Amtrak hat vor einigen Tagen die Pläne für den Ausbau des Nordostkorridors , die meistfrequentierte Personen-Schienenverkehrsverbindung an der bevölkerungsreichen Nordostküste der USA, bekannt gegeben. Hochgeschwindigkeitszüge sollen Boston, New York, Philadelphia und Washington DC mit circa 350 Stundenkilometern verbinden. Die 685 Kilometer lange Strecke soll in unter dreieinhalb Stunden bewältigt werden, derzeit benötigen Regionalzüge acht Stunden und der Acela Express mehr als sechseinhalb.

Die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke soll zum großen Teil parallel zur bereits bestehenden Strecke errichtet werden. Durch die Trennung von Hochgeschwindigkeits- und normalschnellem Verkehr wird Kapazität auf der bestehenden Strecke frei, die für zusätzliche Regionalzüge und auch für den Güterverkehr genutzt werden könnte.


Dennoch soll sich diese Investition rechnen. Wenn die Strecke fertig ausgebaut sein sollte, sollen pro Jahr 18 Millionen Fahrgäste transportiert werden. In den nachfolgenden Jahren wird eine Steigerung auf 80 Millionen Fahrgäste erwartet.





Die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke würde die Megalopolis- eine große Stadtlandschaft, in der mehrere Millionenstädte zusammengewachsen sind – Boswash, das über 750 km lange Städteband von Boston über New York, Philadelphia, Baltimore bis Washington, D.C., abdecken. In dieser Region Boswash leben etwa 40 Millionen Menschen (ca. 13,3 % der US-Bevölkerung) auf nur 3% des Staatsgebietes.
Durch den Bau eines leistungsfähigen Eisenbahnnetzes soll vor allem der Luftverkehr zwischen diesen amerikanischen Städten im Nordosten eingedämmt werden. Dieser ist zum einen sehr umweltschädlich und zum anderen stark im Wachstum begrenzt. Die Flughäfen in New York, Washington, etc. haben bereits heute eine sehr hohe Auslastung und können die Kapazität nur schwer oder gar nicht erhöhen.

Fluggesellschaften erzielen höhere Margen im Langstreckenflugverkehr. Da an Flughäfen nur eine begrenzte Anzahl von Slots zur Verfügung steht, vermindern Kurzstreckenflüge (wie zum Beispiel zwischen New York und Washington D.C.) die Kapazität für Langstreckenflüge. Daher unterstützen zum Beispiel Continental Airlines und American Airlines den Ausbau des Nordostkorridors.
Die Bahnhöfe sind möglichst innenstadtnah geplant, um die Zeitersparnis noch weiter auszubauen. Knotenpunkte sind in Boston, New York, Philadelphia und Washington D.C. geplant. Weitere Halte sind für weitere wichtige Städte in der Region vorgesehen.