Designstudie Öffentlicher Personennahverkehr Straßenverkehr

Otobuxi = Selbstfahrendes Auto + Bus + Taxi

Eine Hypothese bezüglich des Verkehrs der Zukunft lautet, dass die einzelnen Verkehrsarten weiter miteinander verschmelzen werden. Anders ausgedrückt: Die Grenzen zwischen motorisierten Individualverkehr, öffentlichen Personennahverkehr und Gelegenheitsverkehr verschwimmen.

Die treibende Kraft hinter dieser Entwicklung ist eine einfache Feststellung: Nicht jedes Fahrzeug ist für jede Straße und jedes Gebiet geeignet. Gelenkbusse sind in eng bebauten Wohngebieten denkbar ungeeignet. Gleiches gilt für große Pkw in hoch verdichteten Räumen.

Der kanadische Maschinenbauer Charles Bombardier (unabhängig von Bombardier Transportation) hat sich Gedanken über die Anforderungen und die technischen Spezifikationen eines Fahrzeugs gemacht, das die Problematik des ÖPNV in Gegenden mit geringen Straßenquerschnitten löst. 

Otobuxi Designstudie Konzept ÖPNV der Zukunft
Otobuxi – Rendering: Charles Bombardier / Boris Schwarzer

Das vollautonom fahrende und elektrisch angetriebene “Otobuxi” (ausgesprochen: “Auto-Boxy”) verschmilzt die positiven Eigenschaften des MIV, des ÖPNV und des Taxiverkehrs und schafft eine ganz neue Fahrzeugkategorie. “Otobuxi” hat seinen etymologischen Ursprung in den Worten “Auto” (Oto-); “Bus” (-bu-) und Taxi (-xi).

Otobuxi Designstudie Konzept ÖPNV der Zukunft
Der Otobuxi aus der Vogelperspektive – Rendering: Charles Bombardier / Boris Schwarzer

Das “intelligente öffentliche Verkehrskonzept für Städte” sammelt Fahrgäste direkt an der Haustür ein und dient als Feeder zu Knotenpunkten des ÖPNV wie Straßenbahn-, U-Bahn- oder S-Bahn-Haltestellen. Bestellt wird ein Otobuxi über eine spezielle Smartphone-App, über die zudem der Fahrpreis abgerechnet wird. Die Anwendung schlägt dem Fahrgast zwei oder drei mögliche Routen und Kombinationen unterschiedlicher Verkehrsmittel vor. Die Fahrtroute wird entsprechend der Zahlungsbereitschaft, dem Zeitbudget, den Geschwindigkeitsanforderungen, etc. der Fahrgäste angepasst.

Otobuxi Designstudie Konzept ÖPNV der Zukunft
Seitenansicht des Otobuxi – Rendering: Charles Bombardier / Boris Schwarzer

Das elektrisch angetriebene Fahrzeug mit Allradantrieb kann bis zu 12 Fahrgäste aufnehmen und aufgrund der kompakten Abmessungen und des leisen Elektromotors belästigungsfrei in Wohngebieten operieren. Durch den autonomen Fahrbetrieb sind die Betriebskosten sehr gering.

Ich persönlich habe mich über die Designstudie sehr gefreut. Schließlich entspricht sie genau dem Bild in meinem Kopf, wenn ich an den ÖPNV der Zukunft in der Peripherie oder einzelnen Stadtvierteln denke. Eröffnet uns auf jeden Fall ganz neue Möglichkeiten!

Randelhoff Martin

Herausgeber und Gründer von Zukunft Mobilität, arbeitet im Hauptjob im ARGUS studio/ in Hamburg. Zuvor war er Verkehrswissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund.
Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum und nachhaltige Verkehrskonzepte.

Kontaktaufnahme:

Telefon +49 (0)351 / 41880449 (voicebox)

E-Mail: randelhoff [ät] zukunft-mobilitaet.net

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Grimme Online Award Preisträger 2012

Zukunft Mobilität hat den Grimme Online Award 2012 in der Kategorie Information erhalten. Ich möchte mich bei all meinen Lesern für die Unterstützung bedanken!

PUNKT Preisträger 2012

Zukunft Mobilität hat den PUNKT 2012 der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) in der Kategorie "Multimedia" gewonnen.

Logo VDV Verband Deutscher Verkehrsunternehmen

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV) hat mich im Rahmen der VDV-Jahrestagung 2013 in Mainz als “Talent im ÖPNV” des Jahres 2013 ausgezeichnet. Der VDV vertritt rund 600 Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs, des Schienenpersonennahverkehrs, des Schienengüterverkehrs, der Personenfernverkehrs sowie Verbund- und Aufgabenträger-Organisationen.

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Verfasst von:

Randelhoff Martin

Herausgeber und Gründer von Zukunft Mobilität, arbeitet im Hauptjob im ARGUS studio/ in Hamburg. Zuvor war er Verkehrswissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund.
Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum und nachhaltige Verkehrskonzepte.

Kontaktaufnahme:

Telefon +49 (0)351 / 41880449 (voicebox)

E-Mail: randelhoff [ät] zukunft-mobilitaet.net