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Future Mobility Camp Berlin 2013 – Eine Nachlese

Future Mobility Camp Berlin 2013 – Eine Nachlese

Etwas größer, etwas organisierter und etwas professioneller ist sie geworden, die zweite Auflage des Future Mobility Camps. Bereits kurze Zeit nach dem ersten Future Mobility Camp im April dieses Jahres in Dresden war mir klar, dass das von uns erprobte Veranstaltungskonzept eines Nachfolgers würdig ist.

Mit dem Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) fand sich in ein geeigneter Partner, der durch Valentin Jahn erfolgreich vertreten wurde. Die derzeitige Diskussion um die Finanzierung unserer , Planungsprinzipien und die Datenschutzproblematik von Verkehrsdaten (Maut, elektronische Fahrscheine, etc.) setzte den entsprechenden thematischen Rahmen.

Etwa 200 meist junge Teilnehmende diskutierten Ende Oktober angeregt mit Vertretern aus Politik, Unternehmen, Organisationen und der Wissenschaft über Trends und Entwicklungen in den Bereichen im 21. Jahrhundert, Nachfrageorientierte (Echtzeit-) , Bürgerbeteiligung bei Infrastrukturprojekten, u.v.m.

Weitere Impressionen der Veranstaltung sind hier zu finden.

Future Mobility Camp 2013 Berlin

Angeregte Diskussion bspw. mit Dominique de Ternay, Head of Marketing R.A.T.P. Développement – Foto: Patrick Johannsen

Ich persönlich war mit dem Verlauf des FMC Berlin 2013 im Großen und Ganzen zufrieden und habe mich insbesondere über die tolle Atmosphäre und den offenen Austausch gefreut. Hierfür möchte ich mich bei allen Teilnehmenden recht herzlich bedanken!

Die Veränderungen, die wir im Vergleich zum ersten in Dresden umgesetzt haben, entfalteten ebenfalls ihre Wirkung. Durch den stärkeren Workshop-Charakter des ersten Tages wurde das klassische Prinzip aus Vortrag und anschließender Frage-Antwort-Runde aufgebrochen, die Interaktion und der Austausch sowie eine weitergehende Auseinandersetzung mit bestimmten Themen gefördert. Dies werden wir auch in beibehalten bzw. noch weiter ausbauen!

Wir haben auf die Teilnehmer des FMC Dresden gehört und den Wunsch nach einer Abendveranstaltung erfüllt! Freundlicherweise hat uns das Deutsche Technikmuseum Berlin die entsprechenden Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, welche uns den Brückenschlag zwischen alt und neu, etabliert und innovativ ermöglicht haben.

Herausstechendes Element des Abends war sicherlich die Podiumsdiskussion, die ich mit solch illustren Gästen wie Prof. Dr. Andreas Knie (DB / InnoZ), (Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin GmbH), Burkhard Stork (Bundesgeschäftsführer ADFC), Anton Hofreiter (MdB Bündnis 90/Die Grünen, Co-Fraktionsvorsitzender, seit 2011 Vorsitzender des Ausschusses für , Bau und im Deutschen Bundestag), Prof. Dr. Dirk Böndel (Direktor des Deutschen Technikmuseums Berlin), Andreas Leo (Pressesprecher Daimler Mobility Services / ) und Martin Schmitz (Geschäftsführer Technik Verband Deutscher Verkehrsunternehmen / ehem. Geschäftsführer Vossloh Kiepe GmbH) moderieren durfte. 

Podiumsdiskussion FMC Berlin

Podiumsdiskussion auf dem Future Mobility Camp Berlin mit Prof. Andreas Knie, Hartmut Mehdorn, Burkhard Stork, Andreas Leo, Martin Randelhoff, Prof. Dirk Böndel, Martin Schmitz, Anton Hofreiter (von links nach rechts) – Foto: Patrick Johannsen

Es dürfte allerdings sehr schwer werden, dies nochmals zu toppen. Nichtsdestotrotz werden wir uns dieser Aufgabe natürlich stellen!

