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Förderung von Elektroautos – eine weltweite Übersicht

Artikelaktualisierung Zukunft MobilitätIn mahnen Politiker und Vertreter der Wirtschaft wiederholt eine stärkere Förderung von Elektroautos an. Die deutsche Automobilindustrie argumentiert noch verhalten, dies dürfte sich aber spätestens mit der Einführung eigener Modelle ändern. Da sich die Zahl der in zugelassenen Fahrzeuge bis 2020 auf etwa 51 Millionen Pkw erhöhen dürfte 1 (und dieser Zuwachs vom Bundesverkehrsministerium auch gewünscht wird) ist die Ausgestaltung einer wirksamen Kaufprämie schwierig. Bei einer – in meinen Augen – realistischen Zuschusshöhe von 5.000 Euro müssten alleine für die Erreichung des „1 Million Elektroautos bis 2020“-Ziels etwa 5 Milliarden Euro aufgewendet werden. Und dann wären immer noch nur zwei Prozent aller Fahrzeuge auf deutschen Straßen rein elektrisch angetrieben (Fahrzeuge mit Hybridantrieb natürlich außen vor gelassen)!

Zugelassene Fahrzeuge im Jahr 2020 DeutschlandZulassungszahlen 2011 des Kraftfahrt-Bundesamtes (Stichtag 01.01.2011): 42.301.563 Pkw, davon 2.307 Elektrofahrzeuge, Prognose 2020 des Bundesverkehrsministeriums: zwischen 50 Mio. und 51 Mio. Fahrzeuge, davon 1 Mio. rein elektrisch betrieben (politisches Ziel)

Um verschiedene Fördermöglichkeiten bewerten zu können, habe ich die Förderangebote in verschiedenen Ländern zusammengestellt und – soweit vorhanden – die Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen des Jahres 2010 bzw. des ersten Halbjahres 2011 ergänzt.

Da die Förderung von Elektrofahrzeugen eine rein politische Entscheidung ist und man die landestypischen Hintergründe (Fahrzeugdichte, Bevölkerungszahl und -struktur, Fläche) beachten muss, fällt es naturgemäß schwer einen direkten Vergleich zwischen den verschiedenen Ländern zu ziehen. Ich habe daher auf eine abschließende Bewertung verzichtet. Aber natürlich steht es jedoch jedem frei, dies selbst zu machen. Über Einschätzungen in den Kommentaren würde ich mich sehr freuen!

Da vermehrt Fragen aus der Automobilindustrie / Automobilzuliefererindustrie kommen: die Übersicht in Form einer Exceltabelle können Sie hier herunterladen (Stand: Dezember 2011).

In China erhalten Autohersteller für jedes verkaufte Elektroauto eine Einmalzahlung von bis zu 60.000 Yuan (etwa 7.000 Euro) und für jeden verkauften Plug-In Hybrid eine Zahlung von bis zu 50.000 Yuan (etwa 5.500 Euro). Das Programm läuft in den Städten Shanghai, Shenzhen, Hangzhou, Hefei und Changchun. Die Förderung wird nach 50.000 verkauften Einheiten reduziert.

Ab 01. Januar 2012 sind reine Elektrofahrzeuge, Brennstoffzellenfahrzeuge und Plug-In Hybridfahrzeuge von der Kfz-Steuer befreit. Für konventionelle Kfz mit Hybridantrieb beträgt die Steuerersparnis 50 Prozent.

Bis 2015 fördert der Staat des Weiteren ein Konsortium aus 16 chinesischen Autobauern und Energiefirmen mit 3,3 Milliarden Euro bei der Entwicklung einer gemeinsamen Ladeinfrastruktur, genormter Stecker und universal einsetzbarer Akkus. Behörden und Taxiunternehmen in 13 Städten können zudem einen Zuschuss von umgerechnet 6.500 Euro beim Kauf eines elektrisch betriebenen Fahrzeugs in Anspruch nehmen.

Diverse Modellprojekte unterstützen den Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur. In einzelnen Städten gibt es zusätzliche Kaufanreize.

