Cargohopper: Das Fahrzeug für eine stadtverträgliche, flächeneffiziente und schadstofffreie Innenstadtlogistik~3 Minuten Lesezeit

Cargohopper: Das Fahrzeug für eine stadtverträgliche, flächeneffiziente und schadstofffreie Innenstadtlogistik<span class="wtr-time-wrap after-title">~<span class="wtr-time-number">3</span> Minuten Lesezeit</span>

Die niederländische Stadt  ist eine Stadt mit einer reichen Geschichte. Dies zeigt sich auch im Stadtbild. So zeugen viele mittelalterliche Gebäude, der Dom und die Werften von der Vergangenheit der Stadt.

Mit dem Entstehen moderner Lebens- und Wirtschaftsformen werden die historisch gewachsenen Strukturen zunehmend bedroht. In den engen Altstadtgassen wird der  zunehmend zu einem Fremdkörper und Hindernis. Haltende Lieferfahrzeuge behindern den Verkehr und erzeugen große Zeitverluste und eine starke lokale Schadstoffbelastung durch den sich aufstauenden Verkehr. Hohe Achslasten belasten zudem die historischen Straßen sehr stark.

Die Einführung einer  in Kombination mit Gewichtsbeschränkungen erforderte ein neues für die Belieferung der engen Straßen des Stadtzentrums. Im Jahr 1996 führte das Logistikunternehmen  den Cityhopper ein.

Cargohopper in Utrecht Niederlande Innenstadtlogistik

Cargohopper I in Utrecht – Foto: Cargohopper

Die Fahrzeuge pendeln zwischen einem Sammel- und Verteilzentrum außerhalb des Zentrums und dem Stadtkern. Sendungen, die für Empfänger im Innenstadtbereich von Utrecht bestimmt sind, werden zunächst in das Hoek Transport-Distributionszentrum am Stadtrand geliefert. Von dort transportiert ein die in Boxen gepackten Sendungen gebündelt in das Cargohopper-Verteilzentrum. Von dort erfolgt die Fein-Distribution im Innenstadtbereich mittels zweier Cargohopper-Modelle. Auf dem Rückweg werden Kartonagen und leere Verpackungen eingesammelt und somit Leerfahrten vermieden.

Cargohopper I besteht aus einer Zugmaschine mit einem 28-PS-Elektromotor (48 Volt) und mehreren Anhängern mit Kofferaufbau. Die Gesamtlänge beträgt bis zu 16 Meter bei einer Breite von 1,25 Metern. Bei Ausnutzung der Gesamtlänge beträgt das Ladevolumen das 5-8 fache eines herkömmlichen leichten Nutzfahrzeugs. Die notwendige Energie wird aus Batterien oder einer PV-Anlage auf dem Dach bereitgestellt. Die maximale beträgt 30 km bei einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h.

Cargohopper I ersetzt jährlich über 100.000 km innerstädtische Lkw-Fahrten und vermeidet ca. 30 Tonnen CO2-.

Cargohopper in Utrecht Niederlande Innenstadtlogistik Sattelzug Innenstadt Auflieger Rollcontainer

Cargohopper II in Utrecht – Foto: Cargohopper

Zum Transport von Paletten und Roll-Containern wurde Cargohopper II entwickelt. Im Vergleich zu Cargohopper I besteht es aus einem Auflieger und einer Zugmaschine. Für Fahrten außerhalb des Innenstadtgebiets besitzt diese eine maximale Reichweite von 200 km bei einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h.

Cargohopper

Seit März 2013 setzt die HST Group Enschede einen Sattelzug vom Typ Cargohopper II für Lieferfahrten im Stadtgebiet von Enschede ein.

Cargohopper Amsterdam

Täglich fahren rund 3.000 Lkw und 25.000 Lieferfahrzeuge in die Amsterdamer Umweltzone ein. Hauptantriebsart ist der Dieselmotor. Dieser emittiert jedoch lokal und NOx. Zur Einhaltung der EU-Luftqualitätsgrenzwerte ergreift die Stadt Amsterdam unterschiedliche Maßnahmen, um die Luftschadstoffbelastung zu senken.


