Straßenverkehr urbane Mobilität Verkehrssicherheit

Wenn Straßenverkehr Aggressionen weckt: Alle brechen die Regeln

Die Aggressivität auf unseren Straßen nimmt immer weiter zu. Studien stellen eine allgemeine Rücksichtslosigkeit und Zunahme an Aggressivität, Hektik und Geltungsdrang im Straßenverkehr fest. Leider bleiben meistens die Schwächsten unserer Gesellschaft auf der Strecke: Kinder und Ältere.

Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielfältig: ein allgemein höheres Stresslevel in der Arbeit und im Privatleben, Hektik und Zeitdruck, ein sich verändernder Modal Split v.a. in urbanen Räumen, das Aufbrechen alter eingefahrener Strukturen durch Raumforderungen anderer Verkehrsteilnehmer (insbesondere Radfahrer vs. Pkw) und vieles mehr.

Eine kurze Anmerkung zur Verkehrsentwicklung in Deutschland:

Entwicklung des Verkehrsaufkommens, Entwicklung absolute Wege pro Tag einschließlich Wirtschaftsverkehr - Mobilität in Deutschland 2008Entwicklung des Verkehrsaufkommens, Entwicklung absolute Wege pro Tag einschließlich Wirtschaftsverkehr – Mobilität in Deutschland 2008

Das Verkehrsaufkommen ist eine Größe zur Beschreibung der tatsächlich erfolgten Verkehrsprozesse zur Ortsveränderung von Gütern, Personen und Nachrichten in einem bestimmten räumlichen und zeitlichen Intervall. Obiges Diagramm schlüsselt also auf, wie viele Personen / Güter mit welchem Verkehrsmittel befördert / transportiert wurden. Das Radverkehrsaufkommen ist im Vergleich zum Jahr 2002 auf 117 Indexpunkte gestiegen, der Fußverkehr auf 108, der Öffentliche Verkehr auf 104, die Fahrt mit dem Pkw / Motorrad als Fahrer ist als Indexwert gleichgeblieben währenddessen die Fahrt als Beifahrerleicht zurückgegangen ist.

Da Mobilität in Deutschland nicht nur die Städte sondern auch ländliche Regionen umfasst, ist die Änderung der Aufteilung der Leistungsanteile der Verkehrsmodi und das damit einhergehende Konfliktpotential leicht verzerrt. Konfrontationen zwischen Autofahrern, Fahrradfahrern und Fußgängern sind aufgrund der unterschiedlichen Verkehrsstärken auf dem Land geringer als in der Stadt.

Allerdings kann man aus den Daten der Verkehrserhebung “Mobilität in Städten – SrV 2008” genauere Aussagen über den Modal Split in deutschen Städten treffen.

Am Beispiel von Dresden sieht man sehr gut, wie sich der Radverkehranteil am Gesamtverkehr in den letzten Jahren verändert hat:Modal Split in Dresden in den Jahren 1991 - 2008Das eine Steigerung um 10 Prozentpunkte bzw. 166,67% zwischen 1991 und 2008 Veränderungen und somit neue Konflikte mit sich bringt, dürfte leicht nachvollziehbar sein. Es ist daher notwendig, dass bestehende Strukturen angepasst werden. Ansonsten wird das Konfliktpotential weiterhin hoch bleiben…

Um die Ursachen für aggressives Verhalten, das aus dem vorhandenen Konfliktpotential resultiert, zu ergründen, hat sich die ZEIT mit einem Verkehrsplaner, einem Verkehrspsychologen und einem Fahrradkurier unterhalten und nach Gründen für die negative Entwicklung jüngster Vergangenheit gesucht. Dies löst das Problem zwar nicht, erläutert aber kurz die Hintergründe und kann helfen eventuell ein wenig Verständnis für den Gegenüber aufzubringen.

 

Randelhoff Martin

Herausgeber und Gründer von Zukunft Mobilität, arbeitet im Hauptjob im ARGUS studio/ in Hamburg. Zuvor war er Verkehrswissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund.
Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum und nachhaltige Verkehrskonzepte.

Kontaktaufnahme:

Telefon +49 (0)351 / 41880449 (voicebox)

E-Mail: randelhoff [ät] zukunft-mobilitaet.net

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Verfasst von:

Randelhoff Martin

Herausgeber und Gründer von Zukunft Mobilität, arbeitet im Hauptjob im ARGUS studio/ in Hamburg. Zuvor war er Verkehrswissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund.
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