Luftverkehr Visualisierung

[Visualisierung] Luftverkehr über Europa und dem Nahen Osten

Mit etwa 30.000 Flugbewegungen am Tag ist der europäische Luftraum einer der am stärksten genutzten Lufträume der Welt. An Werktagen werden etwa 46,3 Millionen Flugkilometer durch Flugverkehrskontrollstellen (ATC) kontrolliert, koordiniert und begleitet. Der Flugverkehr über Europa ist in der Organisation sehr komplex. Die Flugsicherung wird in Europa von etwa 50 Flugverkehrskontrollstellen, einigen Hundert Anflugkontrollstellen und Kontrolltürmen in über 650 Sektoren überwacht, deren Grenzverläufe sich oft den Ländergrenzen anpassen müssen und dadurch in ihrer Funktionalität eingeschränkt sind. Hinzu kommen militärische Bereiche, die nicht durchflogen werden dürfen. Ein Teil der Komplexität soll durch die Neustrukturierung des Luftraumes und die Schaffung des sogenannten “Single European Sky” reduziert werden. Die Zersplitterung durch nationale Landesgrenzen und Interessen soll aufgelöst werden, indem eine begrenzte Anzahl von funktionellen Luftraumblöcken (engl. Functional Airspace Blocks, FABs) geschaffen wird.

Eine Visualisierung der britischen NATS Holdings (früher: National Air Traffic Services), ein britisches Unternehmen welches einen Großteil des britischen Luftverkehrs und darüber hinaus Luftverkehr in weiteren 30 Ländern überwacht und optimiert, verdeutlicht die Komplexität im europäischen Himmel sehr gut:


Die Visualisierung wurde aus britischen Radardaten vom 21. Juni 2013 und europäischen Flugplänen vom 28. Juli 2013 generiert und zeigt den Luftverkehr an einem typischen Sommertag in 1.440 facher Geschwindigkeit.

Insbesondere der britische Luftraum ist stark belastet. Etwa ein Viertel aller Flüge im europäischen Luftraum tangiert den britischen Luftraum. Die Londoner Flughäfen stehen im Fokus. Von 5.675 Flügen, welche am 21. Juni 2013 an britischen Flughäfen gestartet oder gelandet sind, haben 2.295 den Flughafen London Gatwick (894) und London Heathrow (1401) angeflogen bzw. sind dort gestartet. London Heathrow ist der internationale Flughafen mit den meisten Flugbewegungen in Europa und Gatwick verzeichnet unter den Flughäfen mit nur einer Landebahn die meisten Flugbewegungen weltweit. (Weitere Visualisierungen des Londoner Verkehrs, u.a. des Luftverkehrs zu den Londoner Flughäfen)

Seit mehreren Jahren wird intensiv diskutiert, wie die Kapazität an Londoner Flughäfen ausgebaut werden kann. Zur Diskussion stehen ein Ausbau des Flughafens Heathrow, der Bau einer zweiten Bahn am Flughafen Gatwick, der Bau eines vollkommen neuen Flughafens oder eine intensivere Nutzung des Flughafens Stansted.

Ebenfalls stark gewachsen ist der Luftverkehr im Nahen und Mittleren Osten. Die Region hat in den vergangenen Jahren ein exponentielles Wachstum verzeichnet. Große neue Flughafenprojekte (Dubai International) wurden umgesetzt, viele Flughäfen in der Region ausgebaut und ein sehr hohes Volumen an neuen Flugzeugen von den Golfcarriern bestellt.

Große Defizite bestehen jedoch in der Organisation des Luftraums. Das derzeitige Verkehrsvolumen muss mit veralteten Strukturen bewältigt werden. Bis 2030 soll sich die Zahl der Flugbewegungen auf 1,62 Millionen verdoppeln. Der Dubai Al Maktoum International Airport (IATA: DWC, auch: Dubai World Central Airport) könnte sich zum größten Flughafen der Welt entwickeln. Nach endgültiger Fertigstellung (ca. 2025) kann und soll der Flughafen jährlich 160 Millionen Passagiere abfertigen sowie rund 12 Millionen Tonnen Luftfracht umschlagen (Flughafen Frankfurt: 58,04 Mio. PAX und 2,13 Mio. t. Luftfracht im Jahr 2013). Der Aufbau einer Art “Gulfcontrol” in Anlehnung an die europäische “Eurocontrol” wäre daher notwendig, dürfte jedoch aufgrund diverser politischer Konflikte und noch längere Zeit auf sich warten lassen.

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Randelhoff Martin

Herausgeber und Gründer von Zukunft Mobilität, arbeitet im Hauptjob im ARGUS studio/ in Hamburg. Zuvor war er Verkehrswissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund.
Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum und nachhaltige Verkehrskonzepte.

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Randelhoff Martin

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