urbane Mobilität USA

Eine lebenswerte Stadt ist wie eine tolle Party. Menschen bleiben gerne, weil sie sich wohlfühlen!

Was macht eine Stadt lebenswert? Ein wichtiger Faktor ist mit Sicherheit die von öffentlichen Plätzen und Parks – seien es kleine begrünte Flächen oder ganze Uferpromenaden. In Großstädten mit viel Beton und wenig Berührungspunkten zur Natur ist die gute Gestaltung von öffentlichen Plätzen umso wichtiger. Daher ist es auch so wundervoll, dass Stadtplaner und Landschaftsarchitekten mit wenig Aufwand lebenswerte Oasen der Ruhe und Entspannung schaffen können, die entgegen der rein kommerziellen Verwertung von Raum, die Lebensqualität der Menschen und Bewohner einer Stadt zum Ziel haben.

Als Leiterin des New Yorker Stadtplanungsamtes unter Bürgermeister  verantwortete einige der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte der vergangenen Jahre. Viele brachliegende Flächen und nicht mehr genutzt Industriegebäude wurden neu belebt. Berühmtestes Beispiel dürfte der sein, welcher auf einer ehemaligen Hochbahntrasse im Westen Manhattans errichtet wird und bereits in Teilen eröffnet ist.

Arguably the most influential figure in City government, next to Mayor Bloomberg.

— Vanity Fair, Mai 2010

Eine weitere Herausforderung für die New Yorker Städteplaner ist der stete Zuzug, welcher die Einwohnerzahl in den kommenden Jahren von acht Millionen auf über neun Millionen steigen lassen wird. Der New Yorker Verwaltung wurde sehr rasch klar, dass dieses Bevölkerungswachstum nur durch eine Reorganisation des städtischen Raums und durch die Änderung von Bebauungsplänen und Flächennutzungsplänen zu bewältigen ist. So wurde entsprechende Flächen nur entlang existierender -Achsen zur Bebauung freigegeben und 124 Flächennutzungspläne, dies entspricht 40 Prozent aller Pläne bzw. betrifft 12.500 Wohnblöcke, geändert.

Heute sind 90 % der Bauprojekte maximal zehn Minuten Fußweg von der nächsten U-Bahn-Station entfernt.

Wo Licht ist, ist jedoch oftmals auch Schatten zu finden. Einhergehend mit den Änderungen sollten bestehende Straßenzüge auch aufgewertet werden. Ziel ist “ein selbsttragender Aufwertungsprozess”. Dies lässt die Mieten steigen, Stadtviertel werden gentrifiziert. Das Beispiel der 125. Straße in Harlem beschreibt die Folgen von Burdens Rezoning-Prozess recht gut. Insgesamt hat New York jedoch von der Änderung der Flächennutzungspläne profitiert.

If there is any single lesson I’ve learned, it is that public spaces have power. It’s not just the people using them, it’s the even greater number of people who feel better about their city just knowing that they’re there… A successful city is like a fabulous party, people stay because they are having a great time.

— Amanda Burden

Neben Amanda Burden gehört ein Großteil des Ruhms mit Sicherheit den ausführenden Stadtplanern und Landschaftsarchitekten. Die Rettung der High Line, welche ursprünglich abgerissen werden sollte, wurde maßgeblich durch zwei engagierte Bürger New Yorks, Joshua David und Robert Hammond, erreicht. Ihnen gehört daher ebenso viel Dank wie der New Yorker Verwaltung, welche die Pläne für den den Umbau zum High Line Park übernommen und entsprechend finanziert hat.


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Martin Randelhoff

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Fachgebiet Verkehrswesen und Verkehrsplanung an der Fakultät Raumplanung der Technischen Universität Dortmund.
Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

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