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Wie Dresden versucht, die Notwendigkeit einer Umweltzone zu verhindern

Wie Dresden versucht, die Notwendigkeit einer Umweltzone zu verhindern

Alles Wissenswerte zum Thema Luftverschmutzung durch den Verkehr, Feinstaub, Luftreinhaltepläne und Umweltzonen finden Sie in unserem Dossier.

In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden leben etwa 530.000 Einwohner. Davon waren im Jahr 2009 etwa 29.000 Bürger von Grenzwertüberschreitungen von Feinstaub und/oder Stickstoffdioxid betroffen.

Zum Schutz der Bürger und der lokalen Wirtschaft hat sich Dresden entschlossen, statt einer Umweltzone ein umfangreiches Maßnahmenpaket zu entwickeln. Diese Entscheidung ist mit einigen Herausforderungen verbunden und erfordert ein hohes Maß an Engagement und Handlungswillen bei allen Akteuren.

Der sogenannte „Dresdner Weg“ in der ist äußerst spannend und interessant. Dresden ist eine der wenigen Städte, die nicht den „einfachen“ Weg einer Umweltzone, deren Effekt nicht immer eindeutig und nachhaltig ist, geht. So soll durch die Maßnahmen das Verkehrsverhalten der Dresdnerinnen und Dresdner nachhaltig beeinflusst werden. Eine Umweltzone soll erst als letzte mögliche Maßnahme aktiviert werden. Ich persönlich bin sehr gespannt, ob die aufgestellten Maßnahmen ausreichend zur Einhaltung der Grenzwerte sind.

Die Problematik

An der Messstation Dresden Bergstraße wurde 2009 an 54 Tagen der Grenzwert für Stickstoffdioxid (Jahresmittelgrenzwert 2010: 40)und an 42 Tagen der PM10-Wert (Jahresmittelgrenzwert 2010: 35) überschritten. Am Schlesischen Platz (Bahnhof Neustadt) kam es zu 37 Überschreitungen des PM10-Grenzwerts. Aus diesem Grund muss die Stadt Dresden Maßnahmen zur Verbesserung der Luftreinheit ergreifen.

An der Bergstraße verursachen die Kfz-Verkehrsemissionen mit 71 % den größten Beitrag zur NOx Belastung. Beim Feinstaub beträgt der Ferneintrag an dieser Messstation 61 Prozent, der Kfz-Verkehr verursacht etwa 26 Prozent der . Am Schlesischen Platz stammt 55% der NOx-Belastung vom Verkehr, bei den Partikeln sind es 22 Prozent (Ferneintrag: 59%).

Da die Grenzwerte in Dresden überschritten waren / werden, muss die Behörde gemäß § 47 Abs. 1 BImSchG einen Luftreinhalteplan oder einen Plan für kurzfristig zu ergreifende Maßnahmen nach § 47 Abs. 2 BImSchG erstellen.

Um die Grenzwerte einzuhalten, sollen die NOx-Werte an der Bergstraße um mindestens 25 Prozent und die Feinstaubwerte sowohl an der Bergstraße als auch am Schlesischen Platz um bis zu 7 µg/m³ PM10 , um auch bei ungünstigen Wetterverhältnissen die Grenzwerte einhalten zu können.

Bei den kleineren Feinstaubpartikeln (PM 2,5) erfüllt Dresden bereits heute den zu erwartenden Grenzwert von maximal 25 Überschreitungstagen im Jahr.

Ein in Deutschland recht gern genutztes Mittel ist die Einführung einer Umweltzone. Diese hätte in Dresden Kosten für die Beschilderung in Höhe von rund 200.000 Euro verursacht. Der Stadtrat hat sich jedoch dafür entschieden, Luftreinhaltemaßnahmen zu ergreifen, die auch Umweltzone die Einhaltung der Grenzwerte ermöglichen sollen.

Im Allgemeinen sind für Luftschadstoffe vier Emittenten verantwortlich:

  • Industrie (Großfeuerungsanlagen, sonstige Emissionserklärungspflichtige Anlagen),
  • Feuerungen in Haushalten (Hausbrand) und bei Kleinverbrauchern (Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und übrige Verbraucher),
  • Verkehr (Straßen-, Luft-, Schiffs- und ) und
  • Landwirtschaft (Pflanzenbau, Tierhaltung).

