Analyse Straßenverkehr

[Fakt der Woche] Die wahren Kosten eines Kilometers Autofahrt

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Foto: Erik Mclean @ Unsplash.com - Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch die Unsplash-Lizenz
Beim direkten Vergleich verschiedener Verkehrsmittel schneidet das Auto oftmals überdurchschnittlich gut ab. Dies hat vor allem etwas mit dem subjektiven Eindruck zu tun. Viele Autofahrer sind sich über die wahren Kosten ihres Automobils pro Kilometer nicht im Klaren. Viele Menschen assoziieren den Preis pro Liter Benzin / Diesel mit den Kosten eines Kilometer Autofahrt. Dies ist aber falsch. Hinzugerechnet müssen noch der kilometerabhängige Wertverlust, Instandhaltungsaufwand, Steuern, Versicherung, etc.

Ich möchte die wahren Kosten eines Kilometers Autofahrt an einem Beispiel darlegen. Zugegebenermaßen muss ich allerdings etwas tricksen, da oftmals die notwendigen Daten in der von mir benötigten Form nicht zur Verfügung stehen. Des Weiteren muss ich hier stark mit Mittelwerten arbeiten, es kann also zu einer Abweichung kommen.

Zudem sollte bedacht werden, dass diese Rechnung nur als Beispielrechnung dient. Sie basiert auf Zahlen des Jahres 2011 und soll nur einen Eindruck über die Berechnung der Autokosten bieten. Die individuellen Erfahrungen und Kosten sowie das individuelle Fahrverhalten kann natürlich zu anderen Ergebnissen führen.

Laut AXA Verkehrssicherheits-Report 2009 1 liegt der Mittelwert der pro Jahr in Deutschland gefahrenen Kilometer bei 18.693 km. Das durchschnittliche Alter eines betrug 2010 8,1 Jahre 2. Im Schnitt wird ein Fahrzeug in Deutschland mit etwa zwölfeinhalb Jahren außer Betrieb gesetzt, das heißt, entweder verschrottet oder ins Ausland verkauft. Daher ergibt sich eine durchschnittliche Laufleistung eines in Deutschland gefahrenen von 235.141 Kilometern (siehe auch Wertverlust).

Für meine Beispielrechnung habe ich den VW Golf VI Comfortline 1,2 l TSI mit 63 kW (85 PS), 1197 cm³ Hubraum und 5-Gang-Getriebe für 19.995 Euro ausgewählt. Der fiktive Kauf fand am 1.1.2011 statt.

VW Golf VI Comfortline 1,2 l TSI in Rot
Das Beispielauto: der VW Golf VI Comfortline 1,2 l TSI

Wertverlust

Den Wertverlust des kann man sowohl zeit- als auch kilometerabhängig berechnen. Im Jahr 2007 wurden Fahrzeuge im Durchschnitt in einem Alter von 9,7 Jahren “außer Betrieb gesetzt”, d.h. entweder vorübergehend stillgelegt, verschrottet oder ins Ausland verkauft. Um den Anteil der nur kurz durch Autohäuser o.ä. stillgelegten Fahrzeuge aus dieser Grundgesamtheit herauszurechnen, werden diejenigen Fahrzeuge wieder abgezogen, die innerhalb von 18 Monaten wieder zugelassen worden sind.

Somit ergibt sich für Deutschland ein durchschnittliches Alter, in dem Fahrzeuge durch neue ersetzt werden, von 12,4 Jahren (2007). Im Jahr 2008 lag dieser Wert bei 12,3; im Jahr 2006 bei 12,7. 3.

Bei einem Alter von 12,4 Jahren und einer durchschnittlichen jährlichen Fahrweite von 18.963 Kilometer wird ein Fahrzeug mit einer Laufleistung von etwa 235.141 Kilometern außer Betrieb gesetzt. Der Restwert wird mit 0 Euro angesetzt.

Somit erleidet der VW Golf pro gefahrenen Kilometer einen Wertverlust von 0,085 Euro.

Steuern

Die Steuer des VW Golf wird nach den neuen Kfz-Steuerregeln berechnet. Die Höhe der jährlichen Steuerlast errechnet sich aus einem festgelegten Eurobetrag pro angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum plus einem Eurobetrag für jedes Gramm CO2 oberhalb einer Untergrenze von 120 Gramm pro Kilometer. Im Falle von Dieselfahrzeugen wurde im Kfz-Gesetz die Summe von 9,50 Euro, bei Ottomotoren ein Wert von 2,00 Euro pro 100 Kubikzentimeter festgelegt. Laut dem neuen Gesetzestext zahlen Autofahrer mit besonders emissionsarmen Pkw, die nicht mehr als 120 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, keinen Emissionszuschlag. Darüber hinaus wird jedes weitere Gramm jedoch mit 2,00 Euro veranschlagt. In den folgenden Jahren bis zum Jahr 2014 soll der steuerfreie Grenzwert für Neuzulassungen auf 95 Gramm CO2 pro Kilometer abgesenkt werden.

Gemäß Datenblatt emittiert der VW Golf in dieser Ausstattungsvariante 129 g/km CO2, liegt also über dem Grenzwert von 120 Gramm pro Kilometer. Daher errechnet sich eine Kfz-Steuer von 42 € pro Jahr, davon sind 18 € aufgrund der CO2-Emissionen. Diese Steuer steigt 2012 auf 62€, davon 38 € aufgrund der CO2-Emissionen und 2014 auf 92 € (68 € CO2-abhängig).

Daher ergibt sich für das Jahr 2011 eine Steuerlast von 42 €, für das Jahr 2012 / 2013 eine Steuerlast von 62 € und für die Jahre 2014 – 20xx eine Steuerlast von jeweils 92 €. Für den Zeitraum von 12,4 Jahren ergibt sich folglich eine Gesamtsteuerlast in Höhe von 1.030,80 €.

Aufgeteilt auf 235.141 Kilometer ergibt sich somit ein steuerinduzierter Kostenanteil von 0,004 € (~1 Cent) pro Kilometer.

Versicherung

Die Berechnung der Versicherungsbeiträge kann leider nur sehr näherungsweise erfolgen, da diese vom Alter des Fahrzeugführers, der Schadenfreiheitsklasse, dem gewählten Tarif, vom jeweiligen Zulassungsort (Regionalklassen) etc. abhängig sind und man diese Variablen leider nur sehr schwer verallgemeinern kann. Für mein Beispiel habe ich für die Haftpflichtversicherung eine Schadensfreiheitsklasse SF 3 – 70% und für die Vollkaskoversicherung (500,00 € Selbstbeteiligung) eine SF 4 – 70% gewählt.

Der günstigste Tarif betrug 611,37 € pro Jahr. Ich weiß, dass dieser Tarif für eine Autoversicherung relativ günstig ist, aber ich werde ihn dennoch verwenden. Wer eine höhere Versicherungsprämie verwenden will, muss einfach seine Prämie mit 12,4 (durchschnittliche Nutzungsdauer eines in Deutschland) multiplizieren und durch 235.141 km (durchschnittliche Laufleistung) dividieren.

Für unseren Golf ergeben sich somit kilometerabhängige Versicherungskosten von 0,033 Euro.

Instandhaltungsaufwand

Laut Deutschem Kraftfahrzeuggewerbe betrug der Wartungsaufwand pro in Deutschland im Jahr durchschnittlich 228 Euro. 4 Dieser Wert war in den letzten Jahren relativ konstant, sodass ich ihn auf 12,4 Jahre hochrechnen kann. Aufwendungen für Instandhaltung in Höhe von 2827,20 € auf 12 Jahre erscheinen mir sehr moderat. Pro Kilometer ergeben sich somit Kosten in Höhe von 1,2 Cent.

Die genaue Ermittlung der Instandhaltungskosten ist jedoch nur schwer zu normieren. Im ÖPNV-Bereich wird bei der Berechnung der Instandhaltungskosten u.a. das Vorhandensein optimierter Instandhaltungsprozesse, On-Board-Diagnose, etc. vorausgesetzt.

Generell hängen die Instandhaltungskosten eines Fahrzeugs von der Antriebstechnologie und der Kraftstoffart, dem Alter, der gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeit, der Jahreslaufleistung, technischen Aufschlagfaktoren (u.a. für Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Abgasnachbehandlungssystemen, etc.) und dem Fahrzeugalter ab. Hinzu kommen noch die Kosten der Werkstatt bzw. der Stundenlohn des Werkstattmitarbeiters von etwa 60 bis 80 Euro/h. Laut Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) betrug der Preis einer Werkstattstunde für Pkw im Bundesdurchschnitt im Jahr 2008 66,54 Euro und steigt pro Jahr um etwa 2 Prozent (aktuellere Daten liegen leider nicht vor). Somit beträgt der Preis einer Werkstattstunde für im Jahr 2011 rund 70 – 72 Euro. Je nach Hersteller und Region können natürlich höhere Preise je Werkstattstunde fällig werden.

Bei der hier vorliegenden Berechnung ist auch zu beachten, dass das hier vorgestellte Fahrzeug mit einer höheren Laufleistung günstiger ist als mit einer geringen. Dies ist auf den ersten Blick auch verständlich, verteilen sich die Fixkosten auf mehr Kilometer. In Realität wird durch die höhere Fahrleistung allerdings auch der Verschleiß zunehmen, was früher größere Reparaturen notwendig macht. Bei einer hohen Fahrleistung sollten daher eher sprungfixe Kosten statt Fixkosten angesetzt werden.

Beispiel: Die durchschnittliche Laufleistung von -Reifen wird bei Reifen.de mit 70.000 km angegeben. Fahre ich 50.000 Kilometer im Jahr muss ich bei ausschließlich zeitabhängiger Betrachtung die Reifen somit bereits im 2. Jahr tauschen und somit über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeuges sechs Mal. Bei einer Fahrleistung von 25.000 Kilometern je Jahr müssen die Reifen erst im 3. Jahr getauscht werden. Über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeuges somit nur vier Mal.

Bei größeren Schäden wie einem Motor- oder Getriebeschaden liegen die Kosten natürlich weit über den hier angegebenen, können aber aufgrund ihrer großen Unsicherheit bzgl. Eintreten und Höhe nicht mit in die Rechnung aufgenommen werden.

Technische Untersuchungen

Haupt- und Abgasuntersuchung müssen bei Pkw das erste Mal nach 36 Monaten und danach im 24-Monats-Rhythmus durchgeführt werden. Bei einem 12,4 Jahre alten Fahrzeug müssen HU und AU somit 5 Mal durchgeführt werden.

Die Hauptuntersuchung (HU) nach§ 29 StVZO kostet derzeit 52,50 Euro. Hinzu kommt die gleichzeitig durchzuführende Abgasuntersuchung, die zwischen 22,90 Euro (ohne Katalysator) bis 35,00 Euro für kostet. Für den in diesem Beispiel betrachteten VW Golf VI Comfortline 1,2 l TSI mit geregeltem Katalysator kostet die Abgasuntersuchung 27,25 Euro (mögliche Nachuntersuchungen außen vor gelassen).

Umgelegt auf die Gesamtnutzungsdauer von 12,4 Jahren entstehen somit Kosten in Höhe von 5 x (52,50 €+27,25 €) = 398,75 Euro. Umgelegt auf unsere Laufleistung betragen die HU/AU-Kosten je Kilometer somit 0,00169 Euro.

Kraftstoffkosten

Laut Volkswagen benötigt unser Golf 7,0 Liter auf 100 Kilometer innerorts und 4,6 Liter / 100 km außerorts. 70 % aller Fahrten mit dem Golf erfolgen innerorts und 30 % der Fahrten außerorts. Der kombinierte Verbrauch liegt somit bei 6,28 Liter auf 100 Kilometer. Der durchschnittliche Benzinpreis für ein Liter Super Plus lag laut im Jahr 2011 bei 1,522 €. Der Treibstoff für 100 Kilometer kostete somit 9,56 € oder pro Kilometer bei 0,0956 €.

Da der real eher bei 7,1 Litern auf 100 Kilometer als bei 6,2 Litern liegen dürfte, ergeben sich Treibstoffkosten auf 100 Kilometer in Höhe von 10,81 €. Umgerechnet auf einen Kilometer entspricht dies 0,1081 €.

Somit ergibt sich ein Zwischenwert von 0,2497 Euro für einen Kilometer Autofahrt (100 km = 24,97 €).

Dieses Ergebnis können wir theoretisch noch weiter den realen Gegebenheiten anpassen:

Kosten für den bzw. kalkulatorische Zinsen

Nehmen wir an, dass wir das Auto nicht vollständig aus Eigenkapital finanzieren, sondern einen Kredit aufnehmen müssen. Diesen nehmen wir zunächst für die Hälfte des benötigten Kapitals – also 10.000 € – auf. Die Laufzeit wird auf 36 Monate festgelegt. Damit erreichen wir bei den gängigen Autokreditanbietern einen nominalen Zins von 5 – 6 Prozent p.a. Aus Vereinfachungsgründen rechne ich mit einem nominalen Zinssatz von 5,50 % (Mittelwert).

Bei einer monatlichen Rückzahlung in Höhe von 301,96 €, fallen für die gesamte Laufzeit 870,54 € Zinsen an. Somit ergibt sich ein Gesamtaufwand von 10.870,54 Euro (effektiver Jahreszinssatz: 5,64 % p.a.). Hinzu kommen noch die Eigenkapitalkosten der anderen 10.000 Euro (siehe unten).

