um die Summe der ersparten Aufwendungen für die Lärmschutzwände reduziert werden.

Karte_Hamburger_Deckel.png

Karte des Hamburger Deckels - Quelle: OpenStreetMap / NordNordWest @ Wikimedia Commons - CC BY-SA 2.0

Die Deckel sollen intensiv begrünt und insgesamt 25 Hektar neue Grün- und Freizeitflächen geschaffen werden. Auf den Deckeln sollen u.a. Kleingärten angelegt werden. Eine Bebauung ist nicht geplant.

Durch die Lärmminderung wird es jedoch möglich, an die A7 angrenzende, bisher stark verlärmten Flächen für den Bau von über 2000 Wohnungen zu nutzen. Dort befinden sich heute zum Teil die Kleingärten, welche auf den Deckel verlagert werden sollen. Im Bezirk Altona können somit rund 35 Hektar neue Wohnbauflächen und im Bezirk Eimsbüttel 8,5 Hektar gewonnen werden. Hamburg rechnet mit Erlösen aus dem Verkauf städtischer Grundstücke in diesen Bereichen mit rund 126 Mio. € (inkl. Trabrennbahn). [Quelle: Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft Ausbau BAB A 7 – Städtebauliche und landschaftsplanerische Optimierung; Deckelergänzungen und Deckelnutzungen (Drucksache 19/2471 vom 03.03.2009), S. 5]

Finanzplanung:

Baukostenanteil Hamburg 
167.000.000 €
Finanzierung durch Grundstücksverkauf:
127.000.000 €
= 40 Mio € Kosten für Hamburg

Deckel Stellingen

In Stellingen reicht der vorgesehene 893 Meter lange und 22,50 bis ca. 31 m breite begrünte Tunnel von der Kieler Straße im Süden bis zur Brücke der Güterumgehungsbahn im Norden (lichte Bauhöhe: 4,90 m). Die A7 wird in diesem Abschnitt auf zehn Fahrstreifen (inklusive der zwei Kilometer langen Einfädelungsstreifen) verbreitert.

  • Baubeginn: 2016
  • Fertigstellung: Ende 2020
  • Kosten: 210 Millionen Euro

13-10-17-stellingen-1-ganz-deckel.jpg

13-10-17-stellingen-13-von-guet.jpg

13-10-17-stellingen-3-zufahrt-kielerstr.

Quelle Visualisierungen: Weidinger Landschaftsarchitekten / DEGES/V-KON.media

Der Entwurf des Büros Weidinger Landschaftsarchitekten aus Berlin sieht eine großzügige Parkanlage für den Stellinger Deckel vor, die den bislang durch die A 7 zerschnittenen Stadtteil wieder zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügt.

In diesem Abschnitt wird die 392 Meter lange Langenfelder Brücke, welche 17 Bahngleise überspannt, neu errichtet und von sechs auf acht Fahrstreifen erweitert. Der Abriss und Neubau der östlichen Seite ist mittlerweile abgeschlossen, die Verkehrsfreigabe erfolgte Ende 2016. Der Westteil der Brücke wird seit Februar 2017 abgerissen. Der Abriss und Neubau sollen insgesamt vier Jahren (2018) dauern.

Zeitplan:

  • seit 2008: Planungen des Ausbaus für den A 7-Abschnitt Autobahndreieck HH-Nordwest bis zur Anschlussstelle HH-Volkspark sowie des Deckels Stellingen
  • Februar 2010: Informationsveranstaltung Autobahnausbau und Deckel Stellingen
  • März 2010: Ideenbörse zur Deckelgestaltung Stellingen für interessierte Bürgerinnen und Bürger
  • April bis Juli 2010: Wettbewerbsverfahren Deckel Stellingen
  • November 2010: Informationsveranstaltung zur Planfeststellung und Öffentliche Plandiskussion Deckel Stellingen
  • 17. Januar bis 16. Februar 2011: Auslegung Planfeststellungsunterlagen
  • 5. September bis 9. September 2011: Erörterungstermin im Planfeststellungsverfahren
  • 23. April bis 22. Mai 2012: Auslegung der überarbeiteten Planfeststellungsunterlagen
  • 12. bis 13. September 2012: erneuter Erörterungstermin im Planfeststellungsverfahren
  • 23. August 2013: Planfeststellungsbeschluss
  • seit Mai 2014: Abriss und Neubau der Langenfelder Brücke, Bauzeit ca. vier Jahre
  • 2016: Baubeginn Deckel Stellingen, Bauzeit: etwa fünf Jahre
  • anschließend: Anlegen der Parkflächen und Kleingärten

Schnelsen

In Schnelsen strebte Hamburg die Errichtung eines zusätzlichen Deckelabschnitts von 560 m Länge von der Heidlohstraße bis nördlich der Frohmestraße an. Die Kosten in Höhe von ursprünglich 16 Millionen Euro trägt Hamburg.

