Beim direkten Vergleich verschiedener Verkehrsmittel, schneidet das Auto oftmals überdurchschnittlich gut ab. Dies hat vor allem etwas mit dem subjektiven Eindruck zu tun.
Viele Autofahrer sind sich über die wahren Kosten ihres Automobils pro Kilometer nicht im klaren. Viele Menschen assoziieren den Preis pro Liter Benzin / Diesel mit den Kosten eines Kilometer Autofahrt. Dies ist aber falsch. Hinzugerechnet müssen noch der kilometerabhängige Wertverlust, Instandhaltungsaufwand, Steuern, Versicherung, etc.
Ich möchte die wahren Kosten eines Kilometers Autofahrt an einem Beispiel darlegen. Zugegebenerweise muss ich allerdings etwas tricksen, da oftmals die notwendigen Daten in der von mir benötigten Form nicht zur Verfügung stehen. Des Weiteren muss ich hier stark mit Mittelwerten arbeiten, es kann also zu einer Abweichung kommen.
Laut AXA Verkehrssicherheits-Report 2009 1 liegt der Mittelwert der pro Jahr in Deutschland gefahrenen Kilometer bei 18.693 km. Das durchschnittliche Alter eines PKW betrug 2010 8,1 Jahre 2. Im Schnitt wird ein Fahrzeug in Deutschland mit etwa zwölfeinhalb Jahren außer Betrieb gesetzt, d.h. entweder verschrottet oder ins Ausland verkauft. Daher ergibt sich eine durchschnittliche Laufleistung eines in Deutschland gefahrenen PKW von 235.141 Kilometern (siehe auch Wertverlust).
Für meine Beispielrechnung habe ich den VW Golf VI Comfortline 1,2 l TSI mit 63 kW (85 PS), 1197 cm³ Hubraum und 5-Gang Getriebe für 19.995 Euro ausgewählt. Der fiktive Kauf fand am 1.1.2011 statt.
Unser Beispielauto: der VW Golf VI Comfortline 1,2 l TSI
Wertverlust
Den Wertverlust des PKW kann man sowohl zeit- als auch kilometerabhängig berechnen. Im Jahr 2007 wurden Fahrzeuge im Durchschnitt in einem Alter von 9,7 Jahren “außer Betrieb gesetzt”, d.h. entweder vorübergehend stillgelegt, verschrottet oder ins Ausland verkauft. Um den Anteil der nur kurz durch Autohäuser o.ä. stillgelegten Fahrzeuge aus dieser Grundgesamtheit herauszurechnen, werden diejenigen Fahrzeuge wieder abgezogen, die innerhalb von 18 Monaten wieder zugelassen worden sind.
Somit ergibt sich für Deutschland ein durchschnittliches Alter, in dem Fahrzeuge durch neue ersetzt werden, von 12,4 Jahren (2007). Im Jahr 2008 lag dieser Wert bei 12,3; im Jahr 2006 bei 12,7. 3.
Bei einem Alter von 12,4 Jahren und einer durchschnittlichen jährlichen Fahrweite von 18.963 Kilometer wird ein Fahrzeug mit einer Laufleistung von etwa 235.141 Kilometern außer Betrieb gesetzt. Der Restwert wird mit 0 Euro angesetzt.
Somit erleidet der VW Golf pro gefahrenen Kilometer einen Wertverlust von 0,085 Euro.
Steuern
Die Steuer des VW Golf wird nach den neuen Kfz-Steuerregeln berechnet. Die Höhe der jährlichen Steuerlast errechnet sich aus einem festgelegten Eurobetrag pro angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum plus einem Eurobetrag für jedes Gramm CO2 oberhalb einer Untergrenze von 120 Gramm pro Kilometer. Im Falle von Dieselfahrzeugen wurde im Kfz-Gesetz die Summe von 9,50 Euro, bei Ottomotoren ein Wert von 2,00 Euro pro 100 Kubikzentimeter festgelegt. Laut dem neuen Gesetzestext zahlen Autofahrer mit besonders emissionsarmen PKW, die nicht mehr als 120 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, keinen Emissionszuschlag. Darüber hinaus wird jedes weitere Gramm jedoch mit 2,00 Euro veranschlagt. In den folgenden Jahren bis zum Jahr 2014 soll der steuerfreie Grenzwert für Neuzulassungen weiter abgesenkt werden, auf nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer.
Gemäß Datenblatt emittiert der VW Golf in dieser Ausstattungsvariante 129 g/km CO2, liegt also über dem Grenzwert von 120 Gramm pro Kilometer. Daher errechnet sich eine Kfz-Steuer von 42€ pro Jahr, davon sind 18€ aufgrund der CO2-Emissionen. Diese Steuer steigt 2012 auf 62€, davon 38€ aufgrund der CO2-Emissionen und 2014 auf 92€ (68€ CO2-abhängig).
Daher ergibt sich für das Jahr 2011 eine Steuerlast von 42€, für das Jahr 2012 / 2013 eine Steuerlast von 62€ und für die Jahre 2014 – 20xx eine Steuerlast von jeweils 92€. Für den Zeitraum von 8,1 Jahren ergibt sich folglich eine Gesamtsteuerlast in Höhe von 1.030,80€.
Aufgeteilt auf 235.141 Kilometer ergibt sich somit ein steuerinduzierter Kostenanteil von 0,004€ (~1 Cent) pro Kilometer.
Versicherung
Die Berechnung der Versicherungsbeiträge kann leider nur sehr näherungsweise erfolgen, da diese vom Alter des Fahrzeugführers, der Schadenfreiheitsklasse, dem gewählten Tarif, vom jeweiligen Zulassungsort (Regionalklassen) etc. abhängig sind und man diese Variablen leider nur sehr schwer verallgemeinern kann. Für mein Beispiel habe ich für die Haftpflichtversicherung eine Schadensfreiheitsklasse SF 3 – 70% und für die Vollkaskoversicherung (500,00 € Selbstbeteiligung) eine SF 4 – 70% gewählt.
Der günstigste Tarif betrug 611,37 € pro Jahr. Ich weiß, dass dieser Tarif für eine Autoversicherung relativ günstig ist, aber ich werde ihn dennoch verwenden. Wer eine höhere Versicherungsprämie verwenden will, muss einfach seine Prämie mit 12,4 (durchschnittliche Nutzungsdauer eines Pkw in Deutschland) multiplizieren und durch 235.141 km (durchschnittliche Laufleistung) dividieren.
Für unseren Golf ergeben sich somit kilometerabhängige Versicherungskosten von 0,033 Euro.
Instandhaltungsaufwand
Laut Deutschem Kraftfahrzeuggewerbe betrug der Wartungsaufwand pro Pkw in Deutschland im Jahr 2009 durchschnittlich 228 Euro. 4 Dieser Wert war in den letzten Jahren relativ konstant, sodass ich ihn auf 12,4 Jahre hochrechnen kann. Aufwendungen für Instandhaltung in Höhe von 2827,20 € auf 12 Jahre erscheinen mir sehr moderat. Pro Kilometer ergeben sich somit Kosten in Höhe von 1,2 Cent.
Die genaue Ermittlung der Instandhaltungskosten ist jedoch nur schwer zu normieren. Im ÖPNV-Bereich wird bei der Berechnung der Instandhaltungskosten u.a. das Vorhandensein optimierter Instandhaltungsprozesse, On-Board-Diagnose, etc. vorausgesetzt.
Generell hängen die Instandhaltungskosten eines Fahrzeugs von der Antriebstechnologie und der Kraftstoffart, dem Alter, der gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeit, der Jahreslaufleistung, technischen Aufschlagfaktoren (u..a. für Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Abgasnachbehandlungssystemen, etc.) und dem Fahrzeugalter ab. Hinzu kommen noch die Kosten der Werkstatt bzw. der Stundenlohn des Werkstattmitarbeiters von etwa 60 bis 80 Euro/h.
Bei der hier vorliegenden Berechnung ist auch zu beachten, dass das hier vorgestellte Fahrzeug mit einer höheren Laufleistung günstiger ist als mit einer geringen. Dies ist auf den ersten Blick auch verständlich, verteilen sich die Fixkosten auf mehr Kilometer. In Realität wird durch die höhere Fahrleistung allerdings auch der Verschleiß zunehmen, was früher größere Reparaturen notwendig macht. Bei einer hohen Fahrleistung sollten daher eher sprungfixe Kosten statt Fixkosten angesetzt werden.
Beispiel: Die durchschnittliche Laufleistung von Pkw-Reifen wird bei Reifen.de mit 70.000 km angegeben. Fahre ich 50.000 Kilometer im Jahr muss ich bei ausschließlich zeitabhängiger Betrachtung die Reifen somit bereits im 2. Jahr tauschen und somit über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeuges sechs Mal. Bei einer Fahrleistung von 25.000 Kilometern je Jahr müssen die Reifen erst im 3. Jahr getauscht werden. Über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeuges somit nur vier Mal.