Wollen wir das gesamte Auto fremdfinanzieren und möchten die 20.000 Euro Kreditsumme in 48 Monaten tilgen, müssen wir etwa 6 % Zins (nominal) bezahlen. Bei einer monatlichen Rate in Höhe von 469,70 Euro, fallen insgesamt 2.545,66 Euro Finanzierungskosten an (effektiver Jahreszinssatz: 6,17 %).

Pro Kilometer erhöhen sich die Kosten folglich um 0,005 Euro (10.000 €, nur Fremdkapital betrachtet) bzw. 0,0168 Euro (20.000 €).

Aufgrund der Tatsache, dass wir uns von den 20.000 € nicht zwingend ein Auto hätten kaufen müssen, sondern das Geld auch am Kapitalmarkt hätten anlegen können, müssen wir noch die kalkulatorischen Zinsen berechnen. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei kalkulatorischen Zinsen um Zinsen, die erzielt worden wären, wenn Kapital – statt es für den Autokauf auszugeben – auf dem Kapitalmarkt angelegt worden wäre (Opportunitätsprinzip). Diese Zinsen betragen bei einem kalkulatorischen Zinssatz von 3% auf 12,4 Jahre 8.857,40 Euro, bzw. 0,0376 € / Kilometer.

Kombiniert mit den Finanzierungskosten bei Fremdfinanzierung ergeben sich Kosten pro gefahrenen Kilometer in Höhe von 0,04 Euro (10.000 € bei 36 Monaten) + Eigenkapitalzins für die anderen 10.000 Euro pro gefahrenen Kilometer in Höhe von 0,0188 € in Höhe von 0,0588 Euro.

Finanzieren wir das Fahrzeug vollständig mit Fremdkapital, kostet der Kilometer 0,0518 Euro (20.000 € bei 48 Monaten) bzw. 0,0376 Euro bei reiner Eigenfinanzierung.

Somit erhöhen sich die Gesamtkosten pro gefahrenen Kilometer auf 0,3085 € (Fremdfinanzierung: 10.000 € bei 36 Monaten, Eigenfinanzierung: 10.000 €), 0,3015 Euro (Fremdfinanzierung: 20.000 € bei 48 Monaten, Eigenfinanzierung: 0 €) bzw. 0,2873 Euro (100% Eigenfinanzierung).


Wenn man nicht nur die persönlichen, d.h. betriebswirtschaftlichen, Kosten messen möchte, sondern die wahren Kosten eines Kilometer Autofahrt berechnen möchte, so muss man auch den externen Effekten wie Umweltverschmutzung, Lärm, etc. einen Preis geben. So geht heutzutage ein großer Teil der Unfall- und Umweltkosten (Lärm, Luftschadstoffe), aber auch ungedeckte Infrastrukturkosten (Bau und Unterhalt der Verkehrsanlagen) zu Lasten der Allgemeinheit. Diese von den Verursachern nicht selber bezahlten Kosten bezeichnet man als externe Kosten des Verkehrs (siehe auch: “Was sind externe Kosten und Nutzen des Verkehrs?“). Diese von der Allgemeinheit getragenen Kosten sind im Preis für Mobilitätsleistungen, den der einzelne Verkehrsteilnehmer zu entrichten hat, nicht inbegriffen und werden deshalb bei der individuellen Verkehrsentscheidung auch nicht beachtet. Laut einer Studie des Umweltbundesamtes aus dem Jahre 2010 könnte eine Pkw-Maut, die bei etwa 3-4 Euro pro 100 km liegt, diese Kosten kompensieren. Auf einen Kilometer gerechnet, ergäben sich somit zusätzliche Kosten in Höhe von 0,035 € (Mittelwert).

Die Kosten für den Ausstoß von Kohlendioxid wären jedoch in einer solchen Maut noch nicht inbegriffen. Am 06.01.2011 kosteten Emissionsrechte für den Ausstoß einer Tonne CO2 am Spotmarkt für EU Emission Allowances 14,26 €. Ein VW Golf in unserer Ausstattung emittiert laut Volkswagen 129 g CO2 pro Kilometer. Somit ergeben sich zusätzliche Kosten von 0,00183954 Euro pro Kilometer.

Möchte man die Kosten, die durch entstehen, in unsere Kalkulation mit einbeziehen, ergeben sich Gesamtkosten für einen Kilometer Autofahrt in Höhe von 0,3453 € (10.000 € fremdfinanziert bei 36 Monaten Laufzeit), 0,3383 € (20.000 € fremdfinanziert bei 48 Monaten Laufzeit) bzw. 0,3241 € (keine Fremdfinanzierung).

Für eine 100 Kilometer lange Fahrt mit dem Auto betragen die Kosten folglich 34,53 €, 33,83 € bzw. 32,41 €. Mehr als der durchschnittliche Autofahrer vermutet, nicht wahr?

Eine Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof ist laut Google Maps genau 280 Kilometer lang. Die entsprechende Bahnfahrt kostet pro Person 59,00 Euro (IC) bzw. 73,00 Euro (ICE). Mit dem Golf würde dieselbe Strecke bei Alleinfahrt 96,70 €, 94,724 € bzw. 90,748 € kosten. Bei mehreren Fahrzeuginsassen reduzieren sich die Kosten pro Person natürlich entsprechend.

Aktualisierung am 15.01.2011 auf Kosten des Jahres 2011

Aktualisierung am 17.08.2014: Spezifizierung Werkstattkosten, Ausbesserung eines Rechenfehlers bei der Ermittlung des zu 50% über einen Kredit finanzierten Autopreises sowie Anpassung der restlichen Rechnung.

  1. AXA Verkehrssicherheits-Report 2009 – Eine länderübergreifende Studie zum Verhalten der Europäer im Straßenverkehr – 8.021 Befragte, Querschnitt durch die Bevölkerung im Alter ab 18 Jahre – http://www.axa.de/servlet/PB/show/1188882/AXA_Verkehrssicherheits-Report_2009_Studienergebnisse.pdf
  2. Bestand an Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern in den Jahren 2001 bis 2010 nach Fahrzeugklassen mit dem Durchschnittsalter der Fahrzeuge in Jahren – Kraftfahrzeugbundesamt – http://www.kba.de/cln_005/nn_191188/DE//Fahrzeuge/Bestand/Fahrzeugalter/b__alter__kfz__z.html
  3. vgl. Kraftfahrt-Bundesamt: Fachartikel: Fahrzeugalter Stand: 15.04.2011
  4. Zahlen und Fakten 2009, Seite 11 – Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe – 1. Juni 2010 – http://www.kfzgewerbe.de/fileadmin/user_upload/Presse/Zahlen_Fakten/Zahlen%20und%20Fakten%202010.pdf
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Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität, arbeitet im ARGUS Studio/ in Hamburg. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Verkehrswesen und Verkehrsplanung an der Fakultät Raumplanung der Technischen Universität Dortmund.
Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum und nachhaltige Verkehrskonzepte.

Kontaktaufnahme:

Telefon +49 (0)351 / 41880449 (voicebox)

E-Mail: randelhoff [ät] zukunft-mobilitaet.net

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16. Februar 2022 23:37

[…] wird stets auch unterschätzt, wie teuer der private Besitz von Fahrzeugen ist und welche gemeinschaftlichen Kosten durch Fahrzeuge und ihre Infrastruktur, gesundheitliche […]

wowo
wowo

Herzlichen Dank für das “Augen Öffnen” der wahren FZ Kosten,

auch ich überlege Ernsthaft wg. allgemein explodierender Lebenshaltungskosten meinen Wagen ab zu schaffen bzw. umzusatteln auf einen Kleinwagen.
Suche dazu noch ein Dokument/Auflistung verschiedener FZ Klassen um das Ergebnis auch innerhalb meiner Verkehrswacht Fortbildungen den Teilnehmern vor zu führen und evtl. zu verteilen.

Vielen Dank im Voraus und LG
Wolle

Anonym
Anonym
6. Oktober 2021 15:06

Genau das ist ja das Problem: Selbst wenn man die PKWs schlecht rechnet, kostet eine einfache Fahrt mit der Bahn mehr als würde man nur einen weiteren Mitfahrer im Auto haben!
Da man aber meistens mindestens zu zweit verreist, lohnt sich die Bahn fast nie.
Dazu kommen die ständigen Verspätungen, der Transport nur bis zum Bahnhof statt den eigentlichen Ziel, fehlender Komfort…

Um eine wirkliche Alternative zu sein, muss das Netz verbessert, der ÖPNV integriert und der Preis halbiert werden!
Mit viel mehr Passagieren steigen auch die Betriebskosten nur moderat.
Anders wird da jedenfalls keiner aufs Auto verzichten.

Gunnar Heinrich
Gunnar Heinrich
17. April 2021 13:11

hej,

ich wohne in Dänemark, habe vor fast 5 Jahren ein Citroën c3 gekauft.
der hat ein 1.6 l Diesel der wenn man ihn gut fährt wirklich nur 3 Liter Schluckt.
ich habe jetzt mal ausgerechnet Anschaffung, Steuern, Versicherung, Reperatur/Wartungskosten, Neureifen, TÜV, Wachsbehandlung und Diesel. Ich komme hier auf 320.000 kron gute 43.000 € das sind 21.5 Cent pro Kilometer.
da ist der komplette Anschaffung mit drin und er fährt noch immer.

Denk dran denk selbst.
vor dem Kauf immer rechnen, was kosten einem die Kiste in den laufenden Jahren.

alles Gute Gunnar

Anonym
Anonym
12. August 2019 11:05

Hallo,

Daher ergibt sich für das Jahr 2011 eine Steuerlast von 42€, für das Jahr 2012 / 2013 eine Steuerlast von 62€ und für die Jahre 2014 – 20xx eine Steuerlast von jeweils 92€. Für den Zeitraum von 8,1 Jahren ergibt sich folglich eine Gesamtsteuerlast in Höhe von 1.030,80€.

Wie kommen Sie hier auf über 1.000€?

Selbst wenn man für alle Jahre den höchsten Steuersatz von 92€ pro Jahr nimmt, kommt man nicht annähernd an diese Summe ran.

Peter
Peter
14. Februar 2018 16:08

Ich gehöre zu diesen Ignoranten, die doch tatsächlich bloß den Sprit und vielleicht Wartung/Reparatur beim Kostenvergleich in Rechnung stellen. Warum? Beim Vergleich KfZ/ÖPV muss man m.E. zunächst fragen, ob ich überhaupt ein Auto besitze oder nicht. Wenn ja, dann sind alle Fixkosten wie Steuer, Versicherung, Finanzierung etc. sogenannte “ehda-Kosten” – die müsste ich bei einer alternativen Fahrt mit dem ICE dann auch noch mal auf den Fahrschein draufrechnen. Besitze ich kein Auto, stellt sich die Frage nach dem Kostenvergleich insgesamt nicht, ich muss den Bus nehmen. Die errechneten Kosten von rd. 0,35€/km entsprechen übrigens dem Satz, den ich bei Geschäftsfahrten steuerlich in Abzug stellen kann – sind also durchaus realistisch und nicht sehr überraschend. Ein Wort noch zum Vergleich IC/ICE Hamburg-Berlin: Wie bin ich denn zum Abfahrtsbahnhof gekommen rsp. wie komme ich vom Zielbahnhof weg? Mit dem Taxi? Bussen und Bahnen? Oder hat mich ein freundlicher Nachbar mit dem Auto hingefahren, ohne dafür Geld zu nehmen ? ;-)

Anonym
Anonym
Reply to  Peter
25. September 2018 16:52

mit der BahnCard kommt man mit dem City+ kostenlos mit dem ÖPNV zum Bahnhof ;)

Christian
Christian
Reply to  Peter
3. Juni 2021 21:38

Genau das!
Die Frage ob PKW oder Öffis stellt sich einmalig vor dem Kauf des Autos oder dann eben doch der Bahncard und oder Monatstickets.
Aufgrund der Eh-da-Kosten ärgert es mich immer, dass ich günstiger in die Innenstadt mit dem Auto komme, als mit dem ÖPNV. Selbst die 4er Kurzstreckenkarte ist teurer.
Wie schön doch günstige ÖPNV Tickets für Autofahrer wären. Es wäre volkswirtschaftlich sehr sinnvoll, wenn ich das Auto stehen lassen würde. Denn auch Bus und die Straßenbahn haben eda-Kosten. Denn die halten eh da (Wortwitz) – also vor meiner Haustür und in der Innenstadt. Wenn ich das Auto nutze, kommen aber halt noch Sprit und Verschleiß hinzu. Wäre vermeidbar. Kostet mich aber eben mehr. Obwohl ich als Bus und Bahn Fahrgast quasi keine Zusatzkosten verursachen würde.
Durch die neuen home office Möglichkeiten dürfte für einige Leute die Kombination aus ÖPNV und car sharing sehr interessant werden.
Hinzu kommen natürlich in der gesamten Überlegung noch einige Opportunitätskosten. Vor allem die ggf. verlorene Zeit. Bin selber ein Jahr auf Arbeit mit Straßenbahn und Bus gependelt. Mit dem Auto bin ich halt 30 Minuten schneller. Und Zeit ist nun mal auch Geld. Länger arbeiten, für mehr Geld, Zeit zur Weiterbildung etc.
Volkswirtschaftlich am praktikabelsten halte ich den fahrscheinlosen ÖPNV. Vor allem um die ganzen Autofahrer “abzuholen”. Die überwiegend Mehrheit handelt unterbewusst genau so wie ich. Ohne die Rechnerei: Bus kostet jetzt Geld. Auto fährt jetzt auch ohne Geldeinwurf. Reine Psychologie. Der ÖPNV wäre pro Kopf so viel günstiger, wenn die Autofahrer mitfahren würden. Dazu müssten aber alle gleichzeitig damit anfangen. Das schafft man nur fahrscheinlos. Sonst macht keiner den ersten Schritt. Spieltheorie.

gast
12. Februar 2018 19:46

etwas veraltet (2008) aber hinsichtlich der Rechnung (seinerzeit frei verfügbarer ADAC-Rechner) durchaus für heutige Diskussionen brauchbar (vgl. S. 95ff sowie 26ff):
http://delfabro.6og.de/DA_Berufsverkehr_Trier_Luxemburg.pdf

Insb. steigenden nach dieser Rechnung die Kilometerkosten sikender Jahreslaufleistung.
Wer also (v.a. beim Pendeln) weit fährt, bezahlt pro km weniger.
Is das plausibel?

