[Video zum Wochenende] Hintergründe zur Verlegung des Fernbahnhofs Hamburg-Altona nach Diebsteich

Verfasst von: 
Veröffentlicht am:
Zuletzt aktualisiert am:
3. Februar 2026
Die Verlagerung des Fernbahnhofs Hamburg-Altona nach Diebsteich wird weiterhin kontrovers diskutiert. In seinem Film beleuchtet Gustav Richard die heutige und zukünftige Infrastruktur rund um Altona und beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie die gezeigten Probleme mit dem Ersatz des Kopf- durch einen Durchgangsbahnhof gelöst werden können.

Als Ergänzung zum Diebsteich-Bezug in diesem Gastkommentar von Peter Paddington möchte ich heute das folgende Video von Gustav Richard empfehlen, der in seiner Dokumentation betriebliche und verkehrliche Hintergründe zu den Bahnhöfen Hamburg-Altona und Diebsteich (im Planungszustand) erläutert. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob und wie die heute existierenden betrieblichen Probleme mit dem Ersatz des Kopf- durch einen Durchgangsbahnhof gelöst werden können.

Gustav Richard widmet sich in seinen sehr guten Videos vor allem dem Bahnverkehr im Norden und Osten Deutschlands. Die Videos zeichnen sich durch einen sehr hohen Detailgrad bei einfachem Zugang und einer hohen Klarheit aus. Empfohlen seien bspw. das Video zu den verschiedenen Bahnübergangstypen in Deutschland, zum unfreiwilligen Jahrhundertbauprojekt Rheintalbahn, dem Ausbau der Bahnstrecke Knappenrode–WęgliniecEZMG-Signalen und -Stellwerken (nur etwas für Bahnfreunde), Sk-Signalen (wer es wirklich genau wissen will) oder etwas breitenkompatibler die Videos zur vieldiskutierten Kapazitätserweiterung der Schieneninfrastruktur im Raum Hamburg–Bremen–Hannover (z.B. dieses Video zur optimierten Variante Alpha E).

In seinem Video zu Altona und Diebsteich kommt er zu dem Ergebnis, dass mit der Verlegung des Bahnhofs Altona nach Diebsteich betrieblich keine offenkundige Verschlechterung eintritt, aber auch keine Verbesserung erreicht werden kann. So sind die Vereinfachung der Infrastruktur und vor allem der Wegfall des Fahrtrichtungswechsels bei endenden und beginnenden Zügen positiv zu bewerten, die heute bestehenden Konflikte am Abzweig Rainweg zwischen Zügen aus Richtung Altona und Eidelstedt in Richtung Verbindungsbahn zum Hauptbahnhof werden jedoch nicht gelöst, sondern nur verschoben.

Gravierende Nachteile des neuen Bahnhofs sind die verkehrlich weitaus schlechtere Erreichbarkeit und die wegfallende Einbindung in das Altonaer Stadtgefüge. Reisende aus Westen verlieren ihre direkte Anbindung an den Regional- und Fernverkehr. Um aus Othmarschen, Blankenese oder Wedel zum Bahnhof Diebsteich zu kommen, wird ein Umstieg in Altona erforderlich sein. Statt wie bisher aus vier Richtungen wird der direkte Zugang nur noch aus drei Richtungen möglich sein.

Ohne den Ausbau des Hauptbahnhofs und der Verbindungsbahn Hbf – Dammtor – Altona sowie der Zulaufstrecken aus Süden werden die Probleme im Bahnknoten Hamburg nicht gelöst werden können. Die Verlegung des Bahnhofs von Altona nach Diebsteich leistet hierbei keinen Beitrag und bringt betrieblich keinen Mehrwert.

Artikel teilen:
Verfasst von: Martin Randelhoff
Herausgeber und Gründer von Zukunft Mobilität, arbeitet im Hauptjob im ARGUS studio/ in Hamburg. Zuvor war er Verkehrswissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum und nachhaltige Verkehrskonzepte. Kontaktaufnahme: randelhoff [ät] zukunft-mobilitaet.net
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Neueste
Älteste
​Der Versand der Newsletter erfolgt über den Anbieter mailerlite, bei dem die E-Mail-Adresse und weitere Informationen zum Versand und zur Erfolgsmessung (u.a. Öffnungsrate, Klicks) gespeichert werden. Die Datenspeicherung erfolgt innerhalb der EU.

Durch Eintrag Ihrer E-Mail-Adresse gestatten Sie mir, Ihre Daten entsprechend der Datenschutzerklärung zu verarbeiten und Ihnen Informationen via E-Mail zukommen zu lassen. Sie können den Empfang des Newsletters jederzeit über den Abmeldelink in den E-Mails kündigen. Die Datenschutzerklärung mit Informationen zum Datenschutz und Widerrufshinweisen finden Sie hier.
Die Inhalte dieses Artikels sind - soweit nicht anders angegeben - unter CC BY-SA 3.0 de lizensiert. Grafiken sind von dieser Lizenz aus Vereinfachungs- und Schutzgründen ausgenommen außer die CC-Lizenz ist ausdrücklich genannt.
Weitere Informationen

Zukunft Mobilität

est. 2010