Analyse

[Kurz erklärt] Was ist intermodaler Verkehr?

Was ist Multimodalität? Was ist Intermodalität? Wechsel verschiedener Verkehrsmittel

Der Begriff Intermodalität stammt ursprünglich aus dem Bereich des Gütertransports und fand erstmals in den 1960er Jahren in den mit der aufkommenden Containerisierung Verwendung. Als intermodaler Verkehr wird der Transport von Gütern in ein und derselben Ladeeinheit mit zwei oder mehreren Verkehrszweigen verstanden, wobei ein Wechsel der Ladeeinheit, aber kein Umschlag der transportierten Güter erfolgt.

Die Ladeeinheit kann zum Beispiel ein Container oder ein Wechselbehälter sein, welche “inter modes” mit mehreren Verkehrsträgern transportiert wird. Ein Container wird beispielsweise von einem Lkw zu einem Umschlagterminal gebracht, dort auf einen Zug verladen und anschließend in den nächsten Seehafen transportiert. Nach dem Umschlag auf ein Schiff transportiert dieses den Container in den nächsten Hafen. Dort wird es zunächst auf ein kleineres Feeder-Schiff und im letztlichen Zielhafen auf einen Lkw verladen und zum Ziel gebracht.

Im Personenverkehr beschreibt Multimodalität zum einen die grundsätzliche Möglichkeit, verschiedene zu nutzen. Intermodalität ergänzt dies durch die Möglichkeit über Umsteigepunkte während einer Reise direkt zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln zu wechseln.1

intermodales und multimodalen Verkehrsverhalten
Verdeutlichung von multi- und intermodalem Verkehrsverhalten – Grafik: Von der Ruhren et al. (2003)

Verkehrsteilnehmer, die unterschiedliche innerhalb eines definierten Zeitraumes nutzen, werden als multimodal bezeichnet und diejenigen, die während eines Weges mehrere Verkehrsmittel nutzen, werden als intermodal bezeichnet. Intermodalität wird auch als Sonderform der Multimodalität bezeichnet. Während Multimodalität die “Variation von Verkehrsmitteln” bezeichnet, bezieht sich Intermodalität dementsprechend auf die “Verkettung von Verkehrsmitteln”.2

Die Begriffe Intermodalität und Multimodalität werden in verschiedenen Bezugssystemen verwendet:

Vergleich von Intermodalität und Multimodalität
Vergleich von Multi- und Intermodalität – Quelle: Von der Ruhren et al. (2003)

Ein Verständnis von intermodalen Wegeketten auf visueller Ebene lässt sich durch dieses Video im Auftrag der Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie Baden-Württemberg gewinnen:

Disclosure: Die Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie Baden-Württemberg hat das Future Mobility Camp Stuttgart 2015 finanziell unterstützt.

  1. Ahrens, Gerd-Axel/Aurich, Tanja/Böhmer, Thomas/Klotzsch, Jeanette/Pitrone, Anne (2010): zwischen Fahrrad- und ÖPNV-Nutzung – Analysen, Strategien und Maßnahmen einer integrierten Förderung in Städten. Endbericht. Dresden.
  2.  Von der Ruhren, S., Rindsfüser, G., Beckmann, K. J., Kuhimhof, T., Chlond, B.; Zumkeller, D. (2003): Bestimmung multimodaler Personengruppen. Schlussbericht FR-Nr. 70.724/2003, Forschungsprogramm zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in den Gemeinden, /Karlsruhe 2003
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Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität, arbeitet im ARGUS Studio/ in Hamburg. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Verkehrswesen und Verkehrsplanung an der Fakultät Raumplanung der Technischen Universität Dortmund.
Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum und nachhaltige Verkehrskonzepte.

Kontaktaufnahme:

Telefon +49 (0)351 / 41880449 (voicebox)

E-Mail: randelhoff [ät] zukunft-mobilitaet.net

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Wolfgang.Wuest
29. November 2015 15:21

Ich bewundere alle, die sich mit Engagement in die Entwicklung nachhaltiger Mobilität begeben. Das habe ich über viele Jahre auch probiert. Prius gefahren, Bahnkarte genutzt, fast nicht geflogen, Mitglied im AK “Nachhaltiger Wirtschaftsverkehr” der IHK Ffm.