Bei größeren Schäden wie einem Motor- oder Getriebeschaden liegen die Kosten natürlich weit über den hier angegebenen, können aber aufgrund ihrer großen Unsicherheit bzgl. Eintreten und Höhe nicht mit in die Rechnung aufgenommen werden.
Technische Untersuchungen
Haupt- und Abgasuntersuchung müssen bei Pkw das erste Mal nach 36 Monaten und danach im 24-Monats-Rhythmus durchgeführt werden. Bei einem 12,4 Jahre alten Fahrzeug müssen HU und AU somit 5 Mal durchgeführt werden.
Die Hauptuntersuchung (HU) nach§ 29 StVZO kostet derzeit 52,50 Euro. Hinzu kommt die gleichzeitig durchzuführende Abgasuntersuchung, die zwischen 22,90 Euro (ohne Katalysator) bis 35,00 Euro für Diesel-Pkw kostet. Für den in diesem Beispiel betrachteten VW Golf VI Comfortline 1,2 l TSI mit geregeltem Katalysator kostet die Abgasuntersuchung 27,25 Euro.
Da unser Fahrzeug natürlich immer in einem tolen Zustand ist entfallen Nachuntersuchungen.Â
Umgelegt auf die Gesamtnutzungsdauer von 12,4 Jahren entstehen somit Kosten in Höhe von 5 x (52,50€+27,25€) = 398,75 Euro. Umgelegt auf unsere Laufleistung betragen die HU/AU-Kosten je Kilometer somit 0,00169 Euro.
Kraftstoffkosten
Laut Volkswagen benötigt unser Golf 7,0 Liter auf 100 Kilometer innerorts und 4,6 Liter / 100 km außerorts. 70% aller Fahrten mit dem Golf erfolgen innerorts und 30% der Fahrten außerorts. Der kombinierte Verbrauch liegt somit bei 6,28 Liter auf 100 Kilometer. Der durchschnittliche Benzinpreis für ein Liter Super Plus lag laut ADAC im Jahr 2011 bei 1,522 €. Der Treibstoff für 100 Kilometer kostete somit 9,56 € oder pro Kilometer bei 0,0956 €.
Da der Benzinverbrauch real eher bei 7,1 Litern auf 100 Kilometer als bei 6,2 Litern liegen dürfte, ergeben sich Treibstoffkosten auf 100 Kilometer in Höhe von 1081€. Umgerechnet auf einen Kilometer entspricht dies 0,1081 Euro.
Somit ergibt sich ein Zwischenwert von 0,2497 Cent für einen Kilometer Autofahrt (100 km = 24,97€)
Dieses Ergebnis können wir theoretisch noch weiter den realen Gegebenheiten anpassen:
Kosten für den Autokredit bzw. kalkulatorische Zinsen
Nehmen wir an, dass wir das Auto nicht vollständig aus Eigenkapital finanzieren, sondern einen Kredit aufnehmen müssen. Diesen nehmen wir zunächst für die Hälfte des benötigten Kapitals – also 10.000€ – auf. Die Laufzeit wird auf 36 Monate festgelegt. Damit erreichen wir bei den gängigen Autokreditanbietern einen nominalen Zins von 5 – 6 Prozent p.a. Aus Vereinfachungsgründen rechne ich mit einem nominalen Zinssatz von 5,50% (Mittelwert).
Bei einer monatlichen Rückzahlung in Höhe von 301,96€, fallen für die gesamte Laufzeit 870,54€ Zinsen an. Somit ergibt sich ein Gesamtaufwand von 10.870,54 Euro (effektiver Jahreszinssatz: 5,64 % p.a.). Hinzu kommen noch die Eigenkapitalkosten der anderen 10.000 Euro (siehe unten).
Wollen wir das gesamte Auto fremdfinanzieren und möchten die 20.000 Euro Kreditsumme in 48 Monaten tilgen, müssen wir etwa 6% Zins (nominal) bezahlen. Bei einer monatlichen Rate in Höhe von 469,70 Euro, fallen insgesamt 2.545,66 Euro Finanzierungskosten an (effektiver Jahreszinssatz: 6,17%).
Pro Kilometer erhöhen sich die Kosten folglich um 0,005 Euro (10.000 €, nur Fremdkapital betrachtet) bzw. 0,0168 Euro (20.000 €).
Aufgrund der Tatsache, dass wir uns von den 20.000 € nicht zwingend ein Auto hätten kaufen müssen, sondern das Geld auch am Kapitalmarkt hätten anlegen können, müssen wir noch die kalkulatorischen Zinsen berechnen. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei kalkulatorischen Zinsen um Zinsen, die erzielt worden wären, wenn Kapital – statt es für den Autokauf auszugeben – auf dem Kapitalmarkt angelegt worden wäre. Diese Zinsen betragen bei einem kalkulatorischen Zinssatz von 3% auf 12,4 Jahre 8.857,40 Euro, bzw. 0,0376€ / Kilometer.
Kombiniert mit den Finanzierungskosten bei Fremdfinanzierung ergeben sich Kosten pro gefahrenen Kilometer in Höhe von 0,04 Euro (10.000 € bei 36 Monaten) + Eigenkapitalzins für die anderen 10.000 Euro pro gefahrenen Kilometer in Höhe von 0,0188 € in Höhe von 0,0588 Euro.Â
Finanzieren wir das Fahrzeug vollständig mit Fremdkapital kostet der Kilometer 0,0518 Euro (20.000 € bei 48 Monaten) bzw. 0,0376 Euro bei reiner Eigenfinanzierung.
Somit erhöhen sich die Gesamtkosten pro gefahrenen Kilometer auf 0,3985€ (10.000€ bei 36 Monaten), 0,3015 Euro (20.000€ bei 48 Monaten) bzw. 0,2873 Euro (Eigenfinanzierung).
Externe Effekte
Wenn man nicht nur die persönlichen, d.h. betriebswirtschaftlichen, Kosten messen möchte, sondern die wahren Kosten eines Kilometer Autofahrts berechnen möchte, so muss man auch den externen Effekten wie Umweltverschmutzung, Lärm, etc. einen Preis geben. So geht heutzutage ein großer Teil der Unfall- und Umweltkosten (Lärm, Luftschadstoffe), aber auch ungedeckte Infrastrukturkosten (Bau und Unterhalt der Verkehrsanlagen) zu Lasten der Allgemeinheit. Diese von den Verursachern nicht selber bezahlten Kosten bezeichnet man als externe Kosten des Verkehrs. Diese von der Allgemeinheit getragenen Kosten sind im Preis für Mobilitätsleistungen, den der einzelne Verkehrsteilnehmer zu entrichten hat, nicht inbegriffen und werden deshalb bei der individuellen Verkehrsentscheidung auch nicht beachtet. Laut einer Studie des Bundesumweltamtes aus dem Jahre 2010 könnte eine PKW-Maut, die bei etwa 3-4 Euro pro 100 km liegt, die Kosten kompensieren. Auf einen Kilometer gerechnet, ergäben sich somit zusätzliche Kosten in Höhe von 0,035€ (Mittelwert).
Die Kosten für den Ausstoß von Kohlendioxid wären jedoch in einer solchen Maut noch nicht inbegriffen. Am 06.01.2011 kosteten Emissionsrechte für den Ausst0ß einer Tonne CO2 am Spotmarkt für EU Emission Allowances 14,26 €. Ein VW Golf in unserer Ausstattung emittiert laut Volkswagen 129 g CO2 pro Kilometer. Somit ergeben sich zusätzliche Kosten von 0,00183954 Euro pro Kilometer.
Möchte man die Kosten, die durch externe Effekte entstehen, in unsere Kalkulation mit einbeziehen, ergeben sich Gesamtkosten für einen Kilometer Autofahrt in Höhe von 0,4353 € (10.000€ fremdfinanziert bei 36 Monaten Laufzeit), 0,3383 € (20.000€ fremdfinanziert bei 48 Monaten Laufzeit) bzw. 0,3241 € (keine Fremdfinanzierung).
Für eine 100 Kilometer lange Fahrt mit dem Auto betragen die Kosten folglich 43,53 €, 33,83 € bzw. 32,41 €. Mehr als der durchschnittliche Autofahrer vermutet, nicht wahr?