Robert Fabach
Robert Fabach
17. Januar 2018 11:02

Hallo,
hab selbst seit Jahren eine Kalkulation, bzw. Auswertung für meine diversen Gebrauchtfahrzeuge, bei denen ich auf sehr ähnliche Resultate komme. Das waren meist Dieselkombis von Fiat, Volvo (V70) die zum Zeitpunkt der Nutzung rund 10 Jahre alt waren. Meist günstig gekauft für 3-8.000 EUR mit etwa 200.000 km, die dann mit 15-25.000 km Leistung pro Jahr für 3-6 Jahre (bis zu einer größeren Reparatur gefahren wurden.
Mit Anschaffung, Wiederverkauf, alle Reparaturen, Service, Verschleißteilen und Kraftstoff kam ich auf 0,24 – 0,27 EUR/km.
Gruss, Robert

Wolfgang
Wolfgang
1. November 2016 08:04

Cool das der Fred, der im Jahr 2011 eröffnet wurde , immer noch Diskutiert wird!

Klar hat man auf dem Land das Problem mit ÖPNV.
Wenn ich aber sehe das in unserem Dorf viele > 60 Jahre sind , und irgendwann ein Problem mit dem Autofahren haben. Was ist wenn man nicht mehr Fahren kann ?. Zum einen stehen die Autos nur in den Garagen , oder nehmen öffentlich nutzbaren Raum weck, der aber Steuer finanziert ist. Folge Parkplätze bauen = wieder weniger Öffentlicher Raum, Instandhaltungskosten etc.
Man kann viel herein und heraus rechnen. Irgendwann verliert man ich aber.
Von dem subventionierten Diesel Skandal aller Hersteller und dessen dadurch hervorgerufener Krankheiten ganz zu schweigen (Krebs usw. ).
Alles Kosten die niemals in diese Rechnung einfließen können, weil man es vermutlich auch gar nicht kann!.

Jede Münze halt nun mal zwei Seiten.

Ich denke jedoch das die Zukunft dem selbstfahrenden ÖPNV gehören wird. Man “pfeift” sich das selbstfahrende Taxi einfach herbei und gut. Und das ganze Steuer finanziert.
Autofahren werden sich nur noch Reiche leisten können, da die Versicherungen den Unsicherheitsfaktor Mensch ausschalten wollen , oder Stichwort Gewinnmaximum = müssen .

Dennoch ein toller Artikel und Klasse das sich mal jemand die Arbeit gemacht, das zu Recherchieren.

Carsten
30. Juli 2016 00:47

Hier geht es ja heiss her sogar überJahre schon. Ich habe selber mal die Kosten überschlagen und eine detailierte Berechnung wird schnell sehr komplex. Werde meinen eigenen Artikel dazu mal überarbeiten. Aber Kernpunkte meines Artikels:

-Kilometerunabhängige Kosten in Form von Versicherung, Steuer, TÜV, Stellplatz, Inspektionen, Reifenwechsel, Wertverlust der bei der Wiederbeschaffung eines Pkw realisiert wird

-teilweise Kilometerabhängige Kosten in Form von Wartung, Pflege, Knöllchen

-Kilometerabhängige Kosten in Form von Sprit, Maut

zu guter Letzt noch der Zeitverlust und externe Effekte. Zeitverlust in Form von Stau, Parkplatzsuche. Dies wird natürlich erst ein Zeitverlust, wenn für den Weg ein anderes schnelleres Fortbewegungsmittel verwendet werden kann. Oder auch die Zeit im Auto wird als unangenehm empfunden und ist deswegen verschwendete Zeit. Ich denke keiner steht gerne im Stau oder sucht nach Parkplätzen. Angenommen jemand fährt gerne Rad, dann ist die Zeit auf dem Rad verbracht wird ein Zeitgewinn und ein Zeitverlust wenn er Autofahren hasst, aber fahren “muss”.

Daniel
Daniel
Reply to  Carsten
21. Oktober 2016 15:33

Hallo
Die Nutzungskosten müssen in Ländlichen Gebieten anders verglichen werden als in Städten.
In meiner Gegend ist es z.B gar nicht Möglich mit ÖVP einen produktiven Tag zu haben. 80% der Personen würden ihren Arbeitsplatz auch wenn er nur 10km entfernt ist gar nicht erreichen bzw würden Stunden dafür brauchen…

leider falsch
leider falsch
7. Juli 2016 10:51

Sehr nette Berechnung, aber leider falsche Vorgaben. Dieser Kilometerpreis betrifft nur das Auto, nicht den Autofahrer.
Der größte Fehler in dieser Berechnung ist die lineare Abschreibung des Autowertes über 12,7 Jahre. Jeder der schon mal
ein neues Auto gekauft hat und nach 3 Jahren wieder beim Händler in Zahlung gegeben hat, der merkt schnell, dass genau
in den ersten 3 Jahren (unabhängig vom Kilometerstand) der Wert eines Autos um nahezu die Hälfte sinkt (Schwacke-Liste).
Der Wertverlust ist daher mehr als
doppelt so hoch wie in der Berechnung. Kaufe ich ein 10 Jahre altes Auto (und hab keine Reparaturen), dann kann der Wertverlust
sogar viel geringer sein. Also bitte nicht so kommunizieren, wie wenn dieser Kilometerpreis ein realer Kilometerpreis für den Autofahrer wäre (wer von ihnen hat denn sein letztes Auto 12,7 Jahre gefahren?)
lg

Max Power
Max Power
4. Juni 2016 10:46

Du kannst nicht die Finanzierungskosten eines Kredits und gleichzeitig die Opportunitätskosten der Geldanlage zusammenzählen. In dem Kreditzins von 6% ist der Habenzinssatz von 3% schon beinhaltet. Du rechnest also doppelt

Oliver
Oliver
20. März 2016 20:22

Da mich die wirklichen Fahrzeugkosten sehr interessieren habe ich mit einem Roomster Diesel für die 15 Monate die ich ihn ca. 50.000 km gefahren bin eine Vollkostenrechnung gemacht. Alle anfallenden Kosten wie Reparaturen, Inspektionen, Verschleiß, Reifen, Wäschen, Treibstoff, Parkkosten etc. pp. Habe ich aufsummiert und durch die gefahrenen km. geteilt. Nach Einrechnen de Wertverlustes kam ich auf einen km-Preis von 0,16€, das ist nahezu unschlagbar günstig. Einen V60, den ich unlängst ca. 100.000 km fuhr kann man dafür leider nicht betreiben, da beliefen sich die Kosten auf ca. 0,39€/km.
Nach langwieriger Recherche konnte ich vor etwa 2 Jahren einer Untersuchung des Bundesverkehrsministeriums entnehmen das die volkswirtschaftlichen Kosten eines Personenkilometers bei einem Benzin-PKW ca. 4,7 ct und bei einem Diesel ca. 5,3 ct. betragen.
Ökonomisch gerechnet – auch ohne die entsprechenden Zeiten – ist für einen Einzelfahrer/in der Öffentliche Personenverkehr immer günstiger. Komfort kostet Geld, will ich von Tür zu Tür fahren muss ich bereit sein dies zu zahlen.

Thomas Zwiefelhofer
Thomas Zwiefelhofer
30. Oktober 2015 08:48

Ich hatte mir einen Madza 6 gekauft (neu) und diesen mit 6 Jahren (96.000km) wieder verkauft. Da ich sämtlichen Kosten (außer Strafen) und Einnahmen (Verkauf) aufgeschrieben hatte, kam ich auf eine stolze Summe von 38cent/km. Hört sich nicht viel an, aber umgerechnet sind das über 500€ !! pro Monat.

Niels
7. Mai 2015 14:27

Hi Martin, super Artikel. Ich bin im Rahmen einer Recherche nach den wahren KFZ-Kosten pro Kilometer darauf gestossen. Eine Kundin meinte, dass ihr Fahrdienstleister im Taunus für 33 Euro brutto vom Taunus zum Flughafen Frankfurt fährt. Das sind 40 Kilometer. Das wäre alleine für Hin- und Rückweg also 24 Euro KFZ-Kosten. Wenn man die Steuer abrechnet käme man auf 27 Euro. Dem Fahrer blieben dann 3 Euro für knapp zwei Stunden Fahrerei. Das ist nicht Mindestlohn. Und hoffentlich kriegt er kein Knöllchen. Auch aufgrund der hohen externen Kosten (CO2, Feinstaub, Strassen, Parkraumbewirtschaftung) liegt die Zukunft nicht im exklusiven privaten KFZ, sondern entweder in Fahrdiensten wie http://www.bettertaxi.de und http://www.uber.com oder im autonomen Fahren, oder beidem. :-) LG, Niels

Joerg
Joerg
Reply to  Niels
20. Mai 2015 09:27

Die hier dargelegten Berechnungen helfen bei der Entscheidung “Auto anschaffen oder nicht”. Wie schon weiter oben gesagt wurde, sehen die Kosten ganz anders aus, wenn ich den PKW sowieso besitze und sich nur die Frage stellt “Diese Fahrt mit PKW oder mit ÖPNV/Bahn…”. Denn z.B. Steuern/Versicherung muss ich sowieso bezahlen, ob ich diese Fahrt nun mache oder nicht, auch der Wertverlust ist mehr vom Alter als von der km-Leistung abhängig…

Folglich kalkuliert auch der Fahrdienstleister nicht so. Er hat die Flotte und den Fahrer sowieso. Fährt der Fahrer nicht, fallen Lohnkosten und Foxkosten für den Flottenunterhalt trotzdem an. Folglich liegen die km-Kosten viel niedriger.

Alex
Alex
21. Februar 2015 13:24

Die wohl meisten, die diesen interessanten Artikel gelesen haben, werden wohl, so wie ich, ein Auto besitzen. Uns alle interessiert eigentlich nur, wieviel dann die Fahrten kosten, die mit Auto statt mit ÖV durchgeführt werden.

Meine Rechnung sieht so aus, bei der Annhame im Jahr 10.000 km umzulegen:

+ Treibstoffkosten / gefahrene km (Diesel, 1.20 EUR/Liter, Stand Anfang 2015; 6 Liter Verbrauch / 100 km)
6/100*1,2 = 0,072 €

+ Verschleiß-Zuwachs, hier können die durchschn. Jahreskosten für alle Werkstattrechnungen zugrunde gelegt werden, bei mir ca. 450,- p.a. bei Fahrleistung 20.000 km
450/20000 = 0,023 €

Anm: da hier auch zeitabhängige Faktoren enthalten sind, wird o.g. Wert nicht komplett eingespart werden können, denn ich muss bspw. nach spätestens 2 Jahren eine Inpektion machen, die ich bei jährl. Fahrleistung von 10.000 km (bei Nutzung von ÖV) vor Erreichen der km-Grenze (dyn. 30.000er Intervall) durchführen muss.

+ steigender Versicherungsbeitrag, bei mir ca. 200,- EUR
200/10000 = 0,02 €

+ Wertverlust für Zusatz-km, sehr schwierig, ich gehe hier max vom halben von Ihnen errechneten Wert (0,085 €/km) aus, da der zeitabhängige Verlust komplett auf die übrige Fahrleistung geschrieben werden kann
0,0425 €

——————–
= 0,1575 € pro km

= 1.575,- € pro 10.000 km
=========================

Ich weiß, das ist ungenau, aber ich denke durchaus ein Wert, den man grob überschlagen ansetzen kann bei der Überlegung, ob ich heute mit der Bahn fahre, oder mit dem Auto, oder ob sich für mich eine Zeitkarte für den ÖV lohnt, oder nicht.

Für mich, der regelmäßig im Homeoffice arbeiten kann, lohnt sich bspw. eine Fahrt ins Büro (10 km) nicht mit den ÖV zu unternehmen, denn ich brauche zwangsläufig für Anderes ein Auto.

Vielleicht hilft das jemandem, vielleicht liege ich auch weiter daneben, als gedacht :)

Benjamin
Benjamin
10. Februar 2015 15:20

Vielen Dank für den Artikel, der sollte mir bei meiner Komplexen Leistung (Klasse 10) definitiv behilflich sein!
Mir fehlt hier aber noch der Faktor mit den Straßen, die werden schließlich vom Steuerzahler (und Autofahrer) bezahlt. Der Preis einer Zugfahrt enthält letzenendes auch die Finanzierungskosten des Schienennetzes…

Viele Grüße
Benjamin

(und danke im voraus falls ich hier noch eine Antwort drauf kriegen sollte oder der Artikel aktualisiert wird :D)

Nick
Nick
23. Januar 2015 18:27

Hallo Martin,

ein großes Lob für deinen Artikel. Ich finde ihn sehr gelungen, da er die tatsächlichen Kosten für einen Kilometer Autofahrt sehr strukturiert und deutlich aufzeigt. Für die generelle Entscheidung pro oder contra Auto also sehr empfehlenswert.