Hinzu kommen noch zusätzliche Feinstaubbelastungen durch Baumaßnahmen, die in Dresden nicht selten sind.

Einen Überblick über die Belastungen geben die folgenden Karten:

Da die Grenzwerte in Dresden überschritten waren / werden, muss die Behörde gemäß § 47 Abs. 1 BImSchG einen Luftreinhalteplan oder einen Plan für kurzfristig zu ergreifende Maßnahmen nach § 47 Abs. 2 BImSchG erstellen. (Download des Luftreinhalteplans)

Ich möchte nun interessante Teile des Luftreinhalteplans hier vorstellen.

Ursachenanalyse im Verkehrssektor

Für die effektive Anwendung von Luftreinhaltemaßnahmen ist es zunächst notwendig, ein klares Bild über die Emissionsquellen zu gewinnen. Im nachfolgenden möchte ich mich auf den Verkehr beschränken.

2008 erfüllten bei den Diesel-PKW ca. 48 % die Euro 4-Norm oder besser. Für die PKW mit Benzin, Gas- oder sonstigem Antrieb lag diese Zahl bei ca. 39 %. Etwa ein Prozent aller in Dresden zugelassenen Fahrzeuge hatten keine Schadstoffreduzierung.

Bei schweren Fahrzeugen wie Bussen oder LKW waren die Werte leider schlechter. Etwa 22 Prozent aller Busse erfüllten 2008 die Schadstoffklasse 4 oder besser, bei den LKW bis 3,5 t waren es ca. 11%, den LKW bis 12 t 16 % und den LKW > 12 t 28%. Mehr als 50 Prozent aller Sattelzugmaschinen erreichten zudem Schadstoffklasse 4 oder besser. Bereits hier ist zu erkennen, dass im Güterverkehr und im ÖPNV ein Handlungsbedarf existierte. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Schwerlastverkehr die Feinstaubbelastung durch Aufwirbelung stark mitbestimmt.

In Dresden sind etwa 74% der NO Gesamtemissionen und ca. 55 % bis 63 % der PM -Gesamtemissionen (abhängig von der Messstelle) sind auf den Kfz-Verkehr zurückzuführen.

Maßnahmen

Die Landeshauptstadt Dresden hat in Zusammenarbeit mit den Bürgern und der lokalen Wirtschaft ein Maßnahmenpaket entwickelt, dass vor allem verkehrsplanerische und verkehrsorganisatorische Maßnahmen umfasst. Teil des Programms ist auch eine freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft, ihren Teil beizutragen.

Insgesamt besteht der Maßnahmenkatalog aus 51 Einzelmaßnahmen. Für die Bewertung empfehle ich vorab die Lektüre des Artikels „Anstatt einer Umweltzone: 45 Maßnahmen für bessere Luft in den Städten und weniger Emissionen im Verkehr„. Diese sind wie folgt gegliedert:

19 neue Maßnahmen des Luftreinhalteplans 2011 und einer Umweltzone als alternative Maßnahme, falls das Maßnahmenpaket nicht die gewünschte Wirkung zeigt

