Die Automatisierung des Straßengüterfernverkehrs wird vor allem durch die Senkung der Betriebskosten und die Erhöhung der Transportgeschwindigkeit durch den Wegfall von Pausen- und Ruhezeiten vorangetrieben. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf den Güterverkehrsmarkt. In Verbindung mit der hohen Flexibilität des Verkehrsträgers Straße und dem Güterstruktureffekt könnte es zu einer Verlagerung von Transporten von der Schiene und der Wasserstraße auf die Straße kommen. Mehr Kostenwahrheit im Verkehr und politische Rahmenbedingungen könnten diese Entwicklung bremsen.
THG-Emissionen des Verkehrs: Die Mineralölabsatzstatistik als Frühindikator
Evaluationsergebnisse: Einführung von Tempo 30 auf Hauptstraßen in Amsterdam
Die Wirkung einer E-Scooter-Stationspflicht auf das Nutzungsverhalten
Entwicklung des Bestands an Pkw mit Verbrennungsmotor und elektrischem Antrieb in Deutschland 2016 – 07/2024
Nutzen von Tempo 30 in europäischen Städten (Yannis und Michelaraki 2024)
Straßenverkehr
Eine Automatisierung des Straßengüterverkehrs hätte umfangreiche und tiefgreifende verkehrliche Folgen. Diese lassen sich in die Fahrzeugebene, die Infrastrukturebene und eine verkehrsmarktbezogene Ebene einteilen.
Zur Entlastung der stark befahrenen Autobahn A4 und zur Bewältigung des zukünftig zu erwartenden Verkehrsaufkommens entwickelt Luxemburg die Autobahn A4 zu einem multimodalen Korridor mit Radschnellweg, Schnellstraßenbahn und einer Sonderspur für Fahrgemeinschaften und Busse weiter. Statt eines solchen ganzheitlichen Ansatzes dürften viele Länder stumpf die Autobahn ausbauen.
Die Antriebswende im Verkehr erfordert einen wachsenden Bestand von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben bei gleichzeitigem Rückgang der Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Diese Strukturveränderung ist derzeit zu langsam, um beispielsweise die Klimaschutzziele im Verkehrssektor erreichen zu können.
Für Busse kann nach Einführung von Tempo 30 im Mittel von 1,5 Sekunden zusätzlicher Fahrtzeit pro 100 Meter ausgegangen werden. Der effektive Zeitverlust ist gering. Je größer der Anteil an Tempo 30-Abschnitten auf einer Linie ist, desto größer ist die Fahrzeitverlängerung. Durch begleitende Maßnahmen können die Auswirkungen minimiert und die Attraktivität des ÖPNV erhalten bleiben.
Bei Kaufentscheidungen eines Pkw agieren viele Menschen tendenziell “kurzsichtig” und vernachlässigen zukünftige laufende Kosten. Zudem werden die laufenden Kosten des Autobesitzes generell falsch eingeschätzt.
Der Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau informiert im Jahr 1986 mit der lesenswerten Broschüre “Stadtverkehr im Wandel” über Verkehrsberuhigung und die stadtverträgliche Abwicklung von Kfz-Verkehr. 37 Jahre später lesen sich viele Inhalte weiterhin erschreckend aktuell.