  • Baubeginn: 2015
  • Fertigstellung: ca. Mitte 2017; 1. Röhre Herbst 2017; 2. Röhre Ende 2018

Baufortschritt des Abschnitts Schnelsen im Dezember 2016: Der Rohbau des Westteils ist fertiggestellt, es folgt der Innenausbau.

13-11-18-schnelsen-1-ganz-deckel.jpg

Quelle: Bild: DEGES/V-KON.media

Deckel Bahrenfeld/Othmarschen

In Bahrenfeld/Othmarschen soll der vom Bund vorgesehene Deckelabschnitt auf Initiative Hamburgs hin im Süden bis zur S-Bahn-Brücke und im Norden bis auf Höhe des Polizei-Schießplatzes auf insgesamt 2030 m Länge erweitert werden. Auf dem Deckeldach wird eine 1,20 Meter starke Bodenschicht aufgebracht.

Um die Länge des Deckels Altona gab es zwischen Bund und der Hansestadt Hamburg einige Diskussionen, da der Bund die Finanzierung eines verlängerten Autobahndeckels ablehnte. Eine Länge von 700 Meter hätte der Bund komplett bezahlt, eine mittlere Variante mit einer Länge von 2.000 Meter Hamburg zusätzlich 163 Millionen gekostet und eine lange Variante mit 2.300 Meter Länge 193 Millionen zusätzlich für die Hansestadt Hamburg bedeutet.

Die Hamburgische Bürgerschaft hat sich im Februar 2016 fraktionsübergreifend für die lange Variante (2300 Meter) ausgesprochen, im März 2016 haben die Wirtschafts- und Baubehörde und der Bezirk Altona eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Die Anschlusstelle Bahrenfeld liegt mitsamt der Auf- und Abfahrten ebenfalls im Deckelbauwerk.

hamburg-a7_deckel_altoijfk.jpg

740 Meter des Deckels Altona finanziert der Bund, die restlichen 1490 Meter die Stadt Hamburg. Nach Abzug der Erlöse aus Grundstücksverkäufen bleiben der Stadt Hamburg somit noch Kosten von rund 82 Mio. Euro (Gesamtkosten: ca. 340 Millionen Euro).

Zeitplan Deckel Altona:

  • Einleitung Planfeststellungsverfahren: Mai 2017
  • Genehmigung im Laufe 2018
  • Baubeginn: 2019 / 2020 (nach Fertigstellung der Deckel Schnelsen und Stellingen)
  • Fertigstellung: Ende 2025 / Anfang 2026
  • nach Fertigstellung des Deckels: Anlage von Grünanlagen und Kleingärten

Der Ausbau der A7 und der Hamburger Deckel im Gesamten:

Zeitplan

Ursprünglich war die Bautätigkeit für 2016 bis 2022 vorgesehen. Mit einer Fertigstellung des Abschnitts Altona wird mittlerweile Ende 2025 / Anfang 2026 gerechnet, mit dem Planfeststellungsbeschluss im Laufe des Jahres 2018. Somit ist dieser Abschnitt derzeit drei bis vier Jahre in Verzug, die Verzögerung kann aber durch rasche Aufnahme der Bauarbeiten verkürzt werden.

Der Abschnitt Stellingen dürfte rund drei Jahre hinter Zeitplan sein (Fertigstellung 2021 statt 2018)

zeitplanyssaczdu9i.jpg

Quelle: Freie Hansestadt Hamburg

Weitergehende Links:

Webseite zum Hamburger Deckel

Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft Ausbau BAB A 7 – Städtebauliche und landschaftsplanerische Optimierung; Deckelergänzungen und Deckelnutzungen (Drucksache 19/2471 vom 03.03.2009)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0

Über dieses Forum

In diesem Forum diskutieren wir verkehrsmittel- und verkehrsträgerübergreifend aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Verkehr, Mobilität, Logistik, Infrastruktur und Stadt- / Raumentwicklung, stellen notwendigen Kontext her und begleiten Vorhaben verschiedenster Art langfristig.

Wie wir hier diskutieren möchten

Zukunft Mobilität wird unterstützt von:

Hinweis

Auf dieser Webseite können Nutzer Beiträge einstellen, ohne dass diese von uns überprüft werden. Soweit einzelne Beiträge die Rechte Dritter verletzen oder aus anderen Gründen rechtswidrige Inhalte enthalten, ist für den Regelverstoß der jeweilige Nutzer verantwortlich. Eine inhaltliche Verantwortung – gleich welcher Art – wird nicht übernommen.

Impressum

Martin Randelhoff
Am Surck 29
44225 Dortmund

kontakt [at] zukunft-mobilitaet [dot] net

Telefon: +49 (0)351 / 41880449 (voicebox only!)

Headergrafik: © iStock.com/DrAfter123