  • Grundsatz der Verkehrsplanung: Verbesserung der ÖPNV-Reisegeschwindigkeit ohne das erreichte Niveau des MIV zu beeinträchtigen.
  • flächendeckende Bewirtschaftung des öffentlichen Parkraumes innerhalb des 26er Ringes (= gesamter Innenstadtbereich)
  • Verlegung der Bundesstraßen aus dem Stadtgebiet
  • Durchfahrtsverbot für LKW von mehr als 3,5 Tonnen (Ausnahme: Lieferverkehr und Wohnmobile)
  • Beschleunigung der Entwicklung von Logistikkonzepten zur Optimierung von Güter- und Transportverkehren im gesamten Stadtgebiet, Teilprojekt Theater- und Krankenhauslogistik (Güterstraßenbahn?)
  • Verkehrsberatung der Unternehmen durch Gründung eines Mobilitätsteams der Stadtverwaltung Dresden
  • Ausweitung des Jobtickets. Zwischen 2011 und 2015 sollen 8.000 neue Kunden gewonnen werden. Schwelle für die Rabattgewährung sinkt von 100 Mitarbeiter auf 30.
  • Förderung von Parken+Mitnehmen (Ridesharing) durch die Anlage von Pendlerparkplätzen und einer Informationskampagne
  • Rabattierung von ÖPNV-Tickets für Inhaber der Dresden Card bzw. bei Einkaufen in einem Einkaufszentrum
  • Festlegung einer Maximalgeschwindigkeit von 100 km/h auf der Bundesautobahn A 4 in Stadtgebietsnähe
  • Aufgaben der Wirtschaft, zu denen sie sich verpflichtet hat:
    • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen zum Umstieg auf Verkehrsmittel des Umweltverbundes angehalten werden: Anbieten des Jobtickets, Bewirtschaftung von Mitarbeiterstellplätzen, Bereitstellen von Fahrradständern und Umkleidekabinen
    • Bei Auftragsvergabe durch die Wirtschaft im Stadtgebiet von Dresden werden nur Bieter berücksichtigt, deren Fahrzeuge die Norm einer grünen Plakette oder eine gleichwertige Norm erfüllen.
    • Beschleunigte Modernisierung der Nutzfahrzeugflotte: Dazu sollen bis 2011 63 % und bis 2015 85 % der Fahrzeuge berechtigt sein, die grüne Plakette zu tragen.
    • Ein verstärktes Baustellenmanagement und eine optimierte führen zur Reduzierung unnötiger Verkehre und zur nachhaltigen Verbesserung der Luftqualität.
  • Schaffung kurz- und mittelfristiger Projekte für eine schnellere Entwicklung der Elektromobilität in Dresden
  • Verstetigung des Verkehrsflusses durch und die Anwendung einer Grünen Welle,  Beschleunigung der Umsetzung des Radverkehrskonzeptes innerhalb des 26er-Ringes, Beschleunigung der geplanten Modernisierung und des Ausbaues des Dresdner Straßenbahnnetzes (je nach Finanzlage), Vollständige Umsetzung des LKW-Leitsystems und des LKW-Führungskonzeptes, vor allem das statische LKW-Leitsystem.
  • Reduzierung des Kfz-Verkehrs im Nahbereich der Loschwitzer Brücke (Blaues Wunder) verbunden mit einer Förderung der Verkehrsarten des Umweltverbundes: Lenkung des Verkehrs in Richtung Waldschlösschenbrücke durch Anpassung der LSA-Schaltungen, Förderung attraktiver Radverkehrsverbindungen

Fortführung von 16 bereits vor der Erstellung des Luftreinhalte- und Aktionsplanes 2008 durch die Landeshauptstadt Dresden beschlossenen Maßnahmen