Wie geht es weiter?

Die ersten beiden Future Mobility Camps haben gezeigt, dass das Format funktioniert. Dies soll es aber nicht gewesen sein! Wir haben auch erkannt, dass in diesem Format noch enorme Potenziale stecken, die wir gemeinsam heben und entwickeln möchten. 

Der gesellschaftliche Diskurs, wie die , und damit einhergehend unser Leben in der Zukunft, gestaltet sein soll, muss auch von jenen geführt werden, die hoffentlich auch noch in fünfzig Jahren auf diesem Planeten leben werden. Das FMC bietet eine Plattform für diesen Austausch und wird hoffentlich auch im Jahr 2014 interessante Menschen miteinander vernetzen.

Die Planungen für das kommende Jahr haben wir bereits kurz nach dem FMC Berlin 2013 aufgenommen und uns viele Gedanken gemacht, wie das Future Mobility Camp weiterentwickelt werden kann. Wir würden uns an dieser Stelle auch über Vorschläge von außen freuen. Berlin hat bei mir persönlich weitaus mehr Fragen aufgeworfen als Antworten geliefert.

Martin Randelhoff Foto auf dem Future Mobility Camp Berlin 2013

In welche Richtung soll es gehen? – Foto: Patrick Johannsen

Wir werden uns in den kommenden Wochen Gedanken darüber machen müssen, wie das FMC auch eine langfristige Wirkung entfalten kann. Wie können wir mit drei oder vier Veranstaltungen im Jahr an wechselnden Orten und mit wechselnden Schwerpunktthemen eine Kontinuität und Weiterentwicklung in der Diskussion erreichen? Kann und muss man jedes FMC isoliert betrachten oder gelingt es uns, verschiedene Veranstaltungen miteinander zu verknüpfen? Wie können wir Verbände und Organisationen tiefer einbinden und entsprechende Teilnehmer gewinnen? Wie sollen die Themen festgelegt werden? Ist ein Fokus auf ein, zwei Kernthemen sinnvoll oder sollte man die ganze Bandbreite der abdecken? Wie können wir Bauingenieure, Fahrzeugtechniker, Architekten, Designer, Stadt- und Raumplaner, etc. besser integrieren? Schaffen wir es, von einer reinen Betrachtung der hin zu einer ganzheitlichen Betrachtung des Themas Mobilität mit all seinen Facetten und Wirkungsmechanismen zu kommen? Ist dies im Rahmen einer zweitägigen Veranstaltung abzubilden?

Wir haben viele Fragen, mit denen wir uns in den kommenden Wochen beschäftigen müssen. Wir freuen uns, wenn sich möglichst viele Leser dieses Blogs, Teilnehmer des FMC und jene, die es noch werden wollen, an dieser Diskussion beteiligem. Denn nur gemeinsam können wir das Future Mobility Camp weiterentwickeln!

Wir sehen uns in Dresden!

Verfasst von:

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität. Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, Studium der Verkehrswirtschaft an der TU Dresden. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

3 Kommentare

  1. Zweifler

    Hallo,

    zunächst einmal möchte ich diese Nachlese dazu nutzen, noch einmal darauf hinzuweisen, dass ich einen Vortrag für die Horber Schienen-Tage u.a. dazu genutzt habe, das FMC vorzustellen:
    „Was müssen wir tun, um die Zukunft zu gewinnen?“ – http://j.mp/19UCN4Q

    Daraus ein wichtiges Zitat: „Ohne Zweifel ist das Future Mobility Camp ein attraktives Format und eine Bereicherung für die Verkehrs und Mobilitätsszene.“

    Bereits in Berlin hatte ich mir so meine Gedanken gemacht zur Einbettung des FMC in die sonstige „Verkehrsszene“, zu Unterschieden zwischen dem FMC-Teilnehmerkreis und den Teilnehmern anderer Veranstaltungen zur Thematik. Das mündete dann in einer Mail an die beiden Organisatoren und Moderatoren des FMC (Martin Randellhoff, dem wir u.a. diesen Blog zu verdanken haben, und Valentin Jahn vom INNOZ).