Neuzulassungen 2010: ~3.500

Deutschland

In Deutschland wird derzeit noch keine Prämie beim Kauf eines Elektroautos bezahlt. Dies dürfte sich meiner Meinung nach in einigen Jahren allerdings ändern, zumal vermehrt Forderungen aus der Automobilindustrie zu vernehmen sind. Spätestens mit der Einführung der ersten deutschen Elektroautos dürfte der Ruf nach Zuschüssen von Seiten der Automobilindustrie lauter werden.

Bisher werden Elektroautos nur für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Bei einem 1.500 Kilogramm schweren Elektroauto entspricht dies einer Steuerentlastung von 45 Euro pro Jahr.

Der Industrie stellt die Bundesregierung in den nächsten zwei Jahren eine Milliarde Euro für Forschung und Entwicklung zur Verfügung.

Einige Städte fördern den Aufbau der Ladeinfrastruktur. In Städten wie Berlin wird über die Freigabe von Busspuren für Elektrofahrzeuge nachgedacht.

Neuzulassungen 2011: 2154 (KBA)
Neuzulassungen 1. HJ 2011: 1.020

Neuzulassungen 2010: 541 (KBA)

USA

Durch den „Energy Improvement and Extension Act“ aus dem Jahr 2008 und den „American Clean Energy and Security Act“ (ACES) aus dem Jahr 2009 wurde die Förderung von Plug-in Elektrofahrzeugen geregelt. Um förderfähig zu sein, muss die eine Mindestkapazität von 5 kWh aufweisen und über eine externe Stromquelle mit Energie versorgt werden.

Die Steuerersparnis beträgt 2.500 Dollar plus 417 Dollar für jede Kilowattstunde Kapazität über der 5kW-Grenze. Die maximale Steuerersparnis liegt bei 7.500 Dollar. Der Nissan Leaf und der Chevrolet Volt besitzen die notwendige Kapazität um den vollen Steuerrabatt zu erhalten.

Für umgerüstete Fahrzeuge beträgt die Steuererleichterung maximal 4.000 Dollar. Gefördert werden bis zu zehn Prozent der Umbaukosten.

Für den Kauf und die Inbetriebnahme einer persönlich genutzten Ladestation konnten bis Ende 2010 50 Prozent der Kosten abgesetzt werden (maximal 2.000 Dollar). Unternehmen konnten für die Errichtung größerer Ladestationen bis zu 50.000 Dollar steuerlich absetzen. Im Jahr 2011 sank die steuerliche Absetzbarkeit auf 30 Prozent. Privatpersonen können nun maximal 1.000 Euro und Unternehmen maximal 30.000 Dollar absetzen.

Sonderfall

In Kalifornien existiert eine Förderung für Elektrofahrzeuge bzw. Null-Emissions-Fahrzeuge bereits seit einigen Jahren. Für Elektrofahrzeuge, Plug-In Hybridfahrzeuge, Brennstoffzellenfahrzeuge egal ob PKW, LKW oder Motorrad werden staatliche Zuschüsse unterschiedlicher Höhe (für kommerziell genutzte Groß-Elektrofahrzeuge bis zu 20.000 Dollar) gewährt. Ein Tesla Roadster wird mit 2.500 Dollar gefördert, ein Smart USA 2011 ED Cabriolet / Coupe mit 2.000 Dollar.

2010 wurden 213 Fahrzeuge gefördert. Für das Jahr 2011 stehen 2,3 Millionen Dollar Fördergelder zur Verfügung.

In verschiedenen anderen Bundesstaaten stehen ebenfalls Kaufzuschüsse, Steuerrabatte, reduzierte Zulassungsgebühren sowie zahlreiche Sonderberechtigungen (Befahren von Busspuren o.ä.) zur Verfügung.

Neuzulassungen Dezember 2010 – September 2011: 11.000+

Norwegen

In Norwegen existiert keine direkte Kaufprämie, allerdings entfallen Maut- und Parkgebühren (auf öffentlichen Parkplätzen) sowie die Mehrwertsteuer und die hohe Neuwagensteuer. Beim Kauf eines Nissan Leaf kann der Steuererlass bis zu 17.000 Euro betragen.

Seit 2009 sind zudem Fährüberfahrten auf den Nationalstraßen Norwegens für Elektroautos kostenlos. Busspuren dürfen von Elektrofahrzeugen befahren werden. 

