Auch in den Niederlanden sind die Radwege nicht vom Himmel gefallen~2 Minuten Lesezeit

Es ist schon immer ein bisschen unfair, wenn deutsche Radverkehrsanlagen mit holländischen oder dänischen verglichen werden. Man mag einwenden dürfen, dass die und Dänemark weitaus kleinere Fläche haben als Deutschland, die Städte kleiner sind und die Mentalität erst Recht. Aber Deutschland hinkt trotzdem zurück…Niederlande Kreuzungsbereich mit einer radfahrerfreundlichen Abbiegerbeziehung und einer hohen VerkehrssicherheitZwar haben wir mit Münster und Freiburg auch einige herausragende Fahrradstädte, München beeilt sich eine zu werden. Aber Münster ist zum Beispiel nicht nur - , sondern auch Auto-Stadt (Anteil des Pkw an allen Wegen: 36,3 Prozent, Vergleichswert : 37,6 Prozent 1 Dies hat vor allem mit dem hohen Pkw-Anteil von Auswärtigen, die in die Stadt fahren, zu tun. Ich will jetzt hier aber auch nicht zu kleinlich sein…

Niederlande Kreuzungsbereich mit einer radfahrerfreundlichen Abbiegerbeziehung und einer hohen Verkehrssicherheit FeinplanungDenn auch in den Niederlanden ist die Radverkehrsinfrastruktur nicht vom Himmel gefallen. Der Pkw-Besitz stieg nach dem 2. Weltkrieg in den Niederlanden ähnlich wie in Deutschland massiv an. Die tägliche Reiseweite wuchs von 3,9 Kilometer 1957 auf 23,2 Kilometer im Jahr 1975. Großer Druck aus der Bevölkerung musste die Regierung erst dazu bewegen, den zu fördern. Grund waren die hohe Zahl von Verkehrstoten. Allein im Jahr 1971 starben über 3300 Menschen auf niederländischen Straßen. Eta 400 der Getöteten waren Kinder unter 14 Jahren. Nach massiven Protesten und der ersten Ölkrise wurde massiv in den und insbesondere Radverkehrsanlagen investiert. Aus den ersten niederländischen Innenstädte wurden Autos verbannt und Fußgängerzonen eingeführt. Der stieg in den nächsten Jahren um 40 und mehr Prozent.

Übrigens: die Zahl der im getöteten Kinder sank von über 400 im Jahr 1971 auf 14 im Jahr 2010.

Wer sich noch ein wenig mit niederländischen Radverkehrsanlagen, Abbiegebeziehungen im Kreuzungsbereich, etc. beschäftigen möchte, kann hier die Theorie betrachten:

Und hier die praktische Anwendung:

  1. Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Münsteraner: Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im November 2007 – Amt für , , , Abteilung , Stadt Münster – Beiträge zur Stadtforschung, Stadtentwicklung, 1/2008 – http://www.muenster.de/stadt//pdf/verkehrsverhalten_befragung2007%281%29.pdf

Verfasst von

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität. Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, Studium der Verkehrswirtschaft an der TU Dresden. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

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Christoph
Gast

also diese holländischen Radverkehrsanlagen scheinen schon wirklich besser zu sein als unsere. Auch viel breiter und flüssiger geführt. Aber einer der Hauptnachteile von Radwegen (unlogische Verkehrsführung an Knotenpunkten: Geradeaus-Radverkehr rechts von Kfz-Rechtsabbieger) bleibt hier erhalten. Ein Grund für weniger Rechtsabbiegerunfälle in Holland scheint neben den im Video genannten Gründen auch die extrem Präsenz von Radlern zu sein. Je mehr unterwegs sind, desto sicherer wird es.
In Deutschland wäre m.E. die beste Lösung: Tempo 30 flächendeckend innerorts, ohne Ausnahme. Und komplett eigene Spuren für den Radverkehr, damit man schön entspannt am Stau vorbeiradeln kann. Und an den Kreuzungen wird direkt links abgebogen, bei 30 kein Problem. Ich prophezeie dass Tempo 30 innerorts nur noch eine Frage der Zeit ist. Übrigens: guter Blog.

hamburgize
Gast

Die dargestellten nierderländischen Kreuzungspläne sind auch nicht besser als neuere schlechte aus Deutschland. Radfahrer im Geradeausverkehr, die an der Haltelinie bei Rot an der Kreuzung stehen bleiben, blockieren den Querverkehr (querenden Radverkehr). Solch eine Kreuzung müsste durch jedes Sicherheitsaudit durchfallen.

