
Versucht man das System Eisenbahn mit seinen statischen Zugangs- und Abgangspunkten radikal weiterzudenken, so stellt man all diese Eigenschaften infrage. Um das System Eisenbahn weiterhin als Eisenbahn bezeichnen zu können, müssen wir bei einem schienengebundenen Verkehrsmittel bleiben. Der Transport von physischen Einheiten wie Personen oder Gütern ist auch nicht infrage zu stellen. Virtuelles kann man nicht mit Eisenbahnen transportieren.
Der einzige Angriffspunkt, der übrig bleibt, sind somit die Zugangs- und Abgangspunkte. Die meiste Energie im Eisenbahnbereich wird für das Beschleunigen und Bremsen benötigt. Möchte man diese Energie mit einem radikal neu geplanten System einsparen oder zumindest den Energieverbrauch minimieren, so muss man auf das herkömmliche Prinzip des Ortes an dem Reisende Züge besteigen oder verlassen können, von Grund auf ändern.
Den Weg, Herkömmliches radikal neu zu denken, beschreiten auch die Designer des britischen Designbüros Priestmangoode, eines der führenden Designbüros im Verkehrsbereich. Ihr Konzept der “Moving Platforms” hat das Zeug dazu, einen festen Ort als Zu- und Abgangspunkt obsolet zu machen.
Laut Priestmangoode bietet “Moving Platforms” die Möglichkeit, von einer Adresse zu einer anderen Adresse in einer anderen Stadt, in einem anderen Land mit dem Zug zu gelangen. Und das, ohne jemals anzuhalten.
Umsteigeprozesse zwischen zwei Hochgeschwindigkeitszügen, die in andere Richtungen fahren, sind auf die gleiche Art und Weise möglich. Natürlich dürfte das Konzept auch auf konventionelle Züge anwendbar sein. Voraussetzung ist jedoch, dass gerade Überholgleise in ausreichender Länge und ausreichender Zahl zur Verfügung stehen.