Neuzulassungen Januar – September 2011: 1.425

Kanada

Die Förderung von Elektrofahrzeugen in Kanada wird von den Bundesstaaten festgelegt und finanziert. Daher kommt es zu starken Unterschieden in der Förderart und -höhe. Bundesstaaten wie British Columbia, Québec und Ontario weisen eine hohe Förderquote auf, kleinere und wirtschaftlich schwächere Bundesstaaten wie Saskatchewan fördern Elektroautos mit geringeren Beträgen.

In Ontario erhalten die ersten 10.000 Käufer von Hybrid- oder Elektroautomobilen einen Zuschuss von 5.000 (4 kWh Batterie) bis 8.500 (17 kWh oder stärkere Batterie) kanadischen Dollar, etwa 3.500 bis 6.000 Euro. Elektrisch angetriebene Fahrzeuge erhalten ein grünes Nummernschild. Mit diesem dürfen bis zum Jahr 2015 Fahrgemeinschaftsspuren genutzt werden, auch wenn nur eine Person im Fahrzeug sitzt. Zudem darf der Fahrer öffentliche Ladestationen und Parkplätze der Provinzregierung nutzen.

Im Bundesstaat Québec erhalten Käufer ab dem 1. Januar 2012 Zuschüsse von bis zu 8.500 kanadischen Dollar (etwa 6.000 Euro). Förderfähig sind alle Plug-In Elektroautos mit mindestens einer 4 kWh Batterie. Hybridfahrzeuge erhalten eine Förderung von maximal 1.000 kanadischen Dollar, etwa 700 Euro. Die Förderhöhe ist nach Kapazität der Akkus und somit nach Reichweite gestaffelt. Die Fördermittel sind auf 50 Millionen CAD (~ 35,7 Millionen Euro) begrenzt. Die maximale Zuschusshöhe reduziert sich jedes Jahr auf maximal 3.000 CAD (~ 2.100 Euro) Zuschuss im Jahre 2015. Das Förderprogramm ist zeitlich unbegrenzt, gefördert werden aber maximal 10.000 reine Elektrofahrzeuge und 5.000 konventionelle Hybridfahrzeuge.

Neuzulassungen 1. HJ 2011: k.A.

Dänemark

In Dänemark betragen die beim Kauf eines Elektroautos umgerechnet bis zu 17.000 Euro. Dieser Betrag kommt aus dem Erlass der 25-prozentigen Mehrwertsteuer und der Zulassungssteuer, die bis zu 180 Prozent des Neuwagenpreises betragen kann, zu Stande.

In Kopenhagen dürfen Elektroautos in der Innenstadt kostenlos parken. Diese Ausnahmeregeln gelten nicht für Hybridfahrzeuge.

Neuzulassungen 1. HJ 2011: 103

In den Niederlanden entfällt beim Kauf eines elektrisch betriebenen Autos die Luxussteuer (BPM), die bis zu 35 Prozent des Fahrzeugpreises beträgt. Des Weiteren entfällt die Kfz-Steuer. Neben Elektroautos gelten die Steuererleichterungen auch für Hybrid- und Plug-In-Hybrid-Autos. Privatpersonen sparen somit über einen Zeitraum von vier Jahren durchschnittlich einen Betrag von 5.324 Euro, Unternehmen etwa 19.000 Euro über fünf Jahre. Steuererleichterungen gibt es ebenfalls für Dieselfahrzeuge mit einem CO2-Ausstoß unter 95 g/km bzw. 110 g/km bei Fahrzeugen mit Ottomotor.

In Amsterdam stehen spezielle für Elektroautos reservierte Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Die jahrelange Wartezeit auf einen Parkplatz im Innenstadtbereich wird somit verkürzt.

Neuzulassungen 1. HJ 2011: k.A.

In Österreich entfällt für Elektrofahrzeuge die NoVA (Normverbrauchsabgabe), eine erhöhte Steuer für Neuwagen, die auf den Verbrauchswerten in Liter Treibstoff pro 100 km berechnet wird und maximal 16 Prozent beträgt (siehe Wikipedia).