Leider sieht es in meiner Realität so aus, dass das Auto für mich unverzichtbar ist. Ich fahre im Jahr rund 50000 km und gebe meine Autos nach 5 Jahren, dann mit 250000 km wieder ab.

Als ich realisierte wieviel mich ein Auto eigentlich wirklich kostet, habe ich daraus für mich 3 Schritte gezogen, welche ich seitdem berücksichtige:

1. günstigster Einkauf von EU-Fahrzeugen
2. Auswahl des Fahrzeuges mit dem verbrauchsärmsten Dieselmotor und sparsame Fahrweise
3. Reparaturarbeiten (Bremsen, Zahnriemen…) nach Ablauf der 2jährigen Garantie selbst durchführen.

Ich erfasse alle meine Kosten für das Auto selber und komme auf 21 Cent/km. Allerdings rechne ich nicht CO2 neutral.

Das absolut größte Einsparpotential sehe ich allerdings in einem anderen Punkt. Ich fahre so gut wie immer alleine (95% meiner Fahrten). Der nächste große Wurf in der Mobilität wäre es also doch, wenn es gelingen würde diesen Zustand zu ändern. Was meinst du dazu?

Viele liebe Grüße und weiter so
Nick

MS
MS
11. September 2014 19:57

Ich selbst rechne mit 0,24€/km Betriebskosten bei meinem 170PS Motorrad.
Darin enthalten sind 0,14€/km Benzinkosten (SuperPlus), 0,05€/km Reifen und 0,05€/km weitere Verschleißteile und Wartung beim erst kürzlich erhöhten Stundensatz meines KFZ-Mechanikers von 50€/h netto.

Die Fixkosten rechne ich nicht mit in die Kilometerkosten ein. Zum einen sind die 200…400€ (nur Haftpflicht oder in den ersten 3 Jahren Teilkasko, beim Motorrad kommt Vollkasko nicht in Frage) Versicherung und knapp 100€ Steuer in Relation zum Rest verschwindend gering, zum anderen sind diese Fixkosten in jedem Fall vorhanden, egal ob ich das Fahrzeug in der Garage stehen lasse. Dass ich mein Privat-KFZ habe und behalte steht so oder so fest.
Um externe Kosten muss ich mich ebenfalls nicht kümmern, da diese wie ein Vorredner schon sagte mit Steuern und Abgaben mehr als hinreichend abgegolten sind.

Am schwersten ist für mich die Berechnung der Anschaffungskosten bzw. der Abschreibung. Ich habe 5 Jahre Garantie (inkl. Garantieverlängerung), mindestens so lange fahre ich das Fahrzeug, wahrscheinlich noch ein sechstes, vielleicht sogar ein siebtes Jahr, aber dann wird aller Voraussicht nach verkauft.
Einer Seits sinken die Fix- und Abschreibungskosten mit mehr gefahrenen Kilometern, anderer Seits sinkt auch der Wiederverkaufswert.
Ich gehe von einer relativ konstanten Kilometerleistung entsprechend meinem Fahrverhalten aus und somit auch einem relativ konstanten Fahrzeugrestwert.
Unter den gegebenen Bedingungen prognostiziere ich etwa 0,1€/km an Wertverlust. Aber da ich wie gesagt davon ausgehe, dass das ein relativ konstanter Wert ist, egal ob ich nun ein paar Kilometer weiter oder ein Jahr kürzer fahre, beachte ich diesen Wert nicht, sondern sehe ihn mit dem Kaufpreis als abgegolten an. Der Kaufpreis selbst ist in meiner Budget-Planung ein eigenständiger Posten.

Das ist für meine Situation die praxisnähere Berechnung.

yo
yo
20. August 2014 19:51

Toller Post, danke! Aus meiner Sicht fehlen nur noch ein paar Sachen
1) die Pendlerpauschale, eine Steuersubvention für Fahrten zwischen Arbeit und Wohnung (idR über 50% der Autofahrten, -30 CentxSteuersatz je km, ich schätze so um die 10 Cent netto)
2) Die externen Effekte aus Verkehrsunfällen. 3600 Verkehrstote x VSL von 3 Mio.

Georg
Georg
Reply to  yo
28. Juni 2018 13:59

@1: Die Pauschale darf man AFAIK mit jedem Verkehrsmittel ansetzen, daher reduziert sie nicht spezifisch Auto-Kosten.

Klaus
Klaus
14. August 2014 00:36

Hallo, Herr Randelhoff,

“In diesem Artikel steckt viel Arbeit”, man könnte es auch als Fantasie und Halbwissen titulieren.

Mehr als eine Stunde oberflächlicher Recherche und 10 Minuten, um die Daten in ein Spreadsheet einzugeben kann ich hier nicht erkennen, die teilweise guten Ansätze werden nur sehr oberflächlich abgearbeitet.

Wenn Sie von Durchschnittswerten ausgehen, ist selbstverständlich auch bei den Kosten nicht von einem Neufahrzeug auszugehen, sondern von dem Wert eines durchschnittlichen, 8,1 Jahre alten PKW.

Bei Ihrer Betrachtung gehen Sie nicht darauf ein, dass sich z.B. der durchschnittliche Treibstoffpreis in den vergangenen 12,4 Jahren faktisch verdoppelt hat.

Unlauter ist es, die Opportunitätskosten als Soll- und Habenzinsen doppelt in die Berechnung einfließen zu lassen. Entweder ich habe das Kapital oder ich muss es mir mangels Liquidität leihen.

Halbwissen beweisen sie, indem Sie die Kosten für die Infrastruktur nochmal zusätzlich obenauf rechnen, obwohl diese bereits [b]mehrfach[/b] durch die im Benzinpreis enthaltenen Steueranteile (derzeit rd. 0,90 €/ltr.!)abgegolten sind (im Gegenteil: PKW-Fahrer subventionieren andere Bereiche der Staatsausgaben mit quer!)

Die Co2-Abgabe der EU ist willkürlich festgelegt und hat mit tatsächlich entstehenden Kosten überhaupt nichts zu tun, hat somit keinerlei Relevanz und gehört nicht in die Kostenaufstellung. Diese Kosten sind bereits von der Industrie in den Endverbraucherpreisen einkalkuliert/berechnet.

Der Instandhaltungsaufwand ist genauso oberflächlich/willkürlich recherchiert, die tatsächlichen Kosten sind wesentlich höher. Die angegebenen Kosten reichen gerade so eben für die Wartungskosten nach Herstellerangabe, Kosten für anfallende Reparaturen (Anm: Unglückliche Auswahl des 1.2 TSI-Motors, wo die gelängten Steuerketten reihenweise ausgetauscht werden müssen und der Turbo kaum 235.000 km unbeschadet übersteht) oder auch Kosten Reifen sind nicht in den “moderat erscheinenden” 228 EUR includiert. Die angegebenen Werkstattstundensätze erscheinen allenfalls für kleine, freie Werkstätten adäquat und werden von den Vertragswerkstätten bei weitem Überschritten, hier werden Endkunden bereits Beträge bis über 120.- EUR + Mwst berechnet. Die Kosten alleine für einen Wartungsdienst für den Golf liegen bei einer Vertragswerkstatt je nach Wartungsumfang bei ca. 268 – 379 EUR (aber von Händler zu Händler unterschiedliche Stundensätze als Berechnungsgrundlage). Tatsächliches Wartungsintervall für den Golf ist übrigens alle 15000 km (bzw. einmal pro Jahr) ein Ölwechsel, alle 30000 km (bzw. alle 2 Jahre) eine kleine Durchsicht und alle 60000 km (bzw. alle 3 Jahre) eine große Inspektion.

Den Vogel schießen Sie aber mit Ihrer imaginären, in der Glaskugel gesichteten PKW-Maut von 3-4 €/100 km ab, hochgerechnet auf den PKW-Bestand von 42,3 Mio. PKW und die angenommene durchschnittliche 18.693 km Jahresfahrleistung ergibt sich eine PKW-Maut pro Fahrzeug von … alle festhalten … ja, richtig gerechnet 654,25 EUR pro PKW bzw. 27,675 Mrd. EUR jährlich … (ohne ausländische PKW wohlgemerkt)Dies ist schlicht Unsinn und politisch nicht durchsetzbar.

Abgesehen davon wird die Verkehrsinfrastruktur in 1. Linie vom Schwerlastverkehr be-/geschädigt, folglich sind die Kosten nach dem Verursacherprinzip auch über die LKW-Maut umzulegen, gerechterweise nach Frachttonnen/km.

Btw.: Die Kosten sind logischerweise bei 100% Fremdfinanzierung am höchsten, obwohl sie bereits längst darauf hingewiesen wurden, wurde der Fehler Ihrerseits bis dato noch nicht behoben.

Von den zusätzlichen Tipp-/Übertragungsfehlern abgesehen, bedarf die Betrachtung dringend der fundierten und objektiven Überarbeitung bzw. sollte so fairerweise aus dem Netz genommen werden.

testuser
testuser
Reply to  Martin Randelhoff
17. August 2014 23:15

Habe da ein paar sehr grundsätzliche Anmerkungen zu den Berechnungen.

-Wieso die Opportunitätskosten ansetzen?! Weil man es im VWL-Studium gelernt hat?
Der Kauf/die Verwendung des Autos ist ja alternativlos.

-Die externen Kosten. Der Feuchttraum eines jeden “Lobbyisten”. Da kann er reinnehmen was er will, Preise, Zinssätze etc. ansetzen die einem passen und so quasi fast beliebige Werte produzieren.

Würde man aus diesen “Kosten” wirklich Konsequenzen ziehen/ziehen müssen, privat und auch von staatlicher Seite würde die halbe (Welt)Wirtschaft zusammenbrechen (Packung Zigarette würde dann bis zu 40€ Kosten.)
Autofahren, Transit/Lieferverkehr (somit auch die Versorgung von Ballungsräumen) etc. wären dann halt nicht mehr leistbar.
Ich sehe diese Kosten eher als ein sehr beliebiges, ungenaues Mittel um politische Agenden durchzusetzen.
Nach Churchill muss man aber sagen es gibt wohl nichts Besseres um eine umfassendere Kostenbetrachtung zu gestellten.

-Was ist mit dem Nutzen. Oder wäre dessen Betrachtung nur angebracht wenn man quasi 2 oder mehr Systeme vergleicht. (Also ne Kosten/Nutzenrechnung aufstellt)

Aber mir ist schon klar, wenn man jede Frage bis ins kleinste Detail aufbläht dann ist man schon bald bei einer Doktorarbeit angelangt.
Lobeswerter Ansatz des Artikels dürfte ja das Bewusstsein schaffen für “mögliche” wahre Kosten des Individualverkehrs gewesen sein und insofern durchaus interessant das mal kritisch durchzulesen.

P.S.: Pseudogenauigkeit mutet auch ein bisschen seltsam an (Kosten für dies und das sind 0,00013425925 €/km), da die Schwankungsbreite hier sicher +/- dutzende Prozent beträgt ;-).

testuser
testuser
Reply to  Martin Randelhoff
20. August 2014 16:54

Ad Opportunitätskosten.
Ich lasse mir noch einreden, wenn diese in solchen Betrachtungen einfließen, weil man das eben so macht (kein wirklich gutes Argument), dass mit den Kapitalkosten, kann ich auch akzeptieren.
Aber alternativlos ist das Auto ja quasi weil man es in dieser Betrachtung ja gekauft hat. Wieso wird da quasi doppelt-moppeln ?
Ich rechne a) die Kapitalkosten, und b) imaginäre/fiktive entgangene Erträge eines Invests als Kosten. Ich finde die Methodik halt sehr strange.

Ad Externe Kosten
“Zurzeit werden diese externen Kosten natürlich auch von jemanden getragen, nur entspricht dies nicht dem eigentlichen Verursacher der Kosten”
Na eben nicht, die werden zum Teil nicht getragen. Sind reine/beinahe beliebig große Spielgrößen. Großteil trägt die Natur, möglich dass da mal Zahltag ist aber wie dann die “Zinssätze” dieses überzogenen Kontos sein werden ist halt schon schwer spekulativ !! (Z.B CO2, etc.)

Oh Gott oh Gott auch Lärm wollt ihr Deutschen reinnehmen? Ja man sieht man kann das ins Groteske steigern. Was ist mit der Landschaftsverschandelung?!
Oder das Artensterben ? Ist jetzt die Kröte die gefährdet ist mehr wert als der Schmetterling? Was ist überhaupt der wert? Du siehst, da kann man sich beliebig austoben. Daher finde ich das Konzept der externen Kosten vielleicht das Beste was wir haben aber nicht wirklich überzeugend.

Externe Effekte 3,5 €Cent sind ja wirklich nicht so viel, das stimmt. (Habe das ein bisschen überfolgen und nicht gecheckt)
Aber ich habe ja die Zigaretten angeführt, 40€ pro Packung in der Studie unter 10 € in einer anderen.
Wo wir wieder bei der Beliebigkeit dieses Konzeptes sind.
Glaube mich zu erinnern, dass du eine Studie angeführt hast, wo für Deutschland 87Mrd Gesundheitskosten/schäden durch Verkehr(oder nur individual Verkehr verursacht wird?) angeführt werden?
Dies umgelegt auf D, ergäbe dann schon externe Kosten von 15-22 €Cent/km (Annahme 40E6 Autos, 15000 bzw. 10000 Jahreskilometer und eben 87 Mrd Kosten).
Das ist mein Hauptkritikpunkt, dass man sehr “weiche” Fakten hernimmt und dann harte Konsequenzen ableitet (Maut, Steuern), je nachdem welche Lobby gerade am rechnen ist.