    Ich hänge jetzt diese E-Mail einfach mal an – vielleicht kann der eine oder andere Leser mit meinen Gedanken etwas anfangen, sie weiterspinnen, oder auch Argumente entkräften bzw. richtig stellen.

    ————

    E-Mail vom 28.10.2013 an Martin Randelhoff und Valentin Jahn:

    Mein erstes FMC – schön war’s. Nette Leute, hübsche Location, interessante Themen. Und bei der Abendveranstaltung sogar richtige Promis.

    Martin lästert in seinem Blog zu Recht über „normale“ Tagungen, wo jeder versuche „sein Produkt oder seine Politik möglichst gut zu verkaufen“. Tja, letzteres gilt zum Teil auch für das FMC – und das ist gut so, insbesondere, wenn man Produkt und Politik noch durch „Idee“ ergänzt. Ich bin nach Berlin gefahren, natürlich auch um etwas rüberzubringen, und natürlich auch um etwas mitzunehmen. Beides ist gelungen, letzteres etwas besser, was ja beim Verhältnis ich alleine vs. alle anderen, die auch was rüberbringen wollten, nicht sonderlich verwundert.

    Neben den vielen fachlichen Themen sehe ich das Wichtigste aber in den Menschen, die man kennenlernt. Und das gilt auch dann, wenn man sich im Netz bereits gekannt hat.

    Da ich mich erst mal hineingewöhnen musste, kam ich recht spät auf ein Thema, dass mich neben Sachen wie Bürgerbeteiligung und einigen ÖV-nahen Sachen so interessiert, dass ich es selber zur Diskussion stellte: wie verbindet man neue Formate des Austauschs wie FMC mit althergebrachter Interessensvertretung durch Verbände. Damit meine ich nicht die Profiverbände wie VDV oder VDA sondern die Verbände wie BUND/BN, ADFC, VCD oder PRO BAHN, bei denen jeder Mitglied werden kann, und bei denen Leute mitmachen, weil sie etwas bewegen wollen. Und „etwas bewegen wollen“ ist dann ja wohl auch die Schnittmenge zum FMC.

    Außerhalb der Schnittmenge liegt aber z.B. die Altersstruktur. Das Durchschnittsalter bei der Mitgliedschaft der genannten Verbände ist höher als beim FMC und wohl auch weiter zunehmend (ich befürchte schneller als im Bevölkerungsdurchschnitt). Damit verbunden: all diese Verbände haben Nachwuchssorgen – sowohl bzgl. Mitgliedschaft als auch bzgl. aktiven Engagements.

    Ok, die Leute wollen sich nicht mehr so binden, wie vor zwanzig Jahren. Die Gesellschaft ist individueller geworden. Aber ist das gut? Wie erreicht man, dass der „Brainpool“ FMC vom Wissen und den Kontakten der Verbände profitieren kann? Wie bringt man die Erkenntnisse, die aus einem FMC entstehen, in die Verbände hinein? Natürlich sind Initiativen (meist lokale) auf dem FMC vertreten. Am Ende gehen alle nach Hause, die einen machen mehr daraus, die anderen weniger. Eine Verschränkung mit Verbandsarbeit könnte helfen, die Weiterarbeit an FMC-Ideen zu verstetigen, sie weniger flüchtig zu machen.

    Es gibt natürlich personelle Überschneidungen FMC/Verbände, die erscheinen mir aber keinesfalls ausreichend. Wie auch immer: an dem Thema möchte ich irgendwie dranbleiben.