Außerdem entfällt für Elektrofahrzeuge die motorbezogene Versicherungssteuer und die Kraftfahrzeugsteuer. Einige Bundesländer und Gemeinden fördern den Kauf eines Elektroautos zusätzlich mit bis zu 30% der Anschaffungskosten.

Neuzulassungen 1. HJ 2011: 405

Tschechien

Elektrofahrzeuge, Hybridfahrzeuge und Fahrzeuge mit alternativen Antrieben sind von der PKW-Maut ausgenommen. Diese Regelung kann nur für Unternehmensfahrzeuge in Anspruch genommen werden.

Neuzulassungen 1. HJ 2011: k.A.

30 Prozent des Fahrzeugpreises können in der Einkommenssteuererklärung abgesetzt werden. Der maximal absetzbare Betrag beträgt 9.000 Euro. Plug-In Hybridfahrzeuge sind ausgenommen. Seit 2005 existiert ein Steuernachlass in Höhe von 15 % des Kaufpreises, maximal 3.280 Euro. Liegen die CO2-Werte des Fahrzeugs zwischen 105 und 115 g/km, entspricht der Nachlass 3 % des Kaufpreises, maximal 615 €.

In der Wallonie existiert eine zusätzliche Förderung in Höhe von 4.500 Euro für bis Ende diesen Jahres zugelassene Elektrofahrzeuge.

Neuzulassungen 1. HJ 2011: k.A.

Griechenland

Alle Elektro- und Hybridfahrzeuge sind von der Zulassungssteuer ausgenommen.

Neuzulassungen 1. HJ 2011: k.A.

Die japanische Regierung übernimmt 50 % der Zusatzkosten, die bei Anschaffung eines Elektroautos im Vergleich zu herkömmlichen Pkw mit Verbrennungsmotor entstehen. Der Kauf eines Tesla Roadster unterstützt die japanische Regierung mit 3,24 Millionen Yen, umgerechnet etwa 30.000 Euro.

Weitere Fahrzeuge, die für das Förderprogramm zugelassen sind, sind der Toyota Prius Plug-In-Hybrid (12.000 Euro Zuschuss) und der Mitsubishi i-MiEV (10.500 Euro Zuschuss).

Des Weiteren wird ein Steuernachlass gewährt.

Neuzulassungen 1. HJ 2011: 10.000+

In Frankreich existiert ein Bonus / Malus-System. Fahrzeuge, die einen CO2-Ausst0ß von 60 Gramm pro Kilometer oder weniger haben, erhalten eine Förderung von bis zu 5.000 Euro. Unter diese Regelung fallen auch Elektroautos und die meisten PlugIn-Hybridfahrzeuge. Fahrzeuge die 125 Gramm pro Kilometer oder weniger emittieren (Hybridfahrzeuge und die meisten gasbetriebenen Fahrzeuge), erhalten bis zu 2.000 Euro. Der Zuschuss darf maximal 20% des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer betragen. Die Förderung wird im ganzen Jahr 2012 bezahlt.

Neuzulassungen 1. HJ 2011: 953

Irland bietet spezielle zinsgünstige Kleinkredite bis 5.000 Euro an. Elektro- und Hybridfahrzeuge erhalten einen Steuerrabatt bis 2.500 Euro bei der Zulassung.

Neuzulassungen 1. HJ 2011: k.A.

Schweiz

In der Schweiz gibt es derzeit keine Kaufprämie. Allerdings ist die Kfz-Steuer in einigen Kantonen teilweise vermindert oder entfällt völlig.

In einigen Schweizer Städten sind Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren nicht zugelassen. Dort beherrschen kleine Elektroautos das Stadtbild, die oftmals von Handwerkern und Lieferdiensten gefahren werden.

Neuzulassungen 2011: k.A.

In Italien sind Elektrofahrzeuge für fünf Jahre nach Erstzulassung von den jährlich zu entrichtenden Haltersteuern befreit. Nach Ablauf der fünf Jahre gilt ein um 75% geringerer Steuersatz als bei vergleichbaren Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

Neuzulassungen 1. HJ 2011: k.A.