  • Erneuerung / Modernisierung der SPNV-Fahrzeugflotte
    • 2007 wurden neue Doppelstockwagen im S-Bahn- Netz eingesetzt
    • für 2010/2011 ist der Einsatz neuer Triebfahrzeuge im S-Bahn-Netz bzw. neuer Fahrzeuge auf der Saxonia-Linie (Dresden-Leipzig) geplant
  • Modernisierung Straßenbahn- und Busflotte
    • Stadtbahnflotte ausschließlich mit Niederflurfahrzeugen im Normalbetrieb (erste in den neuen Bundesländern)
    • seit 2007 erfolgt nur noch die Beschaffung von Bussen mit EURO 5 oder EEV
    • PLAN: Ablösung des EURO 3 Fahrzeugs ohne Partikelfilter bis 2015
    • seit Januar 2007 Einsatz von 2 Serienhybridbussen im Liniennetz; im Jahr 2011 erfolgt die Beschaffung weiterer 13 Niederflurgelenk-Hybridbusse (18 m) und 3 Niederflurstandard-Hybridbusse (12 m).
  • Ausweisung/Anlage einer Ost-West-Achse sowie einer Nord-Süd-Achse für den Fahrradverkehr durch das Dresdner Stadtzentrum; weitere Sofortmaßnahmen zur Beseitigung von infrastrukturbedingten Behinderungen
  • Ertüchtigung des Straßennetzes: Neubau 3 km, Grundhafter Ausbau: 65 km, Deckschichterneuerung: 14 km
  • Komplette Umsetzung des 2001 beschlossenen P+R-Konzeptes und Fortschreibung im Kontext der Raum-Zeit-strukturellen Entwicklung der Region
    • Stand September 2010: acht Park-&-Ride-Anlagen mit 550 Stellplätzen
    • 2011: Realisierung P+R-Anlagen in Langebrück mit 53 Stellplätzen und in Weixdorf/Bad mit 28 Stellplätzen
  • Ausbau und Modernisierung des S-Bahn-Netz
  • Ausbau und Modernisierung des Bus- und Straßenbahnnetzes
  • Fahrradverkehrskonzept für Dresden auf der Basis der Ergebnisse des europäischen Projektes UrBike (darin eingeschlossen: Schaffung von 1.000 neuen Fahrradbügeln in der Stadt)
  • Ausweitung eTicketing
  • Entwicklung neuer Nutzungskonzepte für die Güterstraßenbahn
  • – Sofortmaßnahmen zur Beseitigung von verkehrsorganisatorisch bedingten Behinderungen: Durchfahrmöglichkeiten am Ende von Sackgassen für die Fahrradnutzerinnen und den Fahrradnutzer, Öffnung von Einbahnstraßen in die Gegenrichtung für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer
  • : Minderung des Suchverkehrs, unterlegt mit örtlich bezogenen Einzelkonzepten
  • Konsolidierung des Dresdner Straßennetzes: Schutz der Wohngebiete durch Geschwindigkeitsbeschränkungen, Herausnahme des Schwerlastverkehrs und Fahrbahnsanierung
  • Lärmminderungsplan für das Sanierungsgebiet Hechtviertel: Schutz der Wohngebiete durch Geschwindigkeitsbeschränkungen, Herausnahme des Schwerlastverkehrs und Fahrbahnsanierung
  • Mobilitätsmanagement: Aufstellung von Mobilitätsplänen in Unternehmen, Verwaltungen, Schulen, Freizeiteinrichtungen usw.. Zusammenstellung eines Mobilitätsteams der Stadtverwaltung Dresden, die den Prozess des Mobilitätsmanagements insgesamt befördern soll.
  • Effizienz räumlich-städtebaulicher Strukturen: Fortschreibung Flächennutzungsplan und Orientierung auf eine gute Naherreichbarkeit und effektive ÖPNV-Anbindung wichtiger Ziele (Einkaufen, Freizeit, Arbeitsplätze etc.); Stichwort: „

Fortführung von 16 zusätzlichen Maßnahmen aus dem Luftreinhalte- und Aktionsplanes 2008, welche bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht umgesetzt wurden und im Ergebnis der Bilanzierung als weiterhin zu verfolgende Maßnahme eingestuft wurden