Seit März 2014 werden vier Cargohopper II zur emissionsfreien Belieferung von Sendungsempfängern in der Umweltzone eingesetzt. Das Sammel- und Verteilzentrum befindet sich außerhalb der Umweltzone in Duivendrecht. Lokaler Partner ist Deudekom Verhuizingen. Am Standort befindet sich zudem der erste Logistiek Ontkoppelpunts (LOP) Amsterdams. LOP sind Sammelzentren, in denen Fracht gebündelt und verladerunabhängig auf stadtverträgliche und effiziente Weise in den Innenstadtbereich transportiert wird. Das LOP Amsterdam ist ein Gemeinschaftsvorhaben der Stadt Amsterdam, TLN, EVO und der Handelskammer. Die Lieferung in die Innenstadt erfolgt für die Verlader kostenfrei.

Cargohopper in Amsterdam Niederlande Innenstadtlogistik Sattelzug Innenstadt Auflieger Rollcontainer

Cargohopper II in Amsterdam – Foto: Cargohopper

Die Lieferfahrten erfolgen 24-stündig an sechs Tagen in der Woche. Aufgrund der leisen Fahrzeuge ist auch die Nachtlieferung möglich.

Die Stadt Amsterdam fördert die Anschaffung von Cargohopper II-Fahrzeugen über ihr -Förderprogramm.

Cargohopper Groningen

Im Laufe des Jahres 2015 soll Cargohopper auch in Groningen tätig werden. Das Logistikkonzept fügt sich aufgrund der engen Straßenzüge in der Innenstadt und des Wunschs des Stadtrats, sowohl Staus als auch Emissionen so weit wie möglich zu reduzieren, gut ein.

Verfasst von

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität. Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, Studium der Verkehrswirtschaft an der TU Dresden. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
 
Bild(er) hinzufügen
 
 
 
  Subscribe  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
Helmigo
Mitglied

Hallo Martin

Ich kann mich noch daran erinnern, dass in Wien die Post mit E-Fahrzeugen transportiert wurde: http://www.motorandmore.at/classic-e-mobile-der-post/

Das Problem heute, ist aber ein ganz anderes. Du schreibst: „Täglich fahren rund […] 25.000 Lieferfahrzeuge in die Amsterdamer Umweltzone ein.“
Heute wird jedes Haus täglich zig mal von verschiedenen Lieferfahrzeugen angefahren. Dieses System sollte man einmal kritisch hinterfragen.

trackback

[…] Innenstadtlogistik auf holländisch: Martin Randelhoff berichtet über den elektrischen Cityhopper, der im niederländischen Utrecht und neuerdings auch in Amsterdam in der Innenstadt die Fein-Distribution von Waren übernimmt. Auch Nachtlieferungen werden mit den E-Transportern möglich. zukunft-mobilitaet.net […]

trackback

[…] Und den Freundeskreis Fahrrad versorgen wir in dieser Woche selbstverständlich auch noch, wenn auch nur indirekt. Es geht nicht um Fahrräder, es geht um LKW. Aber wenn man die aus den Innenstädten wirft, haben Radfahrer ganz sicher etwas davon. Und dazu haben wir noch eine nette Idee. […]

trackback

[…] Und den Freundeskreis Fahrrad versorgen wir in dieser Woche selbstverständlich auch noch, wenn auch nur indirekt. Es geht nicht um Fahrräder, es geht um LKW. Aber wenn man die aus den Innenstädten wirft, haben Radfahrer ganz sicher etwas davon. Und dazu haben wir noch eine nette Idee. […]

Jetzt abonnieren!

Twitter

Auszeichnungen

Grimme Online Award Preisträger 2012

Zukunft Mobilität hat den Grimme Online Award 2012 in der Kategorie Information erhalten. Ich möchte mich bei all meinen Lesern für die Unterstützung bedanken!

PUNKT Preisträger 2012

Zukunft Mobilität hat den PUNKT 2012 der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) in der Kategorie "Multimedia" gewonnen.

Logo VDV Verband Deutscher Verkehrsunternehmen

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV) hat mich im Rahmen der VDV-Jahrestagung 2013 in Mainz als “Talent im ÖPNV” des Jahres 2013 ausgezeichnet. Der VDV vertritt rund 600 Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs, des Schienenpersonennahverkehrs, des Schienengüterverkehrs, der Personenfernverkehrs sowie Verbund- und Aufgabenträger-Organisationen.

Lizenz

Zukunft Mobilität Creative Commons

Die Inhalte dieses Artikels sind - soweit nicht anders angegeben - unter CC BY-SA 3.0 de lizensiert. Grafiken sind von dieser Lizenz aus Vereinfachungs- und Schutzgründen ausgenommen (Anwendung aufgrund der Verwendung von Grafiken / Bildern mit unterschiedlichen Lizenzen zu kompliziert) außer die CC-Lizenz ist ausdrücklich genannt.

Weitere Informationen
Share This