Luxemburg

In Luxemburg erhalten Käufer eines Elektroautos bzw. eines Fahrzeuges, das 60g oder weniger CO2 pro Kilometer ausstößt, eine Prämie von 3.000 Euro ( befristet bis 31.12.2011). Um in den Genuss dieser Förderung zu kommen, muss der Strom für das Fahrzeug aus regenerativen Energiequellen stammen.

Neuzulassungen 1. HJ 2011: k.A.

Für die ersten 5.000 Elektrofahrzeuge, die in Portugal verkauft werden, bezahlt der Staat eine Kaufprämie von 5.000 Euro. Wird ein älteres Fahrzeug für den Kauf des Elektroautos verschrottet, erhöht sich die Förderung um weitere 1.500 Euro. Des Weiteren sind Elektrofahrzeuge von der Zulassungssteuer befreit.

Neuzulassungen 1. HJ 2011: k.A.

Rumänien

In Rumänien erhalten Käufer eines Elektrofahrzeuges einen staatlichen Zuschuss von bis zu 25 Prozent des Neuwagenpreises. Die Höhe ist jedoch bei 5.000 Euro gedeckelt.

Zusätzlich existiert in Rumänien eine für Altfahrzeuge. Beim Kauf eines Elektrofahrzeuges erhält man für sein Altfahrzeug fünf Gutscheine á 926 Euro.

Neuzulassungen 1. HJ 2011: k.A.

Zypern

In Zypern besteht eine Kaufprämie in Höhe von maximal 700 Euro. Diese kann von Privatpersonen wie auch Unternehmen beantragt werden. Maximal werden jedoch sieben Elektrofahrzeuge je Person / Unternehmen gefördert. Ein steuerlicher Vorteil existiert nicht.

Neuzulassungen 2011: k.A.

Im Jahr 2011 standen 72 Millionen Euro zur Förderung von Elektrofahrzeugen zur Verfügung. Für elektrisch anbetriebene PKW beträgt die Förderung bis zu 25 Prozent des Neuwagenpreises, maximal jedoch 6.000 Euro. Für elektrisch angetriebene Vans und Busse beträgt die Förderung 15.000€ bis 30.000€.

In den Städten und Regionen Aragón, Asturias, Baleares, Madrid, Navarra, Valencia, Castilla-La Mancha, Murcia, Castilla y León erhalten Elektrofahrzeuge bis zu 6.000 Euro Steuernachlass und Hybridfahrzeuge bis zu 2.000 Euro.

Neuzulassungen 1. HJ 2011: 122

Schweden

Ab Januar 2012 unterstützt die schwedische Regierung Autokäufer, die ein Fahrzeug mit einem CO2- Ausst0ß von 50 Gramm / km oder weniger kaufen.

Für Elektroautos mit einem Verbrauch von unter 37 kWh auf 100 Kilometer und Hybridfahrzeuge mit einem CO2-Ausstoß von unter 120 g/km entfällt die Kraftfahrzeugsteuer für fünf Jahre. Im Steuerrecht wird die Wertermittlung von Elektro- und Hybridfahrzeugen angepasst. Für ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor können 40% weniger abgesetzt werden. Die Steuererleichterung beträgt jedoch maximal 1.750 Euro.

Neuzulassungen 1. HJ 2011: 111

Die britische Regierung gewährt eine Kaufprämie von bis zu 25 Prozent des Neuwagenpreises, jedoch maximal 5.000 Pfund (rund 5.700 Euro). Die Förderung können sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen in Anspruch nehmen.

Förderungsfähig sind alle Fahrzeuge, die maximal 75 Gramm CO2 je gefahrenen Kilometer ausstoßen. Die Mindestreichweite muss 110 Kilometer betragen, das Fahrzeug muss eine Geschwindigkeit von 60 mph (97 Stundenkilometern) erreichen können. Für Fahrzeug und Batterie muss eine Mindestgarantie von drei Jahren (in manchen Fällen fünf Jahren) vorhanden sein.

Derzeit erfüllen die folgenden Modelle die Anforderungen: Mitsubishi i-MiEV, Peugeot iOn, Citroen C-ZERO, Smart Fortwo electric drive, Nissan Leaf, Tata Vista, Vauxhall Ampera (auf gut deutsch: Opel Ampera), Chevrolet Volt, Toyota Prius Plug-in Hybrid und der Renault Fluence ZE.