Jeden Tag erfahre ich an meinem Wohnort (Eschborn), der mit 20000 Einwohnern und 35000 Pendlern jeden Tag über 100000 Autofahrten aushalten muss, wie die Realitäten sind. Fakt ist: Soll sich etwas zum Besseren wenden, müssen sich ganz viele Menschen in ihrem Verhalten ändern. Sonst nutzt keine Theorie irgendwas.

Macht trotzdem weiter!

VG. Wolfgang

Helmigo
Helmigo
26. November 2015 18:58

Intermodaler Verkehr ist ein Modebegriff der längst zur viel strapazierten hohlen Phrase geworden ist weil er ach so umweltfreundlich und modern kling. Wenn man mit dem Auto zum Flugzeug fahrt, dann ist das auch iV und wenn die Verkehrspolitiker wieder einmal den öffentlichen Verkehr im ländlichen Raum reduzieren und ein paar park and ride Plätze bauen, dann braucht man nicht lange zu warten und schon werfen die Presseabteilungen die Meldungen von der höchst erfolgreichen Förderung des intermodalen Verkehrs heraus.

Helmigo
Helmigo
Reply to  Martin Randelhoff
4. Dezember 2015 15:49

Hallo Martin
Du has geschrieben: “Die fachliche Ebene kommt aber nicht ohne entsprechende Fachsprache aus”
Fachbegriffe machen nur Sinn, wenn sie auch wirklich etwas exakter beschreiben, als die Umgangssprache. Fachausdrücke sollten mM nicht dazu verwendet werden um sich von Laien sprachlich ab zu grenzen etc. “Intermodaler Verkehr” ist so vielfältig, dass er ohne weitere Eingränzung nur eine Worthülse ist, mit der Eingrenzung z.B. Rad – Bahn ist das Wort intermodal aber eigentlich schon wieder überflüssig. Dazu ist der Begriff afaik garnicht so exakt abgegrenzt: Ist die Verknüpfung öffentlicher Verkehrsmittel iV? Bis zu welcher Entfernung von der Haustür zur Haltestelle ist das monomodaler Verkehr und ab welcher entfernung iV und wie ist das dann mit dem Weg von der Haustür zum Parkplatz?

“Ist die derzeitige Diskussion über intermodale Wegeketten in Form von Rad -> ÖPNV -> Carsharing -> Fuß überhaupt zielführend? […] Wäre ein Fokus auf Multimodalität nicht viel sinnvoller als auf Intermodalität?” Welchen Anlass gibt es, das gegeneinander aus zu spielen?

Helmigo
Helmigo
Reply to  Martin Randelhoff
4. Dezember 2015 15:53

Hallo Martin

Du hast geschrieben: „Die fachliche Ebene kommt aber nicht ohne entsprechende Fachsprache aus“
Fachbegriffe machen nur Sinn, wenn sie auch wirklich etwas exakter beschreiben, als die Umgangssprache. Fachausdrücke sollten mM nicht dazu verwendet werden um sich von Laien sprachlich ab zu grenzen etc. „Intermodaler Verkehr“ ist so vielfältig, dass er ohne weitere Eingrenzung nur eine Worthülse ist, mit der Eingrenzung z.B. Rad – Bahn ist das Wort intermodal aber eigentlich schon wieder überflüssig. Dazu ist der Begriff afaik garnicht so exakt abgegrenzt: Ist die Verknüpfung öffentlicher Verkehrsmittel iV? Bis zu welcher Entfernung von der Haustür zur Haltestelle ist das monomodaler Verkehr und ab welcher Entfernung iV und wie ist das dann mit dem Weg von der Haustür zum Parkplatz?
„Ist die derzeitige Diskussion über intermodale Wegeketten in Form von Rad -> ÖPNV -> Carsharing -> Fuß überhaupt zielführend? […] Wäre ein Fokus auf Multimodalität nicht viel sinnvoller als auf Intermodalität?“ Welchen Anlass gibt es, das gegeneinander aus zu spielen?

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Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV) hat mich im Rahmen der VDV-Jahrestagung 2013 in Mainz als “Talent im ÖPNV” des Jahres 2013 ausgezeichnet. Der VDV vertritt rund 600 Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs, des Schienenpersonennahverkehrs, des Schienengüterverkehrs, der Personenfernverkehrs sowie Verbund- und Aufgabenträger-Organisationen.

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Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität, arbeitet im ARGUS Studio/ in Hamburg. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Verkehrswesen und Verkehrsplanung an der Fakultät Raumplanung der Technischen Universität Dortmund.
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