Innovationszentrum Bahntechnik Europa: Podiumsdiskussion „Nachhaltigkeit in der Bahntechnik – Belastung oder Mehrwert?“

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3. Februar 2026

Am 18. und 19. April veranstaltet das Innovationszentrum Bahntechnik Europa (IZBE) im Kongresszentrum Dresden das Symposium „Nachhaltigkeit in der Bahntechnik – Belastung oder Mehrwert?“.

Betrachtet werden sollen die Wechselwirkungen eines vermeintlichen finanziellen Mehraufwandes bei den Investitionen und dem zu erwartenden Mehrwert für die Gesellschaft. Gegenwärtig existiert noch kein umfassendes Bewertungssystem der Nachhaltigkeit in der Eisenbahninfrastruktur und bei den Schienenfahrzeugen. Im IZBE sind Eisenbahnverkehrsunternehmen, Infrastrukturbetreiber, Hersteller von Schienenfahrzeugen und Schienenverkehrstechnik, Bauunternehmen, kommunale Verkehrsunternehmen und Partner aus Wissenschaft und Ingenieurgesellschaften organisiert.

Von den Vorträgen des Symposiums habe ich Mitschnitte angefertigt, die ich hier gerne veröffentlichen möchte. Allerdings möchte ich die Veröffentlichung vorab von den jeweiligen Referenten genehmigen lassen und zudem um die Foliensätze bitten. Am späten Nachmittag fand zudem eine Podiumsdiskussion mit den Referenten des heutigen Tages statt, die zusammen mit der zu Beginn stattfindenden Fragerunde vielleicht als kleiner Appetitanreger für die wirklich hochqualitativen Vorträge dienen können.

Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren:

  • Uwe Brendle, Abteilungsleiter „Verkehr, Lärm“ im Umweltbundesamt
  • Gudrun Schulze, Teamleiterin Infrastruktur und nachhaltige Mobilität bei der EU-Kommission, Generaldirektion Mobilität und Verkehr (MOVE)
  • Toni Eder, Vizedirektor des Bundesamtes für Verkehr und Leiter der Abteilung Infrastruktur, Schweiz
  • Markus Hofmann, InnoZ GmbH und Leiter Marketingstrategie Infrastruktur, Deutsche Bahn AG
  • Prof. Dr. Ing. Jens-Uwe Fischer, Honorarprofessor Integratives Flächenrecycling an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Institut für Infrastruktur und Ressourcenmanagement, Uni Leipzig, ehemaliger Leiter Sanierungsmanagement Deutsche Bahn AG (1997 – 2012)
  • Dr.-Ing. Harald Jung, Geschäftsführender Gesellschafter der IZP Dresden mbH
  • Dipl.-Ing. (univ.) Detlef Obieray, Projektleiter der ARGE Fahrbahn Transtec Gotthard und Geschäftsführer der Balfour Beatty Rail Schweiz GmbH
  • Reiner Zieschank, Vorstand Finanzen und Technik der DVB AG sowie Vorsitzender der VDV-Landesgruppe Sachsen/Thüringen

Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Dirk Flege, Geschäftsführer Allianz pro Schiene e.V.

Inhalt der Diskussion waren unter anderem das Betriebskonzept für den Gotthard-Basistunnel, die Implementierung des Weißbuch Verkehr in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten am Beispiel Österreichs, die Wirkung der Nachhaltigkeitsindikatoren für Bahninfrastrukturprojekte (NIBA) in der Schweiz, das Verbot der Graugusssohle in der Schweiz ab 2020, die Frage welche Planungsansätze man im Infrastrukturbereich braucht und ob das Aufstellen eines Mobilitäts- bzw. Generalverkehrsplans überhaupt noch zielführend ist, wenn man die Wechselwirkungen mit dem urbanen Raum und den Bereichen Telekommunikation und Energie betrachtet. Thema war zudem die Wirkung des Satallitennavigationssystems Galileo auf den Verkehr. Durch diese Schlüsseltechnologie lässt sich erstmals eine Synchronisierung zwischen Angebot und Nachfrage in Echtzeit herstellen, sodass man theoretisch auf die Verwendung von Erhebungen an einem bestimmten Stichtag zugunsten einer kontinuierlichen Echtzeit-Betrachtung verzichten könnte. Wichtiges Thema war ebenfalls die Flächennutzung und die Möglichkeit Flächenzertifikate einzuführen, um auch den Rückbau in schrumpfenden Städten und im ländlichen Raum finanzieren zu können. Um ein Bewusstsein für Kosten und Struktur von Infrastrukturprojekten zu erhalten, kann RAMS/LCC (Reliability (Zuverlässigkeit), Availability (Verfügbarkeit), Maintainability (Wartbarkeit), Safety (Sicherheit) und Life Cycle Costs (Lebenszykluskosten)) ein probates Mittel sein. Es stellt sich sehr wohl die Frage, ob RAMS / LCC nicht auch in der deutschen Infrastrukturplanung Anwendung finden sollte, wenn beide Verfahren schon in der SENELEC-Norm implementiert sind. Zum Abschluss wurde noch das Geheimnis der Dresdner Infrastrukturplanung gelöst, das eigentlich gar kein Geheimnis ist!

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Verfasst von: Martin Randelhoff
Herausgeber und Gründer von Zukunft Mobilität, arbeitet im Hauptjob im ARGUS studio/ in Hamburg. Zuvor war er Verkehrswissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum und nachhaltige Verkehrskonzepte. Kontaktaufnahme: randelhoff [ät] zukunft-mobilitaet.net
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