Ganz unvorstellbar ist solche eine Lösung bei hohem Radverkehrsaufkommen, wie es doch für die Niederlande anzunehmen ist.

Beispiel dieser Krüppellösung aus der „Umwelthauptstadt“ Hamburg

Ganzjahresradfahrer
Gast

Diese breiten und glatten Radwege hätte ich gerne auch hier. Mich nervt in D,
dass Radwege im Nichts enden
dass die Radwege schnell buckelig werden
dass die nicht ordentlich vom Schnee befreit werden im Vergleich mit der Straße
dass man auf der Straße angehupt wird sogar wenn eigentlich mehr als genug Platz ist oder der Radweg eisbedeckt ist.

Aber mal ein paar Fragen: Wie sieht es im Winter aus? Sind die Brücken gesperrt oder werden die auch gesalzen oder geheizt?

Heinz-Peter Fischelmanns
Gast

Hallo Christoph,

ich bin erst jetzt auf Deine Webseite gestoßen. Ich hatte gerade etwas Zeit und habe mich zum Thema Radwegebau in den Niederlanden und in Deutschland im Netz umgeschaut. Ich bin zwar Radfahrer, kenne auch die Radfahrsituation in beiden Ländern, aber ansonsten beim Thema Planung Laie. Vorhin ist mir diese Seite aufgefallen: http://j.mp/QlyTvk
.
Das scheint ja ein Trend zu sein: im Kölner Stadtanzeiger stand etwas ähnliches auch schon vor einiger Zeit drin. Ich bin jetzt ganz verwirrt. Was stimmt denn nun ? Sind Radwege sicherer, zumindest wenn sie so angelegt sind, wie in den Niederlanden ?

Fahrradplaner
Gast

Zweifel, dass NL Lösung die bessere ist

Der „Sicherheitsvorteil“, den der erste Film zeigt (mit Zielgruppe Planer in den USA), lehnt ja vor allem den links vom Rechtsabbiegestreifen liegenden Geradeaus-Radfahrstreifen ab. Nach der Aussage im Film bräuchte der Autofahrer einen Schulterblick nach hinten , um einen Radfahrer, der vom Radweg auf den Radfahrstreifen einfährt, sehen zu können (bei 00:15). Dieses Auto kann aber bei weniger kurzer Verflechtungs-/ Konfliktfläche oder geradlinigen Radfahrstreifen mit richtig angelegtem, üblicherweise additivem Rechtsabbiegestreifen (wie meist in deutschen Städten praktiziert) noch weit vor dem Radfahrer nach rechts ziehen – das Auto fährt ja in der Regel deutlich schneller als der Radfahrer. In Wirklichkeit ist es eher der Autofahrer im hinteren Wagen, der den Radfahrer sehen soll und das auch gut kann, klar und deutlich nach vorn rechts. Er konnte den Radfahrer vorher schon sehen, da der Radweg für ihn vorne rechts ohne Sichthindernisse ist.
Unter anderem deshalb wird diese Lösung in deutschen Planungswerken für den Radverkehr empfohlen, z.B. in den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen, ERA 2010. Grundlage sind Unfall- und Konfliktuntersuchungen, die schon Anfang der 90er Jahre veröffentlicht wurden: SCHNÜLL, R.; ALRUTZ, D.: Führung des Radverkehrs an städtischen Knotenpunkten. Forschungsberichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Heft 262;
Bergisch Gladbach 1992; Zusammenfassung: http://j.mp/Z635dK

Der Schulterblick für rechtsabbiegende Autofahrer ist bei dieser NL-Lösung weiter erforderlich, wenn beide gleichzeitig grün haben und Radfahrer nicht im Pulk vorne zusammenstehen, sondern einzelne nachtröpfeln. Nur der vorher stehende und dann losfahrende Radfahrer hat Vorteile, wie in Deutschland auch in Folge von Grünvorlauf oder vorgezogenen Aufstellflächen. Bei Grün ankommende Radfahrer bleiben immer gefährdet, so lange es nicht getrennte Signalphasen für rechtsabbiegende Autos und geradeausfahrende Radfahrer gibt. Die aber scheinen in NL häufiger eingesetzt zu werden als anderswo – im Film wird darauf nur mit Schrift hingewiesen, nicht aber im gesprochenen Kommentar.

