In dem 2014 von Gössling und Cohen publizierten Paper “Why sustainable transport policies will fail: EU climate policy in the light of transport taboos” wird die Existenz sogenannter Verkehrstabus in den Raum gestellt, die auf politischer Ebene aus Furcht vor den Konsequenzen nicht artikuliert und angegangen werden. Zu den Tabus soll unter anderem ein industriegeführter Diskurs zählen, bei dem eine Dekarbonisierung des Verkehrssektors alleine auf der Grundlage technologischer Innovationen erfolgen soll. Diese Fokussierung kann im Zusammenhang mit stark verzerrten Beiträgen zum Verkehrsaufkommen gesehen werden, wobei die mobilsten Eliten direkt oder indirekt an der politischen Entscheidungsfindung beteiligt sind oder sogar dafür zuständig sind. Hochmobile Reisende sind auch diejenigen, die sich besonders zögerlich zeigen, ihren hypermobilen Lebensstil aufzugeben, während marktbasierte Maßnahmen paradoxerweise vor allem weniger mobile Menschen zwingen können, ihr Verkehrsverhalten zu ändern. Politische Entscheidungsträger werden von verschiedenen Interessengruppen beeinflusst, die erhebliche Anstrengungen unternehmen, ein Verständnis dafür zu schaffen, dass jede Mobilität gut sei...
Martin Randelhoff
Herausgeber Zukunft Mobilität.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Fachgebiet Verkehrswesen und Verkehrsplanung an der Fakultät Raumplanung der Technischen Universität Dortmund.
Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.
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Die Medienwerkstatt Franken berichtet in der halbstündigen Dokumentation "Mobilität anders denken - Von der autogerechten zur menschengerechten Stadt" ganzheitlich über das spannende Thema Mobilität und dem aktuellen Wandel in der fränkischen Großstadt Nürnberg mit ihren 520.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.
Die Verlagerung des Fernbahnhofs Hamburg-Altona nach Diebsteich wird weiterhin kontrovers diskutiert. In seinem Film beleuchtet Gustav Richard die heutige und zukünftige Infrastruktur rund um Altona und beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie die gezeigten Probleme mit dem Ersatz des Kopf- durch einen Durchgangsbahnhof gelöst werden können.
Die verschiedenen Verkehrsarten zeichnen sich durch unterschiedliche Eigenschaften wie Flexibilität, Leistungsfähigkeit, Kosten, Verfügbarkeit, Infrastrukturanforderungen, usw. aus. Die folgende Tabelle gibt eine Auswahl von Leistungsparametern für den Fußverkehr, Radverkehr, Pkw-Verkehr, ÖPNV (Bus, Straßenbahn, Stadtbahn, Metro), Zug und Seilbahnen an.
Die Niederlande gelten gemeinhin als Fahrradland. Dass es jedoch auch ein Land ist, in dem die Pkw-Fahrleistung und die Stauzeiten stetig zunehmen, ist wenig bekannt. Was könnten die Gründe für diese Entwicklung sein?
Das Klimaschutzprogramm 2030 skizziert die Strategien und Maßnahmen, mit denen die Bundesregierung die gesetzten Reduktionziele des Jahres 2030 erreichen möchte. Diese setzt auf eine Kombination aus Anreizen und einer CO2-Bepreisung, welche jedoch aufgrund des niedrigen Preisniveaus keine ausreichende Lenkungswirkung entfalten wird. Betrachtet man die vorgesehenen Maßnahmen eingehender, wird klar, dass diese nicht ausreichen, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Einziger Lichtblick sind das Entstehen einer höheren Verbindlichkeit, eines Monitoring-Prozesses und einer grundlegenden Architektur, die nun mit ambitionierterem Handeln gefüllt werden muss.
Hin und wieder werden Gedankenspiele betrieben, digital gesteuerte bedarfsorientierte Shuttle-Systeme als Zubringer zu ÖPNV-Achsen einzusetzen. Durch Leistungseinsparungen in der Fläche soll das Angebot auf der beschleunigten Achse verdichtet werden. Die zurückgenommene Erschließungsfunktion soll durch On-Demand-Angebote übernommen werden. Erste Beispiele aus den USA zeigen jedoch eine geringe Nachfrage nach diesen Zubringerdiensten. Daniel Reck und Kay Axhausen (ETH Zürich) weisen in einem Konferenzpaper nun auf die Frage des Umsteigewiderstands und einer daraus folgenden konzeptionellen Schwäche hin.
Für den Einsatz erneuerbaren Stroms im Verkehrssektor stehen mehrere Technologien zur Verfügung: der direkt-elektrische Antrieb, der Brennstoffzellenantrieb und der Verbrennungsmotor in Kombination mit synthetischen flüssigen oder gasförmigen Kraftstoffen (PtL, PtG). Jede einzelne dieser Antriebsarten weist je nach Einsatzgebiet generelle wie spezifische Vor- und Nachteile auf. Diese erstrecken sich von der Nutzung und dem damit einhergehenden Komfortgrad insbesondere auf unterschiedliche Kosten, Energiebedarfe, Energieeffizienzniveaus, Infrastrukturanforderungen und Rohstoffbedarfe sowie Wirkungen auf das Energiesystem. Dieser Artikel stellt die spezifischen Vor- und Nachteile der einzelnen Technologiepfade vor und stellt sie gegenüber.
Das was wäre-wenn-Magazin, das Online-Magazin der Initiative Offene Gesellschaft, beschäftigt sich mit der Frage Was wäre, wenn öffentlicher Personenverkehr kostenlos wäre? In diesem Rahmen habe ich ein Doppelinterview mit Prof. Heiner Monheim, deutscher Verkehrswissenschaftler und Geograph, und dem Zukunftsforscher Lars Thomsen, Gründer des Think Tanks Future Matters, über Werte und Wertigkeiten, Wirkung von und Umgang mit Technik sowie weiteren wichtigen Fragen zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Mobilität geführt. Des Weiteren habe ich mir eine Modellierung des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrt (DLR) über die Wirkungen eines Nulltarifs auf den Nahverkehr näher angesehen.
Amsterdam wird ab 2019 die Zahl der Anwohnerparkberechtigungen im Zentrum um jährlich 1.500 reduzieren. Diese werden nicht mehr vergeben. Dadurch könnten bis 2025 bis zu 11.200 Parkplätze entfernt und durch breitere Gehwege, Straßengrün und Radwege ersetzt werden.











