Der niederländische Eisenbahninfrastrukturbetreiber ProRail hat auf den TEN-T-Tagen in Rotterdam angekündigt, die Voraussetzungen für die Erprobung des automatisierten Fahrens von Güterzügen auf der Betuweroute schaffen zu wollen. Die Betuweroute verbindet als 158,5 km lange zweigleisige Güterverkehrsstrecke seit Mitte 2007 den Rotterdamer Hafen mit Zevenaar in der Nähe der deutsch-niederländischen Grenze. Von dort führt die Strecke weiter über Emmerich bis ins Ruhrgebiet.
Die Deutsche Bahn-Tochter DB Cargo AG hatte die Testfahrten im Jahr 2015 (damals noch als DB Schenker Rail AG) beantragt. Erste Güterzüge sollen im Rahmen eines Testlaufs ab 2017 2018 von einem Autopiloten gesteuert werden, ein Triebfahrzeugführer soll dessen Funktion konstant überwachen und gegebenenfalls eingreifen. Geplant sind Tests für Automatisierungslevel zwei und mittelfristig drei. Derzeit erarbeitet ProRail eine Risikoabschätzung und die notwendigen Bestimmungen, um entsprechende Testfahrten sicher abwickeln zu können.
Die Strecke ist als Teil des ERTMS-Korridor A vollständig mit ETCS Level 2 (SRS 2.3.0) ohne ortsfeste Lichtsignale ausgerüstet. Dies ist minimale infrastrukturelle Voraussetzung für einen automatisierten Betrieb auf freier Strecke, auch wenn ETCS ursprünglich für den manuellen Betrieb spezifiziert wurde. Weitere technische Hintergründe können dem Artikel “Automatisierter Bahnbetrieb und führerlose Züge: Eine Einführung (Technik, Vorteile, Hürden, Umsetzungszeitraum)” entnommen werden.

Dieser Artikel wird in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Bei neuen Entwicklungen freue ich mich über Hinweise in den Kommentaren.