Eine Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof ist laut Google Maps genau 280 Kilometer lang. Die entsprechende Bahnfahrt kostet 59,00 Euro (IC) bzw. 73,00 Euro (ICE). Mit dem Golf würde dieselbe Strecke 121,88 €, 94,724 € bzw. 90,748 € kosten. Nur mal so als kleiner Denkanstoß. ;-)
Aktualisierung am 15.01.2011 auf Kosten des Jahres 2011
- AXA Verkehrssicherheits-Report 2009 – Eine länderübergreifende Studie zum Verhalten der Europäer im Straßenverkehr – 8.021 Befragte, Querschnitt durch die Bevölkerung im Alter ab 18 Jahre – http://www.axa.de/servlet/PB/show/1188882/AXA_Verkehrssicherheits-Report_2009_Studienergebnisse.pdf ↩
- Bestand an Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern in den Jahren 2001 bis 2010 nach Fahrzeugklassen mit dem Durchschnittsalter der Fahrzeuge in Jahren – Kraftfahrzeugbundesamt – http://www.kba.de/cln_005/nn_191188/DE/Statistik/Fahrzeuge/Bestand/Fahrzeugalter/b__alter__kfz__z.html ↩
- vgl. Kraftfahrt-Bundesamt: Fachartikel: Fahrzeugalter Stand: 15.04.2011 ↩
- Zahlen und Fakten 2009, Seite 11 – Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe – 1. Juni 2010 – http://www.kfzgewerbe.de/fileadmin/user_upload/Presse/Zahlen_Fakten/Zahlen%20und%20Fakten%202010.pdf ↩




Mir gefällt diese Zusammenstellung sehr gut! Vielen Dank! Ich erlaube mir, sie in den nächsten Tagen in meinem Blog zu erwähnen, da ich an einem Artikel über die Kritik an der Bahn arbeite. 32,- pro 100 km ist schon recht beeindruckend.
Mir sind noch einige andere Kosten in den Sinn gekommen, die die allermeisten vergessen, z.B. Automobilclub-Mitgliedschaft, TÜV, Inspektionen, Reparaturen, Winterreifen, Zubehör. Im Einzelfall mögen diese Punkte nach Kleinkram aussehen, aber ich denke, dass sie noch ein wenig zur Verteuerung des Auto-Kilometers beitragen.
Und da ich mich auch mit der Kritik an Reisezeiten beschäftige, hier noch der Hinweis, dass das Auto über die eigentliche Fahrtzeit hinaus viel Zeit kostet, die einen aber nicht einen Meter voranbringt, wie z.B. Tanken, Reifen- u. Öl-Kontrolle, Autopflege, Parkplatzsuche.
Vielen Dank und einen frohen Gruß – andreas
Hallo Andreas,
erstmal Danke für das Lob.:-)
Inspektionen, Reparaturen, TÜV, etc. sind bereits im Punkt “Instandhaltungen eingerechnet. Natürlich kann man den Artikel noch erweitern und stärker ins Detail gehen. Auf den Kilometer gesehen, dürfte sich allerdings nicht viel ändern.
Zubehör, etc. lässt sich leider nicht verallgemeinern. Daher wollte und konnte ich hier keinen Pauschalbetrag angeben. Das Gleiche gilt für Autowäschen: manche fahren ein Mal in der Woche in die Waschanlage und lassen ihr Auto wachsen, versiegeln, etc. und manch andere waschen ihr Auto alle sechs Monate selber. Aber ich denke, dass sich jeder die individuellen Kosten seines Autos selber ausrechnen kann. Ich weiß auf Anhieb nicht, ob es dafür geeignete Rechner und Skripte im Internet gibt, aber ich denke schon. Ansonsten hilft auch Stift, Papier und ein Taschenrechner oder Excel.
Zeit für die Pflege des Autos, die Suche nach einem geeigneten Parkplatz, der Bau und der Unterhalt einer Garage, etc. sind nur schwer quantifizierbar und hängen immer von den äußeren Gegebenheiten ab. Eigentlich müsste man den Kilometerpreis etwas höher ansetzen. Das wird mir aber ein wenig zu intransparent.
Viele Grüße
Martin
PS: Ich würde mich über einen Link zu dem Bahn-Artikel (wenn er denn online ist) sehr freuen. Kann auch ruhig hier in den Kommentaren sein. ;-)
auch ich habe noch weitere kosten entdeckt:
- fahrzeit: während der fahrzeit z.b. mit der bahn können sie etwas anderes machen – z.b. arbeiten.
bei 100€/h und 100km/h könnte man so 1€/km dazu rechnen … vielleicht sollte man die berechnung etwas realitischer gestalten ;)
indirekte kosten:
ein auto braucht eine strasse, eine strasse muss gebaut werden und so entstehen kosten.
keine ahnung, wieviel z.b. in deutschland pro jahr für instanthaltung und neubau ausgegeben wird, aber teilen wir das einfach durch die gefahrenen kilometer und schon haben wir wieder kosten
strafen:
natürlich sind die höhe und die anzahl der strafen vom fahrer abhängig und können dementsprechend reduziert werden. aber irgendjemand bezahlt diese strafen – und es sind jedenfalls autofahrer. also muss man sie auch ins kilometergeld einrechnen. individuell kann der wert allerdings vernachlässigbar sein
vielen dank für diesen gut recherchierten artikel.
Lieber Martin,
danke für diese transparente, nachvollziehbare Berechnung, die hoffentlich Eingang findet in so manche Studie, die sich mit volkswirtschaftlichen Kosten für Mobilität beschäftigt.
Zur Ergänzung möchte ich an dieser Stelle auf die Berechnungen des VCÖ verweisen, der 2010 einige typische österreichische Pendlerstrecken auf ihre Kosten untersucht hat. Verblüffenderweise kam nicht nur heraus, dass die Öffis günstiger sind, sondern auch, dass sie in einigen Fällen sogar SCHNELLER sind!
Leider finde ich die Original-Studie nicht, daher der Link zur Presseaussendung:
http://j.mp/z0KvcZ
Viele Grüße und weiter so,
Yasmin
Die Absicht des Artikels ist löblich, allerdings sinken die angesetzten Kosten – wenn ich das richtig sehe, ich habe es nicht nachgerechnet – bereits mit einem Jahr längerer Nutzung deutlich. Auch eine Mehrnutzung bedeutet geringere Kosten. Will heißen, je mehr ich fahre, desto weniger kostet der Kilometer.
Das soll natürlich nicht der ursprünglichen Zielsetzung des Artikels entgegenwirken, ist aber wichtig, wenn man die Fixkosten aufteilt, wie Sie es tun.
Hallo Anselm,
es stimmt dass sich die Kostenfunktion regressiv entwickelt, insbesondere wenn man wie ich die Fixkosten auf die gefahrenen Kilometer aufteilt. Durch die höhere Fahrleistung kommt es allerdings zu höheren Verscheliß und somit zu höheren Wartungskosten. Man müsste daher die Fixkosten als sprungfixe Kosten ansetzen was die ganze Rechnung aber ungleich komplizierter macht. Ich überlege mir da mal etwas… ;-)
Hallo Martin – danke für diese interessante Auswertung! Eventuell habe ich darin einen Fehler gefunden oder mein Gedankenweg ist falsch, weshalb ich Dich Folgendes fragen wollte:
Du gehst beim Durchschnittsalter eines hier zugelassenen PKW gemäß KBA-Zahlen aus von 8,1 Jahren. Soweit, sogut.
Dann rechnest Du den Wertverlust aus: 19.995€ Anschaffungspreis geteilt durch 8,1 Jahre = 2.468,52€, was bedeutet, dass das Musterauto nach 8,1 Jahren einen Wert von 0€ hat.
Ich verstehe die Zahlen des KBA derart, dass alle PKW, die 2010 zugelassen (also weiterhin unterwegs) waren im Schnitt 8,1 Jahre alt waren. Bei Deiner Herangehensweise jedoch hat die gesamte Fahrzeugflotte einen Wert von 0,0€, weil ein PKW im Schnitt ja nur 8,1 Jahre alt wird.
Verstehst Du meinen Gedankengang?
Gruss aus München, andi
Moin Andi!
Ich verstehe was du sagen willst. Ich habe nach der Nutzungsdauer von 8,1 Jahren eine Liquidationserlös von 0 Euro angesetzt. Das ist natürlich falsch… ;-)
Ich habe auch erst in einer Studienarbeit eine Preisverfallsanalyse von Pkw durchgeführt, weiß also dass sich der Gebrauchtwagenpreis eher nach einer e-Fkt. bzw. einer weiteren multiplikativ verknüpften Regressionsfunktion entwickelt. Aber ich sag dir gleich: wir befinden uns dann bereits in einem komplexen mathematischen Modell, dass ich unmöglich in einfachen Worten beschreiben kann (so wie ich es mit diesem Artikel versucht habe).
Um das ganze einfacher zu halten, berechne ich das kurz nochmal neu und nehme als Basis das Alter der Außerbetriebsetzungen. Das KBA hat einen Wert von exakt 10 Jahren (inklusive kurze Außerbetriebssetzung durch Autohäuser, u.a.) ermittelt, ich passe die Rechnung aber auf zuletzt (2006) sauber ermittelten Wert von 12 Jahren an. Die Jahre davor betrug er auch immer 11-12 Jahre, das dürfte also der realistischere Wert sein. ;-)
Aber vielen Dank für den Hinweis!