Werde mal bei VCÖ (Verkehrsclub Österreich) vorbeischauen, was denen so als externe Kosten für Individualverkehr vorschwebt. (Ist eine Öffilobby wie dir sicher bekannt ist).

Und um Bild abzurunden, wäre interessant was ADAC oder ÖAMTC dazu sagen.

Die bekommen nämlich immer raus, dass die Autofahrer nämlich auch die Melkkühe der Nation sind ;-)

Georg
Georg
Reply to  testuser
28. Juni 2018 13:56

Ad Opportunitätskosten: Bei Eigenfinanzierung ist man die 20.000€ nach dem Autokauf los und bekommt 0 Zinsen, bei einer Kapitalmarkt-Investition hat man die 20.000€ weiterhin plus Zinsen. Der Wertverlust betrachtet den verlorenen Kapitalstock, die Opportunitätskosten entgangene “Früchte”.

Yupp Strunk
Yupp Strunk
14. April 2014 14:53

schon klar…genauso berechne ich auch meinen nettostrompreis…€/kwh+anschaffungskosten meiner e-geräte+reparatur…komm dann auch auf einen nettostrompresi von 1,78€ die Kwh….funktioniert auch mit geschirr und möbel…man hab ich ne teure couch…

solea
solea
13. Januar 2014 15:41

“Eine Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof ist laut Google Maps genau 280 Kilometer lang. Die entsprechende Bahnfahrt kostet 59,00 Euro (IC) bzw. 73,00 Euro (ICE).”

+ Taxi zum und vom Bahnhof :-)

Erich
5. Januar 2014 20:40

Hallo, Martin,
danke für Deine Berechnung! Ist sehr hilfreich.

Ich glaube, die Kapitalkosten hast Du doppelt einfließen lassen. Entweder habe ich den Kaufpreis-Betrag auf dem Sparbuch oder ich nehme einen Kredit. Die Kapitalkosten sind in jedem Fall nur einmal anzusetzen, denk ich.

Du kannst noch einen Flüchtigkeitsfehler beheben; bei den Kraftstoffkosten schreibst Du: “Somit ergibt sich ein Zwischenwert von 0,2497 Cent für einen Kilometer Autofahrt (100 km = 24,97€)”.

Wolfgang Debus
Wolfgang Debus
4. Januar 2014 20:37

danke Martin für diesen außergewöhnlich gut geratenen Artikel mit genauen Berechnungen!
Ich habe für unser letztes Auto ziemlich gleiche Berechnungsmaßstäbe angelegt, war vor drei Jahren auf einem Kilometerpreis von 19 Ct, dann stieg er kurzfristig durch zwei sehr teure Reparaturen auf 23 Ct, ist inzwischen wieder auf unter 20Ct gefallen.
Das Auto ist 12 Jahre alt, gut 300.000 km, Gesamtdurchschnitt 3,5 Liter Diesel, Karosserie wie neu, keine Teile bisher korrodiert oder erneuert (allerdings halte ich Aluminium inzwischen nicht mehr für verantwortbar, genausowenig wie den Individualverkehr), noch immer die erste Batterie, trotz Stopp-Start), kein neuer Auspuff… ein leises, schnelles, sparsames Wunderauto, Produktion 6.500 Fahrzeuge, nach gut 5 Jahren eingestellt.(Audi A2 1,2L)
Ich fahre (mit71) fast nur noch Pedelec (auch bei diesen Fahrzeugen wird sehr viel Betrug und Selbstbetrug bezüglich der wahren Kosten und der Umweltverträglichkeit betrieben)
Aber meine Frau kommt öffentlich sehr umständlich zu ihrer Arbeitsstelle (zwischen 3,5 und 4,5 Stunden für 100km), die sie in der Woche 1 bis 2mal anfahren muss, mit dem Auto zwischen 60 und 75 Minuten, kostenmäßig allerdings das Doppelte.
Ivan Illig hat einmal festgestellt, dass der Durchschnittsamerikaner, wenn er alle Zeit rechnet, die er für das Auto aufwendet, im Schnitt noch 5 Km mit dem Fahrzeug in der Stunde vorwärtskommt.
(leider weiß ich nicht mehr, in welchem seiner Bücher das steht)
erst wenn der letzte Tropfen Erdöl gefördert ist…
haben wir neue Spielformen entwickelt!
ein Gutes 2014!

Patrick
Patrick
12. Dezember 2013 18:44

Ich finde ihren Text sehr gut.

Doch ich möchte noch zu Bedenken geben, dass bei den allermeisten Menschen die Wahl des Verkehrsmittels nicht von den “harten Faktoren”, wie den Kosten, sondern von den “weichen Faktoren”, also Komfort und Reiseerlebnis abhängt.
Daher kann man Autofahrern tausendmal sagen, das der Umstieg auf die Bahn billiger ist, es wird sie leider nicht wirklich interessieren.

Solange in ihren Köpfen noch die Vorstellung vom 4-A-ÖPNV herumgeistert, wird sich nichts ändern.
Gleiches gilt für die Politik, die diesen dann nicht im erforderlichen Maße fördert.

Es hat also sehr viel, wenn nicht sogar überwiegend mit Psychologie zu tun. Das soll nur mal eine Anmerkung sein.

Andreas
Andreas
9. Dezember 2013 11:07

Ich finde Ihre Rechnung sehr gut zusammen gestellt. Man kann sicherlich einzelne Parameter beeinflussen (Fahrzeugwahl, Versicherungstarife, Werkstattkosten usw.) aber im Grundsatz passt die Rechnung was ein Kilometer in etwa kostet. Ich hoffe das jeder Autofahrer von diesen Kosten nicht wirklich überrascht ist.

Trotzdem kurz zwei Punkte dazu:
1. Wenn man zu zweit im Auto sitzt, kostet die Fahrt mit dem Auto immer noch gleich viel (leicht erhöhten Kraftstoffverbrauch kann man annehmen aber ich denke der Gewichtsanstieg spielt auf langen Fahrten keine große Rolle, da bei höheren Geschwindigkeiten der Luftwiderstand den weitaus größeren Anteil am gesamten Fahrwiderstand hat). Der Preis für die Bahnfahrt ist allerdings doppelt so hoch.

2. Meine Frau und ich wohnen recht exakt zwischen unseren beiden Arbeitsplätzen. Ich habe es jeweils 6 Monate ausprobiert mit ÖPNV und mit dem Auto zur Arbeit zu kommen. Mit dem Auto brauche ich wenn es gut läuft 20min, wenn es schlecht läuft 50min (von Haustür zum Schreibtisch). Mit ÖPNV brauche ich konstant 1h20min. Macht pro Tag 1h bis 2h mehr die ich mit meiner Tochter verbringen kann und das ist für mich unbezahlbar!
Meine Frau bräuchte mit ÖPNV übrigens 2,5h zur Arbeit statt ca. 40min konstant mit dem Auto. Wir haben Fahrgemeinschaften wann immer es möglich ist (zeitlich nicht immer ganz einfach wegen der Tochter).

Die Schlussfolgerung kann natürlich lauten, dass die öffentlichen Verkehrsmittel besser ausgebaut werden müssten (besonders im Falle meiner Frau) aber ich beurteile hier den aktuellen Stand.
Arbeiten während der Fahrt mit ÖPNV kann ich übrigens vergessen, da ich erstens eine Arbeit mit hoher Geheimhaltung ausübe und zweitens das morgendliche Gedränge in S- und U-Bahn es nicht möglich machen einen Laptop zu halten.

Ich verfolge Ihren Blog dennoch mit Interesse, als Denkanstoß ist er auf jeden Fall hilfreich.

Christoph
Christoph
7. Dezember 2013 23:17

Spannender Artikel, Martin!
Allerdings sehe ich eine große Schwäche in der Kostenrechnung, den Du auch schon indirekt angesprochen hast. Und zwar gibt es Leute, die gar nicht auf das Geld achten, und deswegen auch keine Preisvergleiche zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln anstellen. Dies sind dann auch die Leute, die sich Neuwagen kaufen bzw. leisten können. Für die sind die Kostenrechnungen also irrelevant, auch wenn sie mit Öffis sehr viel günstiger als mit einem Neuwagen fahren würden.
Alle, die aber wirklich schauen, dass sie möglichst günstig Verkehrsmittel nutzen, kaufen sich einen gebrauchten Wagen. Daher ist der große Posten “Wertverlust” bei diesen Personen sehr viel geringer, sodass die Kosten des Autos pro Kilometer genau bei diesen Personen sehr viel geringer ausfallen. Daher wäre eine Rechnung, die einen geringeren Wertverlust ansetzen würde, sehr viel praxisrelevanter. Beispiel: ich habe für meinen PKW mit 90.000 KM rund 5.000 Euro bezahlt. Wenn man von den 235.000 KM ausgeht, und der Wagen auch danach noch 500 Euro Wert ist, ergibt sich ein Kilometerpreis von 3,1 Cent. Dies wirkt sich dann auch auf einen ggf. nötigen Kredit und dessen Kosten aus.
Auch der angenommene Versicherungspreis erscheint mir eher zu hoch anstatt zu niedrig. Bei 32 Mio Autofahrern und 2,4 Mio Unfällen, hat jeder Autofahrer durchschnittlich eine SF-Klasse von 13, und somit nur 35-40% Kosten, statt wie bei der gerechnet, 70%.

Die Kosten für die externen Effekte müsste man dann auch nochmal um die bereits durch den Sprit (den diese Kosten wurden schon berechnet) bezahlten Kosten für Straßenbau verringern.

Und eigentlich müsste man dann auch noch Taxikosten berechnen für alle Wege, bei denen man schwere Dinge transportieren muss (und hier sind die Kilometerkosten definitiv höher).

Insgesamt finde ich daher die Berechnung, die oben gemacht wurde, zu “parteiisch”, auch wenn ich selbst in der Stadt fast ausschließlich Öffis benutze. Aus eigener Erfahrung, ohne es konkret ausgerechnet zu haben, glaube ich, dass das eigene Auto trotzdem meist günstiger ist als der komplette Umstieg auf Öffis. Zumindest, wenn man 1-2 Mal im Monat mittellange Strecken zurücklegt (100-200 km). Wenn man in einer Großstadt wohnt und selten lange Wege zurücklegt, ist dies natürlich etwas anderes.

Vinzenz
Vinzenz
22. November 2013 15:06

Die Emissionszertifikatepreise haben ja nichts mit den verursachten Kosten zu tun. Sinnvoller wäre es m.E. diese Studie heranzuziehen:
http://j.mp/IjSBGK

Dann werden allerdings aus den 0,1ct schnell 5ct!

unbrakeable
unbrakeable
30. Juli 2013 11:33

Hallo Martin,

dies ist ein wirklich guter und systematischer Versuch, die wahren Kosten eines Pkw hochzurechnen! Viele Autofahrer machen sich in diesem Punkt nämlich etwas vor.

In den 80er Jahren hat auch die Stiftung Warentest eine ähnliche Untersuchung sogar anhand mehrerer Pkw der Golf-Klasse gemacht. In diesen Vergleich flossen mit ein
– Anschaffungspreis
– Aufpreise für vergleichbare Ausstattung
– Steuer
– Versicherung
– Wartung
– Verbrauch (Kosten aufgrund des realen Testverbrauchs unter identischen Bedingungen, kein Normverbrauch!)
– Reparaturen (statistisch hat ein Fzg. dieser Klasse während der mehrjährigen Haltungsdauer einen kleinen Schaden an der Front (Stoßstange, Kotflügel, Haube, Scheinwerfer etc.), der den Fahrzeugen in einem (leichten) Crash-Versuch zugefügt und dann wirklich repariert wurde, und einen Parkrempler an einer Ecke des Hecks, für den die Reparaturpreise unter Annahme der defekten Teile lediglich theoretisch ermittelt wurden)
– Wiederverkauf

Die Zahlenwerte habe ich jetzt leider nicht mehr parat, aber die Quintessenz:

Der Wagen, der in der Anschaffung am günstigsten war, war der Toyota Corolla, gefolgt vom Fiat Uno. Der Golf landete weiter hinten. Ich glaube sogar, in diesem Punkt war er Letzer.

Nach Berücksichtigung der ganzen anderen Kostenarten ergab sich aber ein anderes Bild: Das Auto, das über mehrere Jahre gerechnet am wenigsten Kilometerkosten verursachte, war der VW Golf, knapp gefolgt vom Fiat Uno. Der Toyota fiel u. a. aufgrund der teuren Ersatzteile weiter zurück.

Trotzdem wurde damals der Golf von vielen befragten Kaufinteressenten und auch in der Presse als teures Auto eingestuft und kommuniziert. Ganz im Gegensatz zum Toyota Corolla, der gerne als Musterbeispiel eines guten Preis/Leistungsverhältnisses dargestellt wurde.

Angeregt davon ermittelte ich für meine Fahrzeuge auch jeweils immer die wahren Kosten.

Erschrocken war ich, als mich 1991/92 ein Golf II GTI bei einer Laufleistung von 45.000 km in 15 Monaten mehr kostete, als meine damalige Wohnung an Miete.