Den Sicherheitsvorteil rein auf Grund dieser Gestaltung kann ich deshalb nicht nachvollziehen.

Dambedei
Gast

Also ich kann diesen Modelleisenbahn Radwegen nichts abgewinnen.

So Dinger mögen ängstlichen, ungeübten Radfahrern und vor allem Autofahrern gefallen.

Aber Leuten die auf einem hochwertigen Rad im Flachen ohne Gegenwind ohne Probleme 30 km/h erreichen ist das eine Zumutung.

Am Ende fährt man dann sowieso wieder auf der Fahrbahn und die selbsternannten Verkehrserzieher begehen Straftaten, um eine, ihrer Ansicht nach, schreckliche Ordnungswiedrichkeit zu ahnden.

Weg mit den unsäglichen Hochbord-Radwegen. Radspur auf die Fahrbahn und Polizei her, die agressive, gefährliche PKW Lenker aus dem Verkehr zieht.

Es gibt einen kleinen Bodensatz von Autofahrern, die auf Grund ihrer Persönlichkeitsstruktur nicht zum Führen von Kraftfahrzeugen geeignet scheinen.

Stefan
Gast

@ Dambedei: Das sagt jemand, der keine Ahnung von nierderländischen oder vielleicht auch dänischen Radwegen hat. Einerseits gibt es in Kopenhagen innerstädtisch auf Radwegen grüne Welle bei Tempo 20 auf langen Strcken – da nützt auch Mischverkehr auf der Fahrbahn mit einem Tempo 30-Rad nichts, weil die Ampeln auf Tempo 20 geschaltet sind. Die Radwege sind dort mindestens 2,2 Meter breit – beiserseits der Fahrbahn verstet sich, also als Einrichtungsradwege zum mehrspurigen Befahren.

In den Nierdelanden werden vermehrt hochleistungsfähige Schnellradwege gebaut. Ich hatte letzte Woche das Vergnügen mir welche zu erfahren im Raum Nijmegen. Da fahren u.a. sehr viele Rennradfahrer mit Helm und Ausrüstung drauf, sicherlich nicht nur wegen der „bösen“ Straßenverkehrsordnung, sondern weil die Radwege vorteilhaft angelegt sind.

Straßenunabhängig geführt hatte der neue Schnellradwegabschnitt Nijmegen – Beunigen sogar Vorrang vor dem querenden Verkehr, u.a. in einem Hafen- und Gewerbegebiet. In Deutschland undenkbar!!!

Alfons Krückmann
Gast

Kleiner Fehler im Artikel:
„Aber Münster ist zum Beispiel nicht nur Fahrrad- , sondern auch Auto-Stadt (Anteil des Pkw an allen Wegen: 36,3 Prozent, Vergleichswert Fahrrad: 37,6 Prozent 1 Dies hat vor allem mit dem hohen Pkw-Anteil von Auswärtigen, die in die Stadt fahren, zu tun. Ich will jetzt hier aber auch nicht zu kleinlich sein…“

Das stimmt so nicht. Der genannte modal-split ist ein Einwohner-Wege Modal-split, also explizit ohne Auswärtige.
Werden die Auswärtigen einbezogen sieht der Modal-split noch erheblch schlechter für den Umweltverbund aus.
Der Autoverkehr dominiert das Verkehrsgeschehen in immer stärkerem Maße, da der Radverkehr auf holprigen benutzungspflichtigen Mini-Radwegen lediglich zur Verlagerung innerhalb des Umweltverbundes führt.