Grüße dich,
kleiner Hinweis, der ADAC hält mit den Kosten auch nicht hinter dem Berg:
http://j.mp/wgKQ9d
Viele Grüße,
Weltkommentator
Stimmt…der ADAC hat auch noch eine ausführlichere Liste für jedes erdenkliche Modell: http://www.adac.de/infotestrat/autodatenbank/autokosten/default.aspx?ComponentId=49889&SourcePageId=8749&quer=autokosten
Ich bilde mir ein, dass diese Übersicht 2010 noch Geld gekostet hat (bin mir aber nicht sicher). Auf jeden Fall ist die Datenbank jetzt kostenlos… :-)
UPDATE: Okay, die vollständige Berechnung kostet immer noch Geld: http://www.adac-autokosten.de/ Die kostenlose Variante ist leicht oberflächlich… ;-)
Wo sind die Steuern für öV?
Was meinen Sie für Steuern?
öV = öffentlicher Verkehr?
Zahlt man keine Steuern für den öffentlichen Verkehr?
Eine Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof ist laut Google Maps genau 280 Kilometer lang. Die entsprechende Bahnfahrt kostet 59,00 Euro (IC) bzw. 73,00 Euro (ICE). Mit dem Golf würde dieselbe Strecke 121,88 €, 94,724 € bzw. 90,748 € kosten.
z.B. Stuttgart 21 würde mehrere Milliarden Kosten und das nur für Stuttgart. Die Infrastruktur muss also von den Steuerzahlern bezahlt werden. Es kostet also einbisschen mehr als die 59 oder 73 Euro.
Wenn man es genau nehmen würde :)
Ich fahre ja selber Zug, also nicht böse gemeint :)
Natürlich wird ein Teil des Steueraufkommens für den Bau der Infrastruktur genutzt. Der Fernverkehr ist ja eigentlich eigenwirtschaftlich betrieben, wird aber natürlich konzernintern mit dem Nahverkehr verrechnet.
Im Fahrpreis des Fernverkehrs werden von Seiten der DB der Kosten der Trasse und der Verkehrshalte eingerechnet. Diese Mittel fließen durch die Gliederung des DB-Konzerns intern an die DB Netz und die DB Station&Service.
Würde ich die Kosten des Baus der Infrastruktur hier mit in den Fahrpreis einbeziehen, müsste ich gleichzeitig die Mittel für den Straßenbau ein- bzw. herausberechnen. Ein Teil der Kfz-Steuer wird für die Straßenverkehrsinfrastruktur berechnet, allerdings fließt die Kfz-Steuer nicht im vollen Umfang ein (alle Finanzverwaltung). Man müsste auch die Steueranteile der Ökosteuer, Kraftstoffsteuer herausrechnen. Die ganze Rechnung wird somit äußerst komplex und wandelt aich von einer betriebswirtschaftlichen Betrachtung zu einer volkswirtschaftlichen…
Aber im Allgemeinen haben Sie Recht. Aber das wäre eher ein Thema für Wie teuer ist ein Kilometer Bahnfahrt was aber durch die Komplexität des Systems Bahn (alleine die Simulation des Stromverbrauchs der Elektrolokomotiven hängt von über 10 Faktoren ab) sehr schwierig ist…
Diese km-Preise dürfen in der Realität deutlich höher sein. Alleine z.B. Parkgebühren schlagen bei jeder Stadtfahrt mit erfahrungsgemäß durchschnittlich 5-8 EUR/2h (hier in München) zu Buche.
Aber diese km-Preise schrecken keinen ab, der schon ein Auto besitzt. Weil mit jedem gefahrenen km der Preis/km etwas sinkt.
Dieser km-Preis beeindruckt Menschen die kein Auto besitzen und sich überlegen eins zu kaufen. Dann merkt man nämlich, dass Monatsticket für U-Bahn, ab und zu Taxi und Bahncard25 viel viel günstiger ist.
Allerdings werden Autos auch vielfach versteckt subventioniert, ohne dass man es merkt. Und so werden sie wieder billiger. Nur ein Beispiel: bei uns in der Nachbarschaft werden Häuser gebaut. Tiefgaragenplätze werden je Stellplatz für 18.000 EUR verkauft (Zwang). In der Garage sind 10 Stellplätze vorhanden. Die Garage kostet aber sehr wahrscheinlich das Doppelte bis Dreifache. Die Differenz werden den Häusern aufgeschlagen. So wird wohnen noch teurer.
Naja, es kommt drauf an. Die Kosten sinken nicht zwingend mit jedem zusätzlichen Kilometer. Grenzkosten können nur bis zu einem bestimmten Punkt sinken, das geht wirtschaftlich nicht anders.
Grenzkosten sinken so lange wie die Skalenerträge dies zulassen, d.h. ein zusätzlich gefahrener Kilometer den Fixkostenanteil je Kilometer minimiert. Ein anderer Faktor ist jedoch die Zeit. Wir haben jeden Tag nur ein bestimmtes Budget Zeit zur Verfügung, das wir im Auto verbringen können. Der Rest geht ab für Essen, Schlafen, Arbeiten (vorausgesetzt dass wir das nicht auch noch im Auto machen). Die meisten menschen können also gar nicht die kostenminimale Fahrleistung erbringen. Daher ist das Verkehrsmittel Pkw ja teilweise so ineffizient (gar nicht zu sprechen vom durchschnittlichen Besetzungsgrad von 1,6…).
Bei der Pkw-Nutzung spielt ja nicht nur die wirtschaftliche Seite eine Rolle, sondern auch der Komfort oder das vielbeschworene “Freiheitsgefühl”. Die Verkehrsmittelwahl wird ja von mehreren Einflussgrößen determiniert (als erstes von der Verfügbarkeit). Da spielen auch sozio-ökonomische Faktoren eine Rolle. Ab einem gewissen Einkommen ist es mir egal, wie viel die Autofahrt kostet. Deswegen kriegt man den in New York den Anteil der Pendler, die mit dem Pkw nach Manhattan kommen (sind nur noch 10 Prozent) nicht weiter gesenkt, weil es ihnen egal wäre, wenn ich 50 Dollar pro Fahrt nach Manhattan nehme…
Und es kann schon stimmen, dass mein berechneter Wert zu gering ist. Darüber lässt sich immer streiten. Man müsste dann den Einzelfall betrachten und dies mit Hilfe standardisierter Größen bewerten.
Wegen der Parkplätze:
Jeder Bauher hat die Herstellungspflicht für Stellplätze in ausreichender Zahl und Größe. Das ist in den Bauordnungen der Länder geregelt (eingeführt 1939 mittelsReichsgaragenordnung; „Verursacherprinzip“). Wenn es baulich nicht möglich ist oder die Kommune den Bau von weiteren parkplätzen beschränkt, kann man diese Pflicht auch ablösen indem man Geld bezahlt. Diese Mittel werden dann von der Kommune wieder in den Ruhenden Verkehr (sprich Parkplätze) investiert (müssen sie, ist zweckgebunden, kann aber auch an anderer Stelle sein, teilweise auch für Verkehrsverlagerungsmaßnahme).
Gefordert sind bei normalen Wohnhäusern 1-2 Stellplätze je Wohnung sowie 1-2 Fahrradstellplätze, für Bürogebäude, usw. natürlich entsprechend mehr. Es ist also relativ egal ob man den Stellplatz kauft oder nicht. Er muss vom Bauherren irgendwie umgelegt werden: entweder weil er physisch errichtet wird oder weil er abgelöst wird. Das zu ändern wäre Aufgabe des Gesetzgebers… ;-)
Für Autofahrer, die ab und zu das Auto stehen lassen und mit öffentlichen Verkehrsmittel fahren, ist diese Berechnung nicht hilfreich, da die Fixkosten des Autos weiter bestehen und die eingesparten Abnutzungskosten und sonstige eingesparten Kosten verhältnismäßig gering sind und somit kaum ins Gewicht fallen.
Wir verzichten seit einigen einigen Wochen auf einige Fahrten mit dem Auto und benutzten stattdessen öffentliche Verkehrsmittel. Wenn sich unser Verhalten so weiterentwickelt, könnten wir ca. 1000 km jährlich eingespart haben.
Geldmäßig werden wir nichts gespart haben, denn wenn man unsere jährliche Kilometerleistung (Leistung ist ja an dieser Stelle ein komisches Wort) von ca. 20000 km sieht, wird der Wertverlust und werden die Reraraturen durch unserere eingesparten Kilometer kaum beeinflusst werden.