  • Einsatz besonders emissionsarmer Fahrzeuge, Verbesserung der Fahrzeugflotte
  • Weitere Erneuerung von schadhaften Fahrbahnoberflächen (Nachholbedarf: ca. 8,0 Mio. € Erhaltungsbedarf bis 2015: ca. 154,1 Mio. €)
  • Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs – Minderung MIV um 1,5%
  • Erweiterung der Straßenbahn („Stadtbahnprogramm“)
  • Aufwertung Eisenbahn
  • Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln verbessern
  •  intermodale Verknüpfung B&R / P&R
  • Start des „Intermodalen Vermittlungspunktes“
  • Erhalt / Sanierung/ Ausbau Radwege (insbesondere werden in die Planung jeder Hauptverkehrsstraße Radverkehrsanlagen einbezogen) (Sanierung von Radwegen Nachholbedarf: ca. 0,54 Mio. € Erhaltungsbedarf bis 2015: ca. 1,35 Mio. €) – Minderung MIV um 1,5%
  • Förderung des Fußgängerverkehrs durch Sanierung von Gehwegen (~1,5 Mio. €, Erhaltungsbedarf bis 2015: ca. 27,85 Mio. €) – Minderung MIV um 1,5%
  • Verstetigung des motorisierten Verkehrs unter Berücksichtigung des Vorranges des ÖPNV (ca. 0,2 Mio. € für Einführung und ca. 50.000 €/Jahr für laufende Optimierung und Anpassung)
  • Pförtnerampeln (ca. 100.000 € pro Anlage)
  • Bus- und Straßenbahnbeschleunigung, Erhöhung der Pünktlichkeit des ÖPNV (ca. 100.000 Euro / Jahr)
  • Vernetzung der Träger des ÖPNV untereinander; Entwicklung des rechnergestützten Betriebsleitsystems Oberelbe
  • Verminderung des Durchgangsverkehrs in der Innenstadt durch tangentiale Ableitung
  • Erweiterung der Parkraumbewirtschaftung
  • Lkw-Leitsystem, Lkw-Führungskonzept für etwa vier Millionen Euro
  • Förderung unternehmensbezogener Logistikkonzepte. Dadurch soll der innerstädtische Lkw-Verkehr verringert werden
  • Bei Standortveränderungen und Neuansiedlungen sind die Verkehrswirkungen und die Auswirkungen auf den ÖPNV nachzuweisen.
  • Schaffung von Alternativangeboten bei Großveranstaltungen, Ausbildung, Freizeit, Sport (hauptsächlich ÖPNV)
  • Effizienz räumlich-städtebaulicher Strukturen: Gute Naherreichbarkeit und effektive ÖPNV-Anbindung wichtiger Ziele („Stadt der kurzen Wege“)

Mit diesen selbstgewählten Maßnahmen kann Dresden beweisen, dass Luftreinhaltung auch ohne Einführung einer Umweltzone machbar ist. Die sächsische Landeshauptstadt könnte somit durchaus als Vorbild für andere Städte dienen, die nicht den Weg des geringsten Widerstandes gehen möchten und sich der Gesundheit der Bevölkerung dennoch verpflichtet fühlen. Sie kann aber auch krachend scheitern. Wirtschaft und Handwerk sowie der Stadtrat mit schwarz-gelber Mehrheit, die in anderen Städten oftmals die Einführung einer Umweltzone verhindern, können beweisen, dass sie durch ein hohes Maß an Eigeninitiative und -verantwortung die richtigen Weichen für eine bessere Luftreinhalt stellen. Die breite Unterstützung des Dresdner Wegs durch alle Parteien hinweg unterstreicht die Verantwortung, der sich die Politik bewusst ist.

Gesunde Luft hat einen direkten Einfluss auf die Gesundheit der Bürger und somit auf die Lebensqualität einer Stadt. Dies sollte für alle Akteure ausreichend Motivation sein.

Aktualisierung – 09.04.2013
Fehler verbessert. Im Dresdner Stadtrat existiert keine Mehrheit aus CDU und FDP. Der entsprechende Satzabschnitt wurde ersatzlos gestrichen!

Verfasst von:

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität. Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, Studium der Verkehrswirtschaft an der TU Dresden. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

4 Kommentare

  1. Ronald Weckesser

    Hallo Herr Randelhoff,
    bin durch Zufall bei Ihrem Artikel gelandet, sehr informativ, gefällt mir ausnehmend. Allerdings habe ich eine Frage: Sie schreiben (im vorletzten Absatz) von einer schwarz-gelben Ratsmehrheit.

    Auf Dresden.de finden ich aber:

    CDU – 23 Sitze
    LINKE – 12 Sitze
    B 90/Grünen – 11 Sitze
    SPD – 9 Sitze
    FDP – 9 Sitze
    Bürgerbündnis / Freie Bürger – 4 Sitze
    Fraktionslose – 2 Sitze

    Wie haben Sie gerechnet?