Das kommt halt dabei raus, wenn der Radverkehr so verlangsamt wird, dass er lediglich in Konkurrenz zu Fussverkehr und ggf. dem ÖPNV treten kann, aber auf den meisten Distanzen oberhalb 4-KM (Altstadt ausgenommen) nicht in Reisezeit-Konkurrenz zum MIV bestehen kann.
Die Veränderungen der letzten 15 Jahre:
mehr Autoparkhäuser in der Kernstadt, neue Autostrassen, mehr Spuren auf den Autostrassen, MIV-freundliche Umgestaltung der Ampelphasen, etc.
Aber Hauptsache „Fahrradhauptstadt“ !

Thomas Stegh
Gast

Ich habe aktuell ein ganz schlimmes Negativ-Beispiel aus meinem Wohnumfeld in Köln/Hürth.

Ich versuche, mich dafür einzusetzen, dass die Planung verbessert wird. Wer kann mir helfen?

Ich würde gerne einen alternativen Plan-Entwurf erstellen, der auf den vorgegebenen Flächen eine bessere Lösung darstellt.

Hier mein Text, den ich an andere Eltern in meinem Freundkreis gesendet habe, – ist was länger… ;-)

————————————————————————————————————————————–

Hallo zusammen, da es uns als Eltern (zukünftig) radfahrender Kinder auf jeden Fall betrifft, schreibe ich Euch hier, wird etwas viel Text, sorry…

(Vielleicht seid ihr ja zum Teil auch „eher Autofahrer und weniger Radfahrer“, aber eure Kinder fahren bestimmt irgendwann mit dem Rad ;)

Ich habe schlechte Neuigkeiten, was die Planung für die Kreuzug Luxemburger Straße / Militärringstraße angeht.

Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen hat die Pläne nun veröffentlicht, und es ist „der blanke Horror für Fußgänger und Radfahrer“.

Wir haben nur einen Monat Zeit, Einwendungen einzureichen (Einwendungsfrist endet am 17.03.2017!)

Das ist aller Kürze, es folgen gleich ein paar Details.

…“kurze“ Argumente (warum ich „so entsetzt bin“, welcher Verkehrsplaner macht im Jahr 2017 noch sowas?!):

3 freilaufende Rechtsabbieger (!)

Freilaufende Rechtsabbieger sind Fahrstreifen, die es dem Autoverkehr erlauben, am an der Kreuzung wartenden Geradeausverkehr ampelfrei und schnell vorbeizufahren. Sie sind äußerst gefährlich, weil dabei der geradeausfahrende Radverkehr sehr häufig „übersehen“ wird.

Freilaufende Rechtsabbieger sind schwere Unfälle mit Ansage (viele LKWs!)

Ein Beispiel: Szenario „links abbiegen von der Luxemburger stadtauswärts auf den Militärring“:

Autofahrer haben eine eigene Abbiegespur, Radfahrer müssen über 5 (!) Autofurten mit 11 (!) Spuren, davon zweimal Zebrastreifen und drei Ampeln.

…und in den anderen Richtungen sieht es auch nicht besser aus.

– keine Fußgänger / Radquerung auf der „Kölner Seite“ des Militärrings.

– Radwege wohl am Rand der Mindestbreiten

– keine Möglichkeit auf der Fahrbahn zu fahren, entsprechend keine Radaufstellflächen.

– voraussichtlich „illegale“ Radwegbenutzungspflicht (oder ist da eine spezielle Gefährungslage auf der Fahrbahn?)
„Erhellend“ finde ich das Szenario „links abbiegen von der Luxemburger stadtauswärts auf den Militärring“:
Autofahrer haben eine eigene Abbiegespur, Radfahrer müssen über 5 (!) Autofurten mit 11 (!) Spuren, davon zweimal Zebrastreifen und drei Ampeln.
Eine krassere Diskriminierung kann man sich fast nicht ausdenken.
Danke für nichts, Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen – Straßen.NRW.
https://www.facebook.com/strassennrw/
Postanschrift
Ansprechpartner ist Herr Wartberg, Bezirksregierung Köln·50606 Köln, T: (49)0 221-147 2681.
Herr Wartberg ist mutmaßlich über ralf.wartberg@bezreg-koeln.nrw.de auch per Mail erreichbar. In jedem Fall aber über dieses Formular:
http://www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/mailform/index.php?visit=02211472681
Artikel StadtAnzeiger: http://www.ksta.de/koeln/lindenthal/luxemburger-strasse-militaerringsstrasse-linie-18-soll-unterirdisch-verlaufen-25695328
Link zu den Unterlagen: http://www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/verfahren/25_eisenbahn_planfeststellungsverfahren/eisenbahn_bahnuebergang_luxemburger_strasse/index.html
Außerdem: Die Stadtverwaltung muss hierzu im üblichen Verfahren als Beteiligte auch eine Stellungnahme abgeben, diese gehen normalerweise nur durch den StEA, dieser kann die aber auch in den Verkehrsausschuss überweisen. D.h., dass neben den ganzen Einwendungen, die von anderen Betroffenen und BürgerInnen kommen, auch die Kommunalpolitik entsprechend eingebunden wird. Zögert also nicht, den Ratsfraktionen Anregungen zu geben, was in einer solchen Stellungnahme auf keinen Fall fehlen darf