Also kann ich bei einer Gegenüberstellung der Kosten Auto/ÖPNV, beim Auto eigentlich nur die Spritkosten ansetzten.
Oder wie sehen Sie das?
Gruß
M
Hallo Martin,
du hast Recht, dass die volle Ersparnis nur bei vollständiger Stilllegung / Abschaffung des Fahrzeugs eintritt.
Durch Ersatz einiger Autokilometer durch Fahrten mit demÖPNV / Rad / zu Fuß können nur die fahrleistungsabhängigen Kosten für Kraft- und Schmiersstoffe, kilometerabhängiger Verschleiß (Reifen/Bremsen), usw. eingespart werden.
Wir haben in einer Studienarbeit die verschiedenen Einflussgrößen auf die Gebrauchtwagenpreise untersucht. Für den Wertverlust eines Fahrzeuges spielen v.a. die Fahrleistung und die Zeit eine Rolle (ob das Fahrzeug bewegt wird oder nicht wird zunächst vernachlässigt). Jeder Kilometer, der nicht mit dem Fahrzeug zurückgelegt wird, ist werterhaltend. Das genaue Niveau lässt sich allerdings nicht ex ante festlegen sondern muss für jedes Fahrzeug einzeln ermittelt werden. Hier spielen Ausstattungsmerkmale, Motorentechnologie, Facelifts, usw. eine große Rolle.
Für einen direkten Vergleich mit dem ÖPNV sollten folgende Kosten mit einfließen:
Kraftstoffe
variable Werkstatt-, Pflege- und Instandhaltungskosten (Reifen, Autowäsche, usw.)
kilometerabhängige Wertverlust (Richtwert: bis 3% des Listenpreises je 10.000km)
Natürlich kann man vereinfachend nur den reinen Spritpreis ansetzen. Allerdings wird bei einer solchen Rechnung der ÖPNV (fast) immer schlechter abschneiden als der eigene Pkw, da die ÖPNV-Fahrkarte voll als Fahrtkosten angesehen werden, die beim eigenen Pkw stärker versteckt sind. Beim Auto sind die Fixkosten der größte Teil (Anschaffung des Autos, Kfz-Steuer, Kfz-Versicherung, usw.). Je nach Fahrzeuggröße kann der Fixkostenanteil das zwei- bis dreifache der variablen Kilometerkosten betragen. Werte, die die meisten Autofahrer erstens nicht erwarten und zweitens nicht in die Vergleichsrechnung mit dem ÖPNV einbeziehen.
Rein hypothetisch könntest du dir ja auch überlegen wegen der häufigen Fahrten mit dem ÖV ein kleineres Auto als heute anzuschaffen oder ganz auf den eigenen Pkw zu verzichten und Strecken, die nicht mit Bus und Bahn zurückgelegt werden können, mit Carsharing, usw. zu erledigen. Die Differenz der Anschaffungskosten eines größeren Fahrzeugs gegenüber dem kleineren Fahrzeug könnte man dann auf den Kilometer umlegen und als indirekte Einsparung dem ÖV gutschreiben. Oder nur noch die Carsharingkosten ansetzen. In diesem Fall würde die Einsparungen viel deutlicher erkennen. Oder man wartet einfach auf einen Benzinpreis in Höhe von drei Euro oder mehr…
Gruß!
Martin
Hallo Martin,
es ist natürlich schade, dass es sich für die 40 Millionen Autofahrer in Deutschland (scheinbar) erstmal finanziell nicht lohnt, ab und zu öffentliche Verkehrsmittel zu benutzten, wenn sie weiterhin ihr Auto besitzen.
Wodurch kann es sich aber trotzdem finanziell lohnen?
Ich bin ein Schönwetterradler und mag es absolut nicht, bei Regen, Wind, Eis und Schnee mit dem Rad zu fahren. Aber trotzdem gibt es ja von April bis Oktober auch für mich sehr häufig die Möglichkeit, mit dem Rad zu fahren. Diese Fahrten beeinflussen bei der Kostengegenüberstellungen Auto – „ÖPNV-Rad-zuFuss“ die Zahlen zugunsten „ÖPNV-Rad-zuFuss“
Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Anzahl an Fahrten mit ÖPNV so steigern, dass sich eine Monatskarte lohnt. Damit würde der Fahrpreis pro Fahrt mit dem ÖPNV sinken.
Außerdem stellte ich bei meinen Dokumentationen fest, dass wir in der letzten 2 Jahren ca. 21000 km jährlich gefahren sind, das entspricht einer monatlichen Kilometerleistung von 1750 km. Seit dem wir angefangen haben, manchmal öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, belaufen sich diese Fahrten auf ca. 100 km im Monat.
Das würde bedeuten, dass wir 1650 Kilometer mit dem Auto gefahren sein müssten. SIND WIR ABER NICHT! In Wirklichkeit sind wir nur 1200 Kilometer gefahren. Es scheint also so zu sein, dass alleine das permanente Aufschreiben der Fahrten dazu geführt hat, unnötige Fahrten zu unterlassen. Und dieser Anteil scheint reletiv hoch zu sein. Der Beobachtungszeitraum ist jedoch noch relativ kurz. Mal sehen, ob sich die Zahlen langfristig bestätigen.
Gruß
Martin
Hallo Martin,
ein sehr interessanter Kommentar. Wenn man objektiv an die Wahl des Verkehrsmittels geht, unterlässt man einige Fahrten bzw. wählt den ÖPNV, das Rad oder geht zu Fuß. Die Kosten werden einem einfach bewusster. Denselben Effekt hat man beim Carsharing feststellen können. Je nach Struktur der Stadt werden zudem 4,6 bis 20 Pkw durch ein Carsharing-Fahrzeug ersetzt. Hier sinkt der Flächenverbrauch.
Ein kleiner Denkanstoß: Man könnte auch darüber nachdenken, das Fahrzeug mit Nachbarn zu teilen und dadurch die Fixkosten auf mehrere Schultern zu verteilen. Die Einsparungen durch den Zeitverlust sind ansonsten zu hoch, sodass man bei einer Fahrleistung von 1.200 km pro Jahr weitaus höhere Kilometerkosten hat als in der obigen Rechnung angesetzt. Das kann man recht schön über eine Abfrage in der Schwackeliste oder DAT errechnen. Durch die Einsparung von 450 km/Monat spart man bei den variablen Kosten etwa 50 Euro (Ich hab mal 11 Cent je km angesetzt). Also etwa 1-1,5 Monatskarten für den ÖPNV (kommt ganz auf die Stadt an). Aufs Jahr wären das immerhin schon über 700 Euro. Und wenn man sich ein kleineres Auto kauft und das mit den Nachbarn teilt, kann man sicherlich einige tausend Euro pro Jahr sparen. Man müsste das für jedes einzelne Fahrzeug nur genau durchkalkulieren (hier bietet sich beispielsweise der ADAC Autorechner an, auch wenn das ein paar Euro kostet).
Carsharing lohnt sich bei einer Fahrleistung von über 14.000 Kilometer voraussichtlich nicht. Wenn überhaupt ein passendes Carsharing-Angebot an deinem Wohnort existoert…
Aber auf jeden Fall eine spannende Sache. Mich interessiert das wie viel Fahrten vermieden werden, wenn man sich über die genauen Kosten Gedanken macht und die verschiedenen Optionen miteinander vergleicht. Sollte man auf jeden Fall dran bleiben!
Interessanter Artikel, danke!
Eine Anmerkung aber: Zum korrekten Vergleich Bahn/Auto muss man bei der Bahn entweder die externen Kosten (CO2, allgemein finanzierte Infrastruktur etc.) mit einbeziehen so wie beim Auto, oder sie in beiden Fällen weg lassen.
Interessant wäre, die Grenzkosten zu ermitteln, also was kostet ein weiterer gefahrener Kilometer. Da die Grundkosten (Steuer, Versicherung etc.) gleich bleiben, würden hier nur die zusätzlichen Kosten einfließen. Zur Abwägung, ob man jetzt einmal mit der Bahn oder dem Auto fährt, wäre dieser Wert viel interessanter. Wenn es darum geht, die Anschaffung eines Autos überhaupt in Frage zu stellen, ist natürlich Dein Rechnungsansatz der richtige.
Viele Grüße
Michael
Hallo Michael,
du hast natürlich Recht, dass diese Betrachtung einige Schwächen aufweist. Für einen korrekten Vergleich müsste man definitiv die genauen Kosten eines Kilometer Zugfahrts inklusive externen Kosten der Eisenbahn ermitteln (insbesondere Lärmkosten und Kapitalbindung). Das kann ich aber mit meinen Mitteln nicht darstellen. Mit diesen Daten geht die Deutsche Bahn sehr restriktiv um. Ich habe das im Rahmen einer Seminararbeit über ein S-Bahnsystem erlebt…
Und eine Grenzkostenbetrachtung wäre definitiv interessant und würde das ganze in ein neues Licht rücken. Ich denke sowieso darüber nach, diesen Artikel nochmals komplett neu und ein wenig strukturierter zu erstellen. Das wird durch die aktualisierten Zahlen ein wenig unübersichtlich. Und in diesem Rahmen könnte man auch die Grenzkosten ermitteln.