Am Beispiel meines 93er VW Vento mit 1,8-l-Motor (55 kW = 75 PS), den ich von 2004 bis 2013 zwischen km-Stand 109.000 und 311.000 fuhr, bedeutete diese Aufstellung im Detail:
– Wertverlust: 2.500 €
– Wartung: 154 €
– Steuer (D3): 1.103 €
– Versicherung (HP + TK): 2.900 €
– Reifen: 700 €
– Ersatzteile: 1.770 €
– Reparaturen: 3.640 €
– Ölwechsel (15.000-km-Intervall): 560 €
– Wagenpflege: 108 €
– HU/ASU: 363 €
– Zubehör: 90 €
– Kraftstoff: 18.220 €
– Erstattungen (Vers., Steuer, Verkauf): 380 €
Summe aller Kosten über 203.000 km: 32.500 €
oder umgelegt auf den Kilometer: 0,16 €/km.

Nicht berücksichtigt sind die Zinsverluste über 9 Jahre durch die Anschaffung (Ausgabe von 2.500 €) und Bußgelder (Summe ca. 80 €).

Gespart habe ich durch die eigene Durchführung vieler Wartungsarbeiten, die Wahl günstiger Einkaufsquellen und Werkstätten (z. B. für Ölwechsel) und natürlich durch eine verbrauchsgünstige Fahrweise (lt. damaliger Norm 7,6 l/100 km; real 6,6 l/100 km über ca. 200.000 km; siehe Posten “Kraftstoff”!).

Jedenfalls habe ich jetzt einen besseren Überblick über die Bedeutung der Kostenarten, auch wenn der Vergleich mit einem aktuellen Fahrzeug sicherlich hinkt, z. B. im Punkt “selbst durchführbare Wartung”. ;-)

Schönen Gruß

Jeremy Boissel
9. Juni 2013 17:12

Aber genau das meine ich Martin, ich hätte die €228 / Jahr NUR auf die ersten 2 Jahre getippt. Das kann kein Langzeitrechnung sein!

Als ich selbst die Reparaturen und Wartungen vorgenommen habe, kam ich nicht so günstig davon weg. Mein Chef mit neuem VW Sharan kann auch gerne die erste Inpektionrechnung zeigen, denn schon die liegt über €228. Diese Zahl ist leider nicht nur optimistisch sondern kann einfach nicht sein. Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe rechnet falsch oder meinen was anderes aber bestimmt nicht die jährliche Instandsetzungskosten. Ich werde einfach mein Mechaniker da fragen aber alle hier im Raum sind einig: Der Zahl ist nicht zu gering sondern viel zu gering.

V.K.
V.K.
Reply to  Martin Randelhoff
19. Juni 2013 20:17

Ich finde Ihren Artikel gelungen weil sie dabei
erfrischend gründlich vorgehen :-)

TIP:

Beim Thema Versichrung müßte man sich nicht auf einen Tarif festlegen, wenn sie die km-Kosten in Anhängigkeit vom Tarif in einer Tabelle darstellen würden.

Des weiteren fällt mir zum Vergleich: PKW-ÖVM ein,
daß in öffentlichen Verkehrsmitteln Gefahren und Bußgelder entfallen, die im Idividualverkehr gibt.

Bei all den Rechnungen sind auch die Zusatzkosten durch Staus nicht mit eingerechnet.

Jeremy Boissel
9. Juni 2013 15:40

Unglaublich €228 Instandsetzungs- und Wartungskosten im Jahr! Wenn ich mit andere Leute über ihre Reparaturkosten für PKW rede, kann da was nicht stimmen. Im Jahr, wer zu Arbeit 20km/Tag mit dem Fahrrad fährt muss mit ca. €200-€250 Instandsetzungs- und Wartungskosten rechnen.

Allein 2 Michelin Energy Saver+ Reifen ohne Montage wären ca. €228 und das ist nicht alles, was im Jahr anfällt! Diese Zahlen sollten nachgeprüft werden.

M_Net
M_Net
22. April 2013 17:08

Hallo,

beim Zwischenwert im Abschitt “Kraftstoffkosten” stimmt die Einheit nicht, statt “0,2497 Cent” müsste dort “0,2497 Euro” stehen. Im selben Abschnitt müsste es zudem statt “in Höhe von 1081€” “in Höhe von 10,81€” heißen.

Henry
Henry
18. April 2013 14:45

Prinzipiell sehr aufschlussreiche Rechnung.
Allerdings liegt der durchschnittliche Gebrauchtpreis für o.g. Golf je nach Zustand bei ca. 4000 – 6000 Euro.

Ich behaupte mal, niemand mit halbwegs Verstand verschrottet oder verschenkt sein Auto nach der durchschnittlichen Nutzungsdauer.Man sollte also den Wiederverkaufswert mit einkalkulieren.

Noch mehr Sinn macht es,statt einem Neuwagen einen Gebrauchtwagen zur Kalkulation heranzuziehen,was wesentlich realistischer ist.

Armin
Armin
5. April 2013 14:06

“Für eine 100 Kilometer lange Fahrt mit dem Auto betragen die Kosten folglich 43,53 €, 33,83 € bzw. 32,41 €. Mehr als der durchschnittliche Autofahrer vermutet, nicht wahr?

Eine Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof ist laut Google Maps genau 280 Kilometer lang. Die entsprechende Bahnfahrt kostet 59,00 Euro (IC) bzw. 73,00 Euro (ICE). Mit dem Golf würde dieselbe Strecke 121,88 €, 94,724 € bzw. 90,748 € kosten. Nur mal so als kleiner Denkanstoß. ;-)”

Das stimmt soweit schon, nur fehlt mir da noch ein Aspekt. Was ist wenn ich die Reise zu viert antrete? Dann zahle ich für die Bahn das vierfache. Für die Fahrt mit dem PKW aber sicher nicht. Die Kosten sind dann durch den höheren Spritverbrauch villeicht um 10-20% (Schätzung!!!) höher und nicht 4 mal so hoch. Nur mals so als keiner Denkanstoß ;-)

Hermann Kempter
Hermann Kempter
8. März 2013 09:52

Vielen Dank für die ausführliche Kostenanalyse.
Bin “auf dem Dorf” aufgewachsen und wohne auch so. Daher geniesse ich die Vorzüge des Individualverkehrs mit dem eigenen Auto.Im unregelmäßigen Schichtbetrieb zum weit entfernten Arbeitsplatz war ich auch darauf angewiesen.Durch langjährige Nutzung(gemittelt 16 Jahre),unfallfeies Fahren und Eigenwartung hatte ich weit niedrigere Kosten, als von Ihnen angesetzt.Als Haupt-Kostenverursacher/treiber sehe ich sowohl die hohen Neuwagen-als auch die weit überhöhten Ersazteilpreise.
Zustände wie in der früheren DDR mit fast keinen Autos wünsch’ich mir nicht- man denke nur an die Auswirkung auf unsere Wirtschaft! Mehr als 50 Prozent aller Arbeitsplätze hängen angeblich direkt oder indirekt an unserer Autoindustrie – Wo bleibt “die Freude am Fahren”?
Eine bewußt sprit-sparende Betriebsweise wünsch ich mir jedoch schon!Zu dieser Bewußtseinsschärfung kann Ihre Auflistung durchaus beitragen.
Daß als “Ausgleichsmaßnahmen” für neue Umgehungsstraßen direkte Verbindungen zwischen Teilorten gesperrt werden und so für kurze Distanzen ein mehrfaches an Umweg erforderlich werden halte ich genauso wie generelles Tempo 30 auf Durchgangsstraßen für “Schwachsinn”, weil beide Maßnahmen der Umwelt durch den Mehrverbrauch Schaden zufügen!

Carl
Carl
19. Februar 2013 20:47

Interessante Ansätze.

Eine Tabellarische Auflistung hab ich auch hier gefunden:
http://j.mp/WMI2Ps

die Preise bewegen sich zwischen 0.26Eur/km (Citroen C1) und 2.85Eur/km (S65AMG.. :) ), der Golf Comfortline kommt dort auf 0.43Eur/km

Grundsätzlich bin fahre ich auch lieber Bahn, finanziell und aus Überzugung. Dennoch etwas “konservativ” (also in dem Fall die Meinung zu sehr die Preise hochtreiben) erscheint mir:

Wenn ein Reifen 70 000 km hält, und ich 235 000 km mit meinem Auto fahre, dann brauch ich also 235/70 = 3.3 sprich 4 sätze Reifen. Das aufs Jahr runterzurechnen, dann zu runden und anschliessend wieder zu multiplizieren ist ja ein Rundungsfehler.

Die kalkulatorische Zinsen also Kosten anzusetzen halte ich eigentlich nicht für gerechtfertigt. Erstens würde sich kein normaler Mensch für 6% Geld leihen, um es dann für 3% anzulegen, zweitens könnte man dann auch Lotto ansezten mit einem Gewinn von 1000 000x eingesezter Summe. Ausserdem muss man sie ja eben nicht bezahlen.

Was die Bahnfahrt angeht: dass ich, selbst beim berechnen aller Kosten, mit dem Auto, wenn ich alleine fahre, nur 90.7Eur / 73.0Eur = 1.24x mehr kostet, finde ich sehr erstaunlich und spicht sehr gegen die Bahn. Fahren Sie mal zu zweit.

Johnny
Johnny
Reply to  Martin Randelhoff
6. November 2013 07:39

Für jemanden der viele Fernreisen unternimmt, lohnt sich immer ein Pkw. Ist es ein gebrauchter, lohnt es sich umso mehr, da der Anschaffungspreis fast(je nach Auto) zu vernachlässigen ist.
Wir Fahren alle zwei Wochen zu Freunden von uns. Fahrtstrecke insgesamt ca. 400km.
Der Zeitaufwand mit der Bahn liegt bei ca. 6-7 Stunden, wenn wir nicht von jemanden abgeholt werden. Kosten für 2 Personen mit Bummelzug ca: 50€(Bus-Bummelzug-Bahn) bei beschränkter Gepäckmitnahme. Gesamtkosten ca. 100€ für 2 Personen Hin- und Rückreise. bei Gesamtzeit von ca. 12-14 Stunden.

Zeitaufwand mit Pkw beträgt ca.2-3 Stunden.
Verbrauch mein Pkw ca. 40 Liter. Kosten ca. 60€.
Grob gerechnete Gesamtaufwendung im Jahr für Pkw 2000€.
Gesamtkosten ca. 100€ für Reise mit Pkw nur für diese zwei Reisen. Zeitaufwand ca. 4-6 Stunden.

Bei Betrachtung des Zeit/Kostenaufwands ist der Pkw ca. 50% günstiger als die Bahn.

Johnny
Johnny
Reply to  Johnny
6. November 2013 12:13

Leider hab ich mich verrechnet, da ich etwas abgelenkt wurde. Natürlich sind die Kosten beim PKW grob geschätzt 200€. für 400km im Monat. Somit kostet eine Reise bei einem gleichem Kosten/Zeitaufwand ungefähr gleich viel.

Mit meiner Meinung auch mit einem klaren Vorteil für den Pkw, da man mehr Gepäck transportieren kann und das Auto auch für Fahrten am Ziel benutzt werden kann. Zudem ist der Zeitaufwand um die Hälfte geringer. Egal was man in den 12 Stunden Reisezeit machen kann, ist man doch froh, dass die Reise nach 6 Stunden zu Ende ist.

Stefan
Stefan
4. Februar 2013 14:17

Super Artikel!
Habe mir vor kurzem eine ähnliche Rechnung aufgestellt, die deiner Berechnung sehr nahe kommt.
Bei mir kämen noch die Punkte
a) Kosten für eine Garage (60,-)/ monatlich hinzu.

b) Und nicht zu vergessen: Auto-Fahrzeit ist für mich i.d.R. “tote Zeit” (wenn es nicht gerade mal Spaß macht). Ich nutze täglich 1,5 h Fahrzeit in der Bahn zum Lesen. Im Auto hätte ich ca. 1h “vergeudet”.

An alle Bahnfahrer, die sich über verspätete Züge aufregen: lieber 15 Min am Bhf länger stehen, als 1h im Stau!

Schönen Gruß

Dennis
Dennis
29. Dezember 2012 21:34

Berechne noch den Wert der Nerven, die bei der Parkplatzsuche in Städten draufgehen und ich bin zufrieden ;)

Christoph
Christoph
Reply to  Dennis
7. Dezember 2013 19:24

Dann muss aber auch der Wert der Nerven für verspätete/ausgefallene Züge mit hinein ;-) (Nerven für Stau auf der Straße natürlich ebenfalls)

Günther
Günther
9. Dezember 2012 14:55

Hallo. Wie immer lesenswert.

In der Kalkulation fehlen mir aber bei den externen Kosten die Gesundheitskosten, die hier http://j.mp/qS7rF2

besprochen werden.

Nicht wenige Autoren, Stadtplaner und Politiker bezeichnen die sinkenden Gesundheitskosten als maßgeblichen Faktor für den return on cash bei einer Änderung des Modal Split weg vom mot. Verkehr.

Das ist die volkswirtschaftliche Seite.

Der Mensch denkt leider eher betriebswirtschaftlich.
Versteht man sparen so: Take four for the price of two!
– dann kann man kaum mehr Geld sparen, als wenn man jeden Weg mit dem Auto erledigt.

phil
phil
29. November 2012 20:40

Daher ergibt sich für das Jahr 2011 eine Steuerlast von 42€, für das Jahr 2012 / 2013 eine Steuerlast von 62€ und für die Jahre 2014 – 20xx eine Steuerlast von jeweils 92€. Für den Zeitraum von 8,1 Jahren ergibt sich folglich eine Gesamtsteuerlast in Höhe von 1.030,80€.