Weitere Kaufanreize sind der Wegfall der Londoner Innenstadtmaut für Elektrofahrzeuge und die CO2-abhängige Besteuerung von Firmenautos.

Neuzulassungen 2011: 1.052
Neuzulassungen 1. HJ 2011: 599

(Stand: Januar 2012)

Aktualisierungen:

10.01.2012:

  • Deutsche und britische Zulassungszahlen für das Jahr 2011 hinzugefügt
  • Exceltabelle zum Download bereitgestellt
  • Schweiz und Zypern hinzugefügt
  1. Shell PKW-Szenarien bis 2030 – Fakten, Trends und Handlungsoptionen für nachhaltige Auto-Mobilität, Shell Deutschland Oil GmbH, Hamburg, 2009

Verfasst von:

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität. Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, Studium der Verkehrswirtschaft an der TU Dresden. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

16 Kommentare

    • Martin Randelhoff

      Oh, danke!

      Ich wusste gar nicht, dass Tesla eine solche Übersicht anbietet…

      Antworten
  1. Willi

    Was ich gerne wissen würde, ob solche kleinen Leichtkraftfahrzeuge, wie die hier: http://j.mp/tyXBHu
    auch als förderungswürdig gelten oder ob im Grunde nur große Anbieter an die subventionierten Geldtöpfe kommen?

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Das kann man pauschal leider nicht beantworten. Ist mit Förderung jetzt Förderung von Forschung & Entwicklung oder eine Kaufprämie gemeint? Letztere gibt es in Deutschland ja z.Z. noch nicht, folglich kann man die Frage noch nicht beantworten. In Europa ist es üblich, dass bestimmte Grenzwerte bzgl. Gewicht, Batteriekapazität oder CO2-Ausstoß (bei Elektrofahrzeugen letztendlich CO2 äquivalent) eingehalten werden müssen. Aber wie das in Deutschland aussehen wird, müssen wir sehen…

      Antworten
  2. Hägele

    Guten Morgen Herr Randelhoff,

    schöne Aufstellung, ich wollte kurz einhacken und fragen, ob Sie auch eine tabellarische Aufstellung über die geförderten Richtwerte (CO2 g/km, CC, usw.) über die einzelnen EU-Staaten haben?

    Mit freundlichen Grüßen

    Hägele

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Hallo Herr Hägele,

      leider nein. Aber eine solche Aufstellung lässt sich theoretisch relativ schnell erstellen.

      mit freundlichen Grüßen,

      Martin Randelhoff

      Antworten
  3. Hägele

    Hallo Herr Randelhoff,

    vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Wäre es möglich mir eine solche Aufstellung mit Quellen online zukommen zu lassen?

    Mit freundlichen Grüßen

    Hägele

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      siehe Mail…

      Antworten
  4. Sören

    Ich muss gestehen, ich habe mich bei Ihrem Artikel mehr auf den Deutschland betreffenden Teil beschränkt :)
    Eine super Übersicht!
    Eines habe ich noch nicht verstanden: Warum denkt man in Berlin über die Nutzung von Busspuren durch Elektroautos nach? Wie hängt das denn mit dem Auto an sich zusammen?
    Habe noch einen anderen Artikel gelesen, demzufolge Subventionen nötig sind.
    Die Bundesregierung selbst hat ja das Ziel gesetzt, bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu bringen. Da stellen dann aber öffentliche Ladestationen ein Problem bzw. eine Finanzierungslücke dar. Und weiter: „Auch die Ausgaben für ein elektronisches Bezahlsystem, den Anschluss an das Verteilsystem und eventuelle Baukostenzuschüsse an den Netzbetreiber sind zu berücksichtigen. 2020, so berechnen die Experten, entstünde eine Kostenlücke zwischen 290 Millionen und 1,1 Milliarden Euro. “
    Das lässt den Schluss zu, dass die Bundesregierung – wenn sie ihr Ziel erreichen will – subventionieren muss…
    (Quelle Artikel: http://j.mp/RI9cqx
    )

