
Dieser Artikel ist Teil der Serie Neue Möglichkeiten der Lkw-Auflieger Verladung. Eine Übersicht über alle Artikel finden Sie hier.
Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene ist ein seit langem gefordertes und über alle Parteien hinweg formuliertes verkehrspolitisches Ziel. Der schnelle und kostengünstige Umschlag nicht kranbarer Sattelauflieger stellt jedoch ebenso wie die Verfügbarkeit von Trassen entlang der Hauptkorridore des Schienengüterverkehrs eine große Herausforderung dar. Neue Umschlagsysteme abseits der klassischen Kranung können zum Teil aufgrund operativer und wirtschaftlicher Hürden noch nicht flächendeckend zur Anwendung gebracht werden. Häufig ist der Aufbau neuer Terminalinfrastruktur schwierig und kapitalintensiv. Bei Verlagerung der Umschlagtechnik von ortsfester Infrastruktur auf den einzelnen Wagen steigen die Anschaffungs- und Wartungskosten für das Rollmaterial aufgrund der verbauten hydraulischen sowie elektrischen Komponenten stark an. Hinzu kommen Restriktionen in den Wagenumläufen. Aufgrund dieser Einschränkungen haben sich neue Umschlagsysteme in der kostensensitiven Logistikbranche noch nicht durchgesetzt.
Die Bayernhafengruppe, TX Logistik und das Logistik-Kompetenz-Zentrum (LKZ) Prien haben mit NiKRASA ein weiteres Umschlagsystem für nicht kranbare Sattelanhänger entwickelt. Es setzt hierbei auf Einfachheit und vergleichsweise geringen Investitionsaufwand. Trailerhersteller, Speditionen und Terminals müssen ihr Equipment nicht anpassen. Die Entwicklungskosten sollen eine siebenstellige Summe betragen haben, die Bayernhafengruppe hält das Patent. NiKRASA wird zunächst exklusiv von TX Logistik vermarktet.

Umschlag eines nicht-kranbaren Sattelaufliegers mithilfe von NiKRASA – Foto: LKZ Prien / NiKRASA-Kompetenzteam
Die beiden Bestandteile sind eine Terminal-Plattform (hellgrau) und eine Transport-Plattform (dunkelgrau). Der Trailer wird auf die Terminalplattform gefahren und mittig auf der Transport-Plattform positioniert. Anschließend wird die NiKRASA-Transport-Plattfom samt dem Trailer vom jeweiligen Umschlaggerät an den Greifkanten angehoben und auf dem Waggon platziert und der Königszapfen arretiert. Die Terminalplattform verbleibt im jeweiligen Terminal und ist ebenfalls kranbar. Der Umschlag erfolgt mit dem Standard-Greifzangengeschirr von Portalkran oder Reachstacker.
Die Kosten pro Verladevorgang sollen maximal 15,00 Euro zzgl. der Kosten für die Kranung betragen. Die Verladung eines Aufliegers dauert wenige Minuten.
NiKRASA wird mittlerweile auf folgenden Verbindungen eingesetzt:
Die Schmitz Cargobull AG nutzt das System beispielsweise zur Auslieferung neuer Sattelauflieger zwischen Herne und Verona.
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