Aufgeteilt auf 235.141 Kilometer ergibt sich somit ein steuerinduzierter Kostenanteil von 0,004€ (~1 Cent) pro Kilometer.

Die die 8,1 Jahre – also das durchschnittliche Alter aller derzeit angemeldeten Fahrzeuge in der Rechnung zu suchen hat ist mir nicht ganz klar. Die 12,4 Jahre sind auch hier anzusetzen. Ich bin mir sicher, dass dieses Durchschnittsalter an keiner Stelle eine Rolle in de Rechnung spielt, wenn man sie so aufzieht wie hier.

Auch interessant sind die in den Kommentaren verlinkte Aufschlüsselung der wahren Geschwindigkeit. ABER – ich habe schon erlebt, dass Leute davon ausgingen man könne beide Betrachtungen einfach kombinieren. Das geht nicht. Denn entweder ich spare die Kosten für ein Auto oder ich verzichte auf das Geld und spare mir die Arbeitszeit. Beides geht natürlich nicht.

phil

Student
Student
4. November 2012 14:13

Kraftstoffkosten

“Der durchschnittliche Benzinpreis für ein Liter Super Plus”

-Der Golf benötigt kein Super Plus, sondern kann auch E10 tanken. Die Kosten stimmen für den jetzigen Benzinpreis aber trotzdem.

“Da der Benzinverbrauch real eher bei 7,1 Litern auf 100 Kilometer als bei 6,2 Litern liegen dürfte, ergeben sich Treibstoffkosten auf 100 Kilometer in Höhe von 1081€.”

-10,81€

Umgerechnet auf einen Kilometer entspricht dies 0,1081 Euro.

Uwe Engels
3. November 2012 21:36

Hallo Martin,

vielen Dank für Deine profunde Ausarbeitung. Sicherlich kann der eine oder andere Parameter hinterfragt oder muss auch nur aktualisiert werden. Aber Deine prinzipielle Vorgehensweise ist logisch.

Wesentlich ist mir, das Ergebnis Deiner Berechnung weiterzuführen. Ich habe auf der Basis Deiner Kalkulation die “wahre PKW-Geschwindigkeit” ermittelt. Dazu dividiere ich die Jahresfahrleistung durch die gesamte Zeit, die wir im Auto und für das Auto benötigen.

Ich komme nur auf 18,3 km/h! Mit dem Fahrrad bin ich persönlich schneller. Details dazu in meinem Blog:
http://j.mp/RAUnnb

Wir können uns in Details wie Abnutzungsgraden, Finanzierungskosten etc. verlieren. Mit der “wahren PKW-Geschwindigkeit” können wir die Kosten eines Autos in Bezug auf unsere Lebensqualität und auch ander Verkehrsmittel ganz anders einschätzen.

Herzliche Grüße aus Deiner Heimatregion

Uwe

M. Heller
M. Heller
1. November 2012 11:47

Hallo Herr Randelhoff,

in der Zusammenfassung der Kosten ab dem Abschnitt der kalkulatorischen Zinsen ist meiner Meinung nach die erste Zahl um 9 ct/km zu hoch. Richtig müsste es doch lauten: 0,3085 € anstelle von 0,3985 €.

“Somit erhöhen sich die Gesamtkosten pro gefahrenen Kilometer auf 0,3985€ (10.000€ bei 36 Monaten), 0,3015 Euro (20.000€ bei 48 Monaten) bzw. 0,2873 Euro (Eigenfinanzierung).”

Oder habe ich irgendetwas übersehen? Die beiden anderen Zahlen sind aber richtig und nachrechenbar.

Da auf diesen Summen jeweils die weiteren Kosten addiert werden, ergibt sich dann für die halbe Fremdfinanzierung jeweils mit dem hartnäckigen Fehler, also 9 ct/km zu hoch.

Bitte um Hinweis, ob und wo ich falsch gerechnet habe liege.

Beste Grüße und Danke

M. Heller

Michael
Michael
31. Oktober 2012 09:00

Excellenter Artikel.

In der naechsten version wuerde ich gerne diese
Fakten beleuchtet haben:

a) Was passiert, wenn der Benzinpreis in der zukunft hoch geht (wird er wohl sicher!!)

b) Wie ist die rechnung fuer ein elektroauto.

c) Wie viele Leute sitzen im durschnitt im auto? vielleicht 1.7? Dann muss man das bei der bahn
ja anders rechnen!

d) Irgendwie muessen wir ein unfall risiko einberechnen. vielleicht mit durchschnittsschaden * unfallwahrscheinlichkeit.

e) dann sollten wir nicht davor zurueckschrecken, auch mal irgendwie auch immer den Komfort des autos zu beruecksichtigen. “2 Kisten Bier kaufen” ist schlecht mit der bahn. Auch “Ich kann auf der party trinken” wenn ich mit dem Zug nach hause fahre sollte mit drin sein. Ich verstehe, dass ich nicht leicht, aber wir sollten mal irgendwo anfangen das zu bewerten und dann in der zukunft verbessern.

f) andere preise gehen die naechsten 12 jahre auch hoch, TUV, reifen, etc. Nur die abschreibung bleibt konstant.

g) wie sieht die rechnung fuer einen Jahreswagen/gebrauchten aus?

h) routine maintenance mit orignalteilen oder mit drittherstellern. Wieviel spart das?

j) Parkgebuehren, schneeketten, etc.

Georg
Georg
Reply to  Michael
28. Juni 2018 14:36

Anregender Kommentar!
zu a+b: Auch eine Umrüstung von Benziner auf Hybrid Benziner+LPG beeinflusst vieles: Die Anschaffungskosten sind ähnlich wie bei einem Diesel, die Wartungskosten höher, der Wiederverkaufswert höher, der Verbrauch als auch die Reichweite höher, der Literpreis je nach Region 1/3 bis 1/2 des Benzinpreises aber entkoppelt sich ab einem bestimmten Punkt vom Ölpreis (LPG wird nicht aus Öl gewonnen), die negativen Auswirkungen auf die Umwelt in vielen Aspekten geringer, der Komfort kaum eingeschränkt da Kofferraum nur etwas kleiner wird und Tankstellen in fast ganz EU sehr dicht gestreut sind.
zu c: Für den km-Preis des Autos weitgehend irrelevant.
zu d: Komfort und Nebennutzen können meiner Meinung nach nur sehr schlecht verallgemeinert bepreist werden. Im ÖPNV muss man oft stehen. Im Auto kann man nicht während der Fahrt stehen/umherlaufen wie im Zug, dafür sind Telefonverbindungen auf Autobahnen viel stabiler als im ICE und man hat Privatsphäre. Beim Radeln macht man zugleich seinen Sport. Im ICE kann man relativ gut arbeiten, im Zug oder Flug schlafen, was als Autofahrer tabu ist.

Anonym
Anonym
Reply to  Michael
9. September 2020 00:37

Die Ticketpreise werden sicherlich auch nicht günstiger…

joergy
joergy
18. Oktober 2012 19:48

Hi,
Danke für diese aktualisierte Gesamtdarstellung. Interessant wäre es tatsächlich etwas über den zeitlichen Verlauf von Wartungskosten und Unfallkosten zu wissen, um diese zu berücksichtigen.
Persönlich glaube ich, macht es einen enormen Unterschied, ob man ein Auto neu kauft und am Ende verschrottet, oder ein 2-3 jähriges kauft und dann nach z.B. 5 Jahren verkauft. Das kann natürlich nicht jeder machen, aber die Kosten dürften drastisch sinken.

Und ausserdem wäre noch wichtig zu berücksichtigen wieviele Personen im Schnitt “transportiert” werden, um es besser mit Bahnfahrten u.ä. zu vergleichen.
Beste Grüße
J

Alexander
Alexander
9. Oktober 2012 12:33

Es ist nie gut, einen Artikel objektiv zu gestalten aber am Ende nur ein Fazit zu zulassen.

Der folgende Teil klingt so wunderbar einfach und weise. Applaus dafür.

“Eine Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof ist laut Google Maps genau 280 Kilometer lang. Die entsprechende Bahnfahrt kostet 59,00 Euro (IC) bzw. 73,00 Euro (ICE). Mit dem Golf würde dieselbe Strecke 121,88 €, 94,724 € bzw. 90,748 € kosten. Nur mal so als kleiner Denkanstoß. ;-)”

Ich habe nun einen kleinen Denkanstoß für Sie.
Gehen wir davon aus, ich fahre die Strecke mit der Bahn und lasse das Auto stehen, muss aber dennoch alle Wartungsintervalle und Prüfungen im nächsten Jahr einhalten. Wie sieht wohl die nächste Bilanz aus? Die Kosten für jeden Kilometer werden sich weiter erhöhen, weil das Auto steht. Deshalb lasse ich das Auto öfter stehen, das ist jedenfalls das Ergebnis ihres “Denkanstoßes” und im nächsten Jahr steigen die Kosten je Kilometer erneut. Steuern, Versicherung sind nicht 1:1 an die Laufleistung gebunden und müssen in jedem Fall gezahlt werden. Umso weniger man mit dem Auto fährt, desto größer wird der Einfluss der Nebenkosten.

Ihre Rechnung zeigt eigentlich nur Eins, wir müssen mehr Auto fahren!

Großartiger Artikel.

Tobias
Tobias
24. August 2012 23:02

Tolle Zusammenstellung, die Berechnung der Gesamtsteuerlast ist mir jedoch ein Rätsel. Wenn das Jahr 2011 zugelassen wird, gelten entsprechend die Grenzwerte für das Jahr 2011 für den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs. Die erhöhten CO2-Grenzwerte gelten doch eigentlich (und wie bereits im Artikel geschrieben) nur für Neuzulassungen in den jeweilig folgenden Jahren. Für die Berechnung dieses Beispiels fällt also 12,4 Jahre * 42 Euro Steuerlast an – pro km also 0,22 ct

Michael
Michael
9. Juni 2012 12:38

Interessanter Artikel, danke!

Eine Anmerkung aber: Zum korrekten Vergleich Bahn/Auto muss man bei der Bahn entweder die externen Kosten (CO2, allgemein finanzierte Infrastruktur etc.) mit einbeziehen so wie beim Auto, oder sie in beiden Fällen weg lassen.

Interessant wäre, die Grenzkosten zu ermitteln, also was kostet ein weiterer gefahrener Kilometer. Da die Grundkosten (Steuer, Versicherung etc.) gleich bleiben, würden hier nur die zusätzlichen Kosten einfließen. Zur Abwägung, ob man jetzt einmal mit der Bahn oder dem Auto fährt, wäre dieser Wert viel interessanter. Wenn es darum geht, die Anschaffung eines Autos überhaupt in Frage zu stellen, ist natürlich Dein Rechnungsansatz der richtige.

Viele Grüße
Michael

Frank Kutzner
Reply to  Martin Randelhoff
29. August 2012 12:07

Die Verbraucherzentrale bietet ein Tool auf ihrer Homepage, mit dessen Hilfe sich Autofahrer die betriebswirtschaftlichen Kosten und die verursachten CO2-Emissionen ihrer Autofahrten und möglicher Alternativen berechnen und visualisieren lassen.
Zudem gibt es noch weitere Informationen und einen wissenschaftlichen Hintergrundbericht.
=> http://j.mp/O2jQDz

Falk Kuebler
Falk Kuebler
Reply to  Martin Randelhoff
28. Juni 2019 15:02

“Und in diesem Rahmen könnte man auch die Grenzkosten ermitteln.”

Wenn man das könnte: könnten Sie es auch? Und könnten Sie das freundlicherweise für Interessierte wie mich dann auch konkret tun? Zumindest ungefähr für einen Standard-genutzten Standard-PKW.

Es wäre mMn schon sehr interessant. Zum Beispiel wüsste man dann, ob es sich finanziell lohnt, für z.B. 10 Euro Ersparnis in ein 10km weiter entfernt gelegenes Einkaufszentrum zu fahren.

Martin
Martin
12. April 2012 21:34

Für Autofahrer, die ab und zu das Auto stehen lassen und mit öffentlichen Verkehrsmittel fahren, ist diese Berechnung nicht hilfreich, da die Fixkosten des Autos weiter bestehen und die eingesparten Abnutzungskosten und sonstige eingesparten Kosten verhältnismäßig gering sind und somit kaum ins Gewicht fallen.

Wir verzichten seit einigen einigen Wochen auf einige Fahrten mit dem Auto und benutzten stattdessen öffentliche Verkehrsmittel. Wenn sich unser Verhalten so weiterentwickelt, könnten wir ca. 1000 km jährlich eingespart haben.

Geldmäßig werden wir nichts gespart haben, denn wenn man unsere jährliche Kilometerleistung (Leistung ist ja an dieser Stelle ein komisches Wort) von ca. 20000 km sieht, wird der Wertverlust und werden die Reraraturen durch unserere eingesparten Kilometer kaum beeinflusst werden.

Also kann ich bei einer Gegenüberstellung der Kosten Auto/ÖPNV, beim Auto eigentlich nur die Spritkosten ansetzten.

Oder wie sehen Sie das?

Gruß
M

Martin
Martin
Reply to  Martin Randelhoff
13. April 2012 11:02

Hallo Martin,

es ist natürlich schade, dass es sich für die 40 Millionen Autofahrer in Deutschland (scheinbar) erstmal finanziell nicht lohnt, ab und zu öffentliche Verkehrsmittel zu benutzten, wenn sie weiterhin ihr Auto besitzen.