    Was war jetzt aus meiner Sicht nicht so toll? Ok, ich komme aus der ÖV-Thematik, von den oft verpönten „Massenverkehrsmitteln“. Da fällt mir dann natürlich ins Auge, dass (zu) viele Leute die wesentliche Lösung in der E-Mobility als Individualverkehr sehen. Dieser Eindruck wurde beim FMC noch verstärkt durch die Präsenz entsprechender Sponsoren bzw. einiger Innoz-Arbeitsfelder. Schon seit langem wird mir die Umweltproblematik zu sehr auf das Klimathema verengt – das Analogon im Verkehr ist die Verengung auf E-Mobility. Flächenverbrauch oder Siedlungsentwicklung sind aber Themen, die sich entlang von IV anders (meiner Meinung nach negativer) entwickeln als entlang von ÖV (dass Ballungsraum vs. Fläche hier zu abweichenden Wertungen führen, ist auch klar).

    Unsere bekannten Infrastrukturprobleme liefern eine zweite Sichtweise: anscheinend können wir uns bereits heute nicht mehr leisten, parallel und gleichwertig in Infrastrukturen für verschiedene Verkehrsmittel zu investieren. Brauchen wir also mehr Konzentration der vorhandenen Finanzmittel? Mehr Vorab-Konsens statt individueller Verkehrsmittelwahl?

    Ich komme nicht nur aus der ÖV-Thematik, ich bin auch schlicht ein paar Jahre älter als der durchschnittliche FMC-Teilnehmer. Mir fällt dann etwas der Anspruch auf Angebotsverfügbarkeit auf (nicht zum ersten Mal aber durchaus öfters korreliert mit „jüngere Generation“). Das ist für mich etwas befremdlich, weil ich selber eher mit dem Gedanken der begrenzten Ressourcen aufgewachsen bin. Und da bin ich mir dann nicht mehr sicher, ob das über Marktmechanismen und individuelle Selektion von Angeboten regelbar ist. Denn (fast) jedes Angebot braucht Infrastruktur, die vorab mit hohem Fixkostenanteil finanziert werden muss. Dazu kommen negative nicht-monetäre Effekte.

    Aber was soll’s: FMC ist auch ein Angebot, und meiner Meinung nach, eines, das uns vorwärts bringen kann. Man kann ja Ansichten anderer Leute nur von innen heraus ändern – Problematik darstellen, Denkprozesse anstoßen, Ideen präsentieren. Und nur über die angestoßenen Denkprozesse gibt es die Chance, dass daraus auch Lösungen entstehen, dass etwas herauskommt, das mehr ist als eine Addition von Ideen Einzelner.

    Am Ende ein ganz großer Dank an euch beide und alle Mitorganisatoren. Mir ist durchaus klar, dass ich hier nur deshalb herumlästern kann, weil andere Leute vorab einiges an Arbeit geleistet haben.

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Mal gerade heraus gefragt: Habe ich dir damals eine längere Antwort geschrieben?

      Wir haben über das Problem mit der IV-Fokussierung auf jeden Fall diskutiert und werden in Dresden diesbezüglich mal etwas testen… ;-)

      Viele Grüße,
      Martin

      Antworten
      • Zweifler

        Hallo Martin, ich habe deine Antwort erst jetzt gesehen (keine Email aktiviert und zuviel unterwegs gewesen).

        Ja, du hast mir damals per Mail geantwortet. Ich denke es sind zwei Probleme, die irgendwie zusammenhängen:
        1) etwas zuviel Fokus auf IV
        2) Ressourcenknappheit bzw. -verteuerung vs. gewünschte Angebotsvielfalt.

        Gerade 2) trifft bzw. verteuert m.E. den ÖV, weil dann zuviele ÖV in der HVZ wählen und zuwenige in den Zeiten, in denen man sich mit der Auswahl leichter tut.

        Dazu fiel dann in Berlin – für mich eher belustigend, und vielleicht auch nur ein Randphänomen – noch die Erwägung von „Stilfragen“ in Zusammenhang mit dem Limousinenservice auf (Werbung wirkt halt doch).

        Antworten

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