    Gruß
    R. Weckesser

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Hallo Herr Weckesser,

      Sie haben zu meinem Bedauern leider Recht. Im Dresdner Stadtrat existiert keine schwarz-gelbe Mehrheit. Der Luftreinhalteplan wurde auch von einer breiten Mehrheit im Stadtrat beschlossen.

      Diesen Fehler bitte ich zu entschuldigen und werde ich alsbald korrigieren. Ich hatte anscheinend die schwarz-gelbe Stadtregierung im Hinterkopf und habe mich dadurch ein wenig in die Irre leiten lassen.

      Nochmals vielen Dank für den Hinweis!

      Viele Grüße,
      Martin Randelhoff

      Antworten
  2. Philipp Roth

    Hallo Herr Randelhoff,
    der Luftreinhalteplan von 2011 hat einen Vorgänger aus 2008. Letzterer wurde gemeinsam vom damaligen Regierungspräsidium Dresden (RP Dresden) und der Stadt Dresden erarbeitet. Alle Maßnahmen zur Luftreinhaltung wurden von der Stadt vertreten durch die ehemalige Hauptabteilung Mobilität vorgeschlagen und ganz bewußt keine Umweltzone. Das Umweltweltamt hatte sich für eine Umweltzone stark gemacht. Warum keine Umweltzone? Man kauft sich eine grüne Plakette und ist sich aller Sorgen los, etwa wie im Mittelalter bei Johann Tetzel, der hatte Ablassbriefe verkauft. Den Wind gegen eine Umweltzone aus Richtung CDU, FDP, IHK, ADAC, Handwerkskammer u. a. wurde genutzt: wir brauchen keine Umweltzone und keinen neuen Schilderwald, wenn wir genug für den ÖPNV und die Förderung des Radverkehrs unternehmen.Das fanden die Gegner gut und nannten es Dresdner Weg. Letzteres ist falsch, denn die Idee stammt aus Aachen. Herr Hilbert hat sie als seine Idee verkauft. Das macht er öfters mit Ideen anderer Leute. Den Gegnern einer Umweltzone schwebt jetzt ein Damoklesschwert über dem Köpfen. Leider unternehmen sie kaum etwas zur Förderung umweltfreundlicher Verkehrsmittel. Dresden war eines der 15 Modellregionen zur Förderung von Mobilitätsmaßnahmen der Deutschen Energieagentur (dena); dies als Mitinitiator (!); das Projekt ist in Dresden im Sande verlaufen. Dresden war unter den 8 Gewinnern von 43 Bewerbern für den Aufbau eines Fahrradverleihsystems des Bundesverkehrsministers: eine Million Euro standen Stadt zu. Das Geld wurde nicht abgerufen!
    Da bin nicht nur ich gespannt, was aus Hilbert´s heißer Luft noch heraus kommt.

    Beste Grüße
    Philipp Roth

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Hallo Herr Roth,

      vielen Dank für Ihre Ergänzungen. Als zugezogener Dresdner ist es immer recht schwierig, den Überblick über vergangene Entscheidungen und deren Zusammenhänge zu behalten. Von daher danke ich Ihnen recht herzlich für die Hinweise.

      Per se ist der Versuch, mit Alternativmaßnahmen den MIV zu deattraktivieren, zu begrüßen. Die Wirkung einer Umweltzone ist ja auch von ihrer Ausgestaltung und Durchsetzung abhängig, hier würde ich in Dresden persönlich auch nicht allzu viel erwarten. Daher finde ich den Versuch, mit anderen Maßnahmen, welche die Struktur und den Verkehrsablauf positiv beeinflussen könnten, richtig. Egal, ob es sich um dabei um den Dresdner oder den Aachener Weg handelt.

      Der politische Wille und die entsprechenden Planungen müssen nur konsequent umgesetzt werden. Über die Geschichte mit dem öffentlichen Fahrradverleihsystemen ärgere ich mich persönlich auch. Generell macht Dresden eine sehr inkonsequente „(Rad)verkehrspolitik“. Der Spaß mit der Augustusbrücke hat ja auch eben erst begonnen…

      Viele Grüße,
      Martin Randelhoff

      Antworten

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