Designstudie Fuß- und Radverkehr Logistik

[Designstudie] Der Copenhagenize Bar, eine innovative Abstelllösung für Lastenfahrräder

Lastenfahrräder (neudeutsch: Cargobikes) sind für den Warentransport im städtischen Raum ein sehr verträgliches Verkehrsmittel, dem eine große Zukunft vorhergesagt wird. So fallen beim Transport von Waren und Gütern weder Luftschadstoffe noch Lärmemissionen an. Ebenfalls ist die Unfallwahrscheinlichkeit und -schwere im Vergleich zu Lkw oder leichten Nutzfahrzeugen ungleich kleiner.

Von der Güterstruktur ist in europäischen Städten ein sehr großer Teil des Transportaufkommens für das Fahrrad geeignet: Im Durchschnitt werden weniger als 100 kg Gewicht und weniger als 1 m3 Volumen transportiert.

In der niederländischen Stadt Breda werden laut einer Studie jeden Tag etwa 1.900 Lkw-Fahrten zur Warenlieferung durchgeführt. Weniger als 10 % der Waren bedürfen jedoch aufgrund des Gewichts oder des Volumens dem Transport per Lkw. 40 % aller Lieferungen bestehen darüber hinaus aus nur einem einzelnen Versandstück / Paket.

Im Glauben daran, dass sich bessere Lösungen auch im Verkehr durchsetzen werden, ist absehbar, dass die Zahl von Cargobikes in Zukunft zunehmen wird. Ebenso wie ein wachsender Radverkehr Städte und die dort existierende Infrastruktur über kurz oder lang zu Anpassungen zwingt, wird auch das Lastenfahrrad neue Strukturen benötigen und notfalls einfordern.

Insbesondere die Abstellsituation ist häufig unbefriedigend. Cargobikes sind in der Anschaffung relativ teuer (gerne mehrere Tausend Euro) und lassen sich nicht problemlos wie Fahrräder an Laternenmasten oder anderen, fest verankerten Gegenständen im Straßenraum befestigen. Radbügel sowie Vorderrad- und Rahmenhalter sind oft auch keine Option. Zudem blockieren sie aufgrund ihrer Abmessungen relativ große Fläche auf Gehwegen und behindern den Fußverkehr.

Eine Lösung für das sichere Abstellen von Lastenrädern wurde seit Anfang 2013 von der Copenhagenize Design Company und Cyclehoop aus Großbritannien erdacht und konzipiert. Ergebnis der Zusammenarbeit: Der “Copenhagenize Bar”.

Copenhagenize Bar Cargobikes Abstellung
Visualisierung © Copenhagenize Design Company & Cyclehoop

Die Abstellanlage für Cargobikes kann mit oder ohne Dach errichtet werden. Für fünf Lastenräder wird etwa die Fläche von zwei Parkplätzen benötigt.

copenhagenize-bar-cyclehoop-schliessmechanismus
Visualisierung © Copenhagenize Design Company & Cyclehoop

Das Fahrrad wird einfach zwischen die beiden Pfosten geschoben und der Querbalken ge- und verschlossen. In späteren Versionen soll die Fixierung über spezielle Zugangskarten geöffnet und geschlossen werden können, um beispielsweise ein Cargo-Bikesharing-System aufbauen zu können.

Schloss für Cargobikes
Visualisierung © Copenhagenize Design Company & Cyclehoop

Das Cargobike an sich wird über ein Kettenschloss befestigt. Im Zusammenspiel mit einem Speichenschloss, welches die Räder blockiert, dürfte das Lastenrad relativ sicher vor Diebstahl sein.

Der Copenhagenize Bar kann zudem auch in Hinterhöfen zur sicheren Aufbewahrung von Lastenfahrrädern genutzt werden. Auf gepflasterten Flächen wird die Halterung über eine Bodenplatte fest mit dem Untergrund verbunden.

Copenhagenize Bar im Hinterhof
Visualisierung © Copenhagenize Design Company & Cyclehoop

Randelhoff Martin

Herausgeber und Gründer von Zukunft Mobilität, arbeitet im Hauptjob im ARGUS studio/ in Hamburg. Zuvor war er Verkehrswissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund.
Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum und nachhaltige Verkehrskonzepte.

Kontaktaufnahme:

Telefon +49 (0)351 / 41880449 (voicebox)

E-Mail: randelhoff [ät] zukunft-mobilitaet.net

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Jana Müller
Jana Müller
13. März 2014 11:44

Eine tolle Idee, die auch in deutschen Städten eingesetzt werden sollte und zu mehr Fahrrad- statt Autoverkehr führt. Schaffen die Städte erst solche Abstellmöglichkeiten, werden auch mehr Menschen den Transport ihres Hab und Guts mit Cargobikes erledigen. Damit könnten Projekte rund um autofreie Stadtteile prima unterstützt werden und würden den Alltag für alle, die auf ihr Auto verzichten, erleichtern. Hierzu ein schöner Beitrag aus Köln: http://gothaer2know.de/autofrei/

Gruß
Jana

Andreas Borgmann
Andreas Borgmann
7. März 2014 10:10

Typisch Kopenhagen: Einfach genial – genial einfach! Und ein entsprechendes sowie eindeutiges Symbol z.B. für die Fahrbahnmarkierung ist auch schon da! Bitte weiter so – auch in Deutschland!
Gruß
A. Borgmann

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Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV) hat mich im Rahmen der VDV-Jahrestagung 2013 in Mainz als “Talent im ÖPNV” des Jahres 2013 ausgezeichnet. Der VDV vertritt rund 600 Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs, des Schienenpersonennahverkehrs, des Schienengüterverkehrs, der Personenfernverkehrs sowie Verbund- und Aufgabenträger-Organisationen.

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Verfasst von:

Randelhoff Martin

Herausgeber und Gründer von Zukunft Mobilität, arbeitet im Hauptjob im ARGUS studio/ in Hamburg. Zuvor war er Verkehrswissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund.
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