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Hallo Sören,

      mit der Freigabe von Busspuren sollen Elektroautos einen Vorteil gegenüber dem konventionellen Verkehr haben, indem man sozusagen eine Sonderfahrspur schafft und sich die Elektrofahrzeuge somit an Kreuzungen weiter vorne einordnen können und eventuell sogar bevorzugt Grün bekommen. Ich persönlich halte von der Idee auch nicht ganz soviel, aber nunja…

      Und ob man den Aufbau der Ladeinfrastruktur subventionieren sollte oder nicht, weiß ich nicht. Ich bin mir auch nicht wirklich sicher, ob wir dieses Ladenetz in dieser flächendeckenden Form auch wirklich brauchen. Wenn ich einmal von Reichweiten von 150 Kilometern ausgehe und die durchschnittliche Fahrweite in Deutschland gegenüberstelle (60% unter 5 Kilometer, 78 Prozent fahren werktags immer unter 80 Kilometer), braucht man theoretisch kein flächendeckendes Ladenetz. Ausnahme sind vielleicht Mehrfamilienhäuser und Autobahnen. Allerdings muss man hier natürlich die technische Komponente betrachten, dass man hier eher Schnelllader braucht…

      Und ich persönlich glaube, dass wir durch die Kostendegression von Solarmodulen und Stromspeichertechnologie, usw. bald Strom billiger selbst produzieren können als wenn wir ihn bei Stromversorgern erwerben. Und dann ist die Haushaltssteckdose in der Garage nochmal attraktiver als die öffentliche Ladesäule. ;-)

      Gruß,
      Martin

      Antworten
      • Felix Schneider

        Sehr geehrte Damen und Herren,

        ich verfasse zur Zeit eine Arbeit zum Thema eines internationalen Vergleichs der Förderprogramme zur Diffusion von Elektromobilität.
        Dabei bin ich auf Ihren Artikel
        „Förderung von Elektroautos – eine weltweite Übersicht“ gestoßen.

        Können Sie mir die Quelle der Daten nennen und mitteilen, wo ich eventuell detailliertere Infos finden kann?

        Danke und viele Grüße
        Felix Schneider

        Antworten
        • Martin Randelhoff

          Hallo Herr Schneider,

          in der im Artikel verlinkten Exceldatei finden sich Links zu den jeweiligen Quellen: http://j.mp/xg1mNy

          Des Weiteren arbeite ich zur Zeit an einer Aktualisierung dieses Artikels, der allerdings noch zwei Wochen dauern dürfte.

          Viele Grüße,
          Martin Randelhoff

      • Sören

        Hallo Martin,

        da hast du natürlich Recht – wer pendelt, pendelt schon so unter 150km am Tag :)
        Und wer viel mit dem Auto unterwegs ist kann sicher „zwischenladen“…
        Am attraktivsten ist da sicher die Haussteckdose :D

        Gruß

        Antworten
  5. Jens

    Bei den Vergünstigungen für Elektroautos hängt Deutschland den anderen Ländern noch sehr hinterher. Desweiteren halte ich die Lösung „E-Autos dürfen die Busspuren nutzen“ nicht gerade für ein starkes Verkaufsargument. Es müssen einfach viel mehr Stromtankstellen her. Wir Deutschen sind in diesem Punkt einfach Gewohnheitstiere. Lieber wissen wir wo die nächste Tankstelle zu finden ist, als noch stunden nach einer zu suchen. Zuhause tanken ist natürlich Luxus, aber wer kann sich den heut schon leisten?

    Antworten
  6. Konstantinos Kostis

    Wir haben nun schon eine Weile das Jahr 2014, es gibt den BMW i3, den Smart ED, die VW e-up! und e-Golf, aber keine neue Förderung durch die Bundesregierung weit und breit. Wäre interessant, wie die Zulassungszahlen sich weiter entwickelt haben. Woher die Bundesregierung ihr Gottvertrauen nimmt so auf 1 Million Elektroautos in D bis 2020 zu kommen, ist mir nach wie vor schleierhaft.

    Antworten
  7. Stefan

    Eine super Aufstellung, leider schon gut 130 Wochen alt. Gibt es etwas Aktuelleres? Danke für einen Hinweis.

    Antworten

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