Eisenbahn Verkehrssicherheit Verkehrswissen kompakt

[Verkehrswissen kompakt] Sicherheit des europäischen Schienenverkehrs, getötete Personen mit Eisenbahnbeteiligung 2012

Todesfälle Eisenbahn Schienenverkehr Europa 2012 UIC Zugunglück
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Gemäß Daten der UIC (Union internationale des chemins de fer / Internationaler Eisenbahnverband) sind im europäischen Schienennetz im Jahr 2012 1.011 Menschen ums Leben gekommen (2011: 1.095 getötete Menschen). Seit 2006 ist die Zahl der Todesopfer um 21 Prozent gesunken.

Pro Million Zugkilometer kam es zu 0,46 schweren Zwischenfällen ( n = 1.887) und 0,25 Todesopfern.

Definitionen:

“Getötete” alle Personen, die entweder unmittelbar nach einem Unfall oder innerhalb von 30 Tagen an den Unfallfolgen sterben – mit Ausnahme der Personen, die Selbstmord begangen haben

“Schwer Verletzte” alle Verletzte, die nach einem Unfall für mehr als 24 Stunden in ein Krankenhaus eingeliefert wurden – mit Ausnahme der Personen, die einen Selbstmordversuch unternommen haben.

Verordnung (EG) Nr. 1192/2003

79 Prozent der Unglücke hatten ein externes Ereignis als Ursache, 93 Prozent aller Todesfälle wurden durch unbefugtes Betreten und Überqueren von Bahnanlagen sowie Unfälle an Bahnübergängen verursacht. Die Zahl der beim unbefugten Überqueren von Schienenwegen getöteten Personen sank von 719 im Jahr 2011 auf 595 im Jahr 2012. Leider stieg die Zahl der bei Bahnübergangsunfällen getöteten Personen von 280 im Jahr 2011 auf 329 im Jahr 2012 (+15 Prozent / -8% im Vergleich zum Jahr 2006). 

UIC Todesopfer Schienenverkehr Europa
Im europäischen Schienennetz (21 Eisenbahninfrastrukturbetreiber) getötete Personen 2009 – 2012 nach Kategorie / Ursache – Grafik und Daten: UIC safety database

Die Zahl der bei Arbeitsunfällen verunglückten Mitarbeiter stieg von 28 im Jahr 2011 auf 44 im Jahr 2012. 28 Verunglückte starben bei Kollisionen mit Zügen.

Die Zahl der getöteten Fahrgäste blieb dank des Ausbleibens großer Zugunglücke 2012 mit 32 Todesfällen konstant. 

649 Personen kamen 2012 im Bereich von Haltepunkten und Bahnhöfen ums Leben (34 Prozent aller schweren Zwischenfälle). Davon waren drei Prozent Fahrgäste, sechs Prozent Mitarbeiter bzw. Auftragnehmer und 91 Prozent Dritte. Von Drittbeteiligten überquerten 79% ungerechtfertigter Weise Bahnanlagen, 11% überquerten zulässige Übergänge (vermutlich Unaufmerksamkeit) und zehn Prozent hielten sich in öffentlichen Bereichen des Bahnhofs auf. 67% der Todesopfer beim Überqueren von Gleisanlagen abseits der freien Strecke verstießen gegen Gesetze und Richtlinien, 28 Prozent waren unaufmerksam und bei 5 Prozent wurde die die Polizei Alkohol- und/oder Drogenkonsum festgestellt.

79 Prozent aller schweren Zugunglücke (n = 1.887) hatten eine externe Ursache, 21 Prozent der Unglücke geschahen aufgrund von Fehlern innerhalb des Bahnsystems:

Ursachen schwerer Zugunglücke in Europa
Hauptursachen schwerer Zugunglücke in Europa 2012 – Daten und Grafik: UIC safety database

Der jährliche UIC-Bericht “Significant Accidents 2012 Public Report” wird aus Basis der UIC Safety Database erstellt, in welche seit 2001 Daten 21 europäischer Bahnnetzbetreiber einfließen: ADIF (Spanien), CFL (Luxemburg), CFR-SA (Rumänien), DB Netz AG (Deutschland), Eurotunnel, HZ (Kroatien), Network Rail (UK), Infrabel (Belgien), JBV (Norwegen), MAV (Ungarn), ÖBB (Österreich), PKP (Poen), ProRail (Niederlande), REFER (Portugal), RFF (Frankreich), RFI/FS (Italien), SBB (Schweiz), SZ (Slowenien), SZDC (Tschechien), Trafikverket (Sschweden) und ZSR (Slowakei).

Im betrachteten Netz wurden 2012 über 7,5 Milliarden Fahrgäste befördert und über eine Milliarde Tonnen Fracht transportiert. 

Quelle: UIC Safety Database Report: Significant Accidents 2012 Public Report, International Union of Railways (UIC), Paris, 2013

Wenn auch Sie eine interessante Zahl aus dem Bereich Verkehr haben, dann lassen Sie es mich bitte wissen! Vielen Dank!

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Randelhoff Martin

Herausgeber und Gründer von Zukunft Mobilität, arbeitet im Hauptjob im ARGUS studio/ in Hamburg. Zuvor war er Verkehrswissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund.
Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum und nachhaltige Verkehrskonzepte.

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