Andere Planungen der Stadt Köln enthalten schon mal Sätze wie…

„Freilaufende Rechtsabbieger sollen jedoch aus Sicherheitsgründen nach Möglichkeit gar nicht mehr oder nur noch an Stellen vorgesehen werden, wo es keine andere Lösung gibt.“…
(aus https://politik-bei-uns.de/file/54a0dc2b1ae6a017b603a447 )

…was für mögliche Alternativen zu freilaufenden Rechtsabbiegern gibt es für die Kreuzug Luxemburger Straße / Militärringstraße?

und um das nochmals „drastisch zu schildern“:

Ihr vielleicht diese weißen Fahräder, „Ghost Bikes“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Ghost_Bike)

Freilaufende Rechtsabbieger sind leider auch in Köln schon häufig genug tödlich gewesen.

Ein Beispiel:

Verkehr Freilaufender Rechtsabbieger (Unfallstelle): Kreuzung Stadtwaldgürtel/ Dürener Straße

Auf dem Weg nach Hause zu ihrer Wohnung in der Engelbertstraße musste die 57jährige Radfahrerin im Kreuzungsbereich nach rechts abschwenken, um zusammen mit den Fußgängern den sogenannten freilaufenden Rechtsabbieger und sodann die eigentliche Fahrbahn zu queren. Ein freilaufender Rechtsabbieger ermöglicht es dem motorisierten Verkehr, ohne Beachtung der Ampelschaltung im Kreuzungsbereich nach rechts abzubiegen. Dabei beobachten die Kraftfahrer naturgemäß den Verkehr, der sich ihnen von links nähert. Was rechts von ihnen vorgeht, wird nur allzu oft vernachlässigt. Der Lkw, der sie wenige Sekunden später überfahren sollte, wartete im freilaufenden Rechtsabbieger vor dem Fußgänger und Radfahrerüberweg. Vermutlich missdeutete die Radfahrerin dieses Warten als Gewährung des Vorranges. Dabei ließ – ebenfalls vermutlich – der Lkw-Fahrer nur den sich von links aus der Dürener Straße nähernden Verkehr passieren und fuhr just in dem Moment an, in dem die 57jährige Frau die Fahrbahn vor ihm queren wollte. Der Lkw-Fahrer konnte sie von seiner sich ca. 3 Meter über der Fahrbahn befindenden Warte aus nicht sehen. Die 57jährige befand sich im Toten Winkel. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei in Köln 89 Tote-Winkel-Unfälle. Dabei wurden 58 Menschen verletzt, 50 davon waren mit dem Rad unterwegs. Im vorliegenden Falle wurde diese latente Unfallgefahr durch den freilaufenden Rechtsabbieger noch einmal verschärft.

…aus http://docplayer.org/24084424-Die-fahrradzeitschrift-des-adfc-koeln-und-umgebung-e-v-denkanstoesse-geisterraeder-in-koeln-keine-sinnvollen-verkehrstechnischen-massnahmen.html

Wichtig ist halt dass das in die Presse kommt. Vermutlich kurz nach Karneval oder diese Woche am besten.

Die Videos auf dieser Seite zeigen schön, wie das besser zu lösen ist: https://www.zukunft-mobilitaet.net/7230/vergangenheit-verkehrsgeschichte/geschichte-niederlande-radwege-design-kreuzung-radverkehrsanlagen/

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