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[Video zum Wochenende] Unfinished London – Radverkehr in der britischen Hauptstadt

Unfinished London Header
Grafik: Jay Foreman
Für Freunde des britischen Humors: Wer diese zwei Videos schaut, kann ein paar Mal laut lachen und gleichzeitig noch etwas über den Radverkehr in London, Umsetzungsschwierigkeiten beim Radwegebau, die Sinnhaftigkeit einer Radhelmpflicht und die Notwendigkeit von Flächenumverteilung lernen.

Freunde des britischen Humors und Monty Pythons werden ihre wahre Freude an folgenden zwei Videos haben, alle anderen hoffentlich trotzdem gut unterhalten fühlen und vor allem informiert werden. beschäftigt sich im Rahmen seiner Videoreihe “Unfinished ” eingehend mit dem Londoner und seiner , der Historie und dem Status quo.

Das Video “Why Isn’t Cycling Normal in London?” beginnt mit einem historischen Abriss von etwa 1930 bis heute.

Die ersten Radverkehrsinfrastruktureinrichtungen, die in London geschaffen wurden, haben den Umbau zur autogerechten Stadt meistens nicht überlebt. Die Situation für Radfahrerinnen und Radfahrer in den achtziger Jahren – so sich Menschen noch auf das trauten – war häufig lebensgefährlich, siehe auch das Video: Mit dem Fahrrad unterwegs in London im Jahr 1984. Ein koordinierter Ausbau von Infrastruktur fand nicht statt, da London seit 1983 die weltweit einzige Metropole ohne zentrale Verwaltung war und die Aufgaben den einzelnen Boroughs (Bezirken) übertragen wurden. Aufgrund fehlender Zusammenarbeit und Absprache blieben bspw. Radwege oft Stückwerk.

Erst mit der Schaffung der Greater London Authority (GLA), bestehend aus der London Assembly und dem Mayor of London,  wurde Anfang der 2000er Jahre wieder eine koordinierte Förderung des Radverkehrs und eine Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur begonnen. Dieses brachte zunächst die Einführung eines öffentlichen Fahrradverleihsystems und die erste Generation der “Cycle Superhighways” ab 2010. Diese wiesen jedoch häufig eine mangelhafte Qualität auf und wurden ihrem Namen keineswegs gerecht. Vielmehr erzeugten sie ein falsches Gefühl von Sicherheit, durch das der Tod einiger Menschen im Verkehr begünstigt wurde. Erst die zweite Generation der “Cycle Superhighways” wurde dem Namen zumindest in Teilen gerecht (Ende des Videos in Minute 8:35).

Das zweite Video “Why drivers should want cycle lanes” widmet sich dem Status quo und insbesondere der Frage, wieso der Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur keinen Fortschritt macht. Unter der Regierung des neuen Londoner Bürgermeisters, , wurden zum einen diverse Radverkehrsprojekte gestrichen (Cycle Superhighway 9 zwischen Chiswick und Brentford, CS 4 zwischen Tower Bridge und Greenwich, etc.). Neu eingeführt wurden sogenannte “Quietways”, welche den Radverkehr mittels entsprechender Beschilderung über das führen sollen.

Die Schaffung leistungsfähiger Radverkehrsinfrastruktur wird hingegen oft durch die Bezirke (huhu, ) und die königliche Parkverwaltung ausgebremst. Auch der klassische Mix aus NIMBYismus und oft in Medien und Öffentlichkeit vorgebrachten und ebenso oft widerlegten Argumenten wie einer Zerstörung des Einzelhandels durch Wegfall von Pkw-Parkplätzen, die Verschwendung von Steuergeld, etc. bremst eine Umsetzung der Pläne.

Neben der Infrastrukturfrage widmet sich Jay Foreman auch der Frage, wieso eine Radhelmpflicht keinen Sinn macht (siehe auch dieses Dossier), wolkige Träume wie schwimmende Radwege oder auf Hochtrassen und unter der Erde geführte Infrastruktur wenig wert sind und wieso in einer wachsenden Stadt aus Gründen der Flächeneffizienz zwingend umverteilt werden muss. Denn zur Lösung diverser Probleme müssen Menschen nicht nur überzeugt werden, aufs Rad zu steigen, sondern man muss sie auch dazu bringen, das Auto stehen zu lassen.

Gute und schlechte Gründe mit dem auto zu fahren
Aus dem Video: Gute und schlechte Gründe, in London mit dem Auto zu fahren – Grafik: Jay Foreman

Wer weitere Hintergründe zum Radverkehr in London und in sechs anderen Städten erfahren möchten, kann gerne Lesley Evans Ogden bei der Suche nach der fahrradfreundlichsten Stadt Reise durch sieben Städte begleiten.

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Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität.
Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, Studium der Verkehrswirtschaft an der TU Dresden.
Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

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