Wodurch kann es sich aber trotzdem finanziell lohnen?

Ich bin ein Schönwetterradler und mag es absolut nicht, bei Regen, Wind, Eis und Schnee mit dem Rad zu fahren. Aber trotzdem gibt es ja von April bis Oktober auch für mich sehr häufig die Möglichkeit, mit dem Rad zu fahren. Diese Fahrten beeinflussen bei der Kostengegenüberstellungen Auto – „ÖPNV-Rad-zuFuss“ die Zahlen zugunsten „ÖPNV-Rad-zuFuss“

Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Anzahl an Fahrten mit ÖPNV so steigern, dass sich eine Monatskarte lohnt. Damit würde der Fahrpreis pro Fahrt mit dem ÖPNV sinken.

Außerdem stellte ich bei meinen Dokumentationen fest, dass wir in der letzten 2 Jahren ca. 21000 km jährlich gefahren sind, das entspricht einer monatlichen Kilometerleistung von 1750 km. Seit dem wir angefangen haben, manchmal öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, belaufen sich diese Fahrten auf ca. 100 km im Monat.
Das würde bedeuten, dass wir 1650 Kilometer mit dem Auto gefahren sein müssten. SIND WIR ABER NICHT! In Wirklichkeit sind wir nur 1200 Kilometer gefahren. Es scheint also so zu sein, dass alleine das permanente Aufschreiben der Fahrten dazu geführt hat, unnötige Fahrten zu unterlassen. Und dieser Anteil scheint reletiv hoch zu sein. Der Beobachtungszeitraum ist jedoch noch relativ kurz. Mal sehen, ob sich die Zahlen langfristig bestätigen.

Gruß

Martin

Christoph
Christoph
17. Januar 2012 19:58

Diese km-Preise dürfen in der Realität deutlich höher sein. Alleine z.B. Parkgebühren schlagen bei jeder Stadtfahrt mit erfahrungsgemäß durchschnittlich 5-8 EUR/2h (hier in München) zu Buche.
Aber diese km-Preise schrecken keinen ab, der schon ein Auto besitzt. Weil mit jedem gefahrenen km der Preis/km etwas sinkt.
Dieser km-Preis beeindruckt Menschen die kein Auto besitzen und sich überlegen eins zu kaufen. Dann merkt man nämlich, dass Monatsticket für U-Bahn, ab und zu Taxi und Bahncard25 viel viel günstiger ist.

Allerdings werden Autos auch vielfach versteckt subventioniert, ohne dass man es merkt. Und so werden sie wieder billiger. Nur ein Beispiel: bei uns in der Nachbarschaft werden Häuser gebaut. Tiefgaragenplätze werden je Stellplatz für 18.000 EUR verkauft (Zwang). In der Garage sind 10 Stellplätze vorhanden. Die Garage kostet aber sehr wahrscheinlich das Doppelte bis Dreifache. Die Differenz werden den Häusern aufgeschlagen. So wird wohnen noch teurer.

Hans Jörg Schneider
Hans Jörg Schneider
17. Januar 2012 13:12

Wo sind die Steuern für öV?

Hans Jörg Schneider
Hans Jörg Schneider
Reply to  Martin Randelhoff
17. Januar 2012 14:27

Zahlt man keine Steuern für den öffentlichen Verkehr?

Eine Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof ist laut Google Maps genau 280 Kilometer lang. Die entsprechende Bahnfahrt kostet 59,00 Euro (IC) bzw. 73,00 Euro (ICE). Mit dem Golf würde dieselbe Strecke 121,88 €, 94,724 € bzw. 90,748 € kosten.

z.B. Stuttgart 21 würde mehrere Milliarden Kosten und das nur für Stuttgart. Die Infrastruktur muss also von den Steuerzahlern bezahlt werden. Es kostet also einbisschen mehr als die 59 oder 73 Euro.

Wenn man es genau nehmen würde :)

Ich fahre ja selber Zug, also nicht böse gemeint :)

Weltkommentator
16. Januar 2012 11:54

Grüße dich,

kleiner Hinweis, der ADAC hält mit den Kosten auch nicht hinter dem Berg:

http://j.mp/wgKQ9d

Viele Grüße,

Weltkommentator

andi
andi
15. Januar 2012 10:34

Hallo Martin – danke für diese interessante Auswertung! Eventuell habe ich darin einen Fehler gefunden oder mein Gedankenweg ist falsch, weshalb ich Dich Folgendes fragen wollte:
Du gehst beim Durchschnittsalter eines hier zugelassenen PKW gemäß KBA-Zahlen aus von 8,1 Jahren. Soweit, sogut.
Dann rechnest Du den Wertverlust aus: 19.995€ Anschaffungspreis geteilt durch 8,1 Jahre = 2.468,52€, was bedeutet, dass das Musterauto nach 8,1 Jahren einen Wert von 0€ hat.
Ich verstehe die Zahlen des KBA derart, dass alle PKW, die 2010 zugelassen (also weiterhin unterwegs) waren im Schnitt 8,1 Jahre alt waren. Bei Deiner Herangehensweise jedoch hat die gesamte Fahrzeugflotte einen Wert von 0,0€, weil ein PKW im Schnitt ja nur 8,1 Jahre alt wird.
Verstehst Du meinen Gedankengang?
Gruss aus München, andi

Anselm
Anselm
15. Januar 2012 10:06

Die Absicht des Artikels ist löblich, allerdings sinken die angesetzten Kosten – wenn ich das richtig sehe, ich habe es nicht nachgerechnet – bereits mit einem Jahr längerer Nutzung deutlich. Auch eine Mehrnutzung bedeutet geringere Kosten. Will heißen, je mehr ich fahre, desto weniger kostet der Kilometer.

Das soll natürlich nicht der ursprünglichen Zielsetzung des Artikels entgegenwirken, ist aber wichtig, wenn man die Fixkosten aufteilt, wie Sie es tun.

Dr. Ralf Andreas Jakobi
Dr. Ralf Andreas Jakobi
Reply to  Martin Randelhoff
20. August 2014 17:17

Sehr geehrter Herr Randelhoff,

Ihr Berechnungsbeispiel für die PKW-Kosten mag den durchschnittlichen Fall recht gut repräsentieren. Allerdings werden Anschaffungspreis, Wertverlust, Inspektion, Reparatur, Steuer und Versicherung in den Hintergrund gedrängt, wenn man das Fahrzeug entsprechend lange nutzt (was man sich als Privatmann durchaus leisten kann). So habe ich mal die Kosten überschlagen, welche mir mein alter Astra Turbodiesel-Kombi seit seiner Anschaffung 1993 bereitet hat und durch die Gesamtfahrstrecke von 600000 km dividiert. Im Ergebnis lag ich bei knapp 15 Cent für jedes gefahrene Kilometer. Der Löwenanteil dabei geht zu Lasten der Treibstoffkosten.
Vergleiche ich das Automobil mit öffentlichen Verkehrsmitteln, so muß ich als Automobilbesitzer beachten, daß Steuer und Versicherung auch dann zu Buche schlagen, wenn Klein-Brummi in der Garage steht und ich mich mit der Bahn herumärgere. Ins Gewicht fallen dann nur Betriebsmittelkosten und Fahrzeugverschleiß.
Konsequenz: Es gibt kein Patentrezept; die Kosten eines Automobils hängen immer von der individuellen Anschaffung und Nutzung ab. Durch wirtschaftliches Fahrverhalten kann man die Treibstoffkosten deutlich senken. Ich habe jedenfalls die DIN-Verbrauchswerte fast immer deutlich unterboten, ohne den Betrieb aufzuhalten.

Yasmin
Yasmin
4. Januar 2012 11:42

Lieber Martin,

danke für diese transparente, nachvollziehbare Berechnung, die hoffentlich Eingang findet in so manche Studie, die sich mit volkswirtschaftlichen Kosten für Mobilität beschäftigt.
Zur Ergänzung möchte ich an dieser Stelle auf die Berechnungen des VCÖ verweisen, der 2010 einige typische österreichische Pendlerstrecken auf ihre Kosten untersucht hat. Verblüffenderweise kam nicht nur heraus, dass die Öffis günstiger sind, sondern auch, dass sie in einigen Fällen sogar SCHNELLER sind!
Leider finde ich die Original-Studie nicht, daher der Link zur Presseaussendung:

http://j.mp/z0KvcZ

Viele Grüße und weiter so,
Yasmin

Andreas
10. März 2011 22:07

Mir gefällt diese Zusammenstellung sehr gut! Vielen Dank! Ich erlaube mir, sie in den nächsten Tagen in meinem Blog zu erwähnen, da ich an einem Artikel über die Kritik an der Bahn arbeite. 32,- pro 100 km ist schon recht beeindruckend.

Mir sind noch einige andere Kosten in den Sinn gekommen, die die allermeisten vergessen, z.B. Automobilclub-Mitgliedschaft, TÜV, Inspektionen, Reparaturen, Winterreifen, Zubehör. Im Einzelfall mögen diese Punkte nach Kleinkram aussehen, aber ich denke, dass sie noch ein wenig zur Verteuerung des Auto-Kilometers beitragen.

Und da ich mich auch mit der Kritik an Reisezeiten beschäftige, hier noch der Hinweis, dass das Auto über die eigentliche Fahrtzeit hinaus viel Zeit kostet, die einen aber nicht einen Meter voranbringt, wie z.B. Tanken, Reifen- u. Öl-Kontrolle, Autopflege, Parkplatzsuche.

Vielen Dank und einen frohen Gruß – andreas

tine
tine
Reply to  Andreas
5. April 2013 13:27

auch ich habe noch weitere kosten entdeckt:
– fahrzeit: während der fahrzeit z.b. mit der bahn können sie etwas anderes machen – z.b. arbeiten.
bei 100€/h und 100km/h könnte man so 1€/km dazu rechnen … vielleicht sollte man die berechnung etwas realitischer gestalten ;)

indirekte kosten:
ein auto braucht eine strasse, eine strasse muss gebaut werden und so entstehen kosten.
keine ahnung, wieviel z.b. in deutschland pro jahr für instanthaltung und neubau ausgegeben wird, aber teilen wir das einfach durch die gefahrenen kilometer und schon haben wir wieder kosten

strafen:
natürlich sind die höhe und die anzahl der strafen vom fahrer abhängig und können dementsprechend reduziert werden. aber irgendjemand bezahlt diese strafen – und es sind jedenfalls autofahrer. also muss man sie auch ins kilometergeld einrechnen. individuell kann der wert allerdings vernachlässigbar sein

vielen dank für diesen gut recherchierten artikel.

Georg
Georg
Reply to  Andreas
28. Juni 2018 15:52

zu “Das Auto kostet über die eigentliche Fahrtzeit hinaus viel Zeit, die einen aber nicht einen Meter voranbringt”: Das ist bei anderen Verkehrsmitteln doch genauso. Bei der Bahn muss man sich in Sparpreis, Global-Preis, Flexpreis, Aufpreise, Reservierungspflicht, nur papierhaft oder App oder PDF erlaubt, Ticketkauf nur vor Betreten des Zuges oder auch danach erlaubt, usw. einarbeiten, weil es massive Leistungs- und Preisunterschiede gibt, Fehler teils empfindliche Konsequenzen nach sich ziehen können, sich die Regelungen je nach Zuggattung und Land unterscheiden als auch alle 1-3 Jahre ändern. Dazu kommen Zeit-/Recherche-Aufwände bei Ausfällen, Schienenersatzverkehr oder für Unterstützung für Mobilitätseingeschränkte. Aus Erfahrung mit meinen vielen Dienstreisen kostet es relativ viel Zeit, sich in die vielen verschiedenen ÖPNV-Systeme einzuarbeiten: Jeweiliges Zonen-System, welche Linien fahren wo hin, welche Ticket-Varianten gibt es für welche Uhrzeiten & Strecken & Verkehrsmittel, welche Tickets muss man wie abstempeln (Münchener Streifen!) oder gar nicht, wo kann man sie wie kaufen (Kiosk? Nimmt Automat im Verkehrsmittel Bargeld und wechselt?), darf man umsteigen, darf man aussteigen & Pause machen, gibt es Höchstfahrdauer oder -distanz, welche Grenzen gibt es zu welchen Uhrzeiten für Reisegepäck oder Fahrräder,… Bei ganz vielen solchen Aspekten unterstützen Apps/Navis nicht wirklich, bspw. fehlen Google Maps sogar die ÖNPV-Netze von vielen Großstädten komplett., daher muss man selbst recherchieren. Für Car/Bike/…-Sharing-Dienste gilt das ganz ähnlich. Beim Auto sind solche Recherche-Aufwände wesentlich geringer, weil Navis sehr vieles übernehmen und Regelungen zumindest deutschlandweit identisch sind – es bleibt fast nur noch das Ausland, bspw. Höchstgeschwindigkeiten oder Bedeutung der Farben von Parkplatz-Markierungen.

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Verfasst von:

Georg

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität, arbeitet im ARGUS Studio/ in Hamburg. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Verkehrswesen und Verkehrsplanung an der Fakultät Raumplanung der Technischen Universität Dortmund.
Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum und nachhaltige Verkehrskonzepte.

Kontaktaufnahme:

Telefon +49 (0)351 / 41880449 (voicebox)

E-Mail: randelhoff [ät] zukunft-mobilitaet.net