Vorab-Bemerkung: Es gab leider sehr große Verwirrung über die Zukunft der Mülheimer Straßenbahn. Die WAZ hatte online einen Artikel mit der Überschrift „Warum Mülheim als erste Großstadt in Deutschland seine Straßenbahnen abschaffen will“ veröffentlicht. Auf Twitter kam es danach zu einer starken Diskussion. Zum einen ist Mülheim keineswegs die erste Großstadt, die ihre Straßenbahn eingestellt hat. Hinzu kommt, dass der Mülheimer Stadtrat gar nicht über die Einstellung der Straßenbahn abgestimmt hat. Vielmehr ging es um die Anschaffung zwanzig neuer Straßenbahnen, die veraltete und maximal noch zwei Jahre lang nutzbare Straßenbahnen ersetzen sollen. Der Fortbestand der Straßenbahn ist laut Mülheimer VerkehrsGesellschaft mbH (MHVG) stark von der Neubestellung abhängig, da die Ersatzinvestitionen keineswegs aufschiebbar seien. Sollten die Straßenbahnen nicht beschafft werden können, bedeutet dies defacto eine Einstellung der Straßenbahnbetriebs.
Am Ende hat der Mülheimer Stadtrat den Kauf von zehn neuen Straßenbahnen für 28 Millionen Euro genehmigt. Über die Halbierung der Bestellung wird vermutlich mittelfristig eine Reduktion des Straßenbahnangebots begründet.
Das neue Mülheimer Ziel lautet nun: „Wo immer möglich und wo es ohne Angebotsverschlechterung für den Bürger möglich ist, soll mittelfristig der Bus die Bahn ablösen.“
Letztendlich hat die Argumentation des Stadtkämmerers und der Geschäftsführer der Beteiligungsholding für einen schienenfreien ÖPNV und die entsprechenden Meldungen in der Presse große Verwirrung hervorgerufen. Auch ich bin gestern Vormittag auf die Falschmeldung hereingefallen. Dafür möchte ich um Entschuldigung bitten.