Gruß,
Martin
Die Verbraucherzentrale bietet ein Tool auf ihrer Homepage, mit dessen Hilfe sich Autofahrer die betriebswirtschaftlichen Kosten und die verursachten CO2-Emissionen ihrer Autofahrten und möglicher Alternativen berechnen und visualisieren lassen.
Zudem gibt es noch weitere Informationen und einen wissenschaftlichen Hintergrundbericht.
=> http://j.mp/O2jQDz
Hallo Frank,
vielen Dank für den Hinweis. Den Rechner wollte ich mir schon länger einmal anschauen. Wurde mir in letzter Zeit öfters empfohlen.
Was mir bei einem ersten Blick allerdings negativ aufgefallen ist, sind die vielen Werte, die man selber noch eintragen muss. Hier wären ein paar genormte Wert vielleicht besser. Das macht der ADAC Autokostenrechner etwas besser, da ich hier nur ein Fahrzeug wähle und mir alle Werte dann automatisch genannt werden. Was sich der ADAC ja auch bezahlen lässt.
Gruß,
Martin
PS: Gruß an Udo!
Tolle Zusammenstellung, die Berechnung der Gesamtsteuerlast ist mir jedoch ein Rätsel. Wenn das Jahr 2011 zugelassen wird, gelten entsprechend die Grenzwerte für das Jahr 2011 für den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs. Die erhöhten CO2-Grenzwerte gelten doch eigentlich (und wie bereits im Artikel geschrieben) nur für Neuzulassungen in den jeweilig folgenden Jahren. Für die Berechnung dieses Beispiels fällt also 12,4 Jahre * 42 Euro Steuerlast an – pro km also 0,22 ct
Da der Golf über die gesamte Laufzeit die gleichen Emissionen ausstößt, die Grenzwerte jedoch schrittweise abgesenkt werden, muss eine größere CO2-Überschreitung abgegolten werden. Daher steigt die CO2-abhängige Steuerlast und damiot die Gesamtsteuerlast über die Zeit.
Jedenfalls habe ich das bisher so verstanden.
Gruß,
Martin
Es ist nie gut, einen Artikel objektiv zu gestalten aber am Ende nur ein Fazit zu zulassen.
Der folgende Teil klingt so wunderbar einfach und weise. Applaus dafür.
“Eine Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof ist laut Google Maps genau 280 Kilometer lang. Die entsprechende Bahnfahrt kostet 59,00 Euro (IC) bzw. 73,00 Euro (ICE). Mit dem Golf würde dieselbe Strecke 121,88 €, 94,724 € bzw. 90,748 € kosten. Nur mal so als kleiner Denkanstoß. ;-)”
Ich habe nun einen kleinen Denkanstoß für Sie.
Gehen wir davon aus, ich fahre die Strecke mit der Bahn und lasse das Auto stehen, muss aber dennoch alle Wartungsintervalle und Prüfungen im nächsten Jahr einhalten. Wie sieht wohl die nächste Bilanz aus? Die Kosten für jeden Kilometer werden sich weiter erhöhen, weil das Auto steht. Deshalb lasse ich das Auto öfter stehen, das ist jedenfalls das Ergebnis ihres “Denkanstoßes” und im nächsten Jahr steigen die Kosten je Kilometer erneut. Steuern, Versicherung sind nicht 1:1 an die Laufleistung gebunden und müssen in jedem Fall gezahlt werden. Umso weniger man mit dem Auto fährt, desto größer wird der Einfluss der Nebenkosten.
Ihre Rechnung zeigt eigentlich nur Eins, wir müssen mehr Auto fahren!
Großartiger Artikel.
Es zeigt nur, dass der Fixkostenanteil steigen mag, wenn das Fahrzeug weniger genutzt wird. Sie lassen aber außer Acht, dass der kilometerabhängige Wertverlust mit einer stärkeren Wichtung eingeht als die Steuer, Versicherung, usw.
Wenn Sie nur die Fixkosten auf den Kilometer umlegen, haben Sie sicherlich Recht. Allerdings spielen in der Praxis die variablen Kosten und der fahrleistungsabhängige Zeitverlust die größere Rolle. Sie werden für einen Gebrauchtwagen, der 5 Jahre alt ist und 10.000 Kilometer gelaufen ist, sicherlich eine weitaus höhere Zahlungsbereitschaft haben als für einen mit 70.000 km Fahrleistung.
Und es hat schon einen Grund wieso objektive Berechnung und ein subjektiv eingefärbtes Fazit voneinander getrennt sind…
Hi,
Danke für diese aktualisierte Gesamtdarstellung. Interessant wäre es tatsächlich etwas über den zeitlichen Verlauf von Wartungskosten und Unfallkosten zu wissen, um diese zu berücksichtigen.
Persönlich glaube ich, macht es einen enormen Unterschied, ob man ein Auto neu kauft und am Ende verschrottet, oder ein 2-3 jähriges kauft und dann nach z.B. 5 Jahren verkauft. Das kann natürlich nicht jeder machen, aber die Kosten dürften drastisch sinken.
Und ausserdem wäre noch wichtig zu berücksichtigen wieviele Personen im Schnitt “transportiert” werden, um es besser mit Bahnfahrten u.ä. zu vergleichen.
Beste Grüße
J
Hallo joergy,
das ist richtig. Das wäre definitiv interessant zu wissen. Allerdings ist das für mich nicht darstellbar, da ich keine statistische Daten nach Raparaturart bzw. Verschleißgrad der Fahrzeuge in Abhängigkeit der Zeit habe. Modellierungstechnisch wäre dies bei einer ausreichend großen Stichprobe mittels multivariater Regression sicherlich lösbar.
Und bei drei bis vier Jahre alten Gebrauchten ist ein großer Teil des Wertverlustes bereits eingepreist. Mit solchen Fahrzeugen fährt man definitiv günstiger als mit Neuwagen. Für eine Analyse müsste man hier eine Gesamtanalyse des deutschen Gebrauchtwagenmarkts für VW Golf durchführen. Wenn ich einmal viel Zeit und Langeweile haben sollte, schau ich mir das mal an.
Und natürlich spielt der Besetzungsgrad eine Rolle. Bei einem durchschnittlichen Besetzungsgrad von 1,6 Personen / Pkw in Deutschland kommt man beim obigen Ergebnis raus. Eine fünfköpfige Familie dürfte in den meisten Fällen mit dem Auto günstiger fahren als mit der Bahn.
Wie gesagt: Man könnte noch sehr viel in dem Bereich machen, allerdings ist das für mich als einzelne person mit begrenzter Zeit und begrenzten Mitteln nicht umsetzbar.
Viele Grüße,
Martin
PS: Ich bitte um Entschuldigung, dass die Antwort so lange gedauert hat. Ich war im Ausland und hatte ein bisschen viel zu tun. Sorry!
Excellenter Artikel.
In der naechsten version wuerde ich gerne diese
Fakten beleuchtet haben:
a) Was passiert, wenn der Benzinpreis in der zukunft hoch geht (wird er wohl sicher!!)
b) Wie ist die rechnung fuer ein elektroauto.
c) Wie viele Leute sitzen im durschnitt im auto? vielleicht 1.7? Dann muss man das bei der bahn
ja anders rechnen!
d) Irgendwie muessen wir ein unfall risiko einberechnen. vielleicht mit durchschnittsschaden * unfallwahrscheinlichkeit.
e) dann sollten wir nicht davor zurueckschrecken, auch mal irgendwie auch immer den Komfort des autos zu beruecksichtigen. “2 Kisten Bier kaufen” ist schlecht mit der bahn. Auch “Ich kann auf der party trinken” wenn ich mit dem Zug nach hause fahre sollte mit drin sein. Ich verstehe, dass ich nicht leicht, aber wir sollten mal irgendwo anfangen das zu bewerten und dann in der zukunft verbessern.
f) andere preise gehen die naechsten 12 jahre auch hoch, TUV, reifen, etc. Nur die abschreibung bleibt konstant.
g) wie sieht die rechnung fuer einen Jahreswagen/gebrauchten aus?
h) routine maintenance mit orignalteilen oder mit drittherstellern. Wieviel spart das?
j) Parkgebuehren, schneeketten, etc.
Hallo Herr Randelhoff,
in der Zusammenfassung der Kosten ab dem Abschnitt der kalkulatorischen Zinsen ist meiner Meinung nach die erste Zahl um 9 ct/km zu hoch. Richtig müsste es doch lauten: 0,3085 € anstelle von 0,3985 €.
“Somit erhöhen sich die Gesamtkosten pro gefahrenen Kilometer auf 0,3985€ (10.000€ bei 36 Monaten), 0,3015 Euro (20.000€ bei 48 Monaten) bzw. 0,2873 Euro (Eigenfinanzierung).”
Oder habe ich irgendetwas übersehen? Die beiden anderen Zahlen sind aber richtig und nachrechenbar.
Da auf diesen Summen jeweils die weiteren Kosten addiert werden, ergibt sich dann für die halbe Fremdfinanzierung jeweils mit dem hartnäckigen Fehler, also 9 ct/km zu hoch.
Bitte um Hinweis, ob und wo ich falsch gerechnet habe liege.
Beste Grüße und Danke
M. Heller
Hallo Herr Heller,
vielen Dank für den Hinweis. Ich werde dem Rechenfehler auf den Grund gehen, weiß aber selber nicht genau was da passiert ist. Leider habe ich die Exceldatei gerade nicht bei mir, sodass ich das erst am Wochenende prüfen kann.
Ich würde Sie solange um Geduld bitten.
Viele Grüße,
Martin Randelhoff
Hallo Martin,
vielen Dank für Deine profunde Ausarbeitung. Sicherlich kann der eine oder andere Parameter hinterfragt oder muss auch nur aktualisiert werden. Aber Deine prinzipielle Vorgehensweise ist logisch.
Wesentlich ist mir, das Ergebnis Deiner Berechnung weiterzuführen. Ich habe auf der Basis Deiner Kalkulation die “wahre PKW-Geschwindigkeit” ermittelt. Dazu dividiere ich die Jahresfahrleistung durch die gesamte Zeit, die wir im Auto und für das Auto benötigen.
Ich komme nur auf 18,3 km/h! Mit dem Fahrrad bin ich persönlich schneller. Details dazu in meinem Blog:
http://j.mp/RAUnnb
Wir können uns in Details wie Abnutzungsgraden, Finanzierungskosten etc. verlieren. Mit der “wahren PKW-Geschwindigkeit” können wir die Kosten eines Autos in Bezug auf unsere Lebensqualität und auch ander Verkehrsmittel ganz anders einschätzen.
Herzliche Grüße aus Deiner Heimatregion
Uwe
Kraftstoffkosten
“Der durchschnittliche Benzinpreis für ein Liter Super Plus”
-Der Golf benötigt kein Super Plus, sondern kann auch E10 tanken. Die Kosten stimmen für den jetzigen Benzinpreis aber trotzdem.
“Da der Benzinverbrauch real eher bei 7,1 Litern auf 100 Kilometer als bei 6,2 Litern liegen dürfte, ergeben sich Treibstoffkosten auf 100 Kilometer in Höhe von 1081€.”
-10,81€
Umgerechnet auf einen Kilometer entspricht dies 0,1081 Euro.
Daher ergibt sich für das Jahr 2011 eine Steuerlast von 42€, für das Jahr 2012 / 2013 eine Steuerlast von 62€ und für die Jahre 2014 – 20xx eine Steuerlast von jeweils 92€. Für den Zeitraum von 8,1 Jahren ergibt sich folglich eine Gesamtsteuerlast in Höhe von 1.030,80€.
Aufgeteilt auf 235.141 Kilometer ergibt sich somit ein steuerinduzierter Kostenanteil von 0,004€ (~1 Cent) pro Kilometer.
Die die 8,1 Jahre – also das durchschnittliche Alter aller derzeit angemeldeten Fahrzeuge in der Rechnung zu suchen hat ist mir nicht ganz klar. Die 12,4 Jahre sind auch hier anzusetzen. Ich bin mir sicher, dass dieses Durchschnittsalter an keiner Stelle eine Rolle in de Rechnung spielt, wenn man sie so aufzieht wie hier.
Auch interessant sind die in den Kommentaren verlinkte Aufschlüsselung der wahren Geschwindigkeit. ABER – ich habe schon erlebt, dass Leute davon ausgingen man könne beide Betrachtungen einfach kombinieren. Das geht nicht. Denn entweder ich spare die Kosten für ein Auto oder ich verzichte auf das Geld und spare mir die Arbeitszeit. Beides geht natürlich nicht.
phil
Hallo phil,
die Betrachtung ist wie gesagt etwas schwierig. Theoretisch müsste man für jedes Jahr eine explizite Kostenaufstellung machen. Allerdings wird das recht schwierig, was die anderen Kostenblöcke angeht. Insbesondere die Instandhaltungs- und Verschleißkostenanteile haben eine sehr starke Zeitkomponente.
Aus Vereinfachungsgründen habe ich den Verschleiß auf 12,4 Jahre runtergerechnet und aus diesem Grund das Gleiche mit den Steuern gemacht. Ist zwar nicht 100% korrekt, aber ie einzige Möglichkeit für mich das zu berechnen.
Und die Zeitgewinne müssen natürlich immer auf die Nutzenseite übertragen werden. Allerdings ist es eben immer die Frage, ob in einer etwas größeren Stadt der ÖPNV und das Fahrrad nicht schneller sind als der Pkw. Man muss hier ja immer die komplexe Reisezeit beachten, also Zu- und Abgangszeit sowie Zeit für die Parkplatzsuche, usw. mit einbeziehen.
Viele Grüße,
Martin
Hallo. Wie immer lesenswert.
In der Kalkulation fehlen mir aber bei den externen Kosten die Gesundheitskosten, die hier http://j.mp/qS7rF2
besprochen werden.
Nicht wenige Autoren, Stadtplaner und Politiker bezeichnen die sinkenden Gesundheitskosten als maßgeblichen Faktor für den return on cash bei einer Änderung des Modal Split weg vom mot. Verkehr.
Das ist die volkswirtschaftliche Seite.
Der Mensch denkt leider eher betriebswirtschaftlich.
Versteht man sparen so: Take four for the price of two!
- dann kann man kaum mehr Geld sparen, als wenn man jeden Weg mit dem Auto erledigt.
Berechne noch den Wert der Nerven, die bei der Parkplatzsuche in Städten draufgehen und ich bin zufrieden ;)
Super Artikel!
Habe mir vor kurzem eine ähnliche Rechnung aufgestellt, die deiner Berechnung sehr nahe kommt.
Bei mir kämen noch die Punkte
a) Kosten für eine Garage (60,-)/ monatlich hinzu.
b) Und nicht zu vergessen: Auto-Fahrzeit ist für mich i.d.R. “tote Zeit” (wenn es nicht gerade mal Spaß macht). Ich nutze täglich 1,5 h Fahrzeit in der Bahn zum Lesen. Im Auto hätte ich ca. 1h “vergeudet”.
An alle Bahnfahrer, die sich über verspätete Züge aufregen: lieber 15 Min am Bhf länger stehen, als 1h im Stau!
Schönen Gruß
Interessante Ansätze.
Eine Tabellarische Auflistung hab ich auch hier gefunden:
http://j.mp/WMI2Ps
die Preise bewegen sich zwischen 0.26Eur/km (Citroen C1) und 2.85Eur/km (S65AMG.. :) ), der Golf Comfortline kommt dort auf 0.43Eur/km
Grundsätzlich bin fahre ich auch lieber Bahn, finanziell und aus Überzugung. Dennoch etwas “konservativ” (also in dem Fall die Meinung zu sehr die Preise hochtreiben) erscheint mir:
Wenn ein Reifen 70 000 km hält, und ich 235 000 km mit meinem Auto fahre, dann brauch ich also 235/70 = 3.3 sprich 4 sätze Reifen. Das aufs Jahr runterzurechnen, dann zu runden und anschliessend wieder zu multiplizieren ist ja ein Rundungsfehler.
Die kalkulatorische Zinsen also Kosten anzusetzen halte ich eigentlich nicht für gerechtfertigt. Erstens würde sich kein normaler Mensch für 6% Geld leihen, um es dann für 3% anzulegen, zweitens könnte man dann auch Lotto ansezten mit einem Gewinn von 1000 000x eingesezter Summe. Ausserdem muss man sie ja eben nicht bezahlen.
Was die Bahnfahrt angeht: dass ich, selbst beim berechnen aller Kosten, mit dem Auto, wenn ich alleine fahre, nur 90.7Eur / 73.0Eur = 1.24x mehr kostet, finde ich sehr erstaunlich und spicht sehr gegen die Bahn. Fahren Sie mal zu zweit.
Ahllo Carl,
zunächst vorab: Diese Aufstellung kann natürlich nicht alle Eventualitäten abdecken. Dazu sind die Unterschiede beim Nutzungsverhalten, den Ausstattungsmerkmalen, usw. zu groß. Die Rechnung soll nur als Beispiel dienen wie man Fahrzeugkosten eigentlich rechnen müsste. Der ADAC-Autokostenrechner macht das auch zu einem gewissen Teil, lässt aber meiner Meinung nach wichtige Kostenstellen weg.
Zum Thema Reifen: Man kann das so sehen, allerdings werden die wenigstens Menschen nur drei von vier Reifen tauschen, da diese ja meist gleichmäßig abgefahren sind. Ich bin davon ausgegangen, dass alle Reifen zu einem gewissen Grad (sagen wir der Einfachheit halber 90%) abgefahren wurden und dann der gesamte Satz getauscht wird. Rein rechnerisch würde man natürlich mit 1 oder 2 Reifen weniger auskommen, die aber finanziell dann nicht mehr so stark ins Gewicht fallen. Theoretisch könnte man Reifen ja auch noch runderneuern, wenn man denn will…das ist auch ncith mit in die Rechnung eingeflossen.
Die kalkulatorischen Zinsen sind essentiell wichtig, da sie die Opportunitätskosten des Kapitals einpreisen. Dr Verzicht auf das Auto und die Alternativanlage der verfügbaren finanziellen Mittel muss irgendwie eingepreist werden. Ansonsten wird die Rechnung verzerrt…
Die Bahn hat durchaus einige Probleme mit ihrem Tarifsystem. Preislich gibt es einen gewisse Entfernung, die ab 2 Personen mit dem Pkw weitaus günstiger ist als mit der Bahn. Dies kippt aufgrund der Entfernungsdegression der Bahnpreise ab einem gewissen Level (ich hab an dieser Stelle mal etwas dazu geschrieben: http://j.mp/WE0KWS
). Muss man aber immer für die jeweilige EInzelstrecke betrachten. Ganz interessant sind auch Familien, bei denen Kinder unter bzw. über 14 Jahre alt sind. Dieser Geburtstag ändert an der Rechnung sehr viel, da ab diesem Alter Kinder bei der Bahn zahlen müssen…
Theoretisch müsste man bei der Berechnung auch die Nutzenseite relationsabhängig etwas näher betrachten. Welche Zeitgewinne habe ich im Vergleich Pkw / Bahn und wie setze ich die theoretisch Arbeitszeit im Zug an, die ich im Gegensatz zum Auto (Fahrer) gewinne… Viele Fragen, wenig Antworten kann ich da nur sagen. Ist leider für mich persönlich nicht darstellbar, da der Aufwand zu groß ist. :-/
Viele Grüße,
Martin Randelhoff
Vielen Dank für die ausführliche Kostenanalyse.
Bin “auf dem Dorf” aufgewachsen und wohne auch so. Daher geniesse ich die Vorzüge des Individualverkehrs mit dem eigenen Auto.Im unregelmäßigen Schichtbetrieb zum weit entfernten Arbeitsplatz war ich auch darauf angewiesen.Durch langjährige Nutzung(gemittelt 16 Jahre),unfallfeies Fahren und Eigenwartung hatte ich weit niedrigere Kosten, als von Ihnen angesetzt.Als Haupt-Kostenverursacher/treiber sehe ich sowohl die hohen Neuwagen-als auch die weit überhöhten Ersazteilpreise.
Zustände wie in der früheren DDR mit fast keinen Autos wünsch’ich mir nicht- man denke nur an die Auswirkung auf unsere Wirtschaft! Mehr als 50 Prozent aller Arbeitsplätze hängen angeblich direkt oder indirekt an unserer Autoindustrie – Wo bleibt “die Freude am Fahren”?
Eine bewußt sprit-sparende Betriebsweise wünsch ich mir jedoch schon!Zu dieser Bewußtseinsschärfung kann Ihre Auflistung durchaus beitragen.
Daß als “Ausgleichsmaßnahmen” für neue Umgehungsstraßen direkte Verbindungen zwischen Teilorten gesperrt werden und so für kurze Distanzen ein mehrfaches an Umweg erforderlich werden halte ich genauso wie generelles Tempo 30 auf Durchgangsstraßen für “Schwachsinn”, weil beide Maßnahmen der Umwelt durch den Mehrverbrauch Schaden zufügen!
“Für eine 100 Kilometer lange Fahrt mit dem Auto betragen die Kosten folglich 43,53 €, 33,83 € bzw. 32,41 €. Mehr als der durchschnittliche Autofahrer vermutet, nicht wahr?
Eine Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof ist laut Google Maps genau 280 Kilometer lang. Die entsprechende Bahnfahrt kostet 59,00 Euro (IC) bzw. 73,00 Euro (ICE). Mit dem Golf würde dieselbe Strecke 121,88 €, 94,724 € bzw. 90,748 € kosten. Nur mal so als kleiner Denkanstoß. ;-)”
Das stimmt soweit schon, nur fehlt mir da noch ein Aspekt. Was ist wenn ich die Reise zu viert antrete? Dann zahle ich für die Bahn das vierfache. Für die Fahrt mit dem PKW aber sicher nicht. Die Kosten sind dann durch den höheren Spritverbrauch villeicht um 10-20% (Schätzung!!!) höher und nicht 4 mal so hoch. Nur mals so als keiner Denkanstoß ;-)
Prinzipiell sehr aufschlussreiche Rechnung.
Allerdings liegt der durchschnittliche Gebrauchtpreis für o.g. Golf je nach Zustand bei ca. 4000 – 6000 Euro.
Ich behaupte mal, niemand mit halbwegs Verstand verschrottet oder verschenkt sein Auto nach der durchschnittlichen Nutzungsdauer.Man sollte also den Wiederverkaufswert mit einkalkulieren.
Noch mehr Sinn macht es,statt einem Neuwagen einen Gebrauchtwagen zur Kalkulation heranzuziehen,was wesentlich realistischer ist.
Hallo,
beim Zwischenwert im Abschitt “Kraftstoffkosten” stimmt die Einheit nicht, statt “0,2497 Cent” müsste dort “0,2497 Euro” stehen. Im selben Abschnitt müsste es zudem statt “in Höhe von 1081€” “in Höhe von 10,81€” heißen.
Unglaublich €228 Instandsetzungs- und Wartungskosten im Jahr! Wenn ich mit andere Leute über ihre Reparaturkosten für PKW rede, kann da was nicht stimmen. Im Jahr, wer zu Arbeit 20km/Tag mit dem Fahrrad fährt muss mit ca. €200-€250 Instandsetzungs- und Wartungskosten rechnen.
Allein 2 Michelin Energy Saver+ Reifen ohne Montage wären ca. €228 und das ist nicht alles, was im Jahr anfällt! Diese Zahlen sollten nachgeprüft werden.
Alle hier genannten Zahlen sind Durchschnittswerte über die Gesamtlebensdauer eines Fahrzeuges. Bei Neuwagen ergibt sich in den ersten Jahren ein Instandhaltungsaufwand nahe Null. Bei älteren Fahrzeugen steigt dieser natürlich stark an. Bei jungen Fahrzeugen werden Reifen u.ä. auch nicht getauscht, sondern erst nach einer gewissen Laufleistung…
Aber natürlich kann man über die Zahl diskutieren. Diese wurde auch nicht von mir ermittelt, sondern vom Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe angegeben. Über die rechnerische Zusammensetzung dieser Zahlen habe ich jedoch keine Kenntnis.
Aber genau das meine ich Martin, ich hätte die €228 / Jahr NUR auf die ersten 2 Jahre getippt. Das kann kein Langzeitrechnung sein!
Als ich selbst die Reparaturen und Wartungen vorgenommen habe, kam ich nicht so günstig davon weg. Mein Chef mit neuem VW Sharan kann auch gerne die erste Inpektionrechnung zeigen, denn schon die liegt über €228. Diese Zahl ist leider nicht nur optimistisch sondern kann einfach nicht sein. Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe rechnet falsch oder meinen was anderes aber bestimmt nicht die jährliche Instandsetzungskosten. Ich werde einfach mein Mechaniker da fragen aber alle hier im Raum sind einig: Der Zahl ist nicht zu gering sondern viel zu gering.
Okay, ich werde beim Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe mal nachfragen, ob sie mir die Zusammensetzung dieses Betrages nennen können. Dann kriegen wir da vielleicht mal ein bisschen Licht ins Dunkel…
Ich finde Ihren Artikel gelungen weil sie dabei
erfrischend gründlich vorgehen :-)
TIP:
Beim Thema Versichrung müßte man sich nicht auf einen Tarif festlegen, wenn sie die km-Kosten in Anhängigkeit vom Tarif in einer Tabelle darstellen würden.
Des weiteren fällt mir zum Vergleich: PKW-ÖVM ein,
daß in öffentlichen Verkehrsmitteln Gefahren und Bußgelder entfallen, die im Idividualverkehr gibt.
Bei all den Rechnungen sind auch die Zusatzkosten durch Staus nicht